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auS Düsseldorf ein Reglement in 6 Paragraphen vor, das feiner Einfachheit und Kürze wegen durch Blum u. A. zur Annahme empfohlen wurde. Andererseits stellte v. Reden aus Berlin den förmlichen Antrag: die von Mohl, Murschel und Schwarzenberg entworfene und gedruckt unter die Mitglieder vertheilte Geschäftsordnung einstweilen anzunehmen, und dieselbe behufs der defini­tiven Annahme sodann durch eine Kommission von 15 Mitgliedern prüfen zu lassen. Zwischen diesen verschie­denen Anträgen theilten sich die Meinungen einzelner Redner; die Diskussion wurde durch Zwischenruf. und dergleichen so lebhaft, daß die Leitung derselben vom Prä­sidentenstuhle auö nicht eben eine leichte Aufgabe war. Vizepräsident v. Lindenau schlug (wenn wir recht verstanden) vor, auf vier Wochen einen Präsidenten mit starker Lunge zu ernennen. Das Resultat der Debatte war, daß v. Reden's Antrag genehmigt wurde. Da nach dem vorläufig angenommenen Reglement vor Allem ein provisorischer Präsident zu ernennen ist, so handelte es sich um die Frage, ob diese Wahl sofort oder morgen stattfinden solle. Die Mehrheit entschied für Aussetzung bis morgen, wo dann auch die Kommission znr Prüfung der Geschäftsordnung gewählt werden soll. Eine neue Debatte entspann sich über die Frage, ob die Wahl deS provisorischen Präsidenten durch das Alters-Präsidium oder etwa den Präsidenten des FünfzigerausschnsseS zu leiten fei; die Entscheidung fiel für Ersteres auS. Ein Bericht über die bisherigen Einleitungen für den Druck der Verhandlungen führte zu dem Beschluß, daß die stenographischen Aufzeichnungen, jedoch nicht in amtlicher Form, zu veröffentlichen seien. Auf Stedtmann's Antrag wurde beschlossen, eine Kommission von 5 Mit­gliedern zur Prüfung der von der Anmeldungskommission getroffenen Veranstaltungen zu ernennen. Der Bischof von Münster regte sodann, unter Berufung auf die Bi- belftelle:Wo der Herr nicht mitbaut" re., die Abhal­tung kirchlicher Festlichkeiten von Seiten aller Konfessio­nen an, um den Segen des Himmels auf das Wirken der Versammlung herabzurufen. Venedey bemerkte: daß dies theilweise schon geschehen, die Kirchenfeier aber jedenfalls, wo cs sich um das gemeinsame Interesse Aller handle, eine gemeinschaftliche sein müsse. Ra­ve a u r führte, unter großem Beifall den Spruch an: Hilf dir, so wird Gott dir helfen!" Die Sitzung wurde gegen 7 Uhr geschlossen und die nächste auf morgen 10 Uhr Vormittags festgesetzt.

Frankfurt, 19. Mai. In der heutigen Vormit­tagssitzung der deutschen Nationalversammlung fiel unter 397 Abstimmenden die Wahl eines provisorischen Präsi­denten auf Minister Heinrich von Gagern mit 305 Stim­men. Weitere Stimmen erhielten v. Soiron 85, Robert Blum 3, v. Lindenau 1, v. Vincke 1 und Cnyrim 1.

(F. I)

Köln, 17. Mai. Eine heute hier eingetroffene tele­graphische Tepesche aus Berlin lautet: Berlin, 16. Mai, i3U Uhr Nachmittags. Die neuen Demonstrationsver­suche sind gescheitert.

Hamburg, 15. Mai, 8'/- Uhr Abends. Mit dem heute Abend eingetroffenen Bahnzug erfahren wir, daß man von Alsen her wieder Kanonendonner vernommen habe: auch waren Gerüchte von einem sehr ernstlichen Treffen in Umlauf, welches zwischen den hannoverschen und braunschweigischen Truppen und einem ansehnlichen Korps Dänen zum Nachtheil der letzteren vorgefallen sei. Es scheint dies aus einer Verwechslung mit dem gestern gemeldeten Treffen bei Frivericia zu beruhen. Ein heute Abend uns zugegangenes Schreiben auS Flens­burg von gestern Mittag weiß nichts davon. (H. C.)

Rendsburg, 13 Mai. DieBörfeuhalle" meldet: Nach Privatmiltheilungen aus England hat die dänische Regierung aus den Flinten noch mancherlei Kriegsmu- nition, unter Anderem auch Raketen, bestellt, wegen Geldmangels aber diese Bestellungen wieder zurückneh­men müssen.

unga v it.

P estH, 11. Mai. Die Revolution ist in reißendem Gauge. In der eben abgehaltenen Sitzung der perma­nenten ComitatSdeputation wurden mehrere Mitglieder an ben Erzherzog Stephan gesendet, welche von ihm Fol­gendes mit dem Bemerken fordern sollten, daß man im Verweigerungsfalle das Land in Revolutionsstand und für losgelöst von Oesterreich erklären werde: augen­blickliche Absetzung des Commandirenden v. Lederer und Versetzung desselben und der übrigen Offiziere in den Anklagestand, Beeidigung des Militärs auf die ungari­sche Konstitution, und endlich ein öffentliches Verfahren bei der Untersuchung. Den italienischen Soldaten ist ein Dank des ComitatS votirt worden. Nach einigen Stunde» kehr­ten die Deputirten vom Erzherzoge, bei welchem sämmt­liche hier anwesende Minister versammelt sind, zurück. Der Erzherzog versprach, daß bad Militär morgen aus die Constitution schwören, der Commandirende und die anderen Offiziere, wenn sie schuldig befunden, nach der Strenge deS Gesetzes bestraft werden sollen. Die Un­tersuchung soll öffentlich sein. Für die Person deS Com- manbirenben bürgte der Erzherzog mit seinem Worte.

9 Uhr AbendS. Der Premierminister Bathyanyi ist eben aus Wien angefommen. Morgen wird große Volksversammlung auf dem MuseumSplatze sein. Man spricht von der Abdankung der Minister, mit Ausnahme Bathyanyi's und Kossuth'S, zu Gunsten ultraradikaler Nachfolger. Die Republikaner regen sich mächtig-; jfie ziehen auch die Person deS Erzherzogs in das blutige Trauerspiel. Die aufregendsten Gerüchte werden ver­breitet. Viele auf dem Platze Gebliebene seyen von den Soldaten heimlich verscharrt worden und dcrgl. Die ganze Bevölkerung ist auf den Beinen und in höchster Auf­regung , Redner lassen sich überall vernehmen.

12. Mai. Die Nacht ist ruhig abgelaufen, kein Soldat ließ sich blicken, alle Posten waren von Natio­nalgarden besetzt. So weit die Untersuchung bis jetzt gediehen, stellt sich heraus, daß die Kürassieroffiziere, welche bei Gelegenheit des festlichen Empfangs des Erz­herzog-Statthalters vom Volk ausgezischt wurden, die Hauptschuldigen bei den vorgestrigen Blutszenen waren. Ohne Autorisation der betreffenden Behörde haben sie ihre Soldaten in verschlossenen Häusern versteckt und sind dann wie aus Hinterhalten über die wehrlose Menge Hergesallen. Von Todten ist noch keine offizielle Kunde, zwölf, unter ihnen einige Frauen, sind schwer verwun­det. Die bezichtigten Offiziere sind sämmtlich eingezo­gen und erwarten eine exemplarische Strafe. Sie hätten alle Zugänge zum Erzherzog Stephan abgesperrt, damit keine Kunde zu ihm dringe. Diese Offiziere sind Oester reicher und Kroaten. Nachschrift. Der Komman- dirende, Baron Ignaz v. Lederer, hat sich nach Wien begeben, der Erzherzog muß also nicht für ihn gebürgt haben. Es ist die Ordre an den ungarischen Minister in Wien abgegangen, die Auslieferung Lederer's zu for­dern. An dessen Stelle ist provisorisch der Stabsoffizier Baron von Boyneburg ernannt. Derselbe ist ein gebo­rener Ungar. In diesem Augenblicke beginnt die Komi­tatssitzung. (D. A. Z.)

Frankreich.

Paris, 16. Mai. Heute morgen ist die Stadt ruhig, alle Läden wieder geöffnet. Doch sind alle Plätze von starken Truppenmassen besetzt und es circuliren Ge­rüchte, es solle ein neuer Sturm beginnen, um die Ge­fangenen im Fort Vincennes zu befreien. Die Blätter der anarchischen Partei, die Reforme, die Commune de Paris u. s. w. sind nicht erschienen. Um'L Uhr wird die Sitzung der Nationalversammlung eröffnet. Sie beginnt mit Vorwürfen gegen den Präsidenten (Buchez) den man der Schwäche und Unentschlossenhei! anklagt; mit lauten Anklagen gegen den Polizeipräfekter Caussidiere, den man offen des Einverständnisses mit den Aufrührern beschuldigt. Nur mit vieler Mühe kam sich Garnier Pages Gehör verschaffen.Nach Besie­gung des gestrigen Attentats, sagte er, hat die proviso-