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keit, vertraut Euch selbst und der guten Sache, dann seyd Ihr reif für jene edlere Freiheit, die nicht mit der Faust, fondem mit der Kraft deS Geistes den Feind zu Boden schlägt.

Je mehr Vertrauen, um so mehr Arbeit, um so höher der Lohn und der Wohlstand aller Bürger. Das lehrt Euch die Geschichte seit 2000 Jahren. Als König David das Haus des Herrn erbaute, herrschte Handel und Vertrauen, und als zu Josephus Zeiten die Mütter ihre Kin­der schlachteten, da wüthete der Bürgerkrieg!

Liebe Freunde, so weit meine bescheidene Meinung. Wer ein besseres Mittel weiß, der theile es mit; wir Alle wollen es ihm Dank wissen; Friedrich Harkort.

Steuerverweigerung.

Der Beschluß des in Berlin zurückgebliebenen Theiles der preußischen Nationalversammlung, die Steuern zu verweigern, hat in Frankfurt unter der Mehrzahl preußischer Abgeordneten, welche sich sonst ganz unumwunden gegen das Ministerium Brandenburg aussprechen, die entschiedenste Mißbilligung ge­funden. Man betrachtet denselben nicht allein als ungesetzlich, denn die Nationalversammlung hat nicht das Recht, bereits verwilligte Steuern aufzuheben, sondern auch als im höchsten Grade unpolitisch. Eine Steuerverweigerung hebt jede staat­liche Form auf, da auch die äußerste Republik der Stenern bedarf, schleudert die Fackel der Zwietracht zwischen die ver­schiedenen Klassen, und predigt offen den Auf st and der Be­sitzlosen gegen die Besitzenden.

Diese Folge hat die Steuerverweigerung in Preußen theil­weise schon hervorgebracht. Man hat die Mahl- und Schlacht- steuer, welche zum Theil gar nicht in die Kassen des Staates, sondern der Gemeinden fließt, in mehreren größern Städten gewaltsam verweigert ; ja, es haben sich schon bewaffnete Banden gebildet, um jetzt auch fremde Waaren aus Belgien und Holland zollfrei über die Gränze des Zollvereins zu füh­ren. Holländische und englische Spekulanten suchen nämlich die Umstände zu benützen, um bedeutende Quantitäten englischer Manufakturwaareu hereinzubringen, ohne daß es sie den Zoll­satz kostet. Die Kasse des gesammten Zollvereins, der Schutz unserer ohnehin niedergebeugten In­dustrie wird dadurch auf das Empfindlichste be­einträchtigt, und den Nationalinteressen Deutschlands der größte Schaden zugefügt. Pflicht aller einzelnen Staaten des Zollvereins ist es daher, einer solchen Verwirrung auf das kräftigste entgegenzutreten. Der Nothstand und Erwerbs­mangel ist wahrlich groß genug, um keine muthwillige Erhö­hung der drückenden Last zu vertragen, und was die Berliner Nationalversammlung betrifft, so ist sie schon sonst zu Gunsten englischer Spekulanten über die Gebühr freigebig aus den Beuteln anderer Leute gewesen.

Politische Gewürzschachtel.

Was wir vorauSsagten, ist eingetreten. Die Jagdgesell­schafter auf dem Lande, nachdem sie alles, was ihr Geschoß

erreichen konnte, vernichtet, fangen an, in Händel sich zu »er* wickeln. Einer betrügt den Andern, wo er kann; und wir wollen Gott danken, wenn es bei dem Processieren bleibt, und nicht zum Todschießen kommt. Das Institut der Jagdpässe hielten wir für nothwendig und nützlich; doch müßte auch strenge darauf gesehen werden, daß Niemand den Vorschriften des Gesetzes zuwider handele. Aber leider vermissen wir immer noch die erforderliche Wirksamkeit der Behörden in Ausrecht­haltung der gesetzlichen Ordnung. Viele sollen ohne Pässe die Jagd ererciren.

Das Gesetz über die Einkommensteuer ist erschienen, doch ist es nicht im Sinne des Herrn «von der Weil" ausgefallen, wie sich vorauèsehen ließ. Wir zweifeln auch jetzt noch an der Möglichkeit, die ausgestellten Grundsätze praktisch durchzuführen, und die Ansichten bewährter Geschäftsmänner, die viele Jahre lang im Steuerwesen ausschließlich gearbeitet, stehen uns hier zur Seite. Auch ist für das Volkswohl damit nichts gewoit- nen, dem Gewerb- und Handelsstande aber ein arger Schlag versetzt. Das Treiben hierüber überlassen wir dem Nach­denken unserer Leser, und wünschen nur, es möchten unsere volksbeglückenden Phrasenmacher hieran wieder ein Beispiel nehmen, so wie auch, daß die Regierung mit den Ständen sich ferner nicht berücken lasse durch das Geschrei jener milch­bärtigen Publicisten, die noch nichts gelernt und nichts ver­gessen haben.

Als Beitrag zu der Frage übet den "Meilbnrger Fleisch- accis, dessen Abschaffung man einst zu den Grundrechten des deutschen Volkes zählte, möchte Folgendes dienen: das Pfund Wurst, welches früher 12 kr. kostete, wird nun schon seit mehreren Jahren zu dem festen Preis von 16 kr. abgegeben. Man sollte denken, daß durch diese Differenz, wobei das wurstessende Publikum in Rücksicht der Qualität wahrhaftig nichts gewann, die Accisthränen könnten getrocknet werden.

Niemand schreit ärger über Blums Hinrichtung, als die, welche sonst immer vom Halsabschneiden sprachen. Unsern de­magogischen Jesuiten konnte in Wahrheit nichts erwünschter kom­men, als dieser neue Stoff zur Eomödie. Auch in Weilburg hat man sich nicht darauf beschränkt, an das, was man in dm Zeitungen las, Betrachtungen und Gespräche zu knüpfen; man hat die Landleute herbei gerufen und eine förmliche Trauer­feierlichkeit veranstaltet, verbunden mit einer Sammlung für die Hinterbliebenen. Ueber jenen Act der Säbeljustiz, soweit er ein Handstreich war gegen den noch im Baue begriffenen Tempel deutsch-nationaler Einheit drücken wir, mit Mil­lionen Deutschen, unser innigstes Bedauern aus; und wären wir mit dem Gefallenen persönlich bekannt und befreundet gewesen, so würden wir auch eine Thräne der Trauer ihm weihen. Aber richten dürfen wir nicht. Nur die Welt­geschichte wird das Urtheil sprechen über eine That, die dem Boden eines gesetzlosen Ausnahmezustandes entwuchs.

Der Abgeordnete Jakobi sammelt in diesem Augenblicke für eine demnächst von ihm erscheinende Schrift «über die Potsdamer Camarilla» Subscribenten. Ein Berliner Witz schließt daraus, Herr Jakobi «scheine seine zahlungsfähi­gen Verehrer kennen lernen zu wollen.»

Verantwortlicher Redacteur: C. v. St, George. Druck und Verlag von L. E. Lanz.