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Volk, wie eS ist und Aepfelwein trinkt, wie es den Werth deiner Kunst mit Mchlsäcken mißt, und ^er besoffene Pfarrer »von der Weil» den Ficsko spielt. ‘ -
Die Fr. Z. läßt sich in Nr. 180 wieder von einem Lügner aus Weilburg berichten, daß die in Betreff der Zehnt- frage an die Staatsregierung abgescluckte Petition von der "Gesellschaft für Freiheit, Gesetz und Ordnung» ausgegangen sei. Die Gesellschaft hatte als solche des Inhalts dieser Petition sich nicht zu schämen; aber doch wurde, als die Sache (angeregt durch eine Mittheilung aus Herborn) zur Sprache kam, auf Vorschlag des Vorsitzenden einstimmig beschlossen, sie nicht als Vereinssache in die Hand zu nehmen; und so geschah es, daß die Petition nach vorgängiger Berathung ui einer Bürgerversammlung auf dem Rathhause offen gelegt, und darauf mit IGO wohlüberlegten und authentischen Unterschriften abgiiig. Wenn es also der »Freien Zeitung» nicht darum gilt, ihre Leser mit Unwahrheiten zu unterhalten, so möge sie auf dergleichen Korrespondenzen ein wachsames Auge haben.
Früher machte man Parforcejagden auf das Wild, jetzt gilt es die Jagden selbst, ohne Wild. Man treibt, man jagt und hetzt sich, um schließlich nur Aergerniß davon zu tragen. Die Gemeindekassen erzielen das drei- oder vierfache der frühern Pachtbeträge, und die Vorstände machen dabei noch allerlei lästige Bedingungen, z B. daß der Jäger unter keinem Vorwand eine Katze todtschießen dürfe. Solche Unbilligkeit ist wahrhaft unerhört; der Jagdpächter soll schutzlos sein gegen den Schaden, der durch Katzen verübt wird, während er selbst allen Schaden der Landeigenthümer, ja sogar (nach dem Feldfreveledict) den ersetzen muß, der unentdeckt von Andern verübt wurde. Täuschen wir uns nicht, so werden unter solchen Verhältnissen zahllose Rechtsstreitigkeiten hervor- gerufen, und wo die Wildjagd ein Ende genommen, wird die Gebührenjagd der Advocaten ihren Anfang nehmen.
Warum hat die Volkswehr zu Weilburg keine Musik? Diese Frage mußten wir oft mit verschämtem Achselzucken beantworten, da so gute Gelegenheit sich darbot, Etwas zu erlernen. Wer weiß jetzt, wann wir die große Trommel unseres Regiments wieder hören. Darum laßt uns rüstig an's Werk gehen. Bekamen wir doch eine schöne und kostbare Fahne, ein Freischießen zur Kirmes, das mehrere Hundert kostete, Waffenröcke und Federhüte; nun, dann werden wir auch Trompeten und Posaunen bekommen. Haben wir erst die Harmonie an der Spitze, dann wird sie im Innern auch sich finden.
Inserate.
Ohrenmagnete
von James Garter in London.
Diese nach Vorschrift eines berühmten englischen Arztes gefertigten Magnete besitzen die besondere Eigenschaft, daß sie binnen wenigen Stunden selbst die heftigsten Kopfschmerzen beseitigen, namentlich wenn selbige chronisch oder gichtisch geworden sind. Nicht minder stillen dieselben rheumatische Zahnschmerzen in unglaublich kurzer Zeit, und sind zugleich
ein sicheres Heilmittel gegen Ohrensausen, der gewöhnliche Vorbote von Harthörigkeit. Einen sprechenden Beweis hiervon liefern endstehende ärztliche getreue Zeugnisse.
Das Paar dieser Magnete in verschiedenen Cartons, mit der Anweisung, wie sie zu tragen und aufzubewahren sind, kostet 1 /3 Thlr. — 2 fl. 24 kr. rhein. und sind in Weilburg nur ächt zu haben bei L. E. Lanz.
Aerztliches Attest, über die Ohrenmagnete von James Garter.
Zufolge der günstigen Erfahrungen, welche ich über die heilsame Wirkung der Ohrenmagnete gemacht habe, kann ich nicht umhin, dieselben als eine der schätzbarsten Bereicherungen des magnetischen Heilapparates zu empfehlen. Es sind die Ohren nicht nur eine der bequemsten Stellen des Kopfes zum Tragen von Magneten, sondern auch wegen der wichtigen Nervenausbreitungen daselbst eine der geeignetesten und empfänglichsten. Daher lassen sich auch die überraschenden Wirkungen erklären, welche diese Art Magnete, gegen rheumatische, gichtische und nervöse Kopfschmerzen, gegen die sogenannte Migräne, gegen Zahnschmerzen, Ohrenreißen und Ohrensausen haben. In den geeigneten Fällen erfolgt der Nachlaß der Schmerzen meistens binnen wenigen Stunden. Da die Einwirkung des Magnetes häufig eine Geneigtheit zu Hautkrisen hervor ruft, so ist ein warmes Verhalten insbesondere dann zu beobachten, wenn das Uebel durch Erkältung herbeigeführt wurde.
(L. 8.) Dr. I. E. Hedenus,
Stadt-Gerichts-Arzt zu Freiberg.
Zeugniß.
Nicht um Spekulationen zu fördern oder Marktschreiereien zu Hülfe zu kommen, sondern aus innerer Ueberzeugung, die ich durch Auflegung der Ohrenmagnete gewonnen, halte ich es für meine Pflicht, öffentlich zu bekennen, daß dieses Mittel nicht zu den gewöhnlichen Charlatanerien unserer Zeit gehört, sondern wahr und wahrhaftig mich von einer langjährigen Kopfgicht nach kurzem Gebrauche befreit hat.
Agnes von Müller in Prag.
Literarische Anzeigen.
Bei L. E. Lanz in Weilburg ist vorräthig:
Sammlung der landesherrl. Edicte und anderer Verordnungen, welche vom 1. Juli 1816 an im ganzen Herzogthume Nassau Gesetzeskraft beigelegt worden ist. 3 Bde. (Ladenpr. 12 fl.) zum Herabges. Pr. 8 fl.
Verordnungsblatt des Herzogth. Nassau, die Jahrgänge 1839, 1840, 1841 und 1842. Geh.
(Ladenpr. â 1 fl. 48 kr.) â 54 kr.
Erschienen ist soeben und bei L. E. Lanz in Weilburg vorräthig:
Die Regentenfamilie v. Nassau-Hadamar, oder Geschichte des Fürstenthums Hadamar, mit besonderer Rücksicht auf seine Kirchengeschichte, von den ältesten Zeiten bis auf unsere Tage, nach Urkunden bearbeitet von I. Wagner. 1s u. 2ö Heft. gr. 8. drosch. ä 24 kr.
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Verantwortlicher Redacteur : C. v. St. George. — Druck und Verlag von L. E. Lanz.