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strebungeil der republikanischen Partei zu einigen und die zerstreuten Kräfte nach einem Ziele zu richten.

Pole n.

Von der polnischen Gränze, 25. April. Nach­richten aus Rußland zufolge soll unter der Petersbur­ger Garde ein Aufstand ausgebrochen seyn; dasselbe wirb auch auS Moskau berichtet. Vielleicht hängt hier­mit auch die Abreise des Kaisers nach Warschau zu­sammen, die ebenfalls gemeldet wird. Unter den rus­sischen Truppen im Königreiche Polen herrscht ein für die Bestrebungen der Polen nur günstiger Geist. Offen sprechen die Offiziere ihre Sympathie für die Polen- sache auS, schon fängt der Soldat an, die gedrückte Lage der Polen zu begreifen und selbst über seine ei­gene Stellung Reflerioncn zu machen. In diesem Um­stand ist wohl auch die Erklärung zu suchen, warum die russische Regierung nur sehr wenig Truppen an die Gränze geschickt hat; wie auch darin, daß von den Militärposten längs der Gränze zahlreiche Desertionen stattfinden. Man spricht sogar von der Desertion der ganzen Bedienungsmannschaft eines Geschützes mit dem Geschütze selbst in das Großherzogthum Posen. In Lithauen, Wolhynien, Podolien, der Ukraine, wie über­haupt im ganzen Königreiche Polen ist die Bevölkerung auf den Aufstand vorbereitet und wartet nur den gün­stige» Zeitpunkt aus Posen und Galizien ab. (D.A Z)

Verschiedenes.

Die Dresdener Theaterintendantur hatte befohlen, daß die Mitglieder des Theaters und der Capelle ihre Stimm- zcttel bei der Wahl des Abgeordneten nach Frankfurt erst zur Begutachtung verlegen sollten; nahm aber die­sen Befehl sogleich zurück, als er in der Stadt mit Ent­rüstung ausgenommen wurde.

Urtheile berühmter Männer über die Deutschen.

Deutschland ist ein einziger Zopf von dreißig Millionen Haaren. Heine.

Ohne vergangene Roth wäre die Zukünftige größer geworden. Der alte Bergschwaden Deutschlands mußte durch Anzünden in reinere Lust verwandelt werden; also kommt eS jetzt auf unS an, wohin wir unsere Gänge treiben wollen. Jean Paul.

Wachet, ihr Deutschen! ES bildeten Blumen um euch auf; schlafend sterbet ihr leicht am Duste ihrer Blüthen. ' Jean Paul.

Die Deutschen sind weder Rebellen, noch Sklaven, sondern halten sinnend in der Mitte und warten aus eigene Kraft. Jean Paul.

Neueste Nachrichten.

Rendsburg, 28. April. Unsere Truppen sollen bereits die jütländische Grenze überschritten haben; die Dänen sind nirgends zu finden, nur ein Theil hat sich nach der Insel Alsen gewandt, wahrscheinlich um sich dort einzuschiffen; sie werden verfolgt.

Altona, 30. April. pr. optischen Telegraphen. Aus Schleswig wird gemeldet, daß sich dort 5600 Verwundete befinden, worunter keine 200 deutsche sind. Auch sind dort 400 Gefangene untergebracht, und in Rendsburg 500. Drei dänischen Kriegsschiffen soll der Rückzng bei Holniö abgcschuitten sein.

Vom Kriegsschauplatz ist wenig Neues und noch we­niger Gewisses zu berichten; schon gestern Morgen wollte man in Hamburg wissen, daß die deutschen Bundes- truppen auch die nördlichste Stadt im Herzogthmn Schles­wig , Hadersleben, besetzt haben; allein cs scheint dies eine von den SiegeSnachrichteu zu sein, welche den Thatsachen vorauszucilen pflegen, weil man mit Be­stimmtheit ihr baldiges Eintreten vorhersieht. (Wes.-Z) Luxemburg, 29. April. Die deutsche Sache hat gesiegt! Gestern haben unsere Laudstände nach langem

Kampfe den Antrag wegen Beschickung der Versammlung von Frankfurt mit 35 Stimmen gegen 29 genehmigt. ES lebe Deutschland! (R.-u.M.-Z.)

Anzeigen.

Der Mißstand in dem Geschäftsbetriebe unseres Landes, würde vielleicht d u r ch folgende Einrichtung e t w a ö gehoben w erde n.

(Der am 4. Mai im Nerothale stattfindenden Ver­sammlung zur Beachtung empfohlen.)

1) Jeder Geschäftsbetrieb soll die Gränzen, welche mit dem Namen deS Geschäfts bezeichnet werden, nicht überschreiten dürfen.

2) Jeder Geschäftstreibende soll sich einer theoretischen und praktischen Prüfung unterwerfen müssen.

3) Es sollen Bedingungen festgcstellt werden, unter welchen die Zahl der bestehenden Geschäfte durch nein Etablissements vermehrt werden können.

4) Die Prüfung vollzieht die betreffende Behörde mi Zuziehung drei erfahrner Meister.

5) Die bis jetzt bestehenden Geschäfte haben die Prü­fung nachzuholen und bleiben, bis diese vollzogen ist, von öffentlichen Arbeiten ausgeschlossen.

6) Diejenigen Bewohner, welche nur temporären Au- fenhalt haben, genießen als nicht Gemeinde Bürger, das Recht der Meister nicht, sondern sind nur auf das Rech; kiucö Gehülfen beschränkt.

7) Jedes Geschäft wählt selbst die Vertrauensmänner, welche in allgemeinen Geschäftsangelegenheiten zu ent­scheiden haben.

8) Die Vertrauensmänner (Altmeister) haben für Verwaltung von Kassen, Prüfung der Lehrlinge zu sor­gen und gegen Hausirhandel und gesetzwidrige Beein­trächtigung im Geschäft Klage zu führen.Ich wünschte, daß diese Artikel gehörig erörtert und mit vielleicht vielen, mir unbekannten zwecknräßigen Zusätzen vermehrt, sofort bei der Ständeversammlung zur Bestätigung eingereicht wür­den. Wenn das Gemeinwohl bezweckt werden soll, muß natürlich der Einzelne ein Opfer bringen.

Wiesbaden, den 3. Mai 1848.

August H a h n.

(10) Die Lieferung von 1500 Frankfurter Bütten gemischter Kohlen für den Bedarf der Herzoglichen Hofhaltung dahi er soll im Weg der Submission vergeben werden.

Lusttragende wollen ihre Offerten bis zum 15. dieses Monats, Vormittags 9 Uhr, verschlossen, mit der AufschriftKohlenliefe- rung" bei der unterzeichneten Stelle einreichcn. Daselbst können auch die Bedingungen täglich in den gewöhnlichen Bureaustun­den eingesehen werden.

Wiesbaden, den 2. Mai 1848.

Herzoglich Nassauisches Hofcommissariat.

(11) Der Verfasser jener sogenannten Abfertigung in Nr. 55. derFreien Zeitung" auf ein Inserat imVolkssreunde" scheint nicht Deutsch verstehen zu wollen und muß überdicß mit einer starken Portion Anmaßung, begabt sein, denn jenes Inserat spricht nur von einem orthodoxen Theil der hiesigen Israeliten, (einiger sich in jüngster Zeit mehr lächerlich als berüchtigt gemachten Sonderbündler) und gehört daher eine Vermessenheit dazu, dieses einen höhnischen Angriff auf das orthodoxe Juden thu m zu nennen.

Uebrigens hat der Verfasser jener Antwort dadurch am Besten bewiesen, weß Geistes Kind er ist, indem er jene verbrauchte Phraseunter der Würde halten" anwendet, daher wir allerdings bedauern, uni in unserer Ansicht, daß auch hier Loyolas sich be­finden, nicht geirrt zu haben, denn daß diese nichtssagende Abspei­sung nach dem 4 März nicht mehr stichhaltig ist, wird jener Psisficus wohl zu beurtheilen wissen.

Nach Uebereinkunft mit der VerlagS- druckerei tritt Herr Lippe von der Re­daktiond e S V o l k s fr e u n d es" zurück unb übernimmt dieselbe von heute an der Unterzeichnete.

Wiesbaden, den 3. Mai 1848.

Fr. EmminghauS.

Veranlwortlicher Redacteur : Fr. EmminghauS. Druck der I. A. Stein'schen Buchdruckerei zu Wiesbaden.