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find die ersten tibetanischen Priester, die Europa besucht ha­ben. Jn ihrer Begleitung befindet sich ein Dolmetscher und der eingeborene Träger, der während der Bruc-Expedition ein Lager in einer Höhe von 27 000 Fuß gebaut hatte.

England und der putschende Bolschewismus.

Der Revaler Putsch hat England anscheinend in seiner kühl abweisenden Haltung gegenüber weiteren russischen Anknüpf­ungsversuchen bestärkt. Immerhin wird England, so sehr es auch seine Sympathien für die Revaler Regierung zu erken­nen gegeben hat, von der Entsendung von Schiffen absehen und sich damit begnügen, die russische Antwort in der Vertrags­frage seinerseits unbeantwortet zu lassen. Auch der estländi- sche Aufstandsversuch hat wiederum die Gefährlichkeit aber auch die Ohnmacht der erstaunlicherweise immer wieder An­schluß an dem Westen suchenden Moskowiter gezeigt.

wb. Loudon, 6. Dez. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraf" schreibt: Wir erfahren von zuverlässiger Seite, daß der Ton der Berichte der interalliierten Militär­kontrollkommission über die Entwaffnung Deutschlands weniger günstig für Deutschland ist als allgemein behauptet wurde. Un­ter diesen Umständen kann die Frage der Räumung Kölns am 10. Januar mit einigen Schwierigkeiten verbunden sein. Ob Köln von den britischen Truppen am 10. Januar geräumt wer­de oder nicht, jedenfalls werde eine weitere heikle irage ent­stehen, wenn die Räumung stattfinden werde: nämlich die des neuen Bezirks in der zweiten oder dritten Zone nach dem die britischen Truppen gebracht werden sollen. Koblenz werde vorgeschlagen und werde hier allgemein begünstigt. Einige Deutsche schlügen jedoch die Errichtung des britischen Haupt­quartiers in Trier vor. Der letzte unformelle Vorschlag der von alliierter Seite stamme, sei Düren.

wb. Washington, 6. Dez. Funkspruch. Jm Kongreß hat ein republikanisches Mitglied eine Gesetzesvorlage eingebracht, durch die Eoolidge ermächtigt werden soll, beschlagnahmtes Ei­gentum der früheren Kriegsgegner zurückerstatten, oder bei den bei dem Verkauf solchen Eigentums erzielten Gewinn denselben auszuzahlen.

wb. Paris, 6. Dez. DerMatin" veröffentlicht über den Ministerrat vom Donnerstag eine Meldung, in der erklärt wird, daß die Regierung sich lange mit der Frage der seit ei­niger Zeit durch die kommunistische Gruppe in Frankreich un­terhaltenen Organisation beschäftigt habe. Der Minister des innern Thautemps habe mehrere Berichte zur Kenntnis ge­bracht, aus denen hervorgehe, daß diese neue bolschewistische Offensive unter Mitwirkung zahlreicher Ausländer geführt werde. Die Regierung habe beschlossen, alle notwendigen Maß­nahmen zu ergreifen, diefer Propaganda ein Ende zu bereiten, die die Sicherheit des Staates und die individuelle Freiheit be­drohe. Sie habe ferner beschlossen, daß der Unterrichtsmini­ster keine kommunistischen Lehrer, die einmal früher vom Am­te suspendiert worden seien, wieder einstellen dürfe. Es wur­den schließlich mehrere Ausweisbefehle gegen ausländische

Kommunisten erlassen. DerMatin" glaubt, daß schon von heute ab 50 Ausländer, deren Aufenthalt in Frankreich nicht wünschenswert sei, über die Grenze abgeschoben würden.

wb. Paris, 6. Dez. DieHounee industrielle" berichtet, wenn die deutschen Sachverständigen der Schwerindustrie zu den Verhandlungen nach Paris zurückgekehrt seien und man die Besprechungen über ein Abkommen hinsichtlich der Produktion und des Absatzes fortführen werde, dann würden an diesen Beratungen in Paris die Sachverständigen der englischen, bel­gischen, luxemburgischen und vielleicht auch der polnischen und tschechisch-slovakischen Schwerindustrie teilnehmen.

wb. Athen, 6. Dez. Havas. Die Kammer hat gestern mit 153 gegen 112 Stimmen den Antrag der republikanisen Union betr. unverzügliche Schaffung eines Senats abgelehnt. Mini­sterpräsident Michalopopulos und die Führer der Regierungs­parteien erkannten zwar die Notwendigkeit und die Nützlich­keit eines zweiten Parlaments an, bekämpften jedoch die Art und Schaffung, wie sie von der republikanischen Union gefor­dert werde.

Liegeswünsche aus Frankreich.

Man hat zwar schon vieles erlebt an Solidarität zwischen den Sozialisten in Deutschland und Frankreich. Man weitz auch, wie sehr augenblicklich einflußreiche Kreise da drüben ei- mm Linkssieg in Deutschland wünschen, um nicht selbst in den Orkus zu verschwinden. Der Gipfel nationaler Würdelosig­keit wird aber erklommen, wenn mit unverkennbarer Freude èas Berliner sozialdemokratische Blatt, derVorwärts" ein von der französischen Lozialistenpartei ausgehendes Lieges- wunsrhlelegramm veröffentlicht,wir sehnen Euren: Erfolg Herebi, denn der Weltfrieden hängt in hohem Maße davon ab." Wer noch nicht sehen gelernt hat, dem mutz es jetzt end­gültig aufgehen, wohin der Kurs bei einem Linkssiege geht. Solche Telegramme scheint man bei den Sozialisten Deutsch­lands für etwas sehr Wertvolles zu halten; man glaubt, damit den 'nternationalen Verbrüderungsfimmel weiter propagieren zu können. Aber eine Partei, die mit solchen Mitteln arbei­tet, kann doch wohl nicht mehr als deutsch bezeichnet werden .

Militärkontrolle und die 5 Punkte.

Köln, 5. Dez. Das englische Büro Reuter verbreitet eine offiziöse Mitteilung, wonach das Kabinett Baldwin die Frage der Räumung der Kölner Zone als eine internationale Ange­legenheit ansehe, die sie nicht allein, sondern nur in Verbin­dung mit den anderen Alliierten lösen könne. Das ist eine höchst merkwürdige Auffassung, yimal doch der Versailler Verrrag die Räumung am 10. Januar 1925 verschreibt und die Beletzung des Ruhrgebietes, die jetzt von den Franzosen mit der Kölner Frage in Beziehung gebracht wird, von der engli­schen Regierung als rechtswidrig bezeichnet wird. Die engli­sche Auffassung wird auch dadurch nicht besser erklärt, daß Reuter hinzufUgt: die finanziellen Vorbedingungen für die Räumung seien zwar durch die Annahme des Dawes-Planes erfüllt, aber die militärischen noch nicht. Die Tenerolinspek- tion der deutschenRüstungen" sei nämlich erste kurze Zeit im Gange. Nun: sie hat bereits am 8. September begonnen, und sie hat es bis Ende November auf nicht weniger als 1500 Kontrollbesuche gebracht! Wenn die nicht ausreichen, dann wird auch die doppelte Fahl nichtgenügen". Offenbar hat man es hier mit Verschleppungsmanövern zu tun, gegen die sich das Deutsche Volk entschieden verwahren muß. Man will wohl das Ende der Generalinspektion so lange hinziehen, bis man

von der Reichsregierung eine entgültige Antwort auf das An­gel t erhält: die Schlußräumung des Ruhrgebiets zusammen mit der Befreiung der Kölner-Zone in den April zu verlegen. Wenn dabei ganz klar ausgesprochen würde, daß damit kein Präzendenzfall für das Nichtlaufen der Räumungsfristen ge­schaffen wird, sondern die deutsche Fustimmung vollkommen freiwillig ist, läßt sich wohl über das Angebot reden. Aber stärkste grundsätzliche Bedenken gegen jedes deutsche Eiitge- genk mmen in der Frage der Räumungsfristen würden immer bestehen bleiben.

Reben der Generalinspektion her läuft die Erledigung de bekannten fünf Punkte, die von der Entente zur Vorbeding­ung Gemacht ist für die Uebergabe der ganzen Militärkontrolle an ten Völkerbund. Man hat sich dahin geeinigt, diese Ver­handlungen nicht mit der Generalinspektion zu verquicken, sondern sie erst dieser folgen zu lassen; die schwierigste Jrage: die Organisation der deutschen Schutzpolizei dürfte oen mili- tärächen Behörden entzogen und auf diplomatischem Wege geregelt werden. Unter den fünf Punkten befindet sich auch ci- er, der von der Organisation der Reichswehr handelt und die Unterabteilung:Thef der Heeresleitung" hat. Es ist je­doch festzustellen, daß nach allem, was man in Deutschland weiß auch die Franzosen nie die Forderung auf Abschaffung dieses Postens erhoben, sondern lediglich Bedenken gegen das Aus­maß der Kompetenzen des Thefs der Heeresleitung geäußert Hc' e, dieser Posten selbst ist ja in dem Wehrgesetz festgelegt, das von den Franzosen nach Korrekturen genehmigt wurde. Die Wiederabschaffung des Postens kommt garnicht in Fra-

gc.

Die Verfasser des berühmtenMemorandums" haben

sich in diesem Punkte geirrt.

Parleiführerkrise in England.

Die vernichtende Niederlage, die die nunmehr in eine nicht sehr aussichtsreiche Opposition gedrängten Parteien der Libe­ralen und Sozialisten erlitten haben hat naturgemäß zu einer Opposition in den Parteien selbst gegen die Führer geführt, denen man die Schuld am Wahlverhängnis zuschreibt. Nur unter Schwierigkeiten, bei beträchtlicher Stimmenthaltung und gegen einige Stimmen ist Mac Doanld von neuem zum Führer seiner Partei gewählt worden. Der bereits während der Re­gierungszeit Mac Donalds mit der Haltung dieses Führers unzufriedene radikale Flügel, der besonders in Schottland Bo­den hat, machte den Versuch, den alten Landsburg an Mac Donalds Stelle zu setzen. Hauptvorwurf ist und bleibt im­mer noch die Veröffentlichung des Sinowjewbriefes, die An­erkennung der Echtheit dieses Briefes durch Macdonald. Nur durch das Versprechen der Einsetzung eines Parteiuntersuch- ungsausschuffes in dieser Angelegenheit hat Mac Donald sich durchsetzen können. Jn der zusammengeschMolzenen Liberalen Partei hat sich ebenfalls ein Oppositionsflügel gebildet, der sich besonders gegen den Einfluß Llogd Georges wenden will.

Ergebnislose deutsch-französische Verhandlungen in Mainz.

D.V. Berlin, 4. Dez. (Gig. Meldg.) Jn Mainz haben in den letzten Tagen zwiscyen Vertretern der Neichsbahngesell- schaft und Eisenbahnbeamten der Besatzungsarmee Verhand­lungen stattgefunden über die Kosten der Beförderung der Besatzungsarmee und des Heeresgutes. Von französischer Sei­te wurde dabei verlangt, daß die Beförderung der Besatz­ungsarmee und ihres Heeresgutes nach Uebernahme der Re­giebahnen auf Kosten der deutschen Reichsbahn geschehen müs­se. Dieser Wunsch ist von der Reichsbahngesellschaft abge- lehnt worden. Es wurde geltend gemacht, daß die Reichs­bahngesellschaft dic Regiebahnen in einem so verwahrlosten Zustande übernommen habe, daß sie unmöglich imstande sei, aucy noch die Beförderungskosten weiterhin zu tragen. Au­ßerdem aber bestehe gerade im Jnterefje der ausländischen An- teilzeignör gar keine Veranlassung, sich an den Kosten einer- rein politischen Maßregel Frankreichs zu beteiligen. Man kam, wie wir erfahren, schließlich überein, den Streitfall dem Komi­tee zur Entscheidung vorzulegen, das in Paris zur Regelung der deutschen Sachlieferungen auf Reparationskonto besteht.

Der Zukunstskrieg und feine Waffen.

(dt) Darüber sind heute Militaristen und Pazifisten klar: je weiter unsere sogenannte Kultur fortschreitet, desto fürchterlicher und barbarischer werden die Methoden unserer Kriegsführung, zumal der Krieg heute nicht mehr der edle rit­terliche Sport ist wie anno dazumal, als ehe r der Krieg mehr e emsportliche Betätigung darstellte, und man die Kräfte nicht - der allein die Technik aufwendete, um den Feind zu besiegen. 2etzt ist nun > ine interessante Schrift von dem Hauptmann a. D. Hans R i t ter erschienen, der zuletzt im Generalstab des A.O.K. 7 tätig war Er gibt einen Ueberbiick über die Waf- fen im eigentlichen Sinn, vor allem über die mechanisch wirk- san^-n Walsen, wie Gewehre, Geschütze, F'ugabwehrkanone'., dann über die chemisch wirksamen Waffen (Gaskompf), um dann auf die Hilfskampmittel überzugehen und sich schließlich - nt den Kampfmöglichkeiten der Fukunft zu befassen. Jn Jenen 3ucheDer Fukunftskrieg und seine Waffen" (K F Koehler Leipzig 1924) betont er, daß über das Gebiet neuer Kampfmit- a 'm allgemeinen aus leicht verständlichen Gründen ni^ Näheres ausgejuijrt werden könne. Die Angaben müssen sich auf die Bezeichnung der betreffenden Gebiete in großen Fügen beschränken. Am entwicklungsreichsten, so betont der Verfas­st c, erscheint das Gebwt der elektrischen Strahlung. Hier wird die Technik nach den Wegen zur Verwirklichung der viel besprochenen Fernzündung in erster Linie zu suchen haben. Man kl nn auch versuchen, durch diese Fernwirkung elektro­magnetische Kraftfelder zu erzeugen die et­wa lebenswichtige Organismen an Motoren (Magnetapparat) stören, oder man kann elektrochemische sernwirkul'g zwecks Zersetzung gewisser Stoffe anstreben.

Gin bisher noch nicht der Kriegsführung nutzbar ge­machtes Gebiet ist das der ultravioletten Strahlen. Bckg'U' ny beschädigen sie die Gewebe und richten sic bei längerer Simnirkurg zugrunde. Jn besonderer Weise gilt dies von den kurzwelligen Strahlen von der Wellenlänge JOOmiHion- I stet Millimeter abwärts. Jn erster Linie greifen diese Strahlen ' ^os menschliche Auge an, indem die kurzwelligen Strahlen, ;.

B. des elektrischen Lichtbogens sehr heftige Augenentzündun gen hervorrufen, während die langwelligen Strahlen die Aek Haut schädigen; allerdings erst bei längerer Einwirkung. $$ t Aufgabe der Technik, gemeinsam mit der medizinischen Wisse» schäft hier ein kriegsbrauchbares Verfahren zu entwickei- Große Möglichkeiten eröffnet auch dasbakteriologis Gebiet. Bekanntlich ist es der heutigen Wissenschaft möglich die Virulenz bestimmter Bakterien nach einer bestimmten Rich, tung hin erheblich zu steigern. Andererseits macht die Entwich' lung gewisser Kampfgase den menschlichen Organismus für bc stimmte Bakterien besonders aufnahmefähig. Auch nach dis. ser Richtung hin öffnet sich der stillen, verscywiegenen ArbeZ im Labarotarium ein weites Gebiet, in Fukunft wird tnQil sicherlich auch danach streben, die Wirkung des Bombay ments zu steigern. Hier hat die technische Phantasie und $ findungsgabe weitesten Spielraum. Geschütze können auch J oukunft ein gewisses Kalibermaß schwer überschreiten. Allch in der Technik gilt, wie sonst auch überall, das Wort Ben Aki­bas, daß alles schon einmal dagewesen ist. So hatte z. B. dar vielbestaunte Kaliber der deutschen Riesenmörser von 1914 schon vor 42 Jahren einen Vorläufer, insofern auf der Paristr Weltausstellung von 1867 bereits eine glatte 42-Fentimeter- Kanone der Ge,cyutzgietzerei von Ruelle neben einer Krupp- fchen gezogenen ZH-Fentimeter-Kanone ausgestellt war. Auch für die Steigerung der Bombardementswirkung hat die Kriegsgeschichte den berühmtenVorgang". Bei der Bela­gerung von Venedig ließen die Oesterreicher heißluftgefüllte Ballons mit einer Bombe als Traglast bei günstigem Winde hochsteigen. Nach einer Zeit setzte die Heizflamme den oal- lon in Brand und die Bombe fiel auf die Stadt Venedig her- unter. Setzen wir an Stelle der Papierballons mehrere gro^ Kugelballons, lassen wir die ganze Anordnung durch ein Lennmftfchiff ziehen und hängen wir entsprechend der verviel­fachten Tragkraft ein Duraluminsprenggeschoß etwa von der Größe eines mittleren Gasbehälters auf, so dürfte die Wirk­ung anders ausfallen. Unter Umständen Könnte^as ganze System elektrisch ferngelenkt werden. Der Gedan- I Ke mutet phantastisch an; allein der Technik ist kein Ding un- möglich. Kurz und gut der Fukunftskrieg dürfte recht sant werden! __

Der deutsch-englische Handelsvertrag.

Der soeben in London abgeschlossene Handelsvertrag wird mit Recht als ein grundsätzlich bedeutsamer Anfang auf dem Wege zur vollen Gleichberechtigung der Vertragschließenden Parteien hin angesehen. Theoretisch ist diese volle Gleichbe­rechtigung im Gegenseitigkeitsgedanken auch streng gewahrt worden. Wenn allerdings bei dieser Gelegenheit von geioislen Seiten wieder geflissentlich betont wird, daß sich die Verhand­lungen in angenehmen und höflichen Formen bewegt haben, so bedeutet das eine nicht gerade hohe Selbsteinschätzung deutscher Würde. Die Zeit, in welcher deutsche Bevollmächtigte hinter Stacheldraht gehalten wurden, ist vorbei. Wenn guterzogene Menjcpen höflich miteinander verkehren, so ist das eine Selbst-

Handlung deutscher und englischer Gesellschaften und Geschäfts- W Unternehmungen in den beiden Ländern ist verbürgt. Die Be­stimmungen im einzelnen zeugen in ihrer Formulierung von ei­nem Geiste strenger Sachlichkeit, von dem Bestreben, tatsächlich Wirtschaftsbeziehungen zwischen zwei Ländern zu erleichtern. Auch die Regelung der Schiedsgerichtsfrage durch Ueberroeif- ung von Streitfällen an den internationalen Gerichtshof be­friedigt. Um so befremdlicher ist angesichts dieser formalen und unanfechtbaren Legalität in der Theorie die praktische Durchkreuzung und Verneinung des Geistes und der Absich­ten, von welchem das Handelsabkommen angeblich getragen wird, durch das hartnäckige Festhalten Englands an der 26pro- zentigen Ausfuhrabgabe. Diese außerordentliche Belastung deutscher Waren stellt in der Praxis naturgemäß eine schwere Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit zu Ungunsten Deutschlands dar. Die in dieser Beziehung vorgesehenen Er- . leichterungen sind formaler Natur. Es ist lediglich erreicht worden, daß die Verrechnung nicht mehr im Einzelnen milden Exporteuren sondern im Pauschal mit der deutschen Regier­ung erfolgt. Tatsächlich bedeutet die Abgabe einen außeror- I deutlichen großen Vorteil für die durch solche Abgaben nicht belastete englische Wirtschaft. Es hat sich also letzten Endes doch gezeigt, daß England ebenso wie die übrigen sogenannten Siegermächte nicht gewillt ist auf die Vorteile zu verzichten, die politisch eine Gesundung der gesamteuropäischen Verhält­nisse verhindern und vor allem dem Dawes-Plan, auf welchem doch das Sanierungsprogramm aufgebaut worden ist, einen schweren Stoß versetzen. Ob Deutschland unter diesen Umstän­den das Abkommen ratifizieren kann, hängt von der endgiilri- gen Stellungnahme der deutschen Wirtschaft ab und natürlich auch von der durch die Reichstagswahlen gegebenen politischen Entwicklung. Immerhin hofft man, im Einvernehmen mit dem Generalagenten eine einigermaßen gerechte Lösung zu finden.

Aus AM und Land.

2n eigner Sache.

Die Volksgemeinschaft e. V. Fulda ist unter Zusammen­fassung aller bürgerlichen Parteien Fuldas (Dt. Nat. Volkspartei, Deutsche Volkspartei, Demokraten, BUr- gerpartei) zu dem Zwecke gegründet, ein b 0 d e n st ä n d i g e s - Zeitungsorgan zu schaffen, das die Interessen der von diesen 7 Parteien vertretenen Bürgerschaft in würdiger und wirksamer Weise wahrnehmen soll. Eine Reihe hochherzig gesinnter Mit- | bürger hat die nötigen Mittel aufgebracht, um das Werk in | Gang zu bringen. Setzt ist es Ehrenpflicht aller gleichgesinnt | ten Mitbürger, dieses gemeinnützige Werk zu unterstützen. Kreis und Stadt Fulda sind in höchst anzuerkennender Weise hier mit gutem Beispiel vorangegangen und haben ihre tat­kräftige Unterstützung zugesagt. Darum hofft die Volksgemein­schaft auch auf die gleiche Unterstützung der Bürgerschaft.

Was die Hessische Morgenzeitung bis jetzt geleistet, ver­dient Uneingeschränkte Anerkennung, wenn man berücksichtigt welche ungeheuren Schwierigkeiten zu überwinden waren. Se*