HK 8.
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Weilburgs. M»W, den 5. Mai. 1848.
Gesetzlicher Fortschritt!
Uebersicht:
Der 25. April in Limburg und Diez. Landesgestüt. Arbeitslosigkeit der Bergleute. Gemeindewesen und Land- vberschultheißereien. Don Usingen (Wahlversammlung.) Amt Dietz, Holzappel, Weilburg (Der Abgeordnete Schulz.) Don der Lahn (Abgaben; Gemeindewesen.) Erklärung von Buderus Söhne. Anfragen. Aussprüche berühmter Staatsmänner. Anzeigeblatt Nr. 1.
Der 25. April zu Limburg und Diez.
Eine politische Festhandlung, wie wir sie noch nie gesehen, versammelte uns heute in Limburg. Die Wahlmänner der Aemter Diez, Limburg, Runkel lind Weilburg sollten einen Abgeordneten zum deutschen Reichstage in Frankfurt wählen. Von früh Morgens ah strömten Wahlmänner und Freunde des Volkslebens in die alte Stadt ein, und bald sah man zahlreiche Gruppen in den Straßen und Gasthäusern zusammenstehen, die Candidaten der Wahl eifrig besprechend. Hierhin und dorthin wurden die verschiedenen Ansichten getragen und möglichste Einheit in freundlichem Meinungstausche angestrebt. Endlich erfolgte der Zusammenruf iu den ehrwürdigen, herrlichen Dom. Wohl hatte man Zweifel ausgesprochen, ob auch die Kirche ihre Pforteir einer politischen Handlung öffnen würde. Aber alle Erwartung fand sich auf die liberalste Weise übertroffen. Der hehre Dom erschloß sich den verschiedensten Glaubens,
bekenntnissen, um in echt altchristlicher Liebe und Eintracht den hohen Zweck eines einigen Deutschlands zu fördern. Bald waren die Wahlmänner versammelt und nach einigen ordnenden Besprechungen forderte Stadtschulth. Hartstein den ältesten Wahlmann auf Hervorzutreten, um den Vorsitzer wählen zu lassen. Der 73jährige Altschultheiß von Dauborn, Möhn, schlug nun den Conrector Schulz von Weilburg vor, welcher einstimmig angenommen? wurde. Ebenso einstimmig war die Annahme der nun von Conrector Schulz vorgeschlagenen Schreiber Kaplan Creutz von Diez und L. Mahling er von Limburg, sowie der Stimmzähler Deul von Diez, Groos von Lim- ! bürg, Engel von Runkel und F. Wimpf von i Weilburg. Darauf forderte Schulz die Wahl- I männer auf, sich nach den Aemteru in die 4Theile der unteren Kirche zu ordnen, ließ die Stimmzähler sich an die 4 Treppen nach der Emporbühne stellen und so die hinaufsteigenden Wahlmänner i jedes Amtes zählen und ihre Beglaubigungsscheine