Kulturen. Als Träger einer anderen Kultur manisch-arabischen) sind sie wesensfremd, als erfahrungsreichere Träger einer älteren Kultur find sie besonders in geschäftlicher Hinsicht überlegen; für Spengler ist dies eine Naturnotwendigkeit, ^r vergleicht den Zudenhaß des Abendlandes mit dem Haß der Japaner gegen die Chinesen. — Unsere politische Entwicklung läuft der der Antike parallel: Urvolk, Hirtenvolk, Bau- ernvolk, die entstehenden Städte schaffen den Gegensatz zwischen Stadt und Land; die Riesenstädte versuchen dem ganzen Land ihr Gepräge aufzudrängen. — Der Zeit Alexanders des Großen entspricht nach Spengler die Zeit Napoleons L; die Panischen Kriege — unfern Weltkrieg.
DleS ah rhundertenachdenPunischenKrie- gen würden also die Ereignisse gebracht baden, die uns bevor st ehe n: Heraufkommen von Geld und Geist; Herrschaft der Cäsaren, Gewaltmenschen lösen die Seldmenschen ab, aber die negerhaften Kampfe dieser Gewaltmenschen unter sich führen das Ende herbei. —1 ön der politi- sshen Gegenwart des Abendlandes sieht Spengler aufbauende und zerstörende Vuuipte. Zu den zerstörenden rechnet er Italien und Frankreich, zu den aufbauenden Spanien, England und Deutschland. Die Menschen teilt Spengler in lebendige Schicksalsmenschen und geistige, unlebendige Menschen. Der lebendige Schicksalsmensch, z. B. Kaufmann, Staatsmann, wird dpi seinem Gewissen jedes Mittel rechtfertigen können, auch das der Gewalt — wenn er damit nur sein öiel erreicht, der geistige Men, uz steht sich unüberwindbaren Grenzen gegenüber, er innerlich nicht überschreiten kann. Unsere Staatsmänner rechnet Sprenger zu den letzteren.
Nach Spengler geht jede Kultur die vorgeschriebene Bahn des einmal Auf und Nieder. Wir stehen im Niedergang. Wer sich dessen bewußt ist, für den gibt es nur zwei Wege: entweder als weithin auflohende Flamme schnell das Ende herbeiführen (also durch rasende Zivilisation und Ueberverfeinerung die Abendländische Kultur ,',fördern" — oder sich wehrend bewußt den Weg des sicheren Endes gehen. Und darin werden sich die Geister scheiden! Mag.
Wie wird das Weihnachtsgeschäft werden?
Ein Sahr lang wirtschajien wir nun schon wieder mit stabiler Währung. Mark und Pfennig sind wieder in ihre alten Rechte eingesetzt worden. Weihnachten steht vor der Tür. Ob wieder tüchtig Weihnachtseinkäufe gemacht werden, wie in glücklicheren, längst nergegangenen Zeiten, oder ob es auch diesmal hauptsächlich beim Bestaunen der Schaufenster und beim Bewundern der zum Einkauf reizenden Ausstellungen bleibt!
Die Geschäftsinhaber sind vorläufig noch recht optimistisch, wenngleich man sich natürlich nirgends einen Umsatz verspricht, wie man ihn in den Vorkriegsjahren zu Weihnachten hatte. Ware ist jedenfalls bei jeder Branche in Hülle und Sülle vorhanden, und, was das erfreulichste ist, bei einer ganzen Anzahl von Geschäften hat auch das Weihnachtsgeschäft bereits eingesetzt. Tgpisch ist allerdings, daß vorläufig fast nur billige Sachen verlangt werden, etwa von 50 Pfennig bis zu 3 Mark, über die Summe hinaus werden die Käufer viel spärlicherer.
Das beste Geschäft machen gegenwärtig wohl die Spielwarenhandlungen. in denen sich schon seit einigen Tagen ein fröhliches Leben und Treiben entwickelt hat. Auch hier kaufen die liebenden Eltern allerdings hauptsächlich Kleinigkeiten, die großen und kostspieligen Dinge, die übrigens auch nicht immer ein Kinderher; durchaus am meisten beglücken, harren noch auf zahncräftige Liebhaber. Am meisten verlangt werden Puppen, Eisenbahnen, Luftschiffe, Baukästen und große Zelltiere. Die schönen, von Münchener Künstlern entworfenen, beweglichen Holztiere haben jid) in der Phantasie der Kinder nicht den erwarteten Platz erobert. Das weiche ZoUelfelltierchen erscheint ihnen wohl als besserer Spielkamerad.
Von Luxusgeschenkartikeln fand bisher Kristall einen recht guten Absatz, ön einigen Spezialgeschäften ist die Nachfrage nach Kristallwaren und feinen Glassachen bereits so groß daß Mangel an Ware eingetreten ist, der voraussichtlich zu einer Preissteigerung kurz vor dem Fest führen dürfte.
Zur Gebrauchsporzellan und Lederwaren, die letzten gehörten allerdings schon immer zu oen begehrtesten Geschenkarti- keln um Weihnachten herum, erwartet man im Dezember ebenfalls eine Preiserhöhung um etwa 20 Prozent. Wer es also jetzt schon möglich machen kann, zu kaufen, entgeht damit wahrscheinlich einer späteren, unangenehmen Mehrausgabe Handschuhe und Trikotagen finden bereits guten Absatz, wobei meist nach langer Wahl und Prüfung des Geldbeutels der guten Qualitätsware entschieden der Vorzug gegeben wird.
Die Rentenmark, schwer verdient und knapp vorhanden, erzieht überhaupt scheinbar ihr Publikum zu sehr sorgsamen Ueberlegung und Aussuchen beim Einkauf. Ein wohltätiger Segenjab zu früher, wo wahllos alles zusammengekauft wurde, ganz der Wertlosigkeit des Geldes entsprechend.
Beim Einkauf von Büchern macht sich dies auch sehr bemerkbar. Kein Käufer, der jetzt nicht sorgfältig das Papier auf seine Güte untersucht, unbestochen durch den prunkhaften Einband.
Bücher uno „oten finden übrigens einen regen Absatz, nicht ganz so stark wie sonst vor Weihnachten, aber viel, viel besser, als seit langer Zeit. Vor allen Dingen belebt sich wieder die Nachfrage nach größeren Werken. Unb unter den Noten wählt man zum Weihnachtsgeschenk statt der öimmy und Zox auch meist gute Sachen.
Das Wichtigste zum Zeste, Baumschmuck und Pfefferkuchen, besonders aber der erste finden schon jetzt zahlreiche Käufer. Hoffentlich werden die eibnarhtsbäume in diesem Zähre etwas reichlicher vorhanden sein, als im vergangenen. Denn was nutzt der prächtigste Schmus ohne den Christbaum.
Großbetrieb herrscht in den Handarbeitsgeschäften. Die Auswahl ist hier aucy unbegrenzt. Vom billigsten Stück bis zum teuersten findet jeder etwas Paffendes für seinen Geschmack und auch für seinen Geldbeutel. Die große Mode der grellbunten Zarben ist auch in letzter Zeit den kleinen und großen Kunstwerken der Handgeschicklichkeit besonders hold. Mit recht geringen Mitteln, im wahrsten Sinne des Wortes, können da überraschend schöne Wirkungen erzielt werden. Das Gros der Käufer bevorzugt, wie man uns mitteilt, auch bei den Handarbeiten die billigeren Stücke, die ja dann einen hohen Wert doch uu^v die liebevolle und oft mühsame Arbeit erhalten.
Luxuskäufe, soweit sie überhaupt schon zu verzeichnen sind, werden auch mehr nach der praktischen Seite bin unternommen als früher. So werden ;. B. mehr Pelze, Teppiche und einzelne Möbelstücke gekauft, als Gold- und Silberwaren. Am meisten verspricht man sich natürlich überall von der Kauffreudigkeit der letzten paar Tage vor dem Zeste. Besonders der 24. Dezember bringt manchem ^jchäftsmanne noch eine reiche Einnahme.
Millionen, die niemand haben will.
(bt.) Amerika gehört zu den glücklichen Ländern, wo nicht zehn verschiedene Behörden das Geburtsjahr eines Menschen, seine Eltern, seine Lebensumstände usw. registrieren. Man kümmert sich dort wenig darum, wie man heißt, wer man ist, wo man wohnt und was für einen Beruf der Großvater hatte. Da man aber so wenig Kontrolle über die Menschen hat, gibt es auch mancherlei Verwirrungen. Es kommt vor, daß Leute auf ein Bankkonto Geld einzahlen und es später vergessen; bisweilen sterben sie auch, ohne jemandem Bescheid zu sagen, auf welcher Bank sie ein Konto haben. Und die Bank, die nichts genaueres über den Kunden weiß, ist völlig machtlos. Bisweilen kommt es natürlich vor, daß die Erben durch irgend einen Zufall von dem vorhandenen Depot erfahren und dann darüber verfügen. Sonst aber können Zahre vergehen, ohne daß ein Konto angerübrt wird. Die Banken wissen dann gar nicht, was sie mit dem Gelde anfangen sollen, auf das niemand einen Anspruch erhebt. Wenn jemand, der bis dahin
arm gewesen ist, plötzlich feststellt, daß er Erbe eines Bank. Kontos ist, so ist es oft nicht sehr günstig für den Betreffens gewesen. So wird von einer armen Witwe in Newgork ei. zählt, die viele Zahre ein arbeitsames Leben geführt hat, um sich und ihre Kinder zu versorgen. Eines Tages entdeckte jj, aber, daß Jie einige tausend Dollar besaß, die in einer Bank standen. Da sie nicht mehr für ihren Lebensunterhalt zu ar. beiten brauchte, begann sie zu trinken und war bald völlig verkommen.' Von einem vergessenen Vermögen wird noch eim andere Geschichte erzählt. Eine gewisse Zrau Zohanna Mur. phy kaufte im Zahre 1825 einige Aktien in einer Bank. Spa- ter hörte man nichts mehr von ihr. Der Wert der Aktien mit den Zahren ganz unerhört gestiegen. Dann und wann M Leute aufgetaucht, die behaupteten, direkte Erben dieser Zr^ zu sein. Sie sind jedoch stets als Betrüger entlarvt roorb». Und immer ist der Betrug durch ihre Hautfarbe herausgekom. men: sie waren nämlich weiß, während Zrau Murzhg eine Negerin war! Auf den Einfall konnte ja auch niemand kommen.
Chiropraktik.
(bt.) Kürzlich hatte in Sandefjord in Norwegen er Chiropraktiker namens B a r t h mit großem Pomp eine Vortragsreihe angekündigt über das Thema „Siege des Menschengeistes, seelische und körperliche Krankheiten eines Buckliger Suggestion und Autosuggestion". Vorführung der modernste, chiropraktischen Apparate. Zu dem ersten Vortrag hatten Jitf etwa hundert Personen eingefuirben, die gespannt auf Hern Barth warteten. Er kam 20 Minuten zu spät und stark be- zecht. Er begann seinen Vortrag damit, daß er einige im Saal anwesende Personen beschimpfte. Sein Sekretär schleppte ihn hierauf zur Tribüne, legte ein umfangreiches Manuskript vor ihn hin und setzte die „modernsten Apparate" in Bewegung. Aber der Doktor konnte trotzdem nicht in Gang kommen. Er sank vielmehr über dem Pult zusammen und mußte schließlich von einem Polizisten aus dem Saal geführt werden, während der Sekretär traurig dem Publikum Jein Geld zurUckzahlte. Zn Sanbefjorb sieht man in der Chiropraktik keinen „Sieg des Menschengeistes" mehr. W
Der Scheidungsrekord.
(bt.) Eine gewisse Zrau Ledermann aus Hollywood in den Vereinigten Staaten kann den Ruhm beanspruchen, auf den Gebiet der Scheidungen einzig dazustehen. Sie hat sich in vier Zahren sechsmal von ihrem Mann scheiden lassen und hat ibn immer wieder geheiratet. Zetzt beabsichtigt sie sich zum siebenten Male scheiden zu lassen und, wie sie behauptet: unwiderruflich zum letzten Mal!
Heilmittel gegen Ehelosigkeit.
(bt.) Nach der letzten Londoner Statistik übersteigt in London die Zahl der unverheirateten Zrauen die der Männer um: die nicht ganz unerhebliche Zahl 95 596. Dabei hat man nur die unverheirateten Zrauen zwischen 20 und 40 mitgezLhlt. (Bitte, wir können nichts dafür, wir hätten die Grenze nach beiden Richtungen erheblich weiter hinausgerückt!) Nun cer-i sucht man aber in England alles, um dieser traurigen Situation '7' abzuhelfen. Man hat bereits Vereine für unverheiratete Herren und Damen gegründet und will Sesellschaftsabende für die Mitglieder veranstalten, wo sie i^mo.^Hfchattlich _ und freundschaftlich zusammen sein können, tanzer^mo im uvrlgeil^ tun, was ihnen Spaß macht. Aber die Herren sollen sich nich: auf eine Dame konzentrieren, sondern sollen gezwungen werden, mindestens mit fünf Damen jeden Abend zu tanzen. Dadurch will man verhindern, daß die weniger Anziehenden nur Mauerblümchen spielen. Ob bas Mittel gegen die Ehelosigkeit helfen wird, bleibt abzuwarten. Begeisterte Zunggesellen — hartgesottene nennt man sie — werden sicher auch diese staatlichen HeiratsbUros mit Musik und Tan; scheuen. Da muß man schon zu kräftigeren Maßnahmen greizenl Briefkasten.
Eine verbotene Pflanze. Wer in Kalifornien einen Mari-tz huanabusch anpflanft, wird mit drei Monaten Gefängnis be»® straft. Marihuana ist der spanisch-indionische Name für Haschisch ober indischen Hanf. Die Blätter werden getrocknet, zer-' rieben und zu Zigaretten verarbeitet. Der Raucher dieser Zigaretten wird zuerst stark angeregt, verliert aber dann jede Selbstbeherrschung und erleidet auf die Dauer sehr unangenehme gesundheitliche Schädigungen. — ^ ^- 5
Das Schenk-Problem.
Von Robert Magill.
(Nachdruck verboten.)
Wenn irgend einer der Leser der Ansicht sein sollte, daß Weihnachten nicht Weihnachten wäre, wenn er mir nichts schenken konnte, so will ich nur rundheraus sagen, daß ich mir nichts weiter wünsche als ein Auto. Zch würde diesen Wunsch natürlich um keinen Preis der Welt aussprechen, aber ich denke, sehr zartfühlende 5 et er werden diesen leisen Wink doch ver-
Zch weiß schon, was für Geschenke ich bekommen werde. Monaten vor jedem Weihnachtsfest bin ich mit meinen Bekannten auf Autobesichtigung gegangen, habe geseufzt und gesagt, wie schön doch so ein Auto ist. Aber bisher habe ich immer noch meine Autosehnsucht im Autobus befriedigen müssen. Meine Freunde sind entweder begriffsstutzig ober kleinlich. Zch glaube, ich werde mir das Auto selber kaufen müssen. Man kann heute wohl einen netten Zweisitzer für siebenhundertneun- undvier;ig Mark und fünfundzwanzig Pfennige bekommen mit Garantie, daß er nicht leckt, wenn man ihn in die Tasche steckt. Wenn ich das erst gekauft habe, werden alle Leute mir eins schenken, und ich habe dann plötzlich hundert. Das ist immer so,
Zch wünsche mir dieses Auto seit Zahren, und in den letzten Meine Kusine Dora wird mir eine gelbe Krawatte mit roten Punkten schenken. Dann bekomme ich ein Paar gelbgejtickte Hosenträger von Tante Zohanna und ein Paar Pantoffeln non meiner Schwiegermutter. Meine Frau wird mir eine grüne Weste schenken, die ^e selber gestrickt hat, mit weißen Knöpfen. Sie würde einem Mann von 200 Zentimeter Brustkasten- umfang sehr gut passen, vorausgesetzt, daß seine Arme an den Hüften ansetzen. Zch selbst werde alle möglichen Dinge zusam- menkaufen, um ihnen eine Freude zu machen, und werde ihnen alles vor dem Essen bescheren, damit sie keinen Appetit mehr haben und ich allen Putenbraten allein bekomme. Acht Tage
später wird meine Frau mich fragen, was aus der schönen Weste geworden ist, die sie in Monaten für mit gearbeitet hat, und ich muß ihr dann, um meine Neue auszudrücken, einen neuen Hut kaufen.
Natürlich werde ich all diesen Leuten nicht sagen, was ich in der Tat von ihren Geschenken denke. Zch werde sie nur alle entzückt anblicken und in einem fort rufen: „Wie entzückend ist das! Genau das, was ich mir gewünscht habe."
Wenn man die Sachen später in den Mülleimer wirft, sagt man: „Zch hätte doch gedacht, daß ich ihm mehr wert bis als Zwei Mark neunzig. Zch habe ihm einen Füllfederhalter zu dreiundzwanzig Mark geschenkt".
Es ist natürlich nicht leicht, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Zu jedem Zahr im September nehme ich mir bestimmt vor, überhaupt nichts zu schenken, aber vier Wochen später, wenn die Mieten aus dem Hause eingehen, werde ich wohlwollender und beschließe, zwanzig Pfennig für meine Schwiegermutter, sechzig Pfennig für das Kind und eine Mark für meine Frau auszugeben. Aber immer fügt es sich so, daß ich den Laden verlasse mit einem Schaukelpferd für das Kind unter einem Arm, einer Waschemangel für meine Schwiegermutter unter dem andern und einem Schmuckkästchen für meine Frau im Munde. Sie bewahrt meistens ihre Lockenwickel darin auf, da sie ihn nicht gern leerstehen sieht. Die Leute im Laden sind schuld. Zch besah mir einen Abreißkalender zu sechzig Pfennig als ein hübsches Mädel mit einem silbernen Parfümflakon auf mich zukam. „Das wäre etwas für Zhr Fräulein Braut", Jagt Jie. Und ich gebe ein ZwanzigmarkstUck nach dem andern aus bis mein Portemonnaie leer ist, auch der Fonds, von dem ich mir eine Kiste gute o>garren kaufen wollte.
Zch habe einmal einen Mann gekannt, der immer Freude mit feinen Weihnachtsgeschenken erregte. Er arbeitete in einer Marmeladenfabrik und bekam die Ware zum halben Preis so daß er seinen Freunden immer Gläser mit Marmelade schenken konnte. — Dann wurde er entlassen, weil er die Marmela
den gemantscht hatte, und fand eine Anstellung in einer Seifenfabrik. Er versuchte hier denselben Gedanken zu verwirklichen, aber alle seine Bekannten, denen er die ZrühlingsseifeW geschickt hat, würdigen ihn keines Blickes mehr.
Es ist schwer zu sagen, was das ideale Geschenk ist. Aach der Theorie einiger Leute ist es etwas, was man lieber selber behalten würde.
Meine Frau hat das einmal Jo gemacht. Sie machte ihre Einkäufe im Oktober. Aber sie mußte spät am Weihnachtsabend noch einmal auf Einkäufe ausgehen, weil sie von allen wejuzenken das beste abgetragen hatte. Sehr wichtig ist, baß M der Empfänger weiß, was das Geschenk vorstellen soll. Zch habe einmal einen lieben alten Erbonkel auf die Weise verloren. Zch schickte ihm einen Brusstchützer aus rotem Zlanell, und er hielt ihn in .... jür eine Heißwasserflasche und er- : tränkte sich damit im Bett. Am verhaßtesten sind mir die - selbstgemachten Geschenke. Man schenkt mir eine mit Kattun bezogene Zigaret^..,achtel und sagt, das sei für Kragenknöpfe. — dabei wissen die Leute ganz genau, daß ich nur einen Kragenknopf besitze und daß ich ihn beim Schlafengehen an ei
nem Bande um den yals tragen muß.
<venn es mir gut ginge, würde ich dieses Zahr Weihnach' I ten allen Leuten ein Auto schenken, aber Sie brauchen des- Z hach nicht zu denken, daß ich nun erwarte, daß Sie den Spi^] umdrehen und mir eins schenken. Aber ich habe mir ein SyJ’ I tem ausgedacht. Zch werde zum Beispiel zuOnkel Heinrich gehen und zu ihm sagen: „Sieh einmal, ich habe dich dieser Zahr für fünf Mark lieb. Zch denke daß du mich für sieben Mark fünfzig lieb haben willst. Gib mir also die zwei Mach ' fünfzig, und wir sind quitt. Auf diese Weise werden wir bei- L de Geld sparen. A^er natürlich werde ich das wahrscheinliâ W nicht tun. Am Weihnachtsabend werde ich mich genau so auf' führen wie immer. Und alle werden tun, als freuten sie l'* diebisch über die albernen Sachen. Zrohiiche Weihnachten!