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M- 4.

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Lahntmte.

WeMbWg. Mittwoch, den 5. April. 1848»

Gesetzlicher Fortschritt!

Uebersicht:

Ueber Nassauische Essen - Industrie. Der Nassauische Bergbau. Schiffbarmachung der Lahn. Ueber Schwur­gerichte. Volksschulwesen. Lehrertitulaturen. Lebrerversammlung in Limburg. Vom hohen Westerwald (Volkswehr.) Von Westerburg (Ercesse.) Vom mittleren Westerwald (Unerfreuliche Verhältnisse.) Aus dem goldnen Grund (Umtriebe) Von Hadamar (Forstverwaltung.) Von der Lahn (Gewerbèstand.) Von Weilburg (Adresse an die Bür­gerschaft von Limburg.) Anfrage. Ausiprüche berühmter Staatsmänner.

Ueber Nassauische Eisen-Industrie.

(Fortsetzung.)

+ In Nr. 3 dieses Blattes habe ich bereits im Allgemeinen auf die Vortheile hingewiesen, mit welchen im Gegensatz zu dem bisherigen Eisenstein­handel mit dem Auslande die Verhüttung im Lande selbst ohne Zweifel verbunden sein würde. Gegen­wärtiger Artikel soll die Ausführbarkeit und Ren­tabilität des vorgeschlagenen Unternehmens näher beleuchten. Es sind dabei vor allen Dingen drei Punkte entscheidend, nämlich 1) der Eisenstein; 2) das Brennmaterial; 3) die Capitalien.

Was zunächst die Frage betrifft, ob wir Eism- stein genug haben, um ö bis 6 Hochöfen englischer Art anlegrn zu können, so ist ebensowohl der außerordentliche Reichthum an Eisenstein, den unser Herzogthum besitzt, als die vorzügliche Güte des­selben so weltbekannt, daß ich darüber nichts wei­ter zu bemerken brauche.

Am meisten möchte dagegen der zweite Punkt,

das Brennmaterial, den Plan bedenklich und zwei­felhaft machen. Zur Beseitigung dieses Zweifels bitte ich meinen Vorschlag im Ganzen zu prüfen. Ich bemerke nämlich, daß ich das Unternehmen keineswegs auf Gußeisenproduction beschränkt wissen will. Im Gegentheil bin ich der Meinung, daß zwei Drittheile des ersten Produkts zu Eisen Nro. I, II, III verarbeitet, und nur ein Drittheil zum Guß (verschiedener Theile von Dampfmaschi­nen u. s. w.) gebraucht, demnach neben den Hoch­öfen englische Walzwerke, Dampfmaschinen-, Dampf­kessel- und Stahl-Fabriken angelegt werden sollen.

Um aus Eisenstein Roheisen zu gewinnen, ge­braucht man bekanntlich Hochöfen, die, je nachdem man sich dabei der Holzkohlen oder der Coaks bedient, verschiedene Dimensionen haben. Ich will hier nur auf diejenigen Rücksicht nehmen, die mit Coaks betrieben werden. Auch sie sind wieder nach ihren Dimensionen verschieden und produciren demnach mehr oder weniger. Von den belgischen Hochöfen dieser Art liefern einige nur 1,61,8