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Mannschaft ihre Fahne, ein heiliges Gut, ein kostbarer Schatz, ein Kleinod, theurer selbst als das Leben. Ein solches Kleinod übergibt heute in Gegenwart Seiner Hoheit, unsres geliebten Herzogs, der Frauen und Jungfrauen vaterländischer Sinn Eurer schützenden Treue, Pure« tapferen Muth. Wohl wissend, daß Ihr Weilburgs altes, nie versagtes Recht, Waffen zu tragen, jetzt mit neuer Freude ubet, haben sie in freudiger Erregung mit kunstgewandten Händen ein neues Zeichen bereiter, daß es Euch vorlcuchtc, nicht blos bei festlichen Auszügen, sondern, wenn es sein muß, auch im ernsten Kampfe für des Lebens schönste und heiligste Güter. Freudig und muthig, wie Eure Herzen für Deutschlands Glück und Wohlfahrt schlagen, soll cs sich fortan in den Farben vor Euch erhebeii, die von jeher Allen theuer waren, die für Deutschlands Freiheit und Deutschlands Einheit lebten und wirkten oder kämpften und starben. Denn was es gilt, wenn dieses Banner weht und Ihr in frohen oder ernsten Tagen Euch um es sammelt, das verkündigen Euch seine altehrwürdigen sinnvollen Zeichen. Der deutsche Eichenkranz bedeutet Deutschlands Kraft und Deutschlands Größe; die sollen nie und nimmer gebrochen werden! Der deutsche Reichsadler mahnt an Deutschlands Einheit und hohe Herrlichkeit unter den Völkern: die müssen eine heilige Wahrheit bleiben! Der Nassauische Löwe an des Adlers Brust im blauen Felde mit dem goldncn Rande erinnert nicht blos an der Nassauer altbewährte Tapferkeit und nie verletzte Treue gegen Fürst und Vaterland, sondern auch an Nassau's Glück, Deutschlands Herz zu sein und im herrlichsten Emver- ständniffe mit seinem hochgesinnten Herzoge den ersten Puls­schlag zu Deutschlands neuem Leben gegeben zu haben und fordert Euch auf, Nassau's treue Bürger, Deutschlands würdige Söhne zu sein und zu bleiben. Weilburg endlich in dem Eichen- kranze und Weilburgs wohlbekanntes Stadtwappen oben in dem Spieße heißt Euch über des Lebens höchsten Gütern auch deS Herzens theuerste Güter nicht zu vergessen und ruft Euch freundlich zu: suchet allezeit der geliebten Vaterstadt Bestes; denn wenn es ihr wohl geht, so geht es Euch auch wohl. Lasset darum Friede und Eintracht in ihren Mauern herrschen; lasset sie niemals ihres alten Ruhms, ein Muster der Gesetz­lichkeit und Ordnung zu sein, beraubt werden; lasset, was ihr in ihr bauet oder gebauct habt, Haus und Heerd, lasset, was in ihr wirket und wohnet, Kirchen und Schulen, Weib und Kind, Handel und Gewerbe, Arme und Nothleidende Eurer Liebe und Treue, Eurem Schutze und Beistände stets empfohlen sein.

Daß Ihr, deutsche Wehrmännncr, geliebte Brüder, dass Ihr für diese heiligen Güter leben und wirken und, so es Gottes Wille ist, auch kämpfen und bluten, dass Ihr diese schöne Fahne, dre Erich eben so freundlich als ernstlich an Eure Heiligen Wehrmannepflichten mahnet, wie die eigne Maiincsehre bewahren und selbst mit dem Leben vertheidige« wollet, davon sind die Frauen und Jungsrauen, aus deren Händen Ihr heute das kostbare Kleinod empfanget, davon sind wir alle mit ihnen fest überzeugt. Ja fester noch als die Nägel in diesem Schafte werdet Ihr an der Fahne und an dem, was ihre Zeichen Euch deuten, an Deutschlands Einheit und Freiheit, an Nassau's Ruhm und Treue, an Weilburgs Pflicht und Ehre halten.

Daß sie blühen und wachsen, Deutschlands, Nassaus, Weil­burgs Glück und Wohl, daß alle Hoffnungen unsres schönen großen Vaterlandes in Erfüllung gehen, daß es in jeder Hinsicht werde, was alle deutschgesinnte Herzen wünschen, da/Land, auf welches alle Völker der Erde mit Bewunderung sehen, das Land, von welchem alle Völker der Erde lernen können, weise zu sein und glücklich zir werden, das erflehen wir von Dir, Herr

der Herren, Gott der Heerschaaren. D« hast bis hierhin geholfen, Du wirst auch ferner helfen, wirst Deutschlands Horn erhöhen über alle seine Feinde, wirft schaffen, daß Güte und Treue einander begegnen, daß Gerechtigkeit und Friede sich küssen, so weit man deutsche Lieder singt. Siehe in Deinem Namen breiten wir unsre Hände aus gegen diese Fahne und weihen sic in Deinem hochheiligen Namen für des Vaterlandes heilige Sache! (Herr Pfarrer Dörr:) Ja für Deutschlands Freiheit und Größe, für Nassau's Treue und Ruhm, für Weilburgs Ehre und Pflicht weihen wir sie in Deinem Namen, o Gott! (Herr Decan Manger fortfahrend:) Nie müsse ein Frevel sie verletzen, nie müsse Feigheit und Verrath sie schänden, nie müsse ein Feind sie denen rauben, die sich um ihr schwarz- roth- gvlknes Panier versammeln! (Herr Pfarrer Dörr:) Wo sie die festliche Freude verherrlicht, da walte die Liebe und der Friede, wo sie zum ernsten Kampfe sich entfaltet, da stehe das Recht und der Sieg! (Herr Decan Manger schließt:) Was ihre ehrwürdigen Zeichen andeuten, das sei denen, die ihr folgen, heilig und unverletzlich, das werde durch Deine Gottes­macht Deutschlands Glück und Nassau's Heil und Weilburgs Freude! Amen.

Nach Herrn Pfarrer Müller, der die Weihe nach dem Ritus der katholischen Kirche vollzog, sprach noch Herr Treu eil fels folgendes Gebet:

Unser Vater und König, Einziger, zu dem die Gebete Aller emporsteigen, Herr des Krieges, Spender des Friedens! Dich rufe auch ich an, daß Du Deinen Segen gebest zu dieser Feier, daß Du wollest schützen, erheben und krönen mit Ehre und Ruhm diese Fahne und die sie tragen und die ihr folgen und Alle, die zu diesen Farben sich bekennen. Laß unter ihrem Schutze herrlich gedeihen Bürgersiim und Bürger- tugend, Eintracht und brüderliche Liebe! Möchte sie stets nur sich entfalten zu kriegerischem Spiel, zu fröhlicher Feier; wo eS aber gelten sollte einzustehen mit den Waffen für Vater­land, Freiheit und Recht, da hefte an die Banner des ver­einten Deutschlands sich der Sieg, daß sie schrecken im Innern den schwarzen Verrath uiio zermalmen draußen den blutigen Feind und wahren das goldnc Kleinod deutscher Ehre. So sei es Dein Wille, Herr! so vollende Du eS mit Deinem Rathe und mit Deiner Kraft! Der Herr segne Euch und behüte Euch rc.

Der Commandant fuhr fort:

So übergebe ich denn diese Fahne ihrem künftigen Träger. Bewahren Sie dieselbe als ein Kleinod der Ehre und des Ruhmes.

(Fahnenträger:) Ich gelobe es.

Wehrmänner! Es bleibt mir noch übrig an Euch die feierliche Frage zu richten: Seid Ihr bereit mit unverbrüch­licher Treue zu dieser Fahne zu halten, wenn cs gilt dem Kampfe für Freiheit, Recht und Vaterland?

(Wehrmänuer:) Ja.

Mit dieser feierlichen Erklärung reichen wir uns Alle brü­derlich die Hand. Ein Mann, ein Wort. Was Ihr ver­sprochen habt, werdet Ihr halten. Nur Einigkeit macht stark. Wohl dem Lande, in dem ein kräftiger Sinn für alles Gute und Edle waltet!

Was wir alle wünschen und hoffen, wofür wir alle streben und kämpfen, möge es sich erfüllen zum Heil der M t- und Nachwelt. Es lebe Weilburg mit seinen edlen Frauen und Jungfrauen, es lebe Nassau mit Seiner Hoheit dem Her­zoge Adolph, es lebe das vereinigte freie Deutschland! hoch!!