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terland" an. Da brachen plötzlich von rückwärts höchst zweideutige Individuen in den Kreis der Lampenträger, hieben auf dieselben und die Sänger sowie Musiker ein, schleuderten Steine gegen den Wittelsbacher Hof und insultirteu einen zur Ordnung mahnenden Artillerieoffi­zier dergestalt, daß er von seiner Waffe Gebrauch machen mußte. Es herrschte eine babylonische Verwirrung, Wei­ber und Kinder wurden zu Boden getreten und harm­lose Zuschauer mißhandelt. Ueber die eigentliche Ver- anlassung herrscht zur Zeit noch einiges Dunkel, doch ist so viel bereits konstatirt, daß eS keineswegs eine De­monstration politischer Natnr war. Es ist bewiesen, daß man schon vor dem Zuge die Zuschauer aufzuwiegeln suchte. AnerkennenSwerth ist, daß man im Nu von allen Seiten sich bemühte, alsobald die rohen Leiden­schaften zu dämpfen. Stadtwehr und Studenten waren zu Patrouillendienst bereit. (Fr. I.)

München, 13. Mai. Wie wir so eben erfahren, beabsichtigt die österreichische Regierung, die in Tyrol befindliche Truppenmacht zu verstärken, um die süd­deutsche Bundesgränze gegen jeden feindlichen Einfall vollends zu sichern. Zu diesem Zwecke wird das k. k. Infanterieregiment Latour, welches ursprünglich nach Ulm bestimmt war, wo sür diese drei Bataillone im ge­genwärtigen Augenblick noch nicht hinreichende Unter- kunft vorhanden ist, von Jngoldstadt und Regensburg über München nach Tyrol marschieren. An dessen Stelle wirb demnächst ein anderes Infanterieregiment aus Böh­men nach Ulm abgehen, wo inzwischen die nöthigen Vorkehrungen zu dessen Unterbringung getroffen sein werden. (A. Z.)

Köln, 14. Mai. Noch Hente wird eine Volks- versannnlung zur Berathung einer Adresse stattfinden, um dem Könige die Stimmung der Bevölkerung über den Prinzen von Preußen kund zu thun und aus die allgemeine Aufregung hinzuweisen, welche seine Rück­kehr in einer so schwierigen Lage wie der gegenwärtigen, ohne Zweifel erregen würde. (Köln. Z.)

Breslau, 12. Mai. Aus den HerzogthümernQs- Wiecim und Zator wird uns gemeldet, daß, als daselbst die Wahl der Abgeordneten für Frankfurt vor­genommen werden sollte, die Wahlmänner aller Landge­meinden, wie auch der Städte, die Stimmzettel leer zurückgegeben haben, mit der Bemerkung, daß sie kei- aen Deputirten nach Frankfurt senden wollen; sie seien gut kaiserl. österrei­chisch gesinnt, wünschten jedoch bei Galizien zu verbleiben und Nichts von den deutschen Angelegenheiten zu wissen. (Brest. Z.)

Rendsburg, 12. Mai. Nach einem Briese aus dem Hauptquartier zu Kolding vom 11. d. ist vom dor­tigen Kriegsschauplätze nichts Neues zu melden. Kleine Neckereien an der Küste abgerechnet, ruhen die Waffen. Freiwillige ziehen täglich durch und zurück in die Hei- math. Alles sehnt sich nach Beendigung dieser Unthä- tigkeit. Hier trug man sich den ganzen Tag mit dem Gerede, daß zwischen 4 und 7 Uhr anhaltender Kano­nendonner gehört worden, und obgleich dieser fast täg­lich gehört sein will, schien doch heute etwas an dem Gerede zu sein, da Reisende aus Schleswig, Eckern­förde , Kiel rc. ebenfalls von einem solchen berichteten. Diesen Abend ist nun ein preußischer Offizier hier an­gekommen, der von einer ernstlichen Affaire bei Alsen sprach, ohne jedoch Näheres mittheilen zu können.

(Schl.-Holst. Z.)

Wien, 11. Mai. Gestern hat endlich der Erzher­zog Ludwig, der in allen Klassen der Gesellschaft als das Haupt einer zurückwirkenden Partei bezeichnet wird, auch seine Direktion über das Artilleriewesen, das er bis zur Stunde bekleidet hat, an den Feldzeugmeister Grafen Künigl übergeben. Er zieht sich mit dem Hofe aufs Land zurück. (B. N.)

Frankreich.

Paris, 13. Mai. Die Waffenmanufaktur von Chatellerault hat von der Regierung eine Bestellung von

100,000 Flinten erhalten, die in der kürzesten Frist geliefert werden sollen.

17 Bataillone der mobilen Nationalgarde von Paris sollen vor Ende Mai zur Alpenarmee abgehen und blos 8 Bataillone dieser Truppengattung in Paris bleiben. Durch das Loos sollen die Bataillone bezeich­net werden, die an die Gränze rücken würden.

(Nachschrift.) Es bildeten sich an den Thoren St. Martin und St. Denis immer größere Zusammen­rottungen. Im ersten Arrondissement sollte General­marsch geschlagen werden. Bald aber wurden die Tam­boure von Haufen angehalten, welche die Trommeln einschlugen. Die Nationalgarde ist aber entschlossen, ihre Pflicht zu thun. (F. I.)

Paris. Die Vertagung des NationalfesteS auf den 21. Mai wurde diesen Nachmittag in der Nationalver­sammlung von dem Minister des Innern, Hrn. Recurt, zur großen Ueberraschung der Kammer angezeigt. Die Kammer war ganz im Zuge, über sein Reglement zu debattiren, als Hr. Recurt, ohne daß ihm die Diskus­sion einen Anhaltspunkt dazu bot, diese mit der Eröff­nung unterbrach:Ich habe die Ehre die Versammlung zu benachrichtigen, daß daö auf morgen anberaumte Fest an diesem Tage nicht wird stattfinden können, da die Vorbereitungen nicht beendigt sind. (Lärm.) Zudem sind uns viele Reklamationen von Delegirten der Departements zugekommen, welche bis zu diesem Tage nicht würden hier eintreffen können. DaS Fest wird um acht Tage aufgeschoben." Eine lebhafte Be­wegung folgte dieser Mittheilung. Die Kammer setzte jedoch sogleich ihre Berathung über ihr Reglement fort. Die Unkosten des Nationalfestes belaufen sich, wie es heißt, auf 2 'U Millionen Francs. (F. I.)

Nachrichten aus Frankreich, 13. Mai. Die­selben sind keineswegs beruhigend. Die sranzösische Re­gierung hat 100,000 Flinten bestellt mit dem beson­deren Auftrage, daß dieselben schnell fertig sein sollen. Der Kriegsminister Arago hat der Volksversammlung ^»gezeigt, daß Frankreich im Ständen, 50ü-00£) LuL- volk, 80,000 Mann Reiterei, 200,000 Mann Mobil­garde und eine tüchtige Flotte zu stellen. ES ist ganz unzweifelhaft, daß Frankreich bald an uns den Krieg erklären und sich vielleicht mit Rußland verbinden wird, um Deutschland zu zerreißen. Polen soll als Vor­wand zu diesem Kriege dienen; wenn wir Deutsche also nicht einig sind, wenn wir den Aufruhr und den Bru­derkrieg aufkommen lassen, wenn es der Nationalversamm­lung zu Frankfurt nicht gelingt, die Reichöeinheit her- zustellen, wenn nicht ganz Deutschland sich bereitwillig den Beschlüssen zu Frankfurt unterwirft, wenn nicht die Eifersucht zwischen den deutschen Staaten, namentlich zwischen Oesterreich und Preußen, verschwindet, so sind wir unrettbar verloren, wir werden zerrissen, wie daS uneinige Polen zerrissen worden ist, und nie werden wir alsdann wieder auferstehen. Geht aber ein einiges, starkes, freies Deutschland auS den Beschlüssen zu Frank­furt hervor, so ist nicht allein unser Vaterland, sein Glück, sein Ruhm, seine Größe gerettet, sondern auch ganz Europa, denn das freie und einige Deutschland wird auch Polen als Grenzmauer gegen Rußland wie­derherstellen und Italien seine Freiheit und Einigkeit nicht beneiden. Darum ihr Deutsche seid mißtrauisch gegen eure äußeren und inneren Feinde, seid einig! einig!

Italien.

Turin. Am 8. d. ist das Parlament eröffnet wor­den. In der Thronrede wurde die Hoffnung ausge­sprochen, es werde Italien das werden, wozu die Vor­sehung eS bestimmt habe, eine Nation. Ziemlich un­zweideutig wurde ebenfalls aus Vergrößerungen hinge­deutet, welche dem Königreich Sardinien bevorstehen.

Geschichte Ses Veutschen Bauernkrieges.

Von Dr. Julius. (Fortsetzung.)

Die Schwarzwälder Bauern hatten anfangs ihre Be-