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des englischen und belgischen Eisens sondern des , Nassauischen Holzkohleneisens zum Maaßstab nimmt, . irrt ganz gewaltig. Letzteres kann auf dem großen Markt gar nicht concurriren ; ist zu theuer, ist aus dem großen Markt nur zu dem verhältuißmäßig geringen Bedarf von Maschinen u. dergl. zulässig.
Die gestiegenen Preiße der Lebensmittel sind bei Erwägung der früheren und jetzigen Frachten auszugleichen durch die verbesserte Lahnschifffahrt daher größere Tragfähigkeit der Lahnnachen.
Bei zunehmender Verbesserung der Lahnschifffahrt und besonders, wenn die Lücken überall durch Schleusten ersetzt sind, wird aber der Vortheil der weiter vermehrten Lastfähigkeit den Nachtheil steigender Preiße von Lebensmittel und Fou- rage überwiegen — also gute Aussichten für Bergbau und Schifffahrt — NB. erst Bergbau, weil ohne diesen keine Schiffahrt. —
Die höhern Frachten werden dem Eisenstein von der obern Lahn noch lange den Zugang zum großen Markte erschweren. Erst müssen die jetzigen großartigen Unternehmungen der Copulation von Eisenstein und Coaks die Frage:
Ob Deutschland in der Folge selbst genug
Eisen zu mäßigein Preis produciren kann? der Entscheidung näher bringen; dann wird die deutsche Nationalversammlung in Anerkennung des Grundsatzes:
daß aller Anfang schwer ist, die Eisenproduction in Deutschland wenigstens eine Zeit lang durch höher» Zollschutz unterstützen; — gute Aussicht für Schiffahrt und Bergbau der Lahn. — Hier, durch den Eisenreichthum der Lahngegend, sowie Verbesserung und Wohlfeilheit der Lahnschifffahrt muß die große deutsche Nationalsache der Entbehrlichkeit des englischen und belgischen Eisens entschieden werde»!!
Zum Schluß noch eine Bemerkung. Es ist dahin zu streben, daß die in der Lahngegend wohnenden Arbeiter genug Arbeit und angemessenen Lohn haben; — nicht aber, daß man künstlich aus andern Gegenden eine Ueberzahl von Arbeitern heranziehe; weil eine solche Ueberzahl bei den von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Schwankungen in den Geschäften eine bedenkliche und selbst unerträgliche Last werden kann. In dieser Beziehung war das bisherige Verhältniß an der Lahn ein angemessenes. F.
Fabriken und Manufacturen.
I. Artikel.
Bergbau' und Landwirthschaft, beide in unserm schönen engeren Vaterlande Nassau so innig verewigt, liefern überall die rohen Erzeugnisse zur Begründung von Fabriken und Manufacturen. Feuer liefern unsre, ein Dritttheil des Landes bedeckende, Waldungen und unsere unerschöpflichen Braunkohlengruben; Wasser in Menge geben uns der Rhein und Main, die Lahn und die von allen Seitenthälern ihnen zufließendcn Flüsse und Bäche; und trotz dieser Naturgaben sind bis jetzt wenige größere Anstalten der Industrie bei uns entstanden! Fehlte es wohl an Schutz von Seiten der Regierung, oder an Aufmunterung, oder an hinlänglichen Capitalien, oder an Kenntnissen? Ich glaube wohl, die hier ausgezählten 4 Hauptmängel wirkten vereinigt gegen uns; vor Allem aber die geringe Aufmunterung von Seiten der Regierung. — Unsere sogenannten Industrie-Schulen waren so viel mir bekannt blos Strickschulen; würde man für die im Winter unbeschäftigten Landleute und Bauarbeiter Wcberschulen errichtet haben, so hätten wir, wie am Nieder-Rhein, eine industrielle und zugleich ackerbauende Bevölkerung; unsere Landleute würden nicht nur ihre eignen Bedürfnisse sich selbst verfertigt, sondern wohl auch solche noch für den Handel geliefert habe». Blühende Manufacturen bewirken die Blüthe, den Reichthum und die Größe des Staates und seiner Bewohner. Wirkliche Industrieschulen müssen wir daher vor allen Dingen errichten und sehen, wie solche in andern Ländern eingerichtet sind; dies muß die nächste Aufgabe unserer Stänke sein; haben wir uns vorerst die Kenntnisse im Kleinen erworben, dann werden auch nach und nach größere industrielle Anstalten entstehen, und ein großer Vortheil ist schon erworben, wenn nur das Bedürfniß des eignen Volkes im Lande selbst erzeugt und der Geldabfluß nach fernen Gegenden, die wenig oder nichts von uns beziehen, verhindert wird. —
Die Jagd frei ohne Nachtheil für die Staals- und Gemeinde-Einnahme.
Ein Hoheitsrecht der Jagd eristirt nach den socialen Begriffen der Zeit nicht mehr; aber der II gegenwärtige Zustand der Recht- und Gesetzlosig- feit , der zur UnsichcrtM der Person und des / Eigenthums führt, kann auch nicht fortbestehen ;