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Der Bund der technischen Angestellten und Beamten (Bu- tab) rühmt sich in seiner Zeitschrift vom I. 11. 24 zu Gun­sten des Verurteilten eingegriffen zu haben und schreibt wört­lich:

Wir haben uns in dieser Beziehung bemüht mit dem Er­folg, baß der Herr Sustizminister durch Erlaß vom 25. Juli 1924 bestimmt hat, daß die Strafvollstreckung gegen einen demnächstigen Gnadenerweis bis zum 31. Suli 1927 ausgesetzt ist. Daneben ist die Zahlung einer Geldbuße von 100 Mk. auferlegt. Wir gehen wohl nicht fehl, anzunehmen, daß der Herr öufti^mmifter der Auffassung war, daß eine Geldstrafe in Höhe von 100 Mark als ausreichendes Strafmaß hätte an­gesehen werden können. Jedenfalls hat das von uns eingelei­tete Gnadenverfahren praktisch den Erfolg, daß die Strafe er­lassen und in eine Geldstrafe umgewandelt worden ist.

Man sollte annehmen, daß die Gewerkschaften derartige Elemente von sich abschütteln und im öffentlichen und eigenen Snteresse solchen Terrorismus mißbilligen, ganz abgesehen da­von, daß sie bei Durchführung ihres Streiks eine Belästig­ung des Publikums und der nicht organisierten Arbeitswilligen nicht bezwecken können. Das Gegenteil ist aber, wie die obi­ge Auslassung des Butab zeigt, der Fall.

Solange dieRechtsprechung der Gerichte und der Straf­vollzug auf Eingreifen einer Gewerkschaft illusorisch gemacht werden, kann man nicht erwarten, daß derartige Terrorakte endlich einmal aufhören. Während einmal das Vertrauen in die Rechtspflege und die Tätigkeit der Verwaltungsbehör­den durch die Klarlegung solcher Einflüsse erschüttert wird, wird außerdem durch einen derartigen Erlaß den beteiligten Arbeitnehmerkreisen zur rücksichtslosen Durchführung ihrer

Interessen im Wirtschaftskampfe ein Freibrief für Gewalt­tätigkeiten von Streikposten ausgestellt.

Die Allgemeinheit hat ein eminentes Snteresse daran, daß derartige Ausschreitungen unterbunden werden und die Durch­führung eines Streiks in gesetzlichen Grenzen erfolgt.

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Generalversammlung

am Dienstag, den 9. Dezember 1924, nachmittags 6 Uhr im kleinen Litzungssaale des Landratsamts.

Tagesordnung.

1. Neuwahl von 4 Mitgliedern des Vorstandes für die I Sahre 1925/1927.

2. Prüfung u. Entlastung der Sabres-Rechnung für 192Z.

3. Jahresbericht für 192".

4. Verschiedenes.

Fulda, den 20. November 1924.

Der Vorsitzende des Zweig-Vereins vom Noten-Kreuz.

Frh. v. Sagern.

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Generalversammlung

am Dienstag, den 9. Dezember d. Zs., nachmittags 5'A Uhr im kleinen Litzungssaale des Landratsamts.

Tagesordnung.

1. Neuwahl von 5 Mitgliedern des Vorstandes für die Sahre 1924 bis einschließlich 1929.

2. Prüfung u. Entlastung der Sahres-Nschnungfür 1923

3. Sahresbericht für 1923.

4. Verschiedenes.

Fulda, den 20. November 1924.

Die Vorsitzende des Vaterländischen Frauen-Vereins

i. V.: Freifrau v. Gagern.

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AM kleine Amokoa

Zred Andersens Höllenfahrt

Roman v. Otfried von Hanstein.

(2. Fortsetzung.)

Maud, höre mich wenige Minuten an. Morgen reist ihr ins Zosemite-Tal. Volle vier Wochen sehe ich Dich nicht. Du weißt

Daß Du mich lieb hast? Das habe ich wirklich begriffen."

Du spottest schon wieder!"

Gut, ich will ernst sein."

Hast Du mich lieb, Maud?"

Sie neigte prüfend den Kopf und wußte, daß sie nun noch hübscher aussah.

Vielleicht."

Was heißt vielleicht?"

Nun, hübsch bist Du nicht, aber ich kenne auch keinen der hübscher wäre als Du."

Maudl"

Und geküßt habe ich Dich auch."

Darf ich mit Deinem Vater reden?"

Um Himmels willen, der breitet gleich seine Arme aus und gibt seinen Segen. Dann bin ich ja morgen schon Braut!"

Du liebst mich nicht."

Weil ich noch ein Sahr oder ein halbes frei sein möchte? Weil ich gern tanze und jung bin? Pfui, Egoist! Kannst mit nur noch goldene Hochzeit feiern und mißgönnst mir die wenigen Wochen."

Sie schmiegte sich dicht in seinen Arm.

Sst das nicht schön? Du siehst, wie ich mit anderen tanze und flirte. Du siehst, wie sie alle verliebt sind in mich und weißt, daß Du sie alle noch auslachstl Daß Du es bist, dem ich einmal gehöre. Sst das nicht auch schön?"

Bin ich dessen so gewiß?"

Soll ich mehr tun? Da lieg ich in Deinem Arm darf sonst jemand auch nur meine Schultern berühren? Du Unzu­friedener? Da sag ich Dir, daß mein Vater selbst will, daß ich Dich heirate uno Du bist noch nicht zufrieden?"

Maud ich habe Dein Wort?"

Sie hatte sich jetzt mit dem Rücken zum Geländer der Ter­rasse gestellt und ihre Unterarme um dieses gelegt. Zurück­gebeugt stand sie da und wieder überflutete das Mondlicht ihre Gestalt vollkommen.

Leise und mit halbgeschlossenen Augen sagte sie.

Du bist sentimental wie ein Deutscher. Nimm einmal an, daß ich romantisch wäre, wie eine Deutsche."

Was meinst Du?"

Sch möchte stolz auf Dich sein."

Stolz?"

Wenn ein Ritter um seine Dame warb, habe ich ge­lesen, gab diese ihm einAbenteuer zu bestehen, und wenn er es glücklich vollbracht, erhielt er zum Lohn den Brautkuß von :pnm Lippen."

Sie hatte mit gewolltem Pathos gesprochen, als läse sie aus einem alten Ritteroman vor.

Willst Du, daß ich ein Abenteuer bestehe?"

Sch habe ein altes Buch gelesen. Ueber fünfzig Sahre ist es her, da hat der Profes­sor Powell mit wenigen Männern eine abenteuerliche Fahrt gemacht, durch die Ea- nonsdesEolorado. Du kenn st sie. Setzt geht an zwei Punkten, in Green River und bei Sort Williams, die Eisenbahn quer hindurch oder dicht daran vorüber. Erinnerst Du Dich daß wir zusammen vor vier Sahren, als ich noch Kind war und ehe Du nach Deutschland ging st, vom Hotel Grand Canon binü :. tn c - gen und in den grausigen Schlund sahen?

Was vor sünfzig Sahren der Profestor tat, hat seitdem worb kein Mensch vollbracht. Richt einer ist wieder durch die Schluchten, die eine Hölle scheine«, gewandert und niemand weiß, ob von den wenigen Sndiaueru, die dort unten seit Ge­nerationen von der übrigen Welt geschieden sind, noch einer lebt.

Gehl Durchfahre die Schluchten des Eo- lorodo! Zeige, daß Du ein Mann bist. Richt

-sieh

einmal Unmögliches verlange ich von Dir; denn jener Gelehrte hat es gekonnt. Bring mir als Pfand, daß Du dort wärest, die Uhr, die Powel dem Häuptling jener Sndianer als Pfand zurücklieh, oder sonst ein untrüg­liches Zeichen.

HastDuesvollbacht.dann bist Du ein Mann, auf den ich stolz fein kann und her dann gehöre i ch Di r."

Sie breitete wieder ihre Arme lockend aus.

Maud, das schwörst Du mir?"

Sch halte mein Wort."

Wie lange war der Professor unterwegs?"

Drei Monate."

Und wenn ich zurückkomme?"

Bin ich Deine Braut. Am 1. Suni brach Powell auf» am 1. September war er am Ziel. Setzt ist Anfang Suli."

Sie lächelte.

Armer, Du wirst bis zum nächsten Sahre warten Müs-* sen. Es wird zu früh Winter in den Bergen."

Sch reise morgen."

Warte bis zum Frühjahr."

Nicht eine Stunde".

Und wenn Dir etwas zustößt?"

Er lächelte bitter.

Dann tröstet sich die Dame mit einem andern Ritter, vielleicht mit Will Baker."

Sie faßte mit beiden Händen in sein Haar.

Wieder töricht?"

Ach Maud."

hier, nimm den Ring und gib mir den schmalen an Dei­nen Singer, dann hast Du ein Pfand."

Sie tauschten die Reifen. Er nahm den kostbaren Bril­lantenring, ohne seinen Wert zu beachten, sie seinen schmalen Goldreif mit einer Perle. Den sah man nicht so, wenn sie ihn trug, und tragen wollte sie ihn.

(Fortsetzung folgt.)