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seinen eignen Schweif, oder in seine Hinterbeine. Eine jede Berührung, zumal an derSchnautze, macht den Hund tobend. Spritzt man ihm Wasser in den öffnen Mund, so beißt er in den Wasserstrahl mit der größten Wuth und tobt, schluckt aber nichts davon. Er wüthet auch und verfällt in Zuckungen, wenn man ihm einen Spiegel vorhält, und noch mehr, wenn man die Son- nenstrahlen damit auffängt, und das zurückgeworfene Licht auf die Augen richtet. Endlich fällt er öfters entkräftet zu Boden, hilft sich schwach wieder auf, und alh. met mit Beschwerde. Zuletzt entstehen Zuckungen, unter welchen der Tod gewöhnlich am vierten Tage nach ausgebrochener Wuth eintritt.
Sehr zu beachten ist, daß die Krankheit nicht immer alle die eben beschriebenen Grade durchläuft, daß nicht jederzeit gleiche Erscheinungen bei wüthenden Hunden wahrgenommen werden. Zuweilen verfallen die Hunde bloß in die stille Wuth, und sterben bereits im ersten Zeitraume der Krankheit, schon am zweiten, dritten oder vierten Tage.
Der allein sichere, einzige Weg, um zu erfahren, ob ein der Wuth verdächtiger Hund toll sei oder nicht, ist, ihn nicht-umzubringen, sondern mit Anwendung aller Borsicht, daß er Niemand schade, in sorgfältiger Verwahrung so lange genau zu beobachten, bis man über die wahre Natur seines Zustandes Gewißheit erlangt hat.
Ist ein für wüthend gehaltener, ober als solcher doch zweifelhafter Hund bereits getödiet, so wird es höchst schwierig, zu entscheiden, ob er in der That toll war. Im gemeinen Leben empfiehlt man die Probe, ein Stück Fleisch oder Brod an die Zähne und im Nachen des umgekommenen Hundes zu reiben, und dieses anderen Hunden vorzuwerfen. Zeigten sie einen Abscheu davor, so wäre der in Frage stehende Hund wirklich von der Wuth ergriffen gewesen, aber nicht, wenn sie eS fräßen. Eben so könne man die gebissene Wunde, im Falle der Hund, welcher sie versetzte, entlaufen sei, mit einem Stücke Fleische reiben, und dann auf die eben erwähnte Weise verfahren.
Diese Versuche liefern indeß keine zuverlässige Beweise, wie die Erfahrung gelehrt hat. Auch das sehr gefährliche Oeffnen eines solchen Hundes thut in dieser Hinsicht nichts Bestimmtes dar, und aus dem Befunde desOeffnens des todten Thieres läßt sich durchaus aus die Natur des da gewesenen Nebels kein sicherer Schluß ziehen. Meist findet sich zwar bei tollen Hunden der Rachen, die Luftröhre, der Säckund, der Magen und ein Theilder obern Därme entzündet, aber auch andere Ursachen als die Wuth können diese Erscheinungen hervorbringen.
Nach den sehr werthvollen Beobachtungen des Dr. Hertwig zu Berlin über die Hundswuth werden die tollen Hunde häufig nicht wa sse r sch e u, saufen vielmehr und schwimmen durch das Wasser. Sie ziehen den Schwanz nicht ein und haben keinen Schaum vor dem Munde. Tolle Hunde — sagt Hertwig — sind
unruhig, fressen nicht oder wenig, fressen Holz, Torf, Leder, Hundskoth rc.; lecken Wasser; sind verstopft, haben eine heulende, h c i s e r e, ängstliche Stimme, sind bissig; schnappen nach Fliegen, ohne daß solche gesehen werden. Bei der stillen Wuth hängt der Unterkiefer herab, die Zunge heraus.
Zufälle der Wuth bei andern HansthiereU
Die Merkmale, daß ein Stück Vieh, besonders Rindvieh, von einem wüthenden Hund gebissen, sind hauptsächlich folgende: Es frißt und saust auffallend weniger, wird scheu, sieht sich wild um, verträgt kein starkes Licht, spitzt die Ohren, geht auch wohl auf die Menschen los; reibt die Stelle, wo eS gebissen worden, stark an etwas; geräth in Wuth beim Anblicke eines Hundes, äußert solche aber gegen andere Thiere nicht. — Steigt Die Krankheit, so wird das Vieh kreuzlahm, geht mit Schwierigkeit, liegt meist, und scheut das Saufen. Beim Eintritte Der Math springt es auf, wird von Zuckungen befallen, brüllt anhaltend mit weit gestrecktem Halse, geifert viel, beißt in Die Raufen und Krippen, auch wohl sich selbst, und scharrt mit den Vor- dersüßen liefe Löcher in Die Erde.
Verhütung der Entstehung der Wuth bei
Hunden und andern Hausthieren.
Man sorge, daß die Hunde nicht plötzlich aus der Kälte in Die Hitze, oder aus dieser in jene kommen/ sowie auch, daß sie vor der anhaltenden Einwirkung großer Hitze oder strenger Kälte gesichert sind. Das so gewöhnliche stete Liegen am heißen Ofen ist daher vorzüglich zu verhüten, auch das Hetzen und Jagen während großer Hitze zu meiden.
Man trage ferner Sorge, daß Die Hunde stets bin« reichendes reines Wasser finden, daß sie weder blos Fleisch, noch verdorbenes Fleisch zur Nahrung erhalten, daß ihr Lager, ihre Hütten reinlich sind, und sie den Geschlechtsirieb befriedigen können.
Da bei alten Hunden (Die über acht Jahre haben) die Wuth leichter entsteht, so muß man in Hinsicht ihrer hauptsächlich vorsichtig sein. Am sichersten ist es immer, sie zu todten.
Bissige Hunde, welche ohne besondere Veranlassung leicht böse werden und anfallen, sollen todt geschlagen werden.
Gar keinen Vortheil gewährt das Ausschneiden des sogenannten Tollwurms; Denn ein Hund, bei Dem Diese Operation vorgenommen worden, kann bestimmter Erfahrung zufolge dessenungeachtet von der Wuth ergriffen werden.
Daß man vorsichtig mit Dem Wegnehmen der Jungen bei Katzen sein müsse, ergibt sich aus dem, was oben über die Entstehung der Wuth gesagt wurde.