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Auch jeder Einwohner dieser Gemeinden, selbst der wohlhabendste, erleidet einen namhaften, schwer zu verschmerzenden Verlust durch dieses unvorhergesehene Unglück, dessen Anblick selbst Männern, welche im Leben schon manches Schicksal haben ertragen und manche Prüfung ha- den bestehen müssen, Thränen entlockte. Der größte Theil der Einwohner aber ist tn. seiner Wirthschaft zu Grunde gerichtet und um so unheilvoller, als der allgemeine Ausfall der vor­jährigen Ernte dieselben schon seit Beginn dieses Jahres nöthigte, auf den Ertrag der Heurigen Ernte den zum Hauswesen nöthigen Bedarf an Vorräthen aller Art zu borgen.

Solch Herbes Unglück und so schwere 9fotb zu lindern, ist wohl jedes Menschen Pflicht, und ergeht daher an alle Menschenfreunde,-insbesondere am Diejenigen, deren heurige Einte glück­lich in Scheunen und Keller kommt, der dringende Aufruf, nach Kräften zur Unterstützung der Hartheimgesuchten beizutragen. Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen.

Die Unterzeichneten sind bereit und erbötig, eingesandte milde Gaben zu sammeln und wer­den von Zeit zu Zeit über das Einkommen, am Schlüsse der Sammlung aber über das Ge- sammteinkommen und dessen Verwendung Rechnung ablegen.

Hanau am 27. Juli 1852.

Webe r, v. Dehn-Rotfelser, Wagner,

Landrath. Assessor. Kreissekretar.

Am Sonntag den 18. Juli entlud sich ein furchtbares Wetter in der hiesigen Gegend, wel­ches von Kurhessischen Ortschaften am schwersten Eckenheim und Preuilgesbeim , außer­dem Bockenheim, Ginnhei m, Berkersheim in hohem, Seckbach in niederem Grade heimsuchte. Nach kaum beendigtem Nachmittags - Gottesdienste schwärzte sich der Himmel, der Sturm brauste und unter Blitz und Donnerschlag begann ein solches Hagelwetter, wie es seit Menschengedenken nicht erlebt wurde. Unter tosendem Sturme dauerte dieses über | Stunde lang und vernichtete (theilweise vollständig) die schon erfüllt geglaubten reichen Erntehoffnungen. Weder Getreide für die Menschen, noch Futter für das Vieh ist vorhanden, die Bäume sind ohne Früchte, ihrer Blätter beraubt, viele entwurzelt oder zertrümmert.

Arm und trauernd stehen wir da bei'm Anblicke unserer vernichteten Fluren und flehen zu Gott um seinen gnädigen Beistand in dieser Noth. Möge er die Herzen unserer Mitmenschen, die wir um milde Gaben für die Bedürftigsten in den betreffenden Gemeinden hiermit aufru­fen, lenken, daß sie der Armen gedenken und ihnen von ihrem Segen mittheilen. Jede Gabe, sei es an Geld oder Früchten, wird dankbar angenommen, gewissenhaft verwendet und darüber öffentlich Rechenschaft abgelegt werden.

Möchten sich zur Förderung der mildthätigen Unterstühung Vereine bilden in estadt und Land, zur Annahme und Einsammlung von Geld und Früchten, welche Gaben zur zweckmäßi­gen Vertheilung an die Prediger und Ortsvorstände der betreffenden Gemeinden abzuliefern wären. Preungesheim am 29. Juli 1852.

Im Namen der Bedrängten: Der Pfarrer Laupus.

G e s e tz g e b n u g.

Die Nummer VII des Gesetzblattes von diesem Zähre ist der heutigen Nummer dieses Blattes beigefügt.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.

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