aufrecht erhalten zu können. Die am 28. April d. I. in Limburg siattgehabtc Berathung der Industriellen des Herzogtums hat aber ausge- sprocoen, daß augenblicklich diese Mittel stockten und bei betheuertem besten Willen weder Absatz in Eisenstein noch Hüttenproducten zu erzielen sei. — Die J^ethwendigkeit des theilweise ungeschmälerten Betriebes wurde anerkannt. — Es handelt sich jetzt um augenblickliche Beschaffung der Mittel, dem Sin- kcu des Betriebes kräftig entgegen wirken zu können.
Bei der Freierklärung des Bergbailes blieb dem Staate unbezweifelt das Recht, die Zcchcn- eigenthümer anzuhalten, den Grubenbau so zu treiben, daß dem Gcineinwohle in jeder Hinsicht der höchstmöglichste Vortheil erwachse. Diese Sätze werden durch die höhere Staatsverwaltung, sowie durch Lie Staatsökonomic im Allgemeinen bedingt.
Dagegen liegt aber auch dem Staate die Pflicht ob, durch alle in seiner Macht stehenden Mittel den Bergbau zu unterstützen und in schwankenden Krisen zu halten. Ohne weitere Deduktion weisen wir in dieser Hinsicht auf das erste bergbautreibende Land der Welt, das Königreich Sachsen und dessen crzgcbirgischcn Grubenbetrieb hin. — Ein Baarvorschuß des Staates an die größeren Gewerkschaften, wogegen solche ihre Werke ver- hypothecirten, kann allein Abhülfe gewähren. Da aher auch dem Laude die Baarmtttel fehlen, so wäre die Kreirung von Papiergeld im Betrage der zu ermittelnden nöthigen Summe das passende Ersatzmittel. — Die Gründe, welche gegen eine zu bedeutende Ausgabe von Papiergeld in cmcm Sraate sprechen, müssen den gegenwärtigen Zeitverhältnissen und deren Folgen weichen; und die beantragte Maaßregel darf nur als ein unverzinsliches Darlehn gegen hinlängliches Unterpfand in Eisenwerken betrachtet werden.
Der jetzige provisorische Zustand muß baldigst ein Ende nehmen; mit dieser Endigung hebt sich wieder unsere Eisenindustrie, welche überhaupt in Deutschland bis jetzt den Bedarf noch lange nicht deckt. Sobald der allgemeine Verkehr auf seinen alten Fuß zurückgekehrt ist, werden die ausgegebenen Papiergelder von den Gewerkschaften wieder eingezogen und es erwächst somit weder Einzelnen noch dem Staate ein Nachtheil. — Das Herzog- thum Nassau hat verhältnißmäßlg die bedeutendste Eisensteinproduction von allen Ländern der Erde. Sollte diese Hauptader seines Nationalwohlstandes durch ängstliche, finanzielle Lehrsätze unterbunden werden? I. B. M.
^ Von der Weil, 13. Mai. — Am 28. vor. Monats versammelte sich eine Anzahl Nass. Gcwcrbtrcibendcr zu Limburg, um über die Mittel zu berathen, wodurch dem Nothstände, worin sich die Gewerbe, Handel und Landwirthschaft durch Stocken der Geldcirculation und des Waarxir- absatzes befinden, abgehvlfen werden. Zu diesem Zwecke wurde dort eine Commission erwählt, um den Entwurf zu einer vom Staate garantirten Darleihbank für das Herzogthum Nassau zu entwerfen, der alsdann den zusammengetretenen Ständen zur Berathung und Genehmigung vorgelegt werden soll. Bevor aber dieser Plan den Land- ständen vorgelegt wird, soll er nochmals in einer größeren Versammlung von Sachverständigen, welche zu Wiesbaden zusammen kommen, berathen und festgestellt werden.
Da cs nun durchaus nothwendig ist, daß der momentan gedrückten Industrie und dem Gewerb- ftand so schnell wie möglich aufgeholfen wird, damit nicht noch eine größere Anzahl von Arbeitern brodlos wird, so muß mit Energie darauf gedrungen werden, daß die Landstände sobald wie nur möglich einberufen werden.
<p Weilburg, 14. Mai. — So wenig wir die Thätigkeit und den guten Willen des Wiesbader Gewerbevereins verkennen, so wenig wir eS ihm zum Vorwurf machen wollen, daß er nach dem 4. März anderthalb Monate lang gezögert habe mit öffentlicher Beziehung der Politik auf das Gewerbwesen, so sehr müssen wir auf der anderen Seite an ihm tadeln, daß er, im alten Schlendrian befangen, nicht die rechten Mittel ergreife, um die Gemüther der Gewerbetreibenden dauernd dem Vereine zu befreunden. Schon wieder hören wir von gar Manchem, er wolle austreten, oder er finde es bei solcher Einrichtung noch nicht der Mühe werth einzutreten. Was ist denn aber der Hauptmißstand, der die Gemüther entfremdet? Nichts anders als die Bevorzugung der Hauptstadt in diesem Zweige, wie bisher in jeder anderen Beziehung. Wiesbaden möchte für Nassau sein, was Paris in Frankreich ist. Wer's aber wohl meint mit Deutschland, wird nie eine solche Centralisation deutscher Kraft in eine deutsche Stadt, wer's wohl meint mit Nassau, nie dies Hinziehen alles Vortheils, dies Verlegen alles Dominircns ausschließlich nach Wiesbaden gutheißen. Gott bewahre uns vor einem Parish auch vor einem Kleinparis. Wollen wir die Beispiele für jene