Einzelbild herunterladen
 

Beiblatt.

Verlag. Fulda, Kanalstraße 44.

Nr. 4

Freitag, den 5. Dezember 1924.

stimmt imttgtnitiiune.

Was muß man vom Rundfunk wissen ?

O

Ein Etreifzug durch die Aetherwellen.

So manchen Abend bringt jetzt der Zunkfreund an seinem „Kasten" zu und lauscht — falls ihm Aeolus keinen Strich durch seine Rechnung und Berechnung macht, den ‘Darbietung gen fremder Länder. Gibt es doch nichts Schöneres, als mit einer (Sejiwnbigkeu, gegen die kein Flugzeug aufkommen kann, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land zu eilen. Ueber- all, wo schöne Musik erklingt oder wo interessante Vorträge unsere Aufmerksamkeit erregen, wird Rast gemacht. Kein Grenzwächter und kein Zollbeamter hindert uns an der Ein­und Ausreise. Grade der Winter ermöglicht in besonders ho­hem Maße die Aufnahme ferner Rundfunkstationen, die im Sommer infolge der Luftströmungen nicht zu „fassen“ sind.

Oft ist es schwer, den Fremdling, den man nach mehr oder minder großer Mühe lautstark gemacht hat, auch zu erkennen. Manchmal werden die Nerven auf eine sehr harte Preobe ge­stellt, ehe es gelingt, die Frage: Woher des Wegs? Wer ist es? zu beantworten. Sehnsüchtig wird jede Sekunde das Rufzeichen erwartet. Die schönste Melodie verliert ihren Reiz bis endlich feststeht, datz man nicht — bloß einen deutschen Sender gefaßt hat. Grade Richard Wagner, der in allen Rundfunkländern gemeinsam mit Strauß oft „gegeben“ wird, trägt viel zur Beirrung der Hörer bei.- Ueber die Lässigkeit in der Nennung des Namens wird in letzter Zeit auch in Eng­land stark geklagt. Es genüge nicht, datz die Sendestelle sich nur bei Beginn der Darbietungen vorstelle. Grade die ersten Worte gingen bei der Einstellung des Apparates leicht ver­loren.

Seefahrer, die Gelegenheit hatten, die Gewohnheiten der An­sager in den verschiedensten Ländern ;u studieren, rühmen be­sonders die Rundfunkstationen in Kanada und Kalifornien. Ohne <M# es lästig falle, gelinge es dort dem Sprecher die Art des eben zu Gehör gebrachten und des folgenden Vortrags in Verbindung mit genauer Stationsangabe bekanntzugeben. Ein Londoner Zunkfreund machte dieser Tage die Britische Rund­funkgesellschaft darauf aufmerksam, datz es nicht gerade sehr höflich sei, in den Ankündigungsworten des täglichen Vortrags die Sender mit den Worten einzuführen: „London and Lhelms- ford calling the British Zsles." (London und Ehelmsford ru­fen die Britischen önfeln). Man müsse Kultürpropaganda trei­ben, da man je auch im Ausland gehört werde. Der französi­sche Sender des „Petit Parisien Paris" habe die vornehme Sitte eingeführt, sich zuerst in englischer Sprache und zwar mit folgenden artigen Worten zu verabschieden: „Petit Parisien calling. Our concert is now terminated. We Hope you have enjoyeb to rendering." (Hier Petit Paripen. Unser Kon­zert ist jetzt beendet. Wir hoffen, datz es oonen gut gefallen I hat.) — Nachdem diese in ausgezeichnetem Englisch gespro- -^jdjeneu Worte verklungen, erst dann folge die französische Fas­sung. — Warum begrüßt Ehelmsford, ruft der Einsender pa­thetisch aus, nur die britischen Onjeln, wo doch die ganze Welt (natürlich!) gespannt dieser Riesenstation lauscht? Es sei ein Akt der Höflichkeit, zum Schluß auch ein „Bon foir, mesdames et meffieurs" (Guten Abend meine Damen und Herren) in den Aether zu schleudernl Die englische Lendegesellschaft faßt jcyeinbar die Sache anders auf. Da die beiden Angelsachsen Wilson und Cloyb George keine fremde Sprache beherrschten, folgert man die Zuhörer in England könnten jetzt gar auf den Gedanken kommen, Französisch würde vom Britischen Rund­funk als Weltsprache angesehen. Solange die Welt sich über die Einführung einer internationalen Hilfssprache noch nicht einig sei, habe aber Englisch das Vorrecht, Weltsprache zu sein. Man hält es also jenseits des Kanals mehr für natür­lich, als für aufmerksam, wenn das Ausland die Welt auf Eng­lisch anfunkt.

Für uns in Deutschland ist die Tatsache, datz englische Rundfunkstationen nur englische Ankündigungsworte senden, noch nicht einmal sehr störend. Gerade, da verschiedene Län- cer außerhalb Frankreichs französisch sprechende Stationen be­sitzen, ist dem deutschen Zunkfreund mit einer Vermehrung derartiger Sendestellen nicht gedient. Englische Stationen als solche festzustellen, bereitet in Deutschland ;. Zt. keine großen Schwierigkeiten. Die Wellenlängen der Sender der Britisch Broadcasting Company liegen — abgesehen von Ehelmsford (1600 Mtr.) — zwizcyen 301 und 495 Mtr. Die Rufzeichen prägen sich leicht ein und da die Aufnahme amerikanischer Stationen — abgesehen von KDKA (Pittsburg) (326. — 100. — 68. —) zunächst doch noch eine Seltenheit ist, rühren Dar­bietungen, die l e d i g l i ch in englischer Sprache erfolgen, eben von dem Znselreich her. — Beim Amerikaempfang ist übrigens zu beachten, vaß die Uhren der Vereinigten Staaten um 6 bis 9 Stunden gegen die Mitteleuropäische Zeit nachgehen. Wäh­rend mir unserm Abendkonzert lauschen, ist drüben gerade Ge- schäftsschlutz. Wer auf die Amerika- „Tips" nicht glaubt verzichten zu können, der wählt vorteilhaft die ersten Morgen­stunden zum Empfang.

Die beiden französischen Sender, Eiffelturm und

Radio--Paris, sind infolge ihrer verhältnismäßig ho­hen Wellenlänge kaum zu verkennen. Der Eiffelturm, dessen Rufzeichen ZL lautet, gibt auf Welle 2650 Meter. Gewöhn­lich wird sein Programm durch Hallorufe eröffnet. „Allo . . Allo. Zci la Station Militaire Radio-telephonique de Pa­ris. Poste de la Tour Eiffel." Radio Paris (Radiola) faßt sich auf Welle 1780 Meter kürzer. Nach einigen „Allos" er­tönt: „öci Radio Paris, Poste de Clichy.“ Die beiden auf Wellen unter 500 Meter gebenden Pariser Stationen, die Egole Superieure des Poftes et Telegraphes (458 Mier) und der Petit Parisien (346 Meter) des Senator Paul Duqug sind kaum zu verwechseln. Klar und deutlich wiederholen sie in re­gelmäßigen Zwischenräumen ihr Rufzeichen. Die Konzert- übertragungen der Ccole aus den verschiedenen Konzertsälen Paris erfreuen sich großer Beliebtheit. — Die übrigen Sen­der Frankreichs, abgesehen von C y o n , Agen (Lot et Ge­rönne) und Nizza spielen ;. Zt. keine große Rolle im Kon­zert Europas. Die vor kurzem auf dem 2885 Meter hohen P i c du Midi an der spanischen Grenze ebenfalls von dem Herausgeber des Petit Parisien errichtete Rundfunkstation bildet z. Zt. die höchste Sendestelle der Welt. Das Programm ist naturgemäß bescheiden, lediglich Wettermeldungen und landwirtschaftliche Nachrichten werden verbreitet. Der bel­gische Rundfunkdienst wickelt sich ebenfalls in französischer ab. Brüssels (SRB) Ouvertüre lautet: „Allo, öci Bruxelles Radio-Belgique". Zm Gegensatz zu der auf Welle 265 Me­ter mit 1,5 Kilowatt arbeitenden Sendestelle der Hauptstadt, spielt Haelen (BAV) auf Welle 1100 Meter nur eine ge­ringe Rolle.

Die Schwei; mit knapp 4 Millionen Einwohnern besitzt drei Rundfunkstationen. Während ZUrich-Hangg auf Welle. 650 Meter auf Deutsch begrüßt, gebrauchen die Rundfunk- und Fliegersendestellen Genf (HB 1) auf Welle 1100 Meter und Lausanne (HB 2) auf Welle 850 Meter die französi­sche Sprache. Lausanne stellt sich meist unter dem Namen der Stadt vor, während Genf als „La Societe Romande" erscheint. Sehnlich wie in der dreisprachigen Schweiz ertönen auch von jenseits der Pyrenäen die Worte des Sprecher in drei ver­schiedenen Sprachen. Die von „Radio öberica Madrid" ausgehenden, spanischen, englischen und französischen Worte werden auf Welle 392 Meter gesandt. Das mächtig auf­strebende B a r c e l o n a(Welle 325 Meter) wird demnächst ebenso wie die Station Sevilla stärker als bisher hervor­treten. Portugal fällt bisher so ziemlich aus, obwohl „Aero Lisboa" auf niedriger und Montesanto (LTV) auf hoher Welle Rundfunkdarbietungen senden. Verhältnismä- tzig gut und oft ist Italien in Deutschland aufzunehmen. Hier ist es vor allem „R o m", dessen Ruf „Stazione di Roma" selbst in England gut gehört wird. Rom gibt z. Zt. auf 426 Meter. Mailand (Welle 650 Meter), die Hauptstadt Oberitaliens, dürfte in naher Zukunft eine ähnliche Rolle spie­len. Zweisprachig sind oft die Darbietungen der ein gutes englisch sprechenden Holländer, die augenblicklich fast durch­weg etwa auf der Welle 1000 Meter senden. Zumal Hil­versum (NSZ) und Amsterdam (PAS) geben regelmä­ßigen Unterhaltungsdienst, Amuiden (PLMM) und Haag (PLUU)treten weniger in Erscheinung.

Mehr als unsere nördlichen Nachbarn mit ihren Stationen Stockholm Telegrafverket (440 Meter) — Stockholm Radio A K t (470 Meter) — Gothen- b itrg (460 Meter) und Kjobenhavrs Radiofoni- st a t i o n (750 Meter), interessiert uns die Donaustadt — Wien, die Heimat der Tanzmusik. „Hallo, Raahdeo Wean" tönt es uns gemütlich entgegen. Das aus dem englischen Hello- Hullo umgewandelte Hallo darf man dem fremdwortfreudigen Oesterreich nicht weiter übel nehmen. Die Radio- Verkehrs- Aktien-Sosellschaft (Raoag) sendet auf Welle 530 mit 1 Kilo­watt. Obwohl Genf einmal als Cj'perantoftation in Aussicht genommen war, kann man Esperanto ;. ZI. nur von „Pra - g u e Radio,,, Radio Journal Prag, hören. Die beiden Sender der Lschecho-Slowakei K b e l (Krag OKP) und Ko­ma r o v (Brunn OKB) sprechen Tschechisch und Deutsch; sie senden auf Welle 1150 und 1800 Meter.

Osteuropa tritt zunächst wenig in Erscheinung, obwohl, au­ßer dem großen im Bau befindlichen Rundfunksender in K o w n o (1200 Meter), bereits Warschau, B u d a p e st und Belgrad, abgesehen von zahlreichen russischen Statio­nen, regelmäßig Rundfunkdarbietungen senden.

Praktische Rundfunkpropaganba.

Anläßlich der „Großen Deutschen Zunkaus- stellung", die vom 4. bis 14. Dezember 1924 in dem neu­erbauten Haus der Zunk-Zndustrie, Berlin-Lharlottenburg, Kaiserdamm, stattfindet, werden von ersten Fachleuten Bor- trägenträge über das Funkwesen gehalten. Auch Graf Arco hat seine Mitwirkung zugesagt. Line Ausstellung von selbst­

gebautem Liebhabergeräte ist ebenfalls vorgesehen.

Das große öntreffe der Rundfunkteilnehmer an allen ein­schlägigen Fragen beweist auch der außergewöhnlich starke Be­such, den die völlig unentgeltlichen Sprechstunden des „Radio-Doktors" Oberingenieurs O. Nairz aufweison. Cr steht in Berlin Montag und Freitag von 4 bis 6 Uhr nach­mittags LUtzowstraße 102, links, mündlich und fchrif 1 - l i ch „auf Empfang". Es wäre erwünscht, wenn derartige für die mündliche und schriftlich Anfragenden völlig kostenlosen Auskunftsstellen überall eingerichtet würden. Durch persön­liche Fühlungnahme läßt sich oft mehr erreichen, als durch Vorträge und Artikel, die naturgemäß nie ganz genau auf ei­nen Spezialfall zugeschnitten sein können.

Wie muß der Kopfhörer fitzen.

Die meisten Rundfunkteilnehmer haben wohl die Erfahrung gemacht, daß ihnen die Kopffernhörer nach einigen Stunden des Hörens recht unbequem werden. Es stellten sich Schmer­zen an den Ohren ein. Und der Hörer drückte empfindtif dem Kopfe. So mancher hat den Fernhörer abgenommen mit ber festen Absicht, ihn nie wieder aufzusetzen und viele haben sich, um den geschilderten Unbequemlichkeiten zu entgehen, ei­nen Lautsprecher zugelegt. Nun ist ein Lautsprecher zusammen mit einem Verstärker eine recht teure Sache. An Klangfar­be und Klangschönheit reicht er zudem auch nicht entfernt an einen guten Fernhörer heran. Auch darf man nicht vergessen, baß die Kopffernhörer noch den Vorteil haben, daß sie die Darbietungen nur dem einzelnen übermitteln, ohne anderen lä­stig zu werden. Wie sollen es nun aber die, die sich einen Laut­sprecher nicht anschaffen wollen, anstellen, damit das Tragen des Kopffernhöhrers für sie ein Vergnügen und keine Last be- deutet? Nun, die im Handel befindlichen Kopffernhörer ent­sprechen wohl allen billigen Anforderungen. Allerdings kön­nen sie nicht für jeden Schädel passend angefertigt werden» ebensowenig wie man verlangen kann, daß einem in einem Hutladen jeder Hut paßt. Man wird immer erst, nachdem man mehrere Größen durchprobiert hat, den richtigen finden. Und auch dann ist der Hut im Tragen am angenehmsten, nachdem man ihn schon einige Zeit in Gebrauch hat, und er sich der Form des Schädels anpaßt. So steht es auch mit dem Kopf­fernhörer. Diese sind für einen normalen Kopf angefertigt, und es ist Sache des Besitzers, ihn seinem Kopfe entsprechend zu formen. Haupterfordernis hierbei ist, daß der Bügel stets am Kopf anliegt. Steht er seitlich ab, so liegt er meist nur an ?wei oder drei Stellen auf dem Kopfe auf, und es ist kein Wunder, daß sich dann bei längerem Gebrauche Schmerzen an diesen Stellen bemerkbar machen, ungefähr gleich denen, die sich einstellen, wenn der Hut drückt. Man biege daher den Bü­gel vorsichtig und unter fortwährendem Anpassen solange, bis er sich an den Kopf an allen Stellen dicht anschmiegt. Hat man bies erreicht, so regelt man den Druck der Muscheln. Diese sollen nur so fest anliegen, daß sie, wenn man den Kopf nach vorn oder nach hinten beugt, nicht herabgleiten. Beachtet man bies, so kann man den Hörer stundenlang tragen, ohne daß er einem lästig fällt.

Vorsicht beim Schalten der Batterien.

Sn der letzten Zeit mehren sich Vorkommnisse, die von Vorteil für die Röhrenfabriken sind, manchem Zunkliebhaber aber gründlich die Lust am Basteln mit Röhrengerät nehmen: Cs handelt sich um das häufige Durchbrennen von Röhren. Meist wird von den Laien die Schuld an dem unliebsamen Vorfall schlechtem Zadenmaterial ^geschrieben, während der mähre Grund in vielen Fällen in einfacher Verschaltung der Batterien zu suchen ist: Es ist die Heizbatterie mit der Ano­denstromquelle verwechselt worden, so daß der Heizstrom eine Stärke annahm, die zum Durchbrennen des Glühfadens genüg­te. Neuerdings ist die Verwechslungsgefahr besonders bei Verwendung von Oxybröhren besonders dadurch gesteigert, daß als Heiz- und Anodenbatterie Trockenelemente dienen.

I .Aus Vorsicht ist bei Znbetriebnahme einer Röhrenreparatur immer folgende Reihenfolge einzuhalten: Man schließt zuerst die Heizbatterie an und verbindet die Anodenbatterie erst dann mit dem Empfänger, wenn alle anderen notwendigen Hand­griffe ausgeführt sind. Zweckmäßig ist die genaueste Bezeich­nung aller Batterieanschlußklemmen mit „Heizbatterie" und „Anodenbatterie", mit „Plus" und „Minus". Dazu tritt das Zeichnen der Batterien selbst, wenn zu beiden Zwecken Trockenbatterien verwendet werden, Aber auch durch unvor­sichtiges Hantieren mit der Heizbatterie kann man die Glüh- fäben beschädigen, u. U. sogar durchbrennen (gedacht wird an schneller, vollkommener Herausnahme des Heizwiderstandes u. dergl.). Die Beschädigung des Heizfadens kann man z. Zt. leider bei Oxgdkathodenröhren nicht wahrnehmen, weil die Lampe ruhig weiterbrennt, trotzdem die Röhre durch Zer­stäuben der aktiven Schicht völlig unbrauchbar ist.

Zeuerüberfall auf eine Wahlversammlung.

Schwere Verluste

DB. Halle, 3. Dez. (Lig. Meldg.) Eine Wahlversamm­lung in dem benachbarten Dorfe Seeben nahm einen blutigen Ausgang. Die Deutschnationalen hielten hier eine Versamm­lung ab, die durch 50 Angehörige des Zungstahlhelms ge- schlltzt war. Zwischen ihnen und einem starken Aufgebot von Kommunisten kam es zu schweren Tumulten. Zunächst spielten Steine, Stöcke und andere Dinge eine Rolle, später ging man auf beiden Seiten sogar zu Schußwaffen über. Angeblich sol­len die Kommunisten zuerst das Feuer auf das Versammlungs­lokal eröffnet haben und auf das Vorgehen der Angehörigen der Vaterländischen Verbände zurUckgowichen sein. Zn der

I Dunkelheit sollen sich dann die Kommunisten gegenseitig noch beschossen haben. Ein Kommunist ist an den Folgen eines Lungenschusses gestorben, 30 andere sind mehr oder weniger schwer verletzt. Die Stahlhelmleute hatten 2 Verwundete. Das Ueberfallkommando aus Halle erschien erst als die wüste Schießerei bereits zu Ende war.

Die neue Spaltung der englischen Liberalenen.

DB. London, 3. Dez. (Lig. Meldg.) Die Wahl Cloyb Georges zum Parteiführer der Liberalen mit 26 gegen 7 Stirn men bei 7 Enthaltungen stellt für den Zusammenhalt der Ci- beralen eine neue scywere Belastungsprobe dar. Die Unter­führer haben gegen Cloyb George gestimmt, der vierte hatte sich der Stimme enthalten. Für die Energie, mit der Cloyb Te-

orge seine Wahl betrieb sprechen eine ganze Reihe von Ge­rüchten, die in den Klubs umgehen und die u. a. auch besagen, baß Cloyb George seine in Form eines Artikels niedergelegte Haltung zur ägyptischen Frage in letzter Minute so ziemlich -ns Gegenteil umkehrte, als er von einem Telegramm As- quiths Kenntnis erhielt, Cloyb George dürfe nur gewählt wer- Pen, wenn er seine Haltung in dieser Frage einigermaßen in Uebereinstimmung bringe mit der Opposition.

Auch Polen rüstet.

D.B. Warschau, 3. Dez. (Cig. Meldg.) Der polnische Kriegsminister Sikorski begründete im Sejm Rüstungsfordor- ungen seien notwendig geworden angesichts der nachbarlichen Rüstungen. Deutschland habe in diesem Zähre Manöver von