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schaffung der erforderlichen Geldmittel wurde mit wah­rem Enthusiasmus ausgenommen und die zur Unter­schrift auSgelegten Bogen waren rasch mit Unterzeichnun­gen bedeckt. Auf denn, Deutsche, daß der energische Zu­ruf, daß daS großartige Beispiel von Hamburgs Ehren­männern nicht ungehört, nicht unbefolgt von Euch bleibe! Die vielfach vernommenen lauten Klagen über den Mangel einer deutschen Kriegsmarine, die Ansprache und die Wünsche, welche wiederholt auö dem Innern gehört wurden, wohlan denn, sie finden selbst ein Ziel, und die Erfüllung dessen, waS Ihr so lange gewollt, so leb­haft erstrebt, sie kann nicht auSbleiben, wenn Eure Hülse und Beisteuer jetzt gleichen Schritt hält mit Euren Wün­schen und Klagen. Der Feind ist nahe, der Dannebrug bedrohet Eure Küsten, Eure Häfen; er ist gerüstet; aber seine Drohungen werden zu nichte, und bald, sehr bald verwandelt die erniedrigende Schmach, welche er unS zu­gedacht, sich in neuen RuhmeS-Glanz für Deutschland, wenn eS einig ist und rasch im Handeln. D'rauf denn und d'rau, und unser ist der Sieg! (Börsenh.)

Frankreich.

Paris, 6. Mai. An der Abstimmung für die Wahl eines Präsidenten der Nationalversammlung, in deren gestriger Sitzung, nahmen 727 Mitglieder Theil. Die Hauptmassen der Stimmen theilten sich zwischen Herrn Buche;, dem Candidaten der gemäßigten Partei, und Herrn Trelat, dem Kandidaten der Ultrarcvolutionäre. Herr Buche; erhielt 390 Stimmen, während auf Herrn Trelat 234 fielen und wurde demnach als Präsident (für einen Monat) auS- gerufen. Man schritt hierauf;ur Wahl der Vicepräsi- dentcn und Sekretäre. Die Abstimmungen nahmen so viel Zeit weg, daß die Sitzung erst nach Mitternacht aufgehoben wurde. Zu Vicepräsidentcn wurden gewählt die Herren Recurt, Cavaignac, Corden, Quinard, Cor- menin und Senard: ;u Sekretären, die Herren Peupin, Felir Pyat, Degeorge, Robert (von den Ardennen), Pean, Lacrosse. Herr Buche; nahm nach definitiver Constituirung des Bureaus den Präsidentenstuhl ein und erklärte die Nationalversammlung für definitiv constituirt.

Nach erfolgter Prüfung der noch rückständigen Voll­machten bestieg um 3 Uhr Lamartine die Rednerbühne und verlas eine historische Darlegung der verschiedenen Akten, welche die provisorische Regierung seit ihrer Bil­dung bis jetzt vorgenommen. Am Schluffe sagt Herr Lamartine: Wir könnten Ihnen einen Constitniionö- entwurf vorlegen. Wir haben aber nicht die Ausarbei­tung eines solchen Entwurfes unternommen; wir hätten darauf allzuviel Zeit verwenden müssen und uns dadurch all zu lange im Besitze der Gewalt gehalten, die wir nun in Ihre Hände niederlegen. Aber als Bürger er­lauben wir uns den Wunsch zu äußern, daß dem pro­visorischen Zustande baldigst ein Ende gemacht werden möge. Ernennen Sie eine Erecutivbehörde, welche die Ge­schäfte leite und Ihnen baldigst einen Constitutionsentwurf vorlege. Wir aber kehren in den Privatstand zurück. Erthci- lenSie unS Amnestie für unsere unfreiwil­lige Diktatur." Unter lang anhaltendem donnerndem Beifallsstürme verließ Herr Lamartine die Rednerbühne. (So weit war die Sitzung um 4'/- Uhr. Noch heute Abend wird die Nationalversammlung zur Ernennung eines Re- gierungscomiteS schreiten , welches die Geschäfte leiten soll, bis die Versammlung die Constitution der Republik berathen und festgestellt haben wird. Wahrscheinlich wer­den Lamarliiic, Armand Marrast, Garnier Pages, Marie und einige andere Mitglieder der gemäßigten Partei ge­wählt werden, und über die Herren Ledru-Rollin, LoniS Blanc, Flacon und Albert obsiegen. Anhänger dieser letzteren versichern, wenn dieselben ganz beseitigt würden, drohe eine Bewegung in Paris. Die Drohung scheint aber nicht den geringsten Eindruck zu machen. )

Paris, 6. Mai. Die provisorische Regierung wollte den Zusammentritt der Nationalversammlung durch Hand­lungen der Milde feiern; sie hat deßhalb gestern mehr

als achthundert Verurtheilte der verschiedenen Strafka tegorien (von der Galeerenstrafe au bis zur einfacher. Gcfängnißstrafe) begnadigt.

Straßburg, 8. Mai. Seit gestern bemerkt mar. wieder viele deutsche Flüchtlinge, die jedoch nicht zu je ner Kategorie gehören, welche Theil an den Kämpfe« im badischen Oberlande genommen haben. Einer Ent schließung der Departementalbehörde zufolge haben di. in den Landgemeinden sich aufhaltenden Flüchtlinge eben falls so bald als möglich ihre Reise nach den Departc mentS des Doubs, der Obersaonc, des Jura it. an zu treten und sich zu diesem Behufe hierher zu verfilzen, wo sie mit den nöthigen Pässen und Reisemitteln ver­sehen werden. Die Truppenmärsche nach dem südlichen Frankreich dauern unausgesetzt fort. Regimenter de verschiedenen Waffengattungen haben Befehl erhalten, den Weg nach Lyon und dem Alpenlager einzuschlagen Hier erwartet man für die abgegangenen Truppen Er­satz aus den Garnisonen in Lothringen.

Amerika.

New-N o rk, 20. April. Heute geht von hier nach­stehende Adresse ab: Dem freien, deutschen Volke! Den vorbereitenden großen Bewegungen in Deutschland für eine endliche politische Wiedergeburt des Vaterlandes waren wir längst mit freudigem Interesse gefolgt; die Kunde von den Ereignissen, die als unmittelbare Folgen der Pariser Revolution in den süddeutschen StaatMJum Ausbruch kamen und wie ein elektrischer Schlag alle Theile unseres Vaterlandes durchzuckten, hatten wir ju­belnd vernommen; aber noch hing unser Blick mit bangen Erwartungen an den finstern Wetterwolken, die sich um Preußens Hauptstadt unheilsschwanger und drohend zusammenzogen. Diese Wetterwolken die letzten Ereignisse haben sie zerrissen, und jubelnd begrü­ßen wir die Sonne der Freiheit, die nach so manchen Jahren schmachvoller Prüfung unserm Volke entgegen leuchtet, verheißend eine bessere, glücklichere Zukunft. Kein Oesterreich, rein Preußen! Ein einiges Deutsch­land ! Ein Fürst sprach's und es blieb leerer' Schall. Ein Volf will es und es wird zur That!Ja, Ihr deutschen Brüder! werdet, seid, bleibt e i n Volk, ein freies Voll, und laßt als solches Euch die brü­derliche Hand aus dem einigen, freien Staateübünde Amerika's reiche;: der groß und blühend, weil er frei starr und mächtig, weil er einig ist. So schrei­tet denn auch Ihr fort auf der einmal siegreich betre­tenen Bahn, mit Kraft und Muth , und was Ihr Ed- leS begonnen, Ihr werdet es vollenden! Nicht auf den Verheißungen Eurer Fürsten beruht unsere Zuversicht; nein! auf dem kräftig erwachten Freiheitssinn der Nation, auf der Macht der öffentlichen Meinung.

Ehre den Männern, die den richtigen Augenblick er­faßt und es verstanden haben, nicht allein den schlum­mernden Freiheitssinn des Volkes zu wecken, sondern auch demselben eine feste und bekannte Richtung zu ge­ben. Ehre Denen, deren freie Worte zur kühnen That entflammten! Heil aber, drei Mal Heil ihnen, die selbst auf Leben und Tod den heiligen Kampf um des Volkes unveräußerliches Recht bestauben, und Denen, welche der Todesengel den Lorbeer um die blutigen Schläfe wand. Diesen Zuruf bringt Euch unserWashing­ton", geschmückt mit den Flaggen des freien Deutsch­lands, und wenn schwarz - roth - gold stolz neben dem Sternenbanner unserer Republik weht, wenn Washing- ton's Geist ist, der beide Flaggen umschwebt, dann wird es diezeit und jenseit des Ozeans in den Herzen aller deuischen Brüder jubelnd wiedertönen:Gott segne Deursckland!" Das Komite: Hessenberg Christ. Dr. Gescheidr. W. Löschigk. Dr. H. Ludewig. I.' Kuhnhardt. Dr. Henschell. F. I. Schlesinger."

Mir vorstehender Adrepe geht der Errrag einer dahier zum Besten der Verwundeten Berlin veranstalteten Col- lekte mit circa 4000 Dollars (fL 10,000) nebst einer schwarz-roch-golvnen Flagge ab. (F. I.)