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No. 56.

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Der V-lksfnund.

Sobald wir Deutschen eine Nation sind, sind wir die erste.

Seume.

Wiesbaden. Sonntag, den 14. Mai 1848.

t*t Schuldenlast

der deutschen und europäischen Staaten.

Wer sich einen Begriff machen will von der Schul­denlast der europäischen Staaten, der mag sich die hier folgende Liste einmal anschauen. Man erschrickt vor den ungeheuren Zahlen, die mit jedem Jahre wachsen. Wohin soll das führen?

I. Deutsche Staaten.

1786

1818

1845

Auf jede Familie.

Oesterreich . .

Mill. 180

Mill. 600

Mill.

1240

fl.

177

Preußen. . .

keine.

325

300

86

Baiern . . .

34

105

138

160

Sachsen . . .

40

30

20

58'/.

Hannover . .

unbek.

30

3473

109

Würtemberg .

Baden . . .

0

24

16

2174

34

627, 136

Kurhessen .

0

2

27,

17

Großherz. Hessen

r

1271

11 Vs

71

BeideMecklenburg

?

3

37.

32

Sachsen Weimar

?

6

57s

107

Oldenburg . .

0

0

0

0

Nassau . . .

0

6

67.

86

Braunschweig .

2

47s

874

168

Sachsen Koburg

17s

27.

47,

152 mit Gotha.

Meiningen

2

4

57t

175

Dessau u Bernvurg

0

?

0

0

Anhalt Köthen.

0

17s

17s

155

Hohenzoll. Heching.

0

?

Vs

148

Sigmaringen

0

r

0

0

Reuß....

0

?

0

0

Lippe-Detmold.

0

0

0

Schaumb. Lippe

0

V,

0

0

Waldeck. . .

0

?

17.

125

Hessen - Homburg

0

7.

1

208

1 Hamburg . .

2

137,

49

1580

! Lübeck. . . .

2

3

3

333

Bremen . . .

2

47,

57»

335

Frankfurt . .

2

78

87g

793

Münster .

3l|.

Hildeèheim.

3

Gotha . , Hildburghausen

2

4

2

7.

12

i Hierin die kleineren aufgelösten Staaten, und diejenigen, von 6 c« : neu die Ziffer nicht- i her bekannt ist, etwa : Gesammtschuld

30

8

c. 318

1200

1900

Von Kurhessen ist vor 3 Jahren ein neues Anlehen von HV4 Mill. Gulden abgeschlossen worden. Hamburg mußte in Zolge des Brandschadens von 1842 sein« Schuld um 28 Mill, vergrößern. (Schluß folgt.)

Deutschland.

88 Karlsruhe, 11. Mai 1848. In der so eben zu Ende gegangenen heutigen Sitzung der zweiten Kam­mer sind Seitens der Regierung vier neue Gesetzesent­würfe zur Vorlage gebracht worden. Sie betreffen: 1)

Bestimmungen über das Standrecht; 2) Aufhebung deS Fleischaccises; 3) Aufhebung des Bieraccises; 4) Aushe- bung des Weinaccises, gegen Zahlung eines jährlichen Aversums. Waren die drei letzteren Punkte schon genü­gend, einen erfreulichen Wiedcrhall in der Kammer zu finden, so geschah dies doch in einem noch höheren Grade durch die weitere Mittheilung des Regierungskommissärs, daß in Berücksichtigung der so drückenden Finanzverhält- nisse nicht allein Se. Hoh. der Großherzog, sondern auch die Prinzen des Großh. Hauses auf einen Theil ihrer Civilliste, resp. Apanagen zu Gunsten der Staats­kasse für die Zukunft verzichteten und zwar Se. Hoheit selbst ans jährlich 100,000 fl. (wodurch sich seine Civil- list auf 550,000 fl mindert), die Prinzen aber auf jährlich 25,000 fl. Frau Herwegh nebst Gemahl be­finden sich dermalen wieder ganz wohl im Rebenstock in Straßburg, woselbst noch eine Masse der deutschen Frei­schärler bis jetzt sich aufhalten und nunmehr nach und nach, der Verfügung der provisorischen Regierung zu Folge, in's Innere Frankreichs sich begeben. Man will die Sache noch gar nicht als verloren angesehen haben, im Gegentheil beabsichtigt man die Gründung einer deutschen Legion", hofft in der Ausführung dieses Plans auf Unterstützung von französischer Seite und will dann vereint mit den in nächster Zeit von Afrika erwartet werdenden 10 Regimentern der Fremdenlegion aufs Neue in Baden einfallen. Hecker, Struve, Weißhaar befinden sich dermalen in Paris. Ein Regiment der hiesigen Infanterie wird in nächster Woche nach Frank­furt, auf die Dauer der Parlamentsoerhandlungen, ver­legt. Gestern sind wiederholte Pserdetransporte, nas­sauischer Seits, nach Offenburg bestimmt, hier auf der Eisenbahn vorbeigekommen.

Aachen. Für die konstituirende Versammlung in Berlin sind im hiesigen Landkreis Erzbischof von Geissel und Minister Hansemann (letzterer auch' in Malmedy) gewählt worden.

Berlin, 5. Mai. Soeben geht uns aus Stettin die Nachricht zu, daß eine dänische Schaluppe mit 16 Mann Besatzung, welche aus Usedom bei Heringsdorf gelandet war, um Lebensmittel einzuholen, von der dor­tigen preußischen Mannschaft gefangen genommen wor­den ist. In Stettin bildet sich ein Freikorps , das mit bewaffneten Fahrzeugen die vor Swinenmünde liegende dänische Fregatte angreifen will. (Schl. Z.)

Man versichert, daß der Oberbürgermeister Pinder in Schlesien eine telegraphische Depesche hergesandt habe, in welcher angezeigt wird, daß der Kaiser von Rußland Polen frei gegeben habe mit Einsetzung deS Herzogs von Leuchtenberg zum Könige von Polen, unter dem Schutze Rußlands. (Der Kaiser ist in Warschau an­gekommen.)