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tyrer der Freiheit, geduldig, ruhig und artig warte» sollen, biS eS Euch bequem und genehm sein wird, daran zu denken, daß ihre Stunde wohl auch geschlagen habe. Gedenkt schon jetzt an Eure Pflicht! DaS freie hochsinnige Deutschland schreibt sie Euch vor, steht Euren so lange gemißhandelten Brüdern bei, ihr gutes Recht zu gewinnen, verkennt diese von Gott Euch «»vertraute Sendung nicht! Tausende von Deutschen bieten sich an, der Polen Sache zu unterstützen und zu förderen Ueber» nehmt eS selbst, eS könnte leicht kommen, daß jene Deutsche in Euch den Feind erblickten, der zu bekämpfen ist, und den die Polen noch nicht zu sehen bemüht sind. Werdet Freunde, erwacht zur Sympathie für ihre Sache, die zu fördern Euer Stolz sein sollte, tretet auö den Schranken deS engherzigsten Egoismus, und ihr werdet Ruhm und Freunde erwerben, Ihr werdet Euch am Ende über einige zertretene Felder trösten können und ein cdleS Selbstgefühl gewinnen, welches Euch und Eure Enkel ehrt und die Sünden Eurer Vorfahren gut macht! Grätz im Großherzogthum Posen, am 22. April 1848. Emil Janecki, O.-L.-G.-Assessor aus Schlesien.

Deutschland.

4* H o ch h e i in, 9. Mai. Durch die Ereignisse vom 4. und 5. März d. J. hat Se. Hoheit der Herzog, die Lage des Landes wohl berücksichtigend, sämmtliche Do­mänen dem Lande abgetreten. Von selbst versteht es sich, daß alle Jagdberechtigungen, die früher auSgeübt wurden, auch in dieser Abtretung begriffen sind.

Daß die Jagden nicht zur allgemeinen Landeskasse ge­hören, sondern den Gemeinden, beweisen uns die ein­fachen Umstände, daß das bisher gehegte Wild sich auf dem Boden der Grundbesitzer ernährt hat, und daß schon früher Wildschaden bezahlt werden mußten.

In unserer ganzen Umgegend wurde schon vor 4 Wochen und noch früher nach Willkühr von den ver­schiedenen Ortsbewohnern in ihren und andern Gemar­kungen freie Jagd gehalten und es ist Niemand einge­fallen, nur ein Wort darüber zu sprechen, nur in Hoch­heim blieb man in dieser Art zurück. Als man sich aber überzeugt hatte, daß in allen Nachbarorten Jagden Statt fänden, wollte man auch hier zum Anfang der­selben schreiten.

Am 24. April oder den 2. Ostertag begaben sich mehrere hiesige Bürger und Bürgerssöhne Nachmittags in das Feld, und zwar auf die am rechten Mainufer gelegenen Wiesen, in der Absicht, die Menge von Ha­sen zu vertilgen, und nicht um irgend einen pekuniären Vortheil daraus zu ziehen und wählten diesen Wiesen­grund deßhalb, um weder den Weinbergen, noch den Fruchtfcldern Schaden zu thun.

Es wurde bei dieser Gelegenheit auch nicht ein ein­ziger Hase getödtet.

Diese kleine Jagdparthie war ermüdet, sie trennte sich und einige derselben hielten es für gut, ein Vesperstück einzunehmcn und begaben sich zu diesem Ende in daS Gasthaus zur Mainkur.

Dorten angekommen fragte man sic, ob ihre Flinten geladen feien ? und auf die Antwort: ja, ersuchte sie die Wirthin, sic möchten doch ihre Flinten in die Wirthsschenke stellen, indem sonst durch die Kinder etwas Unangenehmes entstehen könnte; und diesem Wunsche wurde Folge geleistet. Der Sohn eines hiesigen Ha­senhüters hatte sich auf eine Anhöhe gestellt, um die Jagdliebhaber zu beobachten, und machte sogleich dem provisorischen Schultheis Anzeige hiervon.

Dieser, in seinem feurigen Diensteifer, requirirte so­gleich das Komite und bat um Schutz.

Der Vorstand des Komite'ö befehligte mehrere Mann vom 1. und 2. Aufgebot, wobei aus der ersten Klasse noch mehrere Jünglinge waren, denen man mit Recht keine Waffen anvertrauen kann, und denen dieselben auch späterhin wieder abgenommen worden sind. Eine Schaar dieser Menschen begab sich in einem Zug, als wenn sie Räuber und Spitzbuben auffangen wollten, in das Gast­

haus zur Mainkur und forderten die allda der Sicher Heil wegen in der Wirthsschenke hinterstellten Waffen, bemächtigten sich dieser mit gefälltem Bajonnett und der Anführer dieses Haufens, ein Sohn des HafenhüterS, erfaßte einen von den Anwesenden an der Gurgel, worin gewiß eine Mißhandlung wahrzunehmen ist.

Daß dieses blos aus Liebe für feinen Vater, der wenn die Jagd eingeht, feinen jährlichen Gehalt verliert geschehen ist, wird wohl Jedem cinleuchteu.

Diesen Leuten kömmt es gar nicht darauf an, wenn die Felder abgenagt und die Hasen vermehrt werden, indem auch darin die Vermehrung ihres Schußgeldes liegt. O! welche Hasenliebe!!

An demselben Abend wurde ein hiesiger Bürger, der bei obengenannter Jagdparthie war, ohne irgend Jemand zu beleidigen, blos unter dem Vorwande, er könne vielleicht Tumult stiften, auf eine ganz unerlaubte Weise von 2 Söhnen des HasenhüterS und einigen Ander», nament­lich auch einem dienstbaren Geist des provisorischen Stadt- schultheißen, der ganz von diesem abhängig ist, arrctirt und ohne weirercS in daS AmtSgefängniß gebracht; er hat sich ganz ruhig betragen, und ist willig gefolgt.

Wenn ein Verbrecher arretirt wird, und sich nicht widersetzt , baun muß er den Schutz der Wachtmannschafl mit allem Recht genießen.

Statt dieses Rechtes aber hatte cr sich Schläge und Kolbenstöße zu erfreuen.

Wo bleibt hier bei unsern gegenwärtigen Verhältnis­sen das Recht?! oder fehlt vielleicht die eine SilbeUn" noch davor?

WaS würde die Folge davon gewesen sein, wenn die Jagdparthie zusammengeblieben wäre und hätte sich zur Wehr gesetzt? gewiß wäre Blutvergießen entstanden und wem wäre in diesem Falle die Schuld zuzuschreiben? Gewiß dem voreiligen Eingriff deö provisorischen Schul­theißen und der von ihm requirirte» unerfahrnen Mann­schaft. Dieses zur Nachricht für alle unsere Lan- deSbewohner.

Berlin, 4. Mai. In Folge der am 19. April von der dänischen Regierung angeordneten feindseligen Maß­regeln gegen die preußischen Handelsschiffe sind, so Weit Nachrichten darüber bis jetzt vorliegen, vierzig und ei­nige Schiffe theils in dänischen Häfen, theils auf der Fahrt durch den Sund mit Beschlag belegt werden.

(Pr. St. Anz.)

Nach aus dem Hauptquartier Schleswigs eingegan- gcnen Nachrichten war dänischerseits der Vorschlag zu einem Waffenstillstände auf drei Wochen gemacht, nach welchem, bei Beschränkung der deutschen Truppen auf daS feste Land von Schleswig, die Einstellung der feindlichen Maßregeln zur See während des Waffenstillstandes an­geboten wurde. Der Oberbefehlshaber hat dagegen er­klärt, eS könne von keinem Waffenstillstand und keiner Einstellung der Feindseligkeiten die Rede seyn,' bevor nicht auch Alscn und alle zu Schleswig gehörigen Inseln geräumt und alles mit Beschlag belegte preußische und deutsche Eigenthum zurückgegeben und der Handel mit allen deutschen Häfen frei geworden fei. (Pr. St. Anz.)

H a in b u r g, 5. Mai. Hier ist heute folgender Auf­ruf erschienen:Die deutsche Flagge ist nicht mehr- frei und die deutschen Häfen sind durch dänische Kriegs­schiffe gegen jeden Verkehr gesperrt! Auf denn, Deutsche, wehret Euch und ergreift die Mittel, ein Joch und Fes­seln abzuschütteln, die die deutsche Flagge nicht dulden und nicht tragen darf! Bewaffnet Dampfboote und Kauffahrteischiffe und besetzt sie mit Männern, die ent­schlossen sind, unsere Flagge von der erniedrigenden Schmach zu befreien, und wenn auch theuer erkämpft, so wird der Sieg unser sein! Auf denn, erstehe junge Marine, zur Vertheidigung der deutsche» Flagge! Nur rasch an's Werk gegangen und die Ausführung muß gelingen! Die Unterzeichnete» fordern zu einer allge­meinen Versammlung am Sonnabend, den 6. Mai, um 2 Uhr, im großen Laale der Börsen-Halle, auf, und werden dann ihre Pläne vorlegen. Hamburg, den 5.