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H- 9.

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Weilburg

Mittwoch, den 10. Mai.

1848. S~¥B

Gesetzlicher Fortschritt!

Uebersicht:

Gewerbwesen. Eisenindustrie. Fabriken und Manu'acturen Jagdwesen. Die neugrwäblten landständischen Deontirten. Von Wiesbaden (--Von Geltes Gnaden"). Vom Westerwald (Umtriebe der alten Schultheißen ) Don Neunkirchen (Der Krempler Hof.) Von ter Labn (Grund- und Gewerbsteuer; die Einheit Deutschlands; historischer Unterricht in den Volksschulen.) Blicke in's Nordamerika». Volksleben. Anträge. Aussprüche berühmter Staatsmänner.

Keine Freiheit ohne Industrie.

Im Jahr 1840 sagte ein großer Mann Frankreichs: --Die jetzige Zeit ist die des Rechtes und der Bethätigung Aller, eine Zeit steter Er­hebung, die gerechteste, sittlichste, freiste von allen denjenigen, welche die Welt bisher durchlaufen hat; denn sie strebt dahin, die gefammte Mensch­heit zu gleicher sittlicher Würde zu erheben imö die politische und bürgerliche Gleichheit aller Menschen vor dem Staate ebenso festzustellen und zu weihen, wie Christus ihre natürliche Gleichheit vor Gott geweiht hatte. Diese Zeit wird man die evangelische nennen können, denn sie wird nur der logische Beweis und die sociale Erfüllung desjenigen Principes fein, das ebensowohl in der heiligen Schrift wie in der Natur der Menschheit selbst geschrieben steht, ich meine die Erfüllung der Gleichheit und sittlichen Würde des Menschen, die endlich im Gesetzbuche der bürgerlichen Gesell­schaften ihre Anerkennung gefunden haben.--

» Wer in dieses Worten tiefster staatsmännischer

; Weisheit den Dichter erkennt, dessen edlem Gemüthe : sie entsprungen sind, der wird es hoffentlich nicht i mißbilligen, daß ich mich ihrer als der Worte ; einer großen Autorität bediene. Sie sind nun I auch- für uns Deutsche und insbesondere für uns

Nassauer feit dem 4. März zu einer Wahrheit geworden, voll der erhebendsten Hoffnungen für eine glückliche Zukunft. Wir haben die Freiheit errungen, der Geist hat den heimathlichen Boden erobert, in welchem allem er leben und gedeihen kann, er bat obgesiegt über die Materie, der er nicht biem-a darf, ohne sich' selbst aufzugeben und an den heiligsten Interessen der Menschheit zum Verräther zu werden! Das ist die neue evan­gelische Zeit, deren freundliches Morgenroth alle Gauen unseres Gesammtvaterlandes mit goldenem Strahle beleuchtet. Doch damit diese Freiheit nicht verkümmere, damit die neue moralische und poli­tische Ordnung, tie große Errungenschaft der Jetzt- j zeit, Bestand erhalte und immer freudiger sich