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sung und wer sie als solche nicht achtet, der ist kein nationaler Mann." (??!!) Dann nahm der Minister besonders den Reichspräsidenten gegen Angriffe in Schuß, von dem er sagte, es fei ein Glück für Deutschland, daß in den letzten Fahren ein so vornehmer, ruhig denkender und durchaus nationalge­sinnter Mann an der Spitze des Reiches gestanden habe, wie der Reichspräsident Lbert. Fch bekenne mich, so schloß er, zum gemeinsamen Fnteresse der Völker in der Welt. Den Re- vanchegedanken lehne ich ab. Nicht ein einziges deutsches Kind möchte ich dem Revanchegedanken geopfert sehen. — Line Politik auf lange Sicht könne aber nur eine feste Mitte treiben.

Für den 7. Dezember.

„Die Wähler zur Reichstags- und Landtagswahl müssen zur Vermeidung einer ungültigen Stimmabgabe auf folgendes besonders achten:

Fin Wahlraum wird jedem Wähler der Stimmzettelum- schlag und je ein Stimmzettel für die Reichstagswahl und für die Landtagswahl ausgehändigt.

Der Stimmzettelumschlag ist blau ohne Aufschrift nur mit dem amtlichen Stempel, dem Reichsadler, versehen.

Die Stimmzettel für die Reichstagswahl sind weiß, die für die Landtagswahl rötlich. Sie unterscheiden sich von den früher üblichen Wahlzetteln dadurch, daß auf ein und dem­selben Fettel sämtliche für den Wahlkreis zugelassenen Kreis- wahlvorschläge abgedruckt sind. Die Nummer jedes Wahloor- schlages steht rechts und links, dazwischen die Parteibezeich- nung mit dem Namen der vier ersten Bewerber. Auf der rechten Seite des Stimmzettels befindet sich neben jedem Vor­schlag eine kreisförmige Fläche, von denen eine durch den Wähler zu kennzeichnen ist.

Auf den Stimmzetteln fehlen die laufenden Nr. 8, 10 und 12. Für die unter diesen Nummern bezeichneten Par­teien sind im Kreiswahlbezirk 19 (Hessen-Nassau) Wahlvor­schläge nicht eingereicht worden.

Fm Wahllokal erhält jeder Wähler den blauen Stimmzet- telumschlag und zwei Stimmzettel: den weißen für die Reichs- tagswahl. den rötlichen für die Landtagswahl. Reichslags­angehörige, die in Preußen wohnen, sind für beide Wahlen wahlberechtigt. Reichsangehörige, die ihren Wohnsitz au­ßerhalb Preußens haben, dürfen in einer preußischen Gemein­de — mit Stimmschein — nur zum Reichstag wählen; sie sind für den Landtag nicht wahlberechtigt.

Die Wähler begeben sich einzeln in den Aebenraum (Wahl­zelle). Dort kenzeichnen sie auf jedem der bei­den Stimmzettel durch ein Kreuz innerhalb des hierzu bestimmten Kreises oder durch Unterstreichen oder in sonst erkenbarer Wei­se denjenigen Kreiswahlvorschlag, dem sie ihre Stimme geben wollen. Ls ist Vorsorge getrof­fen, daß Schreibgerät in den Abstimmungsräumen bereit ge­halten wird. Doch wird jedem Wähler empfohlen, sich für alle Fälle mit einem eigenen Bleistift zu versehen. Donn wer­den b eibe Stimmzettel ein oder zweimal gefaltet und zusam­men in den blauen Umschlag gelegt.

Wähler, die des Lesens unkundig ober durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihre Stimmzettel eigenhändig aus- zufüllen, oder in den Umschlag zu legen t. B. Blinde, Armver­letzte usw.) dürfen sich im Wahlraum einer Vertrauensper­son beoienen.“

Wer »jt es?

oon ber militärisch-politischen Bahn zurück^ Wie wäre es dann mit Ludendorff als Ersatz? An den Farben als solche Teils richt liegen, wird er sagen. Aber vielleicht einigen sich die Generäle noch eines Tages; sie haben doch früher schon mal in der „Großen“ Bude friedlich zusammen gearbeitet. Wie wär es mit der mittleren Linie? «Also wählt Fentrum", ruft schnell und entschlossen mein Freund R. aus Fulda dazwischen. — Na, so war es nun nhvi gemeint?

Alles ist schon dagewesen, sagt Bä Akiba. ou Kaiser öu- junians Feiten spaltete sich Bgzanz auch in zwei feindliche La­ger. Die Grünen und die Blauen. Fustinian selbst stand in „edler" Parteilichkeit auf Seiten der Blauen und half hinter den Kulissen mit, die Grünen unschädlich zu machen. Man schlug sich im Zirkus und auf der Straße. Bei uns wählt man in Ermangelung von einem Zirkus meist nur die Straße. Offen Farbe zu bekennen, getraute sich der röm. Kaiser nicht. Auch heute gibt es solche „Tapfere", die gern im Hintergrün­de b'eiben. Die Drahtzieher! Auch in Fulda hat man sie im Führe 1923 gespürt. Bgzanz! Da rümpft ein echter Republi- Kaner schon die Aase. Byzantiner, Bgzantismus! Brrrl Das „verruchte alte System“ steigt vor mir auf. Damit ist es feit dem 9. November 1918 vorbei. Wirklich? Edler Re- publikancr, wie denkst du über jene gewandten Herren und Damen, die täglich in Wort oder Schrift Dich umflirten, dir nach dem Munde reden und vor dem „souveränen Volk" auf dem Bauche liegen? Diese demagogischen Schwätzer und Hetzer sind auch nichts anderes als Byzantiner. Nur Klei­dung und Ton haben sie etwas gewechselt. Vor . allonmützen" spricht man besser nicht im Frack und Kniehosen, auch der Ton darf urwüchsiger jein, als auf dem glatten Parkett des Fürsten Hofes, Öft dir noch nie der Gedanke gekommen, einen gewissen Teil der Kehrseite dieses byzantinischen Kriegers in eine plötzliche, aber um so kräftigere Berührung mit deinen eisenbeschlagenen Stiefelabsätzen zu bringen? — Anes kämpft um die Seele des Volkes. Selbst die Geister sind mobil ge­macht. Der van Weimar und der von Potsdam. Befehlen sie sich einander wirklich. Sie haben sich doch früher so gut vertragen. Manche wollen in dem Weimaraner Kämpen einen Usurpator sehen Dor „Oympier“ sagt von ihm: „Du gleichst dem Geist den du begreifst, nicht mir. Ein Vers des Wolf­gang von Goethe, eines bis vor kurzem nur „wenigen Fach­gelehrten" bekannt gewesenen deutschen Dichters. —

Nun auf zur Wahl! Plakat klebt schon neben Plakat. Wer hält wohl, was er jetzt verspricht? „Wahlrecht ist Wahlpflicht", sagt der alte Hindenburg. Merkt Euch das, Öhr Mißvergnügten, hinfälligen „Nichtwähler"! Wählt am 7. De­zember .......meine Partei! öch verspreche nichts und halte alles. — Loge.

9er deutsche Lag in Lasse!.

(Von einem Teilnehmer aus Fulda.)

öa, es war einer jener deutschen Tage, der sich in Lasse! vergangenen Sonntag zu einer machtvollen Kundgebung ge­staltete. Die Ballcien Hessens und Thüringens des Fungdeut- schen Ordens waren von ihrem Hochmeister Artur Mah - r a u n aufgeboten worden, um der Veröffentlichung seines Manifestes an das Deutsche Volk beizuwohnen.

Am frühen Morgen und im Verlaufe des Vormittags ka­men die einzelnen Einheiten oft mit klingendem Spiel, in die Stabt gezogen. Viele Häuser prangten in den stolzen alten Reichsfarben einer glücklicheren Vergangenheit, hie und da flatterte ein Ordensbanner im Winde.--Andere vater- lanoipye Verbände, wie Wicking, Fungsturm und Veteranen, waren ebenfalls zahlreich erschienen, um an der Kundgebung teilzunehmen.

Es dürfte für Fulda nicht uninteressant sein zu hören, baß für de katholischen Ordensbrüder Kirchgang a n g c s e tz 1 war, an dem alle teilnahmen. Der Abmarsch zur Kirche erfolgte geschlossen. — Mittags gegen 1 Uhr er- jolgte der Aufmarsch auf dem Friedrichsplatz, der wohl eine Stanbe in Anspruch nahm. Waren es doch allein 6000 Fung- deutsche und etwa 3000 Vertreter anderer vaterländischer Verbände, Scbroälmer, Bauern, dann wieder Musik und end- scher Männer in Windjacke und feldgrauem Tuch zu sehen, ein Bild, das gerade in seiner Schlichtheit ergreifend wirkte. Den Schluß bildete der Aufmarsch der zahllosen Banner. oct; kouu'o deren 264 zahlen. — Der Ordenskanzler Bor - n e m <i n n steigt auf einen Kraftwagen und gedenkt in mar­kigen, zu Herzen gehenden Worten der Gefallenen des Welt­krieges, denen er zurufen möchte, baß wir für Deutschlands Große i nb Lhre, für die sie gestorben, weiter kämpfen wer­den. Wehmütig, stolz erklingt das Lied vom guten Kamera­din. Unser Hochmeister reißt nun die Teilnehmer in einer feurigen Rede mit sich. Ls ist ein Aufruf, an Deutschlands Fukunft und Auferstehen zu glauben. Mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf das heiß geliebte Vaterland schließt die Rede.

Eine unübersehbare Menschenmenge umsäumt den Frie- drichsplatz, die stillschweigend das erhebende Schauspiel mit an- siehl, während ein Flieger der Gobiet-Werke mehrere Lhr- renrunden über dem weiten Platz beschreibt. — Es erfolgt dann der Fug durch die Stabt. Trommler und Spielleute an der Spitze, Radfahrer, Zahnenkompagnie, die vaterländischen Verbände. Es bot ein prächtiges Bild die Tausende deut­lich in schier nimmer endenden Kolonnen, die jungdeutschen Bruderschaften. Line dichte Volksmenge bildet an den Stra­ßen Spalier bis hinauf zur Stadthalle. Singend durchziehen wir die Straßen, von einer begeisterten Menge begleitet.

Am Stänbeplaß nimmt Mahraun den Vorbeimarsch ab. ön der Stadthalle sprach sodann der Hochmeister und führ­te in breiter Form aus, daß die Wiedergeburt des deutschen Volkes sich nur in einem neuen Menschentum vollziehen kön­ne, wie es die jungdeutsche Ordensgemeinschaft herausbilde. Wir Teilnehmer nahmen die Gewißheit mit, daß Deutsch­land sich einst aus seiner Wehrlosigkeit und Schande erhebt, um sich wieder den Platz zu erwerben, der ihm im Kreise der Völker gebührt. K. S.

Eine Rede Geßlers.

DB. Leipzig, 3. Dez. (Lig. Meldg.) Reichswehrmini- ster Geßler hat seine einzige Rede im diesmaligen Wohlkampf in Leipzig gehalten. Seine Rede ging in verschiedener Hin­sicht über den Rahmen einer Wahlrede hinaus. Geßler trat entschieden für die Republik und für die neuen Reichsfarben ein. „Schwarz-Rot-Gold sind heute die Farben der Verfas­

Aus Stadt und Land.

Steuerkarteu für 1925. Alle Beamten, Lehrer, Ruhe- standsbeamten, Hinterbliebenen und Angestellten, die ihre Be­züge aus öffentlichen Kassen erhalten, werden darauf hinge­wiesen, ihre Steuerkarte für das Steuerjahr 1925 den be­treffenden Kassen bis spätestens 20. ds. Mts. einzusenden.

Umsatzsteuer. Wie uns die Handelskammer mitteilt, ent­spricht die gestrige Bekanntmachung der „Fuldaer Festung" über die Höhe der Umsatzsteuer nicht den Tatsachen. Sie be­trägt bis 1. Oktober 2 einhalb Prozent, für die Monate Ok­tober, November, Dezember 2 Prozent und a. 1. Fanuar eineinhalb Prozent.

Betrifft Ausstellung der Wahlscheine. Nach der Be­kanntmachung des Magistrats vom 27. November 1924 oeröf- fenthu/i in Nr. 333 des Kreisblattes am 30. November 1924 werden die Wahlscheine nur bis Freitag, den 5. Dezember 1924 spätestens 6 Uhr nachmittags, beim Wahlamt ausgestellt. Wer unbedingt einen Wahlschein haben muß, der hat die Ausstel­lung rechtzeitig zu beantragen. s

Stadttheater. Nach langer Pause geht nunmehr am Sonntag, den 7. De ; embee abends 8 Uhr erstmals roieber eine Operette in Scene. Ls kommt Kalman „Holland- W e i b ch e n“ zur Aufführung. Kalman ist als O^r.Eelckomponist durch seine Werke „Esardasfllrstin" und „Bajadere ‘ populär geworden. Die musikalische Leitung liegt in Handen des Herrn Kapellmeisters Thiel, während Herr Lauerreis für die Einstudierung zeichnet. — Am Abend wird das Wahlergebnis im Stabttheater mitgeteilt. — Nachmittags 3 Uhr geht endgültig zum letzten Mal „Alt-Heidelberg" als Fremdenvorstellung und zum Einheitspreise von 80 Pfennigen in Scene.

Ausstellung Fritz Wolf. Sn die Reihe der Aussteller von Gemälden ist nun auch der in letzter Feit so oft genannte Kunst- maler 3 riß Wolf getreten; in der Kunsthandlung von Fo- seph Fuchs, Abtstor 41 finden wir die neuesten Schöpfungen biefes Künstlers ausgestellt, sodaß nun jedem Kunstliebhaber die Möglichkeit gegeben ist, die Werke unserer heimatlichen Maler zu vergleichen und sich' selbst ein Urteil über deren Lei­stungen zu bilden. Fritz Wolf braucht wirklich nicht einen der­artigen Vergleich zu scheuen, denn in seinen neuesten Bildern tritt wieder seine Schöpfungskraft, seine Begabung und vor allen Dingen der Fortschritt in seiner Kunst deutlich zu Tage. Gerade den letzteren müssen wir in hervorragender Weise be- luunbern, wenn wir uns die Ausstellungen der letzten Fahre vergegenwärtigen. Ueberall sehen wir neues Schaffen, neue noch nie dagewesene Motive, die der Künstler vermöge sei­nes inneren Dranges zu meistern wußte. Hierin liegt vielleicht ber Hauptwert der diesjährigen Schöpfungen, denn sie lassen

mit Recht vermuten, daß der Vorivärtsdrang des Malers und sein Werden noch lange nicht erschöpft sind sondern daß wir noch manches schöne Gemälde von seiner Hand zu erwarten haben. Der Fortschritt ist in allen Bildern unverkennbar, de­nen wir einen dauernden Wert zusprechen können. S.

Das beschleunigte Verfahren in Strafprozeßsachen.

D.B. Berlin, 3. Dez. (Lig. Meldg.) Das beschleunigte Verfahren vor dem Linzelrichter, das durch die jüngste Straf Prozeßreform ermöglicht worden ist, hat nach den jetzt bei der preußischen Fustizvorwaltung vorliegenden Berichten in außer- orbeu—ci) großem Umfange Anwendung gefunden. Die mit dem neuen beschleunigten Verfahren gemachten Erfahrungen sollen durchaus günstig sein und der Prozentsatz der Fälle, in denen gegen das vom Einzelrichter gefällte Urteil ein Rechts­mittel eingelegt wird, ist verschwindend gering.

Das Adreßbuch der Stadt Fulda ist jetzt fertiggestellt und gelangt in den nächsten Tagen zur Ausgabe, wie der Verlag von F. L. U t h's yofbuchdruckerei im heutigen Anzeigenteil ankUndigt. Seit 5 Fahren war ein Adreßbuch der Stadt Fulda nicht erschienen und es ist deshalb besonders zu begrüßen, daß der Verlag auf vielseitigen Wunsch sich zu einer Neuauflage entschlossen und es verstanden hat trotz aller Schwierigkeiten der heutigen schweren Feit ein reichhaltiges Nachschlagebuch herauszubringen, dessen möglichst zuverlässische Fusammen- stellung von Herrn Stadtsekretär Felix Böcken besorgt worden ist. Das 400 Seiten starke Buch ist in 6 Abschnitte geteilt und enthält: 1. Geschichtliches und Allgemeines. 2. Verzeichnis der selbständigen Einwohner nach Straßen und Häusern geordnet. 3. Alphabetisches Namensverzeichnis der selbständigen Einwohner und der Handelsfirmen. 4. Be­hörden und Anstalten sowie sonstige Einrichtungen der Stadt Fulda. 5. Branchenverzeichnis : Zusammenstellung der Fa­briken, Handelsfirmen und der selbständigen Geschäfts- und Berufspersonen, geordnet nach dem Alphabet der Geschäfts­und Berufszweige. 6. Verzeichnis der Gemeinden und Guts- bezirke des Kreises Fulda. Diesem über 100 Seiten gegen das Adreßbuch von 1900 erweiterten Fnhalt ist noch ein umfang­reicher Anhang von Geschäftsanzeigen angegliedert, dessen Durchsicht und Beachtung dem kaufenden Publikum zu em­pfehlen ist. Außerdem ist dem Adreßbuch diesmal ein vollstän­dig neu bearbeiteter Pharusplan von Fulda beigefügt. Das auch äußerlich geschmackvoll ausgestattete und gut gebundene Buch dürfte infolge zahlreicher Vorbestellungen raschen Ab­satz finden, so daß wir Interessenten, welche diese s. Ft. ver­säumt haben, dringend empfehlen, ihre Nachbestellung unver­züglich an die Geschäftsstelle des Verlags F. L. Uth's Hofbuch- drucksrei, Kanalstraße 23 zu richten.

Deutsche Volkspartei. Am Dienstagabend sprach im überfüllten Saale des Gasthauses „Fum Hirsch" in Gersfeld der Vorsitzende des Reichslandbundes Herr Karl H e p p in ei­ner von der Ortsgruppe Gersfeld einberufenen öffentlichen Wahlversammlung, die vom Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Bürgermeister Seifert geleitet wurde. Nach kurzen einleitenden Worten über die Ursache zur Neuwahl der Par­lamente des Reichstags und des Preußischen Landtags ent- wickene der Redner in klarer, rein sachlicher u. daher auch in überzeugender Weise bas unter der Devise „National-Liberal- ^^ia^^LMno^Programn^e^oeulschei^Bolkspariel^ie weder kleinmütige, eines 60 Millionen-Volkes unwürdige Nur Erfüllungspolitik noch Fllufionspolitik mit unerfüllbaren Ver­sprechungen betreibe. Die tiefgründigen Ausführungen des hervorragenden Redners übet die Aufwertungsfrage, die die Führer der deutschen Volkspartei weniger als eine juristische sondern eine Frage der sittlichen Pflicht auffassen, über das Problem der landwirtschatflichen Schutzzölle, die Bedeutung Arbeitszeit- und Steuerfragen, über die Beamtenbesoldung, die nach wie vor noch eine ungenügende sei, sowie auch die Behandlung der Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, fanden den uneingeschränkten Beifall der Ver­sammlung. Als Diskussionsredner hatte sich niemand zum Wort gemeldet, und konnte daher der Versammlungsleiter nach einem kurzen und packenden Schlußworte des Redner die in äußerst ruhiger und vornehmer Weise verlaufene Versamm­lung gegen 10 einhalb Uhr schließen. Gr.

Für Fndustriebelastuug und -Aufbringung.

Die Fndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau Geschäftsstelle Fulda teilt uns hierzu folgendes mit:

Der Herr Reichsfinanzminister hat sich in einem Erlaß vom 4. November ds. Fs. die Entscheidung darüber vorbehalten, ob die erste Umlegung nach dem Aufbringungsgesetz auf Grund der Vermögenssteuerveranlagung 1924 oder der von 1925 durchzuführen sein wird. Die Fndustrie- und Handelskammer ist schon jetzt dafür eingetreten, daß nur die Veranlagung von 1925 zu SriMde gelegt werden dürfe. Die Lastenoerteil, kann nur dann gerecht sein, wenn die von den einzelnen Unterneh­mern zu zahlenden Beträge sich dem Vermögen anpassen, daß sie ; .Ft. der Fühlung auch wirklich besitzen. Daß das für 1. Fanuar 1924 deklarierte Vermögen heute größten Teils nicht mehr besteht, darüber ist kein Zweifel zulässig; bei dem An­trag ist aber auch von der Voraussetzung ausgegangen wor­den, daß die Vsrmögenssteuervorschrifteu für die Veranlagung 1925 im Gegensatz zu 1924 eine zutreffendere Bewertung des Vermögens ermöglichen und jede Ueberbewertung ausfchlie- ßen.

Die Fndustrie- und Handelskammer hat ferner gefordert, daß bei der notwendigen Umgestaltung der Vermögenssteuer­gesetzgebung auch die Doppelbelastung der Holdingsgesellschaf- len aufgehoben wird, die in den Durchführungsbestimmungen zum Fndustriebelastungsgesetz bedauerlicherweise keine Be­rücksichtigung gefunden hat. Der Antrag greift über die rei­nen Holdingsgesellschaften hinaus und geht dahin, daß — ent­sprechend den Vorschriften des Körperschaftssteuergesetzes — alle Erwerbsgesellschaften, die mit mindestens einfünftel des Aktien- bezw. Stammkapitals an einer anderen Grwerbsge- fellschaft beteiligt sind, den Wert der Beteiligung in Abzug bringen dürfen.

Die Handelsvertragsverhandlungen mit dem Ausland.

D.B. Berlin, 4. Dez. (Lig. Meldg.) Nach dem Abschluß der deutsch-englischen Verhandlungen konzentriert sich bas Fnteresse auf die deutsch-französischen Handelsvertragsver­handlungen, daneben aber auch die Besprechungen mit Ruß­land, Belgien und Italien. Namentlich die Verhandlungen mit Belgien sind in der Hauptsache abgeschlossen. Nach einer Rückfrage der belgischen Delegation wird Mitte Dezember der formelle Abschluß erfolgen. Dagegen bieten die Verhand-