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In wiefern der Kammer mit dem Austritte des verehr- lichen Deputirten ein Verlust droht, ist für uns gar keine Frage; für unersetzlich wird ihn Niemand halten, am wenig­sten H. Pf. H. selbst. Bei noch längerer Dauer des Nass. Landtags müssen also wahrscheinlich die Aemter Dillenburg und Herborn zum zweitenmale nachwählen. Viele Wahlmän­ner sind darüber aus mehrfachen Gründen und mit Recht sehr ungehalten. Möchte ihnen durch eine glückliche neue Wahl die erwünschteste Genugthuung werden. Die dafür in Aussicht genommene Persönlichkeit berechtigt zu den besten Erwartungen. Als solche wird im genannten Wahlbezirk vielfältig Hr. Medicinalrath Dr. Heydenreich in Herborn bezeichnet.

Politische Gewürzschachtel.

Noch immer gibt es Viele, die unter Preßfreiheit nichts anders sich denken, als die unbeschränkte Benutzung der Presse zur Veröffentlichung von Dummheiten, Lügen und Verläum- dungen, boshaften Ehrenkränkungen und Aufhetzereien aller Art, und immer ohne Namensunterschrift. Durch solche Mißbräuche wird die Freiheit nicht gefördert, sondern beschränkt, denn der, welcher unter dem Deckmantel der Ano­nymität seine Giftpfeile schleudert, ist immer im Vortheil, und der auf diese Weise Angegriffene entbehrt die Freiheit, sich zu vertheidigen. Wer es also mit der Freiheit im Allgemeinen, besonders aber auch mit der Preßfreiheit, ehrlich meint, der schände sie nicht auf solche Weise.

In Nr. 42 des W. Wochenblatts hat wieder ein Anony­mus unter der Aufschrift "zur Aufklärung für die nassauische Bürgerwehr« die gesetzliche Kraft des landesherrlichen Edicts vom 11. März d. J. in Zweifel gezogen und die Verpflich­tung der Staatsbürger zum Eintritt in die Corps der Wehr­mannschaft geradezu widersprochen, gestützt auf die Behauptung, daß es dem Gesetz an der Sanction der Ständekammer nicht nur fehle, sondern daß es sogar als von der Kammer ver­worfen anzusehen sei. Zur Widerlegung dessen führen wir nur an, daß unter den Forderungen der Nassauer vom 4. März die der allgemeinen Volksbewaffnung beinahe oben an stand. Wenn also die Regierung zur vollständigen Erfüllung der Zusage des Regenten ein provisorisches Wehrgesetz erließ, und die Ständekammer, um den deßfallsigen Beschlüssen der Nationalversammlung nicht vorzugreifen, jene Bestimmungen stillschweigend annahm, wenn sogar die Abgeordneten selbst mit wenigen Ausnahmen in den Reihen der Wehrmänner stehen, und diese in ihrer Gesammtheit die selbst entworfenen Discipli­narstatuten nach vorgängiger Berathung angenommen haben, dann unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß eine Wehrpflicht besteht, und jene Bedenken des Ungenannten im Wochenblatt als beseitigt können betrachtet werden.

Wir vernahmen vor einigen Monaten im W. Wochenblatt mehrmals die Stimme eines Bauchredners, der u. A. behaup- tere, er sei um deßwillen in die Gesellschaft für Fr., G. und O. nicht eingetreten, weil der Pr. v. St. G. zum Vorsitzen­den sei gewählt worden. Jene Gewiffensscrupel sind nun beseitigt. Bei der nach den Statuten vierteljährig zu erneu­ernden Wahl fiel die Mehrheit der Stimmen auf den Herrn Professor Krebs. Wir wollen nun sehen, ob und welchen Zuwachs die Gesellschaft erhält.

»I,., --, .........

Verantwortlicher Redacteur: C. v. St. George. Druck und Verlag von L. E. Lanz.

Nach einem Beschlusse der Nationalversammlung, dem das Princip der Demokratie ausschließlich zu Grunde lag, sollen auch die Elementarlehrer von den einschlagenden Gemeinde- bürgern gewählt werden. Der Lehrerstand selbst will hiervon nichts wissen, und wehrt mit Händen und Füßen. Was für die Lernenden dabei herausspringt, darüber können wir erst nach 10 20 Jahren urtheilen, vielleicht zu spät. Wir werden einsehen, daß uns auch hier, wie in vielen andern Dingen, mit dem lieben Princip nicht geholfen ist.

Inserate.

Ohrenmagnete

von James Garter in London.

Diese nach Vorschrift eines berühmten englischen Arztes gefertigten Magnete besitzen die besondere Eigenschaft, daß sie binnen wenigen Stunden selbst die heftigsten Kopfschmerzen beseitigen, namentlich wenn selbige chronisch oder gichtisch geworden sind. Nicht minder stillen dieselben rheumatische Zahnschmerzen in unglaublich kurzer Zeit, und sind zugleich ein sicheres Heilmittel gegen Ohrensausen, der gewöhnliche Vorbote von Harthörigkeit. Einen sprechenden Beweis hiervon liefern endstehende ärztliche getreue Zeugnisse.

Das Paar dieser Magnete in verschiedenen Cartons, mit der Anweisung, wie sie zu tragen und aufzubewahren sind, kostet 1 % Thlr. 2 fl 24 kr. rhein. und sind in Weilburg nur ächt zu haben bei L. E. L a n;.

Aerztliches Attest, über die Ohrenmagnete von James Garter.

Zufolge der günstigen Erfahrungen, welche ich über die heilsame Wirkung der Ohrenmagnete gemacht habe, kann ich nicht umhin, dieselben als eine der schätzbarsten Bereicherungen des magnetischen Heilapparates zu empfehlen. Es sind die Ohren nicht nur eine der bequemsten Stellen des Kopfes zum Tragen von Magneten, sondern auch wegen der wichtigen Ncr- venausbreitungen daselbst eine der geeignetesten und empfäng­lichsten. Daher lassen sich auch die überraschenden Wirkungen erklären, welche diese Art Magnete, gegen rheumatische, gicht­ische und nervöse Kopfschmerzen, gegen die sogenannte Migräne, gegen Zahnschmerzen, Ohrenreißen und Ohrensausen haben. In den geeigneten Fällen erfolgt der Nachlaß der Schmerzen meistens binnen wenigen Stunden. Da die Einwirkung des Magnetes häufig eine Geneigtheit zu Hautkrisen hervor ruft, so ist ein warmes Verhalten insbesondere dann zu beobachten, wenn das Uebel durch Erkältung herbeigeführt wurde.

(L. S.) Dr. I. E. Hedenus,

Stabt-Gerichts-Arzt zu Freiberz.

Zeugniß.

Nicht um Speculationen zu fördern oder Marktschreiereien zu Hülfe zu kommen, sondern aus innerer Ueberzeugung, die ich durch Auslegung der Ohrenmagnete gewonnen, hatte ich es für meine Pflicht, öffentlich zu bekennen, daß dieses Mittel nicht zu den gewöhnlichen Charlatanerien unserer Zeit gehört, sondern wahr und wahrhaftig mich von einer lang­jährigen Kopfgicht nach kurzem Gebrauche befreit hat.

Agnes von Müller in Prag.