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Mittwoch, den 3. Dezember 1924.

Mische Morgenzeitung.

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Beiblatt.

Verlag: Zulda, Kanalstraße 44.

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Riterit und Energie

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Haltestelle Mond / Umsteigen nach Venus!

Das Sonnenkraftwerk auf dem Mond. / Der Borstoß in den Weltenraum. / Was ein Astronom ;u diesen Problemen sagt. / Phantastische Aussichten. / Mit Laucheranriigen durch den Weltraum. / Die Umsteigstatton auf dem Monde.

Bekanntlich haben zwei Zorscher von Rang, Professor Rob. H. Goddard vom Clark College in Worcester und Phgf. Prof. Hermann Oberth, ein Deutscher, durch jahrelang fortgeführte 'Berechnungen und Bersüche sich überzeugt, daß die Möglichkeit unsere Lröe zu oerlajjen, schon für unsere heutigen technischen .»»UMittet bezieht, wenn es nur gelingt, diese in richtiger R'ei- je zu nuneu und das einzige wahre Hindernis, das jurryioare o co werefeld der Grde zu überwinden. Denn nicht der viiangei an tust, die Kälte des Weltraums und die sonstigen scywiecigneiiLN waren es, weiche die Zahrt ins Sternenall uii- mogncp machten, sondern einzig und allein der Umstand, sich aus dem Schwerefeld der Crbe Herauszuarbeilen. Wäre die Trbe so klein, wie der Wonb oder doch ihre Masse nou) so ge­ring wie dies des Wars, so würde der Auzsileg in den Him- ineisraum nicht allzu große technische Ansorderunge» jtessen, denn schon eine geringe Anfangsgeschwindigkeit, einem Ve- scyosse erteilt, würde dann genügen, dieses über die Schwere- grenze hinauszutreiven. Zür uns aber gilt eine furcyrvare oah>, vermehrt noch um das, was der VujtroioerJtanv das Vraumschlfj behindert, zur Hohe zu steigen, öm ganzen läuft der vujgaDe Losung daraus hinaus, ob es möglich ist, dem Fahrzeug, oas )iip zu den Sternenräumen erheben soll, soviel Energie mitzugeden, daß es den Panzer ver v-rdscywere zu durchschlagen, sich sewst und seinen Unhalt zu tragen und noch genug c^riebmittel mitzuführen vermag, daß auch die Rückkehr zur Lröe und die Landung auf ihr mit Sicherheit möglich ist. Wu dieseni Problem der Croberung der Sternenräume befaßt sich auch eine neue, wissenschasilich-gemeinverstänoliche Be- trachtung des Wünchener Astronomen Wax ValierDer Vor­stoß in oen Weitenraum'" (Oldenbourg-Verlag, München- Serun;, der wir folgende interessante, wenn auch allerdings sehr kühne Ausführungen entnehmen. Wären wir so schreibt Bauer, jur immer darauf angewiesen, mit unseren Rateten- schiffen, ohne Möglichkeit, die Lankräume mit Betriedsstoffen nachzufüllen, von der Crbe aus abzufahren, dann dürften wir wohl kaum rechnen, oie Raumschiffahrt in einigerma­ßen ävzus ehender Zeit so zu entwickeln, daß Reisen zu den an- ueren Wandelsternen im Sonnenreiche mit derartiger Sicherheit und Bequemlichkeit möglich sind, wie sie unbedingt erforderlich

Licht. Dorr haben ja unse­ren Wonbl Cr kann und muß uns das

Sprungbrett ins Sternental

werden, wenn es nur gelingt, auf feiner Überwache ein Kraft­werk zu errichten, welches durch bonneiienergie die Betriebs- jtojje für unsere Riesen-Weltenraumschiffe erzeugt. Dann vrauArell näniilch diese gigantischen Maschinen gar nicht erst zur errde Herabzusleigen, sondern sie würden nur nahe dem schwer- freien Punkte zwischen Crbe und Wonb, auf einem künstlichen Wonb der ais Umsceigeftanon bient, anlegen, worauf ge vom Wonbe auch durch Betriebsstojf-üchleppraketen mit ihren Lreibmiuem versehen und vollgefullt werden, während die Rei­senden und die Lebensmittel von der Crbe in kleineren Lust- raksten zur Umsteigestation emporgebracvc werden und erst dort oben das Weltraum-Zernschiff besteigen. -3n diesem $alle kann sich dann das Niejenraumjcbijf volle 12 Km.-Sek. Besculeunig- mig ersparen, die es sonst benötigt, um von der Erdoberfläche aufzufahren, kann auch technisch ganz anders gebaut sein, da es nie einen Luftwiverstand zu überwinden braucht, weil es im­mer nur im leeren Raume kreuzt. Ciu solches oiyijj würde jayig sein Können, sich eine Sesamtbeschleunigung von 20 bis 25 Km.-Sek. zu erteilen, was vollauf hinreicht, alle beliebigen ö Iorten im Sonnenreiche ohne Landungen auf den Planeten auszufuhren. 5ür solche müßten vom großen Raumschiff kleine Räumboote ausgesetzt werden, wenn es nicht gelingt, auch bei anderen Planeten Umsteigestationen ähnlich jene zwischen Er­de und Wonb einzurichten.

Wie sich nach der Meinung Valiers die Eroberung des Soniienrenyes auf diesem Wege praktisch vollziehen würde, das wollen wir noch in den folgenden peilen kurz anzudeuten ver­suchen. Die Insassen der ersten bemannten Rakete, welche den -Land erreicht, müssen vor allem versuchen, auf ihm irgendwo Cis zu finden. (Rach der Welteislehre des Wiener Ingenieurs Hanns Hörbiger besteht die ganze Wonboberfiacbe aus Eis, in diesem ^alle wäre daran kein Mangel, aber auch fast alle an­deren Sterilforscher sind der Ansicht, daß es Cis auf dem Mon­de gibt.) Cis ist nämlich nichts anderes als gefrorenes H,2 O. b. h. v.ajferftojf und Sauerstoff. Gelingt es, Cis zu finden, so signalisieren die beiden Pioniere auf dem Monde sofort durch Vujtbliße zur Erde her, worauf sogleich eine zweite Ra­kete nur mit dem Piloten aufsteigt .imit sie möglichst viel 'Nutzlast mitnehmen kann). Bis diese ankommt, schiffen die beiden ersten Männer am Monde alles aus, was sie in ihrem Raumschiffe zu diesem Zwecke mitgenommen haben und suchen einen geeigneten Platz bei dem Eise für die erste Aiederlas- jung. Selbftverftänblich müssen Arbeiten wegen des Luftmau- gels auf dem Monde in Taucheranzügen ausgeführt werden. Man wird auch den csag des Eintreffens so gewählt haben, daß für jene Mondlandschaft die Sonne gerade aufgeht. Da der Lag auf dem Monde 14 Erdentage währt, so hat man eine ge- raume helle Zeit vor sich, in der sich schon allerhand machen ^l?t- Vorläufig muß noch immer die enge Kammer der Rake- te als Wohnraum dienen, aber schon entsteht eine kleine Sou- Neukraftanlage, die elektrischen Strom erzeugt und das Cis zu Wasser schmilzt und dann elektrolytisch zersetzt, so daß flüssiger bauerftoff und Wasserstoff darauf gewonnen wird. Inzwischen kommt die zweite Rakete auf dem Monde an. Sie enthält vor «Hem die notwendigen Bestandteile, um auf dem Monde ein Kleines Haus zu errichten, das natürlich luftdicht abgeschlossen

Jein muß und in das man nur durch Doppelschotientür gelan­gen kann, im innern dieses Hauses wird dann Luft erzeugt, gleich unserer c,roeniujt, )o daß sich seine Bewohner in ihm der ^aucheranzuge entledigen und ganz auf irdische Weise be­wegen können. Reicht eine Aachschubrakete nicht, dann müs- len eben noch mehrere, mit Material beladen, angefordert wer­den. Bei dem ungeheuren Energieaufwande, der notwendig ist, um nur ) Kg. Last auf den Wonb zu bringen, muß freilich die kleine Kolonie auf unserem Himmelsbegleiter daran denken, sich ba.b von der Erde unabhängig zu machen, wenigstens in bezug auf den Luftbedarf. Sie muß das Lonnnenkraftwerk so sehr vergrößern, daß die unterwegs gewonnene Energie nicht nur genügt,den zum Atmen notwendigen Sauerstoff im Hause und für die Füllung der Eaucheranzüge zu liefern, sondern auch so große Wajsermengen zu erhitzen, daß das Haus sich über die wonbnacht durch diese Warmwasserheizung auf erträglicher Temperatur erhalten kann. Das Haus Jeivji wird nach dem Prinzip der Thermosflaschen gebaut sein müssen, dann ist der Wärmeoeriujt durch Strahlung sehr gering. Weiter soll das Sonnenkraftwerk auch schon flüssigen Lvaßerstosf und Sauer­stoff zur Füllung der Raketen jur die Rückfahrt zur Erde lie- jern. Oft es soweit, dann werden alle Wann, bis auf zwei, mit den leeren Raketen zur Erde zuruckkehren, man wird diese wieder füllen und so in mehrmaliger Zahrt alles auf dem Mon­de schaffen, was zur Einrichtung einer dauernden Station dort oben, vor allem aber für die Vergrößerung des Kraftwerks notwendig ist. im Laufe der Zeit wird man auch stückweise die Hüllenteile zu einem großen Raumschiff hinaufschaffen, das dann im freien Raume zusammengesetzt und vom Sonnenkraft­werk auf dem Monde mit Betrtevsstoffen voltgejüllt wird. Dieses Schiff kann dann schon unter recht günstigen betriebs­technischen Aussichten die Reife zum Mars wagen, dort eine Landung auf einem der Marsmonde vornehmen, auf ihm eini­ge Wochen verweilen, genaue Studien der Warsoberfläche n- stellen und vor allem auch untersuchen, inwieweit die Alars- monbe zur Errichtung einer ebensolchen Station, wie auf dem Erdmond, geeignet sind, ie nach deni Ergebnis dieser ersten öorjchungsfahrt wird dann bald ein zweites Raumschiff vom Wonbe aus abgehen, um nach den Plänen der Ongenieure und den Luf unserem Monde gemachten Erfahruugeu die kleinen Stationen mit Sonnenkraftwerk auf dem Phobos oder Deimos zu errichten.

Während dies geschieht, kann das iorfchungsraumschiff die oben angebeuteten Fahrten zur Venus und zum Merkur ohne dort zu landen, ausführen.

Aber auf dem Monde und der Erde wird man nicht müßig bleiben. Denn der ideale Zustand ist noch lange nicht erreicht. Die Station auf dem Monde ist wohl recht und gut und auch . notwendig, aber es ist immer noch eine ungeheure Kraftver­schwendung, daß jeder, der in den Weltraum reifen will, zuerst von der Schweregrenze der Erde aus den Mond wieder nieder­steigen und von dort wieder emporgehoben werden muß. Alle Arbeit der Raumschiffahrtsingenieure muß sich oielmehr darauf richten, einen

künstlichen Mond

zu erzeugen, der nahe dem schwerefreieu Punkte zwischen Erde und Wonb, aber etwas näher bei der Erde als dieser, um die Crbe kreist. Cs ist übrigens höchst bezeichnend, daß auch der geniale Romanschriftsteller Kurt Laßwitz in seinem BuchAuf zwei Planeten" die Marsbewohner, die zur Erde gelangt Jinb, sich einer Umsteigestation, eines über dem Rordpol in 6387 Km. Hohe schwebenden Ringes bedienen läßt, wie denn auch die kn- geligen Raumschiffe der Martianer sich durch Repuitjischüsfe, üifo auch Raketenrückstöße, bewegen. On der Cat ist diese Um­steigestation energietechnisch höchst wichtig. Cs mag schwere Muhe kosten, allmählich in Stücken die Bestandteile zu einem solchen schwimmenden Monde hinaufzubringen, dessen Größe doch mindestens unseren gewaltigsten Ozeandampfern gleichen müßte, aber wenn es möglich ist, diesen künstlichen Mond zu erreichen, dann wird es auch möglich sein, diesen künstlichen Mond herzustellen. Auf ihm muß natürlich auch ein ständiger Dienst eingerichtet werden. Zu ihni bringen die Caukraketen vom Monde her die Betriebsstoffe und die Luftraketen von bei Crbe die Passagiere und Lebensmittel und an ihn legen die gro­ßen Raumschiffe für den Fernverkehr im Sonnenreiche an. Wie schon erwähnt, würde dieser Kunstmond vorteilhaft nahe, aber doch nicht ganz im schwerefreien Punkte zwischen Erde und Mond zu errichten sein, denn in diesem Zalle wäre seine Bahn zu labil, und er würde, so oft er zwischen Erde und Mond ?u stehen kommt, Gefahr laufen, aus seiner Bahn geworfen zu werden. jv vOO bis 100 000 Km. über dem Erdmittelpunkte, das würde so die richtige Höhenlage sein. Seine Umlaufszeit um die Erde ist dann durch die Keplerschen Gesetze gegeben. Man könnte aber auch daran denken, den Kunstmond in jener Entfernung von der Erde zu errichten, in der seine Umlaufs- feit gerade gleich genau der Erdachsenumdrehung ist. Sowohl auf dem künstlichen wie auch auf unserem natürmyen Monde läßt sich seibstverständlich ein großes Observatorium für kos­mische ^rjchuiig entrichten. Befreit von Dem alles verschlei­ernden Luftkreis müßten sich schon von hier aus die wunderbar­sten Beobachtungen macyen lassen.

Eine einzige derartige Warte würde für die Wissenschaft wertvoller sein als alle bisherigen Sternwarten auf der ganzen Erdoberfläche. Auch die Wettervorhersage würde auf eine ganz neue, kosmische Grundlage gestellt werden können, von der Polarlichtforschung u. a. gar nicht zu reden.

So behauptet Valier. Man kann nicht leugnen, die üdee ist ein klein wenig verblüffend und auch die Visum- und Paß­

frage noch nicht geklärt. Aber diese Schwierigkeit ist tatsäch­lich unbeträchtlich, wenn nur die andern überwunden werden. Hoffentlich wirds, wenn wir auch nicht ganz so zuversichtlich sind wie Valier.

Der Kontrapropeller.

Von Dipl.-Sng. Hans Harms.

Als Zolge des Krieges sehen wir uns heute in die Lage ver­setzt, mit allen Betriebsmitteln möglichst sparsam umgehen zu müjsen. Cs konnte daher nicht ausbleiben, daß auch im Schiffs- betriebe das Streben nach höchster Wirtschaftlich Et Aeuer- ungen aller Art schaffte. Als eine der wichtigsten Neuerungen kitt uns der Kontrapropeller ober Schraubenleitapparat ent­gegen.

Schon im Zahre 1905 trat zum ersten Male der Gedanke aus, den Propellerschub durch Anwendung feststehender Leit- ]chaufeln zu erhöhen. Cs wurden auch Versuche an kleineren Fahrzeugen angestellt, die günstige Ergebnisse zeitigten, doch konnte sich der Gedanke noch nicht recht Eingang in Schiff­fahrtskreisen verschaffen. Man zweifelte an der Betriebssich­erheit, indem man befürchtete, daß der Leitapparat durch Fremdkörper zerstört werden könnte und dadurch den Haupt­propeller gefährden würde. Die Zorderung nach höchster Wirt- slhastucpkeit war auch damals nicht so orennend, zudem das Hauptinteresse der Entwicklung der Antriebsmaschinen zuge­wandt, so daß für den Kontrapropeller wenig Interesse übrig blieb. Während des Krieges ruhte dann natürlich die Lntwick- lung vollständig, um nach Kriegsende, infolge der allgemeinen Brennstojfnot, wieder aujzuieben. öebes Wittel zur Erhöh­ung der Wirtschajtuujxeit ist heute willkommen. Es sind des­halb überall Versuche mit dem Gegenpropeller gemacht wor­den, der infolgedessen jetzt soweit ausgebildet ist, daß er nir­gends, selbst nicht in schwierigster Zahrt, zu irgend weichen An­ständen Anlaß gibt. Hauptsächlich haben sich die Aorweger um die Neuerung um die Entwicklung verdient gemacht, aber auch in Deutschland hat die Neuerung das Znterejse der großen Reedereien erweckt, die auch ihrerseits Schiffe mit dem toegen- jropeüer ausgerüstet und sehr gute Erfolge damit erzielt haben.

Die Wirkungsweise des Segenpropellers besteht kur; in Zolgendem: Der Hauptpropeller erteilt dem Wasser eine achsiale und infolge seiner Drehung auch eine tangentiale Beschleunig­ung. Die achsiale Bes^leunigung wird heroorgerufen durch eine M.-Mâa;i, ne in ihrer Rückwirkung den Propellerschub ergibt, der die Vorwärtsbewegung des Schiffes hervorruft. Die Energie, welche der tangentialen Beschleunigung entspricht, wird zur Zortbewegung nicht ausgenutzt, sie gibt den Wasserlei­chen lediglich schraubenförmige Bewegung. Die Leitschaufeln des Segenpropellers, der fest am Hintersteven sitzt, sind nun so ailgeordnet, daß sie das Wasser stoßfrei auffangen und in ach­sialer Richtung fortleiten. Durch die Umlettkung werden Reak- tionskräfte hervorgerufen, welche zum Seil den Schub des Propellers vergrößern, und dadurch entweder die Geschwin­digkeit des Schiffes erhöhen, für den Zoll, daß die Wafchinen- leijiuiig dieselbe bleibt, oder aber die Maschinenleistung zu ver­ringern gestatten, falls die Geschwindigkeit unverändert blei­ben soll. Die erzielte Leistungs- bezw. Brennstosfersparnis be­trägt zwischen 10 und 20 Prozent.

Außer der Brennstosfersparnis bietet der Gegenpropeller noch weitere Vorteile. Die Manöverierfähigkeit des Schif­fes wird durch die stärkere Wirkung des geschlossenen Strah­les gegen die Ruderfläche erhöht. Ungleichheiten in der St.ri­et ivirkuug nach den beiden Seiten werden zum Verschwinden gebracht. Vibrationen des Schiffes, hervorgerufen durch Un­gleichmäßigkeit im Arbeiten des Hauptpropellers werden auf­gehoben, und ferner die Stampfbewegung im Seegang ver­mindert.

Die Befürchtungen, daß der Gegenpropeller zu Betriebs­störungen Anlaß geben würde, haben sich nicht bewahrheitet. Man führt die Leitschaufeln aus Gußeisen aus, so daß keine Verbiegungen eintreten können, die den Hauptpropsller beschä­digen würden. Liegt Anlaß zum Bruch vor, so bricht zuerst der Gegenpropeller, und die Zahrt kann ungehindert fortge­setzt werden. Zn der Rückwärtsfahrt tritt keine Behinderung durch die Leitschaufeln ein, es ist sogar schon eine Verbesserung derselben festgestellt worden.

D^r Kontrapropeller eignet sich nicht nur für Neubauten, sondern er kann an jedem Schiff angebracht werden, da er ein- fed) an den Hiutersteoen angeschweißt wird, was zwei bis vier Tage in Anspruch nimmt. Er arbeitet mit jedem beliebigen Ha. ptpropeller zusammen und läßt Gewinne erwarten. Der Gewinn ist natürlich um so größer, je besser Haupt- und Gegen­propeller zueinander passen, so daß es meist vortenyaft ist, den Hauptpropeller entsprechend dem Gegenpropeller neu zu wählen.

Der beste Beweis für die Güte der vorstehend beschriebenen Neuerung ist die gesteigerte Anwendung, welche dieselbe über­all findet. Das bisherige Anwendungsgebiet find Einschrau- benschiffe, doch steht der Einführung jur Mehrschraubenschifse nichts mehr im Wege.

Kraft aus der Luft.

(bt.)Cin bekannter Gelehrter beschäftigt sich mit beip Pro­blem, Kraft aus der Luft zu gewinnen, indem er eine Anzahl aus dünnem Metall hergestellter, mit Gas gefüllter Ballons an Drähten befehligt und sie in einer Höhe von 1500 Zuß über dem Boden schweben läßt, um auf diese Weise pcy die Entladungen der Luft zunutze zu machen, die von Benjamin Zranklin in sei­nen berühmten Experimenten zuerst entdeckt wurven. Die gro­ße Schmierigkeit ist aber, die gewonnene Energie zu regulieren, da zu gewissen Zeiten die Entladungen von großer Heftigkeit sind. Da das Problem der Kraftgewinnung aus der Atmosphä­re immer häufiger erörtert wird, ist anzuuehmen, daß wir sei- I er endgültigen Lösung nicht mehr fern sind.