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zu Gemeinde und Staat. Die Ostfränkischen Bauern, die 1S25 den Heldentod für die alt­deutsche Gemeinfreiheit starben, verlangten in die­ser Hinsicht, wie folgt: "Zum ersten ist unsere demüthige Bitte und Begehr, auch unser aller Wille und Meinung, daß wir nun fürderhin Ge­walt und Macht wollen haben, eine ganze Ge­meinde soll einen Pfarrer selbst erwählen, auch Gewalt haben, denselben wieder zu entsetzen, wenn er sich ungebührlich hielt. (Der erste der XII Ar­tikel, welche die Hauptforderungen der Bauern enthielten.)

Es wäre gut, daß kein Geweihter (Geistlicher) in des Reiches oder der Fürsten Rath, noch zu irgend einem weltlichen Amt oder Gericht gebraucht, noch überhaupt zu weltlichen Sachen zugezogen würde. Denn Solches ist ihnen verboten, wie in der Schrift klar begründet ist. Denn durch der Welt Weisheit und Gebrauch werden sie verfin­stert im Geist Gottes, werden auch trag und versäumen den Dienst Gottes; wie am Tag liegt. Dadurch sind sie zu Herrn und die Welt­lichen zu Knechten geworden. Zuletzt wäre zu besorgen, weltliche Ehre möchte sie verführen, so daß sie dadurch die Gnade Gottes, wenn sie sie vielleicht haben, verlören. (Aus dem Heil­bronner Entwurf der Reichsreform.)

^ Limburg, 25. März. Von allen Seiten hört man, daß die Gemeinden in der näch­sten Zeit die ihnen oft aufgenöthigten öffentlichen Arbeiten, Bauten rc. liegen lassen wollen. Bei allen Gewerben entstehen daher bange Besorgnisse. Durch mehrere Nothjahre ist der Wohlstand der mittleren Klassen tief untergraben; kommt nun noch Mangel an Arbeit hinzu, so sehen nur dem Ver­derben eines ehrenwerthen Standes entgegen. Es ist daher eine eriiste Pflicht des Staates, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß im Laufe dieses Sommers recht viele öffentliche Arbeiten ausgeführt werden. Um die vielen ganz Armen, um brodlos gewordene Bergleute zu beschäftigen, müssen die schon so lange in Aussicht genommenen Landstraßen und vor allem die Eisenbahnen in raschen Angriff genommen werden. Es ist auch vom deutschen Gesichtspunkt aus wichtig, daß von Mainz nach Köln durch das Gebirge eine Eisen­bahn sich hinziehe, nicht am Ufer des Rheins, wo feindliche Kugeln von der linken Rheinseite sie leicht erreichen. Wir hoffen, daß der wieder­

geborene Staat Kraft und Entschossenheit genug besitzen werde, dieses längst als nothwendig er­kannte Werk schleunigst auszuführen. Das Labn- thal muß mehr in den Weltverkehr hinein gezogen werden unb unsere zahlreichen Armen müssen be­schäftigt werden, damit das ganze Volksleben sich vernünftig und gesund entwickeln kann.

§ Don Limburg, 23. März. Ein großer Theil der hiesigen Einwohner beabsichtigt ein Schützencorps mit Delvigne'schen Büchsen nach dem Muster der preußischen zu bilden. Eine preus­sische Kammerbüchse mit Hirschfänger kostet 18 Thaler pr. Cou.r. Es ist zu wünschen, daß sich mehrere Städte mit einander vereinigen, um durch Anschaffungen in größeren Quantitäten einen ge­mäßigten Preis zu erzielen.

/* Von der Nister, 25. März. Unser Hachenburg ist bisher vom Staate sehr stiefmütter­lich behandelt worden. Während in anderen Städten Behörden auf Behörden gehäuft sind, sind wir damit spärlich bedacht. Wir können aber keinen Grund finden, warum nicht z. B. das Oberappcl- lationsgericht seinen Sitz bei uns aufschlagen sollte. Im Gegentheil wäre es sehr gut, wenn es aus der Hauptstadt, wo doch immer mehr oder weni­ger eine Verwaltungsluft weht, recht weit weg gelegt würde.

gp Wied-Selters, 16 März. Unser steinernes Geschirr geht wegen seines trefflichen Stoffs soweit durch Europa, aber in einer Form und mit Zeichnungen, an welchen ein gebildetes Auge keinen Gefallen finden kann. Wäre es nicht Aufgabe des Gewerbvereins, durch Zeichenschulen einen mehr künstlerischen Sinn in unsern Töpfern zu entwickeln?

w Vom Taunus, 18. März Hoffent­lich wird unser wiedergeborenes Land recht halt einen der großen deutschen Wandervereine, zunächst die deutschen Aerzte oder Landwirthe, in seine ge­segneten Fluren einladen, damit es nicht länger als ein ungastliches dastehe, und damit unser Sinn für deutsches Volksthum, für das einige Deutsch­land immer tiefer in unserem Gemüthe wurzele.

« Von der Aar, 18. März. Die Land­stände haben schon im vorigen Jahr auf «ne