deutschen KaiserchumS, jedoch zu Gunsten der kräftigen Einigung des Bundes, zugleich mit Volksrepräsentation, ausfallen. Die Jugend, namentlich der Universität, huldigt der erster» Idee, während die Sache bei erfahrenen und mit der Geschichte vertrautem Männern keinen Anklang findet. Die Studireuden verlieren allgemach viel au Popularität durch das ungestüme Hervordrängen gegen die Gesinnung der Bürgerschaft und die Maßregeln der Regierung. Gestern wurde wieder von ihnen die Absendung einer Deputation an den Kaiser wegen der neuesten krakauer Ereignisse, mit dem Begehren um Abberufung des Grafen Castiglione beschlossen, dessen Energie wider die aufwieglerischen Emigranten vielmehr die größte Anerkennung verdient, und abermaligen Gräuel- thaten des ungemein gereizten Landvolks in Galizien an dem Adel und der Geistlichkeit noch Vorbeugen kann.
(D. Ä. 3.)
Karlsbad, 28. April. In unserm Böhmerlande sieht es arg für die Deutschen aus, und trotz dein, daß der Fünfzi- ger-Ausschuß zwei Drputirte, die HH. Kuranda und von Wächter, zu uns sendete, wird Prag mit seinen 24,000 Deutschen wahrscheinlich gar nicht, von den 70 Wahlkreisen Böhmens höchstens der sechste Theil zur Wahl von Abgeordneten nach Frankfurt schreiten. (D. A. Z.)
F r a n k r c i ch.
Straßburg. Von hier berichtet derSchw.Merk.: G. Struve und K. Heinzen in Verbindung mit Hecker, Bruhn und Lommel haben im Gasthof zum Rebstock in Straßburg einen provisorischen Centralausschüß gebildet, dessen Aufgabe ist, „die vereinzelten Bestrebungen zu einigen und die zerstreuten Kräfte nach einem gemeinsamen Ziel zu richten, zu welchem Zweck die irregeleitete öffentliche Meinung über die wahre Lage der Dinge aufgeklärt werden soll". Wir haben also eine neue Sündfluth von Flugschriften und Aufrufen auS der Heinzen-Struvc'schcn Fabrik zu erwarten, wodurch abermals der Versuch gemacht werden soll, dem Ehrgeiz Weniger zulicb Hunderte von Landsleuten unglücklich zu machen. Der Aufruf beginnt mit einer empörenden Schmähung auf die wackern Mitbürger in unserm Heere: „Eine Uebermacht von verthierten, ans der Ferne her- bcigczogencn Söldlingen, deren Spuren nur Akte der empörendsten Treulosigkeit und blutiger Barbarei sind, hat in Baden die republikanischen Waffen einstweilen niedergeschlagen und dem Volk das ihm verhaßte Für- stenregiment wieder aufgezwungen. Es gilt jetzt mit aller Energie den Kampf von Neuem Vorzubereiten, und zwar in einer planmäßigen Weise, welche der republikanischen Partei Deutschlands zur Zeit bessere Erfolge zu sichern im Stande ist, als eine Erhebung, die nothwendig ebenso wenig vorbereitet werden konnte, wie sie länger zu umgehen war."
Neueste Nachrichten.
AuS dem Oberland, 2. Mai, berichtet die Karlsr. Ztg.: „Für jetzt hat die Sache der gesetzlichen Ordnung zwar gesiegt und ist ausläiidischeS und einheimisches Freischaarenthum durch Waffengewalt niedergeschlagen worden; aber stark würde man sich täuschen, wenn man glaubte, die Gefahr der Wiederkehr eines solchen Uebels sei nun für immer beseitigt, und es stehe für die Zukunft nichts Weiteres mehr zu befürchten. Es ist nur zu gewiß, daß die Niederlage der Republikaner sie weniger belehrt, als erbittert hat, und daß die entkommenen Führer weit davon entfernt sind, sich von der Unausführbarkeit ihrer Plane überzeugt zu haben. Wie von einer dämonischen Gewalt getrieben, steuern sie ihrem Ziele mit fanatischem Eifer zu, und zeigen eine Ausdauer und Beharrlichkeit im Verfolgen ihrer Zwecke, die einer bessern Sache werth wäre. Deutschland soll um jeden Preis republikanisirt werden: — daS ist die Aufgabe, welche sie sich gestellt, und für deren Lösung sie alle nur ersinnlichen Mittel in Anwendung bringen.
Aus dieser ihrer Absicht machen sie durchaus kein Hehl, und man braucht blos über unsere Gränze zu geben, um in dieser Beziehung Dinge zu hören und zu sehen, die schmerzliches Erstaunen erregen müssen, und geeignet sind, den Vaterlandsfreund mit neuen Besorgnissen zu erfüllen. Wird solchen Einwirkungen Baden, Deutsch land auf die Dauer zu widerstehen wissen? Wir wollen hoffen, daß die Kraft hierzu vorhanden sei, und daß die selbe angewendet werde. Gewiß ist, daß bloße Waffengewalt daS Gelingen der republikanischen Plane nicht zu verhindern vermag; nur die Macht der öffentlichen Meß nung, nur die Entschlossenheit und daS thatkräftigst Handeln des einsichtigen BürgerthumS sind im Stande den Sturm zu beschwören."
Rendsburg, 2. Mai. Die provisorische Regierung hat gestern folgende Verfügung, betreffend die Untersagung jeglichen Verkehrs mit dem Königreiche Dänemark erlassen: „Nachdem der Krieg zwischen den Herzogthümern Schleswig-Holstein und dem Königreiche Dänemark ausgebrochen ist, wird alle und jede Verbindung der diesseitigen Staatsangehörigen mit dem Feinde hierdurch untersagt. Namentlich haben die an den Küsten Wohnenden sich jeden Verkehrs mb den feindlichen Kriegsschiffen zu enthalten. Die Ueber treter dieses Verbots sind sofort zu verhaften, nach der Festung Rendsburg zu transportiren und vor Gericht zu stellen, um nach Befund der Umstände mit der gebührenden Strafe belegt zu werden. Wonach alle uni jede Einwohner der Herzogthümer Schleswig-Holstein sich zu achten haben. Rendsburg, den 1. Mai 1848. Die provisorische Regierung. Bcseler. Reventlou Schmidt. Bremer. Olshausen."
Deutschland, eine Nicsenciche.
Das Vaterland der Eiche gleicht,
Die mit dem Haupt zur Wolke reicht, Und wir des Epheus schwachen, schwanken Gesträuchen, die an ihr sich ranken, Die ohne ihres Stammes Schutz Nicht böten Wind und Wetter Trutz. So können wir uns nicht entfalten, Frisch grünend in dem Sonnenglanz, Wenn wir am festen Stamm nicht halten, Des einen großen Vaterlands. Der Eiche gleich voll Kraft und Mark, So stehet Deutschland groß und stark; Umschlungen von der Eintracht Band
Hält kühn es jedem Feinde Stand.
Doch, wie durchbohret von dem Wurme
Die Eiche selber fällt vom Sturme: So stehet Deutschland unbewehrt,
Wenn inn'rer Zwiespalt es verzehrt.
Drum, deutsche Völker, schließt euch feste
An eurer Eiche starke Hefte!
Mag dann des Krieges Sturm erbrausen,
Und durch die deutschen Wälder sausen:
Daß er euch nicht darniederrafft,
Daß er nicht knickt die schwanken Zweige,
Schützt euch die feste Eisenkraft
Der starken vaterländ'schen Eiche.
O sei mein Volk auf deiner Hut,
Und schütze ihn mit Gut und Blut
Des lieben Vaterlandes Baum,
Und seiner Erde heil'gen Raum!
O Gott im Himmel schirm' die Zweige
Der starken deutschen Rieseneiche.
Wiesbaden. Gustav Kieme.
Anzeig eit.
(10) Die Lieferung von 1500 Frankfurter Bütten gemischter Kohlen für den Bedarf der Herzoglichen Hofhalrung dahier soll im Weg der Submission vergeben werden.
Lusttragende wollen ihre Offerten bis zum 15. dieses Monats, Vormittags 9 Uhr, verschlossen, mit der Aufschrift „Kohlenlieferung " bei der unterzeichneten Stelle einreichen. Daselbst können auch die Bedingungen täglich in den gewöhnlichen Bureaustunden eingesehen werden.
Wiesbaden, den 2. Mai 1848.
Herzoglich Nassauisches Hofcommissariat.
Verantwortlicher Redacteur: Fr. Eni minghaus. — Druck der J. A. Stein'schen Buchdruckerei zu Wiesbaden-