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ön den letzten Lagen hat nun derVorwärts" zu bestreiten versucht, daß die Sozialdemokratie jemals in der letzten Vergangenheit ihre Zustimmung zu einer den schemati­schen Achtstundentag verwerfenden Arbeitszeitregelung gege­ben habe. Ls dürfte deshalb gerade jetzt, wo im Wahlkampf so viel mit Schlagworten gearbeitet und die auf das Interesse des Ganzen eingestellte Politik der deutschen Arbeitgeberschaft in Mißkredit zu bringen versucht wurde, auf die für die Ge­staltung unseres Arbeitszeitrechtes ausschlaggebenden inter­fraktionellen Vereinbarungen der Reichstagsparteien von der Sozialdemokratie bis zur Rechten hinzuweisen sein.

ön der noch vom Kabinett Wirth mit Zustimmung der Sozialdemokraten Anfang November an die Reparationskom­mission gerichteten Note lesen wir:

Deutschland wird alle erforderlichen und geeigneten Maßnahmen treffen, um insbesondere durch Erhöhung des Wirkungsgrades der Arbeit zu einer Steigerung der Produktion und damit zu dem Ausgleich der Handelsbi­lanz zu gelangen. Zu diesem Zweck wird insbesondere ei­ne Neuregelung des Arbeitsrechts unter Festhaltung des Achtstundentages als Normalarbeitstag und unter Zu­lassung gesetzlich begrenzter Ausnahmen auf tariflichem und behördlichem Weg zur Behebung der Notlage der deutschen Wirtschaft in die Weg geleitet, alle Maßnah­men zur Heranbildung von Qualitätsarbeitern gefördert, Luxusverbrauch und Luxuseinfuhr gehemmt und der Al­koholverbrauch beschränkt werden."

Die Aufhebung der Demobilmachungsverordnung des No­vember 1918, durch die die deutsche Wirtschaft in den sche­matischen Achtstundentag zum Schaden für die Allgemeinheit hineingepreßt worden ist, wurde im Herbst 1923 von den Reichstagsfraktionen der großen Koalition mit folgender Ver­einbarung unter Mitwirkung der Sozialdemokratie durchge­führt:

Die schwere Not unseres Landes läßt eine Steigerung der Gütererzeugung dringend geboten erscheinen. Das wird nur unter restloser Ausnutzung der technischen Lr- rungenschasten, bei organisatorischer Verbesserung unserer Wirtschaft, durch emsige Arbeit jedes einzelnen zu errei­chen sein. Neben der Steigerung der Produktion durch diese Mittel wird auch die Neuregelung der Arbeitszeit- gesetze unter grundsätzlicher Festhaltung des Achtstunden­tages als Normalarbeitstag nicht zu umgehen sein. Dabei ist auch die Möglichkeit der tariflichen oder gesetzlichen Überschreitung der jetzigen Arbeitszeit im Lnteresse einer volkswirtschaftlich notwendigen Steigerung und Verbillig­ung der Produktion vorzusehen. Für die öffentliche Ver­waltung finden ähnliche Grundsätze Anwendung".

Aus diesen Vorgängen ergibt sich einwandfrei, daß auch die Sozialdemokratie in den Zeiten höchster Not sich zur Stei­gerung unserer Produktion durch tarifliche oder gesetzliche Überschreitung des Achtstundentages bekannt hat.

Portugiesisch-Guinea.

Von Professor Dr. Karl Bang.

Am Ausgang des Mittelalters waren die Portugiesen unstreitig die mächtigste Nation der Welt. Sie hatten im Laufe des 15. Jahrhunderts ihre Kolonien allmählich begrün­det und ausgebaut. Schon im Sahre 1414 waren durch den portugiesischen Prinzen, der als Heinrich der Seefahrer be­kannt ist, mehrere Expeditionen nach der Westküste Afrikas entsandt und etliche Handelsstationen und Kolonien dabei be­gründet worden. Eine der ersten dieser Stationen lag auf einer der Bissago-Lnseln vor dem jetzigen portugiesischen Guinea.

«in

Um das Lahr 1440 erforschten die Portugiesen die afrikani­sche Westküste bis an die Mündung des Kongo, und in der letzten Hälfte desselben Sahrhunderts setzten sie sich sowohl an der Südwestküste wie fast an der ganzen Ostküste fest. Sm Sahre 1498 entdeckte Vasco de Gama den Seeweg nach Ln- dien, und im Sahre 1500 nahm Labial das von ihm im glei­chen Sahre entdeckte Brasilien unter portugiesischen Schutz. Diese unerhörte Kolonialmacht geriet aber schon zu Anfang des 16. Lahrhundert in Zerfall, als die Holländer und Eng­länder ihre Schiffahrt auszubauen begannen. Line portugie­sische Besitzung nach der andern in Asien und Afrika ging in diesem Sahrhundert verloren, und von seinen afrikanischen Kolonien blieb Portugal nur ein ganz geringer Teil dessen, was ihm zur Zeit seiner Großmacht vom afrikanischen Fest- lande gehörte. Die heutigen Kolonien Portugals in Afrika sind: Mozambique, Angola, Lao Thome e Principe, Cabo Verde und Portugiesisch-Guinea.

Portugiesisch-Guinea erstreckt sich am westlichsten Teil der Guineabucht, in einer Breite von 150 englischen Meilen, in der Form eines Dreiecks, das zusammen mit den vorge­lagerten Bissago-Snseln ein Areal von 14 000 englischen Quadratmeilen umfaßt. Das Klima ist besonders ungesund, und die vielen Ltrandlagunen, die starken Meeresströmungen und zahlreichen Klippen machen die Küstenschiffahrt in hohem Grade gefährlich und schwierig. Die Kolonie ist in wirtschaft­licher Hinsicht noch gar nicht ausgenutzt, auf Grund der mangelhaften portugiesischen Verwaltung, der droßen Unge­sundheit des Klimas, der Unzuverlässigkeit einiger Singe- borenenstämme, sowie der hohen Zolltarife und etlicher Be­schränkungsbestimmungen. Von britischen Kapitalisten sind Versuche gemacht worden, durch maschinelle Anlagen das Palmöl von den hier reichlich vorkommenden Oelpalmen zu gewinnen, da jedoch die Verwaltung nicht die Macht hat, Ord­nung zu halten und die Autorität zu befestigen, so sind diese Unternehmungen zum großen Teil mißlungen. Tatsächlich ist Leben und Sigentum in den inneren Teilen des Landes so gut wie ungeschützt, und die Herrschaft der Portugiesen ist nur eine nominelle, außer auf den Bissago-Snseln und in den Küstenstrichen. Und doch ist dies Land äußerst fruchtbar und würde bei guter Verwaltung und starker Unternehmungslust einen sehr wertvollen Besitz darstellen. Das Land produziert zum S.xport, wenn auch in geringen Mengen, LrdnUsse, Wachs Gummi, Palmkerne und Slfenbein. ön den letzten Sahren ist allerdings eine gesteigerte Tätigkeit festzustellen-, besonders ist der Export von Erdnüssen erheblich gestiegen, so daß die Aus­fuhr dieses Erzeugnisses, die im Sahre 1903 3000 Tonnen be­trug, sich nunmehr vervierfacht hat. ön der Kolonie wird außerdem Reis von ausgezeichneter Beschaffenheit produziert wenn auch nicht in genügender Menge, um nur den eigenen Bedarf befriedigen zu können. Oelpalmen kommen, wie er­wähnt, sehr zahlreich vor; an bestimmten Stellen stehen Tau­sende dieser wertvollen und produktiven Bäume, und ihre Früchte liegen zu Millionen auf dem Boden und faulen, weil niemand sie sammelt. Die Wälder sind überreich an wert­vollen Holzarten, wie Ebenholz, Mahagoni, aber die allge­meine Unsicherheit und der Mangel an Verkehrswegen machen es unmöglich, die Schätze zu bergen.

Von den Lingeborenenstämmen, die zusammen etwa eine Million Menschen ausmachen, sind die wichtigsten und zahl­reichsten die sogenannten Manjacos, ferner die Biaffadas, die wegen ihrer Feindseligkeit gegen die Weißen berüchtigt sind, sowie im Geba-Gebiet die Balantes, die notorische Seeräuber sind. ön den östlichen Teilen des Landes kommen die Bulloms vor, nahe Verwandte der Bullom von Sierra Leone, und um Bissau wohnen die Papeis, früher gefürchtete Kannibalen, die setzt aber die zivilisiertesten und intelligentesten von allen sind

und von den Portugiesen vielfach als Buchhalter, Schreiber und Aufseher verwendet werden. Von den Ltädten hat keine besondere Bedeutung. Die Hauptstadt Bolama, die auf einer der Bissago-Snseln liegt, ist, wenn sie auch keineswegs als gesunder Aufenthalt anzusprechen ist, doch der eigentlich einzige bewohnbare Fleck in diesem von Fieber verheerten Pflanzen­paradies, der Hölle der Weißen. Bissago hat militärische Be- I festigung und ist der Haupthandelsort, über den der größte Teil des unerheblichen Exports des Landes dirigiert wird. An der Rordwestküste liegt der kleine Ort Lachen und im Snuernj des Landes sind noch zu nennen Geba, Bafata und Zazim, wo i eine englische Handelsniederlassung errichtet ist.

Reiche Zukunftsmöglichkeilen bietet diese Kolonie, wenn es nur gelingt, die schädlichen Einflüsse des Klimas einiger- | maßen zu überwinden.

Vermischtes.

Montandon und Ossendowski. ön Paris fand in den Räu­men der Ronvolles Litterares eine Disputation zwischen Dr. Ossendowski und dem bekannten Genfer Forschungsreisenden Dr. Montandon statt. Zahlreiche Gelehrte und Schriftsteller f nahmen an oieser Disputation teil. Wie Sven Heddi» be­streitet auch Montandon den wissenschaftlichen Wert der Rei­sebeschreibungen Ossendowskis. Nach Anhörung der beider-J feitigen Darlegungen und eingehender Diskussion wurde fest- gestellt,daß das Werk des Werrn Ossendowski, wie er selbst den Geographischen Gesellschaften in Paris und London wie auch anderen Gesellschaften erklärt hat, nicht leidenschaftlicher ' Natur ist, sondern, daß es sich um ein Werk handelt, dessen Elemente auf persönlich erlebte Eindrücke und persönlich ge­sammelte Erzählungen zurucxgehen." Ob Ossendowski Nordti- W bet wirklich durchreist hat, wie er behauptet, diese Kernfrage, s die Montandon in gleicher Weise wie Leon Heddin oerneint,' konnte auch durch diese Gegenüberstellung noch nicht geklärt werden.

Prof. Dr. Marckwald 60 Lahre. Der ordentliche Hono­rarprofessor der Chemie an der Berliner Universität, Geh. Reg. Rat Pof. Dr. Willst Marckwald feiert sèmen' 60. Gi . burtstag. Der Gelehrte hat eine Reihe wichtiger ^ftrbanMwr- gen aus den Gebieten der anorganischen, organischen und phy­sikalischen Chemie in Fachzeitschriften veröffentlicht und über die Bedeutung des Radiums in Biologie und Heilkunde eine Darstellung in Buchform herausgegeben. Er gehört seit 1889 der Berliner Universität als Lehrer an.

Georg Molenar f. ön Warmbrunn ist im Alter von 85 Sahren Georg Molenar, der auch eine Zeit lang dem Berli­ner Schauspielhause und dem Lessing-Theater angehörte, ge­storben. Sein auffallende Erscheinung und sein ausgezeichnetes Organ prädistinierten ihn für die Heldenrollen, die er vorwie­gend spielte. Den größten Erfolg errang er unstreitig mit der Verkörperung der Gestalt Hagens in HebbelsNibelungen". ' Anfang der 90er Sahre wurde er für die Hofbühne genom­men, der er aber durch schwere und langwierige Erkrankung bald wieder entrissen wurde. Mit ihm ist ein großer Künstler dahingegangen, der seinen Mitmenschen viele schöne und er­bauende Stunden bereitet hat.

^ßieoiel Wörter werden gebraucht? Äse GevildLlen W Dichter gebrauchen beim Schreiben und Sprechen nicht vck mehr als drei bis viertausend Wörter. Für das Lesen von Zeitungen und leichteren Büchern kommt man mit der Kennt­nis von etwa 2000 Wörtern aus. ön der Sprache der weni­ger gebildeten Leute finden sich nicht mehr als 500 Wörter, während die Leute auf dem Lande mit einem Wortschätze von 200300 Wörtern auskommen.

Liebe kleine Limskoa

Fred Andersens Höllenfahrt

Roman v. Otfried von Hanstein.

(7. Fortsetzung.)

Er überlegte. Zum Schlafen waren seine Nerven zu erregt, auch hatte er sich an diesem Tage schonen können, weil er nur zu steuern genötigt war. Hier vor ihm lag der Beginn des Canons und hell glänzte der Vollmond. Er beschloß noch einen Erkundungsgang zu machen. Einen Augenblick dachte er an das Boot, dann schüttelte er den Kopf. Hierher kam kein Dieb, sjott Ta vwoate schützte ja seine Straße mit dem Aber­glauben.

Er nahm für alle Fälle den geladenen Revolver in die Hand und das Gewehr über die Schulter, ön der Tasche hatte er seine elektrische Lampe. Hier war dicht an dem Felsen ein schmaler Pfad. Kein Weg von Menschenhand, sondern ein schlüpfriger, immer vom Sprühregen überschütteter Pfad, den das Hochwasser gewaschen hatte, das im Frühjahr voraussicht­lich den ganzen Tunnel erfüllte.

Langsam und tastend schritt Fred vorwärts. Neben ihm gurgelte das Wasser, hier aber wuchs dorniges, stacheliges Ge­strüpp, das sich in die Kleider verhakte. Die Luft war dumpf und moderig, das Wasser triefte von oben herab und hie und da raschelte es unter seinen Füßen, und wenn er dann schnell die sparsam gehütete Batterie seiner Lampe aufleuchten ließ, sah er den gleitenden Körper einer Schlange verschwinden. Oft sperrten auch Felsbrocken den Weg und mußten überklettert werden. Dann, nachdem er eine halbe Stunde, allerdings lang­sam, gegangen, eine neue Biegung.

Fred stand mit aufgeriffen Augen und starrte. Fieberhaft pochte sein Herz, überwältigt von dem, was er sah.

Der Fluß strömte zu seinen Füßen gerade und ruhig und ein Bergkessel tat sich auf, in den der Mond hell hineinleuchtete.

Welch ein Anblick!

Das grüne lachende' Tal war verschwunden, aber ein Ge­wirr von Felsen starrte empor. Hier ein einzelner Zacken, wie eine verwitterte Säule über tausend Fuß hoch, dort mit Zin­nen und Türmen ein altes Ritterschloß, dann wieder eine glat­te Wand, wie poliert und durchzogen von breiten Bändern.

Manchmal traten diese wilden Felsgebilde, die himmelhoch aufragten, zu einem engen Spalt zusammen, in dem die Schat­ten der Nacht ruhten, dann wieder öffneten sie sich zu einem Labyrinth zackiger Hörner und Spitzen, übereinander getürm­te, zerbrochene Säulen, überbängenbe Erker und Klötze, die jeden Augenblick von ihrer schwindelnden Höhe herabzubrechen drohten.

Hie und da eine Zeder. Hoch wurzelnd auf einsamer Klippe oder schon niedergebrochen und schräg in das Chaos herab­hängend.

Ein Bild furchtbarster Verwüstung und zu beiden Seiten fast tausend Meter aufragend, in unersteiglichen Schroffen und Schlünden.

Aber nicht grau oder braun, nicht mit Moos überzogen, sondern alle diese Zacken und Felsen in flammendem, leuchten­den Rot, durch das sich schlillernde, grüne Streifen zogen, in dem breite, goldgelb leuchtende Flecke ergänzten.

Unwirklich, unirdisch erschien diese Landschaft, auf der das Helle Mondlicht ruhte und in dem der plätschernde Fluß der einzige Laut war.

Derflammende Schlund", so hatte Professor Powell diesen Felsenkessel getauft. Fred richtete sich auf. Der flam­mende Schlund! Was konnte so heißen, wenn nicht dieser Kessel mit seinen roten Porphstrfelsen. Bis hierher also konn­ten im höchsten Falle die mutigen Schiffer von Sreenriver Ci­ty vordringen. Bis hierher war er schon am ersten Tage allein gekommen! Nun wohl, dann mußte die Weiterfahrt glücken. Konnte es noch grausig Schöneres, noch Gigantische­res geben, als diese Schlucht? Er konnte sich nicht losreißen von ihrem Anblick und doch mochte er auch den Kahn und sein Zelt nicht zu lange allein lassen.

Er überlegte.

öch kenne den Weg. Besser ist es, ich bringe den Kahn noch in der Nacht hierher und lagere hier. Hier ist es trocken und morgen früh kann ich weiter. Wer weiß, ob mir nicht doch vorwitzige Trapper folgen."

Letzt kam es ihm vor, daß es ein Gefühl der Sicherheit sei, wenn er die Menschen fern von sich wußte. Bon Raubtieren hatte nicht einmal der Trapper gesprochen. Es war auch un­wahrscheinlich, daß solche hier in der Tiefe lebten, wo sie kaum Nahrung fanden, und das gefährlichste Raubtier war sicher der Mensch.

Er tastete zurück. Er ging schneller,, wenn auch wieder Schlangen über den Weg huschten, und sogar ein Skorpion ihm auf den Kopf fiel, allerdings dann eiligst über den Rücken hinabfloh, ohne ihn zu verletzen.

Seine guten Augen halten sich jetzt auch an die Dunkel­heit gewöhnt, und er hatte gesehen, daß innerhalb des Sun- nels keine Stromschnellen waren und das Wasser zur linken Hand ruhig. Er war wieder bei seinem Zelt. Das Feuer war verglommen, er zertrat die Funken und streute Sand da­rauf, als wolle er jede Spur verwischen, legte das Zelt zu­sammen und verstaute sein Kochgeschirr im Kahn, dann schob er

diesen wieder in das Wasser und fuhr langsam und immer scharf links haltend, ab.

Immerhin eine unheimliche Fahrt. Ueber sich den tropfen- k den Felsen, zur Rechten den Gischt der Brandung und um ibn| die trübe Dämmerung; denn da er beide Hände an den Rudern R lassen mußte, konnte er die Lampe nicht verwenden. Cs warW auch besser; denn nach ihrem Aufleuchten mußten sich die Au-, gen erst wieder an das Dunkel gewöhnen. Obgleich er natur-1 lieh rascher vorwärts kam, erschien ihm der Weg länger. Ms er so gespannt auf jeden Stein achten mußte, bv bas Boot tk was aus der Richtung brachte. Dann, kurz vor der Biegung, wurde es für Augenblick ganz dunkel und dann kam etwas, l was ihn erbeben ließ. Ueber seinem Haupt eii»-gewaltiges^, Rauschen, ein Flügelschlagen. Hunderte von Fledermäusen, bit^ er aufgejagt hatte mit seinem Kahn, flogen dicht über ihm da-^ hin, die Luft vollkommen erfüllend. Gleichzeitig draußen MW flammenden Schlund ein gellender, greller Schrei und wieder ein Flügelschlagen. öm ersten Augenblick drohte sei,. Herz still zu stehen. Er dachte an den wilden Kriegsruf lauernder ön- ' bianer, dann wußte er, daß es eine Eule war. Die Tiere deck Nacht erwachten; jetzt aber schoß der Kahn auch schon aus* dem Tunnel in den flammenden Schlund.

Er lenkte ans Ufer. Hier war es ruhig. Er zog bei Kahn möglichst hoch hinauf und band ihn an einen festen Strauch dorniger Heckenpflanzen.

Er selbst stieg wieder ein Stück aufwärts und stellte dasM Zelt auf; denn es war kühl. Noch immer flogen die Fleder­mäuse umher, die er aufgeschreckt hatte, und immer wieder zuckte er zusammen, wenn der gellende Schrei einer Eule, bet bald hier, bald dort in den Felsen aufstieg, das Echo der Ber- ge weckte. >

Er kroch in das Zelt, und war jetzt wirklich müder $ war keine Kleinigkeit gewesen, den Kahn mit den Ruder« l^ â halten. Letzt lag er ausgestreckt da und sah. wie der schw>»' ; dende Mond immer tiefere Schatten zeichnete, wie das wüft 8 Labyrinth um ihn herum in Nacht versank. Ein Gefühl des Alleinseins, der Verlassenheit, der machtlosen Nichtigkeit der gewaltigen Natur gegenüber war in seiner Seele.

Er versuchte an Maud zu denken und vermochte es ni^O Dann aber fielen ihm die Augen zu und in der erhabeiM Wildnis schlummerte, vertrauend dem Schutze des Gottes vwoats, ein einsamer und schwacher Mensch.

Lr erwachte von einem unangenehmen Frösteln. Lr Pij nach der Uhr. Ls war schon acht Uhr vorüber, aber es noch dunkel. Lin dichter, weißer schwerer Nebel lag im Siw j tal, und feiner Regen strömte hernieder.

I (Fortsetzung folgt.)