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Aber der völlige Mangel an sittlichem Gehalt bei den I Empörern stellt sich auch auf allen andern Seiten ihres Thuns dar: Herwegh, der die Republik zur Religion erklärt, verbirgt die Begeisterung für diese Religion unter dem Spritzledcr ein Wägcleins, Hecker und Struve ge­ben von Basel und Rheinfelden auö mit heiler Haut Befehle an die armen Verführten, die da glaubten, ihre Führer würden wenigstens für ihre gute Sache zu ster­ben wissen; daß Hecker selbst auf den edlen Gagern ge­feuert, bezeugen alle Soldaten, die bei Kandern in der vordersten Reihe Augenzeugen waren; in Freiburg schossen ne Rebellen aus ihren Verstecken auf die Aerzte , die auf den Straßen die Wunden der Soldaten verbanden; und diese selben Soldaten, die sie zwei Wochen vorher acht genug mit Liebkosungen hatten überhäufen können, so lange sie auf den Meineid gehofft, nennen sie nun n einer neuen Proklamation von Straßburg ausver- rhierte Söldlinge!"

Aber das Geschwür ist aufgebrochen, und die Krank­heit ist gehoben. Für ganz Deutschland haben wir Bad- ner die "schmerzliche Operation bestanden, möge Deutsch­land uns dafür nicht mit Abneigung lohnen. Es kann nun mit Ruhe und Würde das große Werk, die Wie­derherstellung deutscher Größe und Macht, vollenden. Auf trüben April scheint nun die Sonne des verheißen­den Mai. Die tapferen Thaten an der Eider wie am Gardasee verbürgen uns den Frieden; gehen wir getrost der Zukunft entgegen. (D 3 )

Regensburg, 30. April. Bei k. Regierung da­hier ist gestern Nachmittag die Anzeige eingetroffen, daß am 5., 8., 10. und 12. Mai 10,000 (?) Mann Oester- eicher (Infanterie und Artillerie) auf ihrem Marsche nach Ulm und Rastatt durch unsere Stadt kommen wer­den. (Regensb. Ztg )

Dresden, 27. April. Das sächsische Contingent ist nach Baiern bestimmt, wo, und zwar zwischen Bam­berg und Nürnberg, ein Bundesheer von 50,000 Mann aufgestellt werden soll, um bei allen möglichen Even­tualitäten bei der Hand sein zu können. (DA.Z)

Berlin, 30. April Die Setzer und Drucker sind heute zur Arbeit zurückgekehrt; die Allg. Preuß. Zeitung ist heute in gewöhnlicher Vollständigkeit erschienen. Mor­gen werden, wegen der Urwahlen keine Zeitungen aus­gegeben werden

Berlin. Die Nachricht von dem Siege bei Schles­wig, den die preußischen Truppen unter dem General Wrangel erfochten, hat hier die freudigste Bewegung hervorgebracht und einen patriotischen Enthusiasmus er­regt, der sich in zahllosen Freudenbezeugungen ausspricht. Die Mißstimmung, welche in einem Theile der Bürger­schaft noch immer gegen die Garderegimenter herrschte, ist jetzt fast gänzlich verwischt, und man hört aller Or­ten die Leute mit Eifer davon sprechen, daß die Garden bei ihrer Rückkehr aus Schleswig feierlich wieder in Berlin eingeholt werden müßten. (D. A. Z.)

Stettin, 27. April. Nachdem von Seite der dänischen Regierung in Kopenhagen und Elsencur auf die Schiffe aller deutschen Flaggen Embargo gelegt wor­den , ist höheren Orts bestimmt, daß alle im diesseitigen Hafen befindlichen dänischen Schiffe und dänisches Ei­genthum mit Beschlag belegt werden sollen. Ausgenom­men von dieser Maßregel sind die zur schleswig-holstei­nischen Marine gehörenden Schiffe und das Eigenthum der Bewohner der Herzogthümer Schleswig-Holstein. Wir weisen hiermit sämmtliche Behörden unseres Ver­waltungsbezirks an, für die unverzügliche Ausführung dieser Anordnung Sorge zu tragen; überall, wo sie von dem Vorhandensein dänischer Schiffe oder dänischen Ei­genthums Kenntniß erhalten, die Beschlagnahme je­doch unter Beachtung obiger, die Herzogthümer Schles­wig-Holstein betreffenden Ausnahme zu veranlassen; für die sichere Aufbewahrung der mit Arrest belegten Schiffe oder Gegenstände Sorge zu tragen und und von jebcm einzelnen vorkommenden Falle dieser Art Behufs der weiter zu treffenden Verfügungen die schleimigste

Anzeige zu erstatten. Jede nach Publikation dieser Ver­fügung zu treffende Disposition über dänisches Eigen­thum, welches den Anordnungen dieser Bekanntmachung unterliegt, wird von uns als ungesetzlich und nicht vor­handen betrachtet werden. Königliche Regierung. Ab­theilung dcö Innern. Pavelt. (D. Z.)

Bozen, 26. April. Soeben erscheint hier folgendes Bulletin mit Nachrichten vom Kriegsschauplätze in Italien und Südtirol: In Folge einer Beschießung am 21. d. M. Abends knüpfte die faktische Regierung der Stadt Heine mit dem Fcldzeugmeister Grafen Nugent eine Un­terhandlung an, welche am 22. Nachmittag 1 Uhr die Präliminarien zur definitiven Unterwerfung der Provinz Friaul lieferte, die zu sehr befriedigenden Resultaten führen werden. Udine wurde mit Haubitzgranaten und Raketen beworfen; der theilweise entstandene Brand richtete aber keinen wesentlichen Schaden an. (D. Z.)

O strowo. Die Schles. Z. berichtet über den hier ant 26. April stattgehabten Kampf: Heute Morgen 1 Uhr rückte das hiesige Militär nach dem eine Meile von hier entfernten Städtchen Raschkow, um vereint mit den krotöschiner Truppen mit Anbruch des TagS die dortigen Insurgenten anzugreifen. Als das hiesige Mi­litär das eine Achtclmeile von Raschkow entfernte Dorf Raschkowck passiren wollte, wurde ihm von einer großen Anzahl Sensenmänner der Weg versperrt, während hin­ter den die Straße begrenzenden Steinzäumen auf die Soldaten geschossen ward. Die Schüsse jedoch waren ganz unschädlich, und es wurden nur einige Helme der Soldaten beschädigt. Hierdurch aber hatten sich Letztere eine Stunde verzögert und konnten daher die Insurgen­ten nicht so bald angreifen, denen der Kürassierlieutenant von Rothkirch mit seinen 25 Kürassieren den Weg nach Pleschen abschneiden wollte. Hier nun befand sich der­selbe einer mindestens vierzigfach überlegenen Macht gegenüber, da die hiesige Infanterie noch zu entfernt war. Der Lieutenant und noch zwei Kürassiere wurden verwundet. Unterdeß war die hiesige Infanterie vorge­rückt, welche zwei Bataillons- und mehrere Gliederfeuer auf die Insurgenten gab, und sicherlich wäre der größte Theil derselben geblieben, wenn die aus Krotoschin eben erst angelangten vier Kanonen in Wirksamkeit gesetzt worden wären, und die zurückgebliebenen Rebellen nicht um Pardon gebeten hätten. Im Ganzen sind von den Insurgenten 5060 Todte und circa 70 Verwundete und Gefangene.

Pole n.

Krakau, 27. April. Auf Seiten der Oesterreicher sollen hier 265 Mann Todte und Verwundete geblie­ben fein. Welchen Verlust die krakauer Einwohnerschaft erlitten, ist noch nicht bekannt. Von den Emigranten habe ich bis jetzt vier Todte ermittelt, und eilf Ver­wundete, von denen mehrere schwerlich aufkommen wer­den. In der Nacht vom 26. zum 27. April wurde Olszewski meuchlings von einer österreichischen Patrouille erdrosselt. (In BreSlau sind bereits 480 Emigran­ten, über deren längern Aufenthalt hierselbst die ferne­ren Weisungen auS Berlin abgekartet werden.) (AZ)

Frankreich.

Paris, 29. Aprik. Der Moniteur enthält heute folgende offizielle Aktenstücke: 1 ) Dekret der provisori­schen Regierung, welches die Vereinigung, aller Provin­zialbanken Frankreichs (mit Ausnahme der von Bordeaur) mit der Pariser Bank befiehlt. Die Aktionäre dieser Banken tauschen ihre Aktien gegen Aktien der Pariser Bank al pari ein, und die Provinzialbanknoten, früher nur auf ihre be­treffenden Departements beschränkt, haben jetzt Kurs in ganz Frankreich biS sie binnen 6 Monaten für Banknoten der Pariser Bank umgetauscht werden. Die Aktiva und Passiva jeder Provinzialbank übernimmt die Pariser Bank. 2) Dekret, die Eintheilung Frankreichs in 17 Militärdivisionen betreffend. 3) Dekret, verordnend, daß das Louvre sogleich ausgebant,Palast des Volkes" genannt und künftig zu den Industrie-, Kunst- und an­dern Ausstellungen und zur Unterbringung der National-