20
67. Landrathsamt Hanau- Angeblich entwendete Gegenstände:
In der Nacht vom 3. auf den 4. d. M- aus dem Hofe einer Wohnung vier Paar angestrickte lange blauwolleae Strumpfe, 2 Paar A. W. und 2 Paar M. D. roth gezeichnet;
am 8- d- M., Abends, aus einem HauSgarten zwei neue grauwollene gestrickte Unterjacken, mit schwarzbraunen beinernen Knöpfen, die eine einem Manne, die andere einem herangewachsenen Buben gehörig- ~
Spuren, welche zur Ermittelung der Thäter und der gestohlenen Gegenstände — vor deren Ankauf gewarnt wird — führen, sind alsbald dahier oder bei der nächsten Polizeibehörde an- zuzeigen.
Hanau am 9. Februar 1852.
Kurfürstliches Landrathsamt.
Webe r.
68. GeInhau se n. Dem Bäckermeister Jakob Schäfer dahier ist in der Nacht vom 4. auf den 5. d. M. eine eiserne Hemmschraube nebst Mutter von dessen Wagen entwendet worden.
Stillpausen am 9. Februar 1852.
Kurfürstliches Landrathsamt.
Schmidt.
Fahndungssckreiben und Steckbriefe.
69. LandrathsaMt Hana u- Der Knabe Philipp Peter Hochstadt von Eichen, 14 Jahre alt, hat sich gestern Abend zum dritten Male legilima- tionslos von Haus entfernt und treibt sich wahrscheinlich in der Umgegend bettelnd umher.
Die Polizeibehörden werden ersucht, denselben im Betretungsfalle festnehmen und anher ablie- fern zu lassen.
Hanau am 10. Februar 1852.
Kurfürstliches Landrathsamt.
Weber.
Kleidung: graue Hose, grünliches Kamisol, ohne Müye.
70. Birstein. Da Johannes B u rk h a rd t von Eckhardroth sich auf die erfolgte öffentliche Aufforderung zur Strafverbüßung nicht sistirt hat, so werden alle Justiz - und Polizeibehörden ersucht, denselben im Falle der Betretung verhaften und anher abliefern zu lassen.
Birstein am 3. Februar 1852.
Kurfürstliches Justizamc.
v. R a u.
vl. Beck.
71. Schmal kalben. Die vor einiger Zeit wegen zwecksofen Uinhertreibens dahier eingebrachte, unten sigalisirte Wilhelmine Kirchner ausHaindorf
hat sich, ohne der ihr von hier aus ertheilten Weisung Folge zu leisten, aus ihrer Heimath entfernt.
Da der Aufenthaltsort der rc. Kirchner unbekannt ist und dieselbe sich wahrscheinlich wieder zwecklos umhertreibt, so werden die Polizeibehörden ersucht, dieselbe im Betretungsfalle zu verhaften und anher abzuliefern.
Schmalkalden am 2. Februar 1852.
Kurfürstliche Reglerungskommission.
S ch l o t t.
Signalement der ’C. Kgrchner:
Alter 23 Jahre, Größe 5', Haare schwarzbraun, Stirn frei, Augenbraunen braun , Augen grau, Nase stumpf, Mund gewöhnlich, Zähne gut, Kinn und Gesicht rund, Farbe gesund, Statur Mittel.
Vermißte Personen.
72. Landrath samt Hanau. Die nachstehend signalisirte, ledige Jettchen Cahn von Offenbach hat sich Ausgangs vorigen Monats von da entfernt, ohne anzuzeigen, wohin? und es liegt nun die Vermuthung vor, daß sie verunglückt sei.
Es wird dies hierdurch veröffentlicht.
Hanau am 8. Februat 1852.
Kurfürstliches LandralhSamt.
Webe r.
Signalement:
Alter 33 Jahre, Haare schwarz, Oiafe und Mund groß, Zähne mangelhaft, die unteren Bak- kenzähne fehlen. Besondere Kennzeichen: an den Schenkeln frisch geschröpft.
Kleidung: grünes gedrucktes Kleid, wattirter Unterrock, lederne Schuhe, grauwollene Strümpfe.
73- Landrathsamt Hanau. Am 24. v. M., Morgens 6 Uhr, hat sich die an Geistesschwäche leidende Ehefrau des Taglöhners Philipp Puth zu Fechenheim, Katharine, geb. Martin, unter dem Vorgeben, Milch zum Kaffee zu holen, aus ihrer Wohnung entfernt und ist nicht wieder zurückgekehrt. "
Wahrscheinlich treibt sich die rc. Puth in der Umgegend umher, oder hat sich vielleicht in dem nahen Maine entleibt.
Es wird dies hierdurch veröffentlicht.
Hanau am 3. Februar 1852.
Kurfürstliches Landrathsamt. Weber.
Die rc. Puth ist 50 Jahre alt, 5' 2 bis 3" groß, hat schwarze Haare — welche im Sommer v. 3- ganz kurz geschnitten worden sind — ein ovales Gracht, bräunliche Gesichtsfarbe, schwarzbraune Augen und trug eine weiße Haube, einen wollenen s. g. grünenJoppelrock und einen blauen gedruckten Joppel.