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kommen, scheint als unzweifelhaft angenommen werden zu dürfen.

Rendsburg, 30. April. Vom Kriegsschauplatz ist nichts wesentlich Neues zu berichten. Die Dänen ha- -en auf der Seite nach Alsen hin das feste Land und nach Norden Schleswig ganz verlassen. Im Westen ist Tondern besetzt worden. Wohl auf dem Zuge dahin hat man sich der Artillerie deS Grafen Schackenburg bemächtigt, 6 Kanonen, die doch etwas mehr als bloße Böller fein sollen. (S.-H. Z.)

Schleswig, 23. April, Abends GP Uhr. Die Allg. P. Z. bringt über den Kampf bei Schleswig aus Privatbriefen folgende Auszüge, die interessant genug erscheinen, um deren nachträgliche Mittheilung zu recht­fertigen : Seit einer Stunde ist der Kampf zu Ende. Ich liege mit dem 1. Bataillon desKaiser Franz Grena­dierregiments in dem südlichen Theil der Stadt Schles­wig. Um 1O'|2 Uhr fiel heute der erste Schuß von unserer Avantgarde bei Oberselk. Wir waren in zwei Kolonnen vorgegangen, die Garde über Duvenstedt und Breckendorf, die Linie auf der Chaussee von Rendsburg nach Schleswig. Die Dänen hatten uns nicht erwartet, aber Borsdorf besetzt. Dies wurde von unserer Avant­garde und den Linientruppen genommen. Jetzt entspann sich aber ein heißer Kampf. Wir wurden stark beschossen. Die Kanonenkugeln schlugen rechtö und links von meinem Bataillon und dicht vor mir ein, doch nur eine einzige Kugel schlug in das Bataillon und tödtete einen Grena­dier der 3. Kompagnie. Der Kampf wurde immer hei­ßer. Die Dänen schickten 3 Bataillone in unsere linke Flanke. Sie wurden zurückgeworfen. Borsdorf brannte; das 2. Bataillon hatte eS besetzt und Viel verloren. DaS 1. Bataillon wurde jetzt beordert, vorzugehen; eS that dies im Sturmschritt. Rechts und links kämpften die Tirailleurs des Füsilier- und des 2. Bataillons noch, da rückte das 1. bis an den Borssee vor und schnitt dadurch ungefähr zwei Kompagnien dänischer Jäger den Rückzug ab, welche einen kleinen Arm der Schlei zu durchwLten suchten, wobei Viele ertranken, sehr Viele von uns niedergeschossen, vielleicht 20 Gefangene genom­men wurden. Es mögen im Ganzen 30 bis 40 ent­kommen sein. DaS erste Bataillon drang nun in die Stadt, besetzte sie und warf die Dänen bis in das Schloß Gottorf zurück. Weiter wollten wir nicht Vor­gehen , weil der Damm unterminirt worden. Wir setzten die Gewehre zusammen, und die Einwohner brachten unS Erfrischungen. DaS Füsilierbataillon erhielt den Befehl, nuö abzulösen und unsere Stellen einzunehmen. Die Dänen feuerten mit Kartätschen vom Schloß, und leider blessirte die letzte Kugel noch zwei Offiziere deS Füsilierbataillons. Auf unserem linken Flügel dauert der Kampf noch fort; der General v. Bonin drang biö über Schubry vor. Auch auf dem rechten Flügel bei Eckern­förde währte das Kanonenfeuer fort; die Dänen sind dort mit dem Zastrow'schen Korps und den Freischaaren im Kampf. Die Dänen haben sich sehr gut geschlagen und Viel verloren. Wenn sie sich morgen noch schla­gen, so riskiren sie, daß wir sie von Flensburg und Holnis abschneiden. Am letzten Orte haben sie 300 Kauffahrteischiffe, um sich auf denselben überzusetzen.

Schleswig, 24. April, Morgens 8 Uhr. Noch gestern Abend haben die Dänen ganz Schleswig geräumt und sollen eine Meile weit zurückgegaugen sein. Wir haben somit ganz Schleswig besetzt. Heute rücken die Holsteiner, Hannoveraner und Braunschweiger den Dä­nen nach; wir werden wahrscheinlich folgen, doch dürfte es kaum noch zu einer zweiten Schlacht kommen, da die Dänen sich bei Holnis cinschiffen, wozu ihnen der Wind aber heute sehr ungünstig ist. Der Feldzug scheint somit durch die gestrige Schlacht von circa 11,000 Preu­ßen gegen 15,000 Dänen entschieden zu sein. Unsere Leute haben sich vortrefflich geschlagen und wie Ehren­männer benommen. Den verwundeten Dänen haben sie hilfreiche Hand geleistet, die Gefangenen sehr freundlich

behandelt, und nicht ein Tornister ist von ihnen geöffnet worden, um sich mit Beute zu beladen.

Bericht von der Armee in Schleswig. Auszug aus einer Depesche des Generallicutenants Hal­kett an Se. Majestät den König von Hannover:Haupt­quartier Nübel, im Amte Sonderburg, 27. April. Die mobile Division deS zehnten Bundesarmeekorps hat heute einen Marsch von Höckerup und Umgegend bis an die Küste, der Insel Alsen gegenüber, ausgeführt. Ich erwartete den Feind in einer starken Stellung vor dem Uebergange, an deren Verschanzung er lange ge­arbeitet haben sollte, zu finden. Der Feind hatte die noch unvollendeten Schanzen nur mit einer schwachen Wache besetzt und verließ sie bei unserer Annäherung ganz, ohne einen Schuß zu thun. Ich ließ sie in Be­sitz nehmen und wenigstens theilweise zerstören. Unter­wegs und bei der Demolirung der Schanzen wurden wir durch einiges Feuer aus Kanonenbooten und Dampf­schiffen. belästigt, jedoch ohne daß wir dadurch Schaden erlitten hätten. Der Uebergang nach der Insel Alsen, obgleich nur über einen sehr unbedeutenden Meeresarm führend, hat doch der dänischen Schiffe wegen nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten. Außerdem ist auch die gegenüberliegende Küste verschanzt und mit Artillerie besetzt." (Haunov. Z.)

Königsberg, 26. April. An der russischen Grenze bei Kutno ist jetzt eine russische Militärablheilnng des Rüdigerschen Korps erschienen, welches 3000 Mann und 6 Feldgeschütze stark ist. Die russischen Offiziere wuß­ten Nichts von den Ereignissen in Europa und waren verwundert, die preußischen Offiziere mit der deutschen Kokarde zu erblicken. (Berl. Nach.)

Breslau, 29. April DieSchief. Ztg." bemerkt: Die Nachrichten aus Wien lassen keinen Zweifel mehr übrig, daß die verschiedenen Elemente, welche den öster­reichischen Staat bilden, es zu einem Anschluß Oester­reichs an Deutschland nicht kommen lassen werden. Es ist nun an Preußen, in Frankfurt ganz entschieden mit Wort und That aufzutreten, um Süddeutschland einmal den nöthigen Halt zu geben, dann aber auch Deutsch­land zu einigen und die politischen und materiellen In­teressen des deutschen Volkes zu wahren vor politischen Zerwürfnissen, die ein, in eben angedeuteter Weise, "ge­faßter Entschluß Oesterreichs nothwendig hcrbeiführcn muß. Wir sind zwar in diesem Augenblick nicht reich an Männern der That für die höhere Politik unseres Landes, aber wir müssen die, welche wir haben, nach Frankfurt senden, um dort uns die Einigkeit zu schaffen und zu begründen, welche Deutschland vor Allem jetzt Noth thut. Fallen die Würfel gegen uns, so wollen wir Preußen wenigstens sagen können, wir haben unsere Pflicht gethan und daö Wehe der Mit- und Nach­welt möge dann über Oesterreich kommen.

Wien, 28 April. Der päpstliche Nuntius Viala Prela ist noch hier, obgleich man die Gesandten von Neapel und Toskana fortgeschickt hat. Noch ist der Bruch mit dem Papst nicht ausgesprochen: allein Alles deutet darauf hin, daß wenn PiuS IX. in der lombar­dischen Frage noch einen Schritt weiter gehl und sich nicht zum Vermittler aufwirft, daß sich Oesterreich auch in geistlicher Beziehung ganz vom rö­mischen Stuhl loösageu wird. (?) Das Beispiel Oesterreichs, alS des mächtigsten katholischen StaateS, würde die Emancipirung der ganzen katholischen Chri­stenheit vom obersten Bischof in Rom zur Folge ha­ben. ( Brest. Z.)

Wien, 29. April. Seit einigen Tagen haben die Wahlkämpfe zu Beschickung der Frankfurter Versammlung hier begonnen, und bieten bei der Jugendlichkeit unserer konstitutionellen Monarchie ein um so lebhafteres In­teresse dar. Die Republik wird bei uns nimmermehr Anklang finden und die fremden Aufwiegler mögen sich die Mühe zur Ausführung eines solchen Plans ersparen. WaS die Wahlen nach Frankfurt betrifft, so werden sie wohl mit großer Mehrheit gegen den Plan eines