Einzelbild herunterladen
 
  

Teilen werden, welche eine allzu lange Dauer der ärgsten Achtlosigkeit der Stadt geschlagen haben. (D. Z.)

* Höchst, 2 Mai. Bei der heute beendigten Wahl -er Ständcmitglieder für die Aemter Höchst und König- tein ergab sich. folgendes Resultat:

1) Papicrsabrikant Wehrfritz aus Hofheim erhielt 166,

2) Dr. Großmann aus Wiesbaden 237,

3) Michael Gürtel aus Oberursel 215 und

4) Philipp Müller aus Eschborn 174 Stimmen.

t Usingen, 1. Mai. Schon gestern Abend schien cs, als sei der Wald in die Stadt gezogen, denn in allen Straßen, an allen Häusern waren Tannenbäume .rufgepflanzt. Es war der erste Maitag an dem die schwarz-roth-goldene Nationalfahne auf dem Kirchthurme, dem Schlosse und auf allen Häusern wehend, bei uns gesehen wurde. Es war der erste Maitag der Freiheit in der Stadt, wo der Volksmanir Herber zu dreijähriger Zuchthausstrafe verurthëilt wurde. Es war bei uns ver erste Maitag, wo daö Volk frei und ungehindert die Männer seines Vertrauens in die Abgeordnetenkam­mer wählte. Diese Wahl der ersten wahrhaftigen Männer deS Volkövertranens fiel auf den früheren Stadtschultheißen Preiß, einen thatkräftigen, lebenser- fahrenen, rechtschaffenen Bürger und auf Hofgerichts­prokurator von Eck, einen dem Fortschritte huldigenden Juristen. Ich habe bereits gemeldet, daß der Graf von Basfenheim den sieben Ortschaften ein Capital von 200,000 Gulden erlassen hat. Hier hat man im Klei­nen die Beobachtung gemacht, wie anderwärts im Gro­ßen, daß alles allzurasche Springen von einem Ertrem rnS andere verderblich ist. So große Zufriedenheit über die neu abgeschlossenen Verträge auch in den meisten Ortschaften herrscht, so ist doch in Cransberg, dem Wohnorte des Herrn Rentmeisters Schauder, keineswegs die Ruhe eingekehrt. In Reifenberg sind Einige so weit gegangen, daß sie unter Leitung eines gewissen Gerhard eine aus 36 Mann bestehende Freischaar gebildet haben. Diese Freischaar hatte ganz kommnnstische Grundsätze, sie zog durch Unterreifenberg indem sie das Räuberlied: Ein freies Leben führen wir" anstimmten; sie hielten sogar im Schulhause ihre Sitzungen, wurden aber in offener Berathung überfallen und von handfesten Män­nern der konservativen Partei durchs Fenster gejagt

Stralsund, 25. April. Die dänischen Schiffe kreuzen so nahe den hiesigen Küsten, daß man täglich auf Rügen oder an der pommer'schen, namentlich aus dem ganz unbeschützten Dars, einer Halbinsel, die zum Theil mecklenburgisch, zum Theil preußisch ist, eine Lan­dung von den Feinden erwarten kann. Unsere Land­wehr ist freilich eingezogen; einige Kompagnien sind auch nach Rügen geschickt, es ist aber diesen, so brav sie auch fein mögen, unmöglich, eine Landung zu hin­dern,. die unter dem Schutze wohlarmirter Kriegsschiffe geschieht. Jetzt tritt der Mangel einer deutschen Kriegs­flotte wäre sie auch noch so klein mehr als je hervor, und man hört von allen Seiten Stimmen, daß die Männer, welche in Frankfurt den Krieg gegen Dänemark beschlossen haben, ebenso energisch die Bildung einer deutschen Kriegsflotte nicht Preußen allein, sondern dem Gesammtvaterlande befehlen möchten. Sie kann uns auch gegen andere Feinde, als die Dänen sehr bald nöthig werden. Aber nur keine Fregatten, keine Dampfkriegsschiffe! Was uns Noth thut, was an der ganzen hiesigen Küste allein nützen kann bei der Enge und Seichtigkeit des hiesigen Fahrwassers, bei den selbst meilenweit entfernt von der Küste so häufig sich findenden Untiefen, das sind Kanonenboote, nach Art der schwedischen Schcerenflotte, die leicht gebaut unb flachgchend, durch die Beschaffenheit der Ufer nirgend ein Hinderniß finden. Als Schwedisch-Pommern an Preußen kam, lagen hier im Hasen sechs solcher Boote, sie sind seitdem verfault, und Alles, was von der Ma­rine jener Zeit übrig geblieben, ist ein alter pensionirter Oberst, dessen theoretische Kenntnisse uns indeß im ge­genwärtigen Falle von großem Nutzen sein könn­

ten; praktische Seeoffiziere müßten wir dagegen in Eng­land oder Schweden anwerben. Matrosen haben wir jetzt genug hier, denn unser Hafen liegt ein trauri­ger Anblick! gedrängt voller Schiffe, von denen viele schon beladen sind, aber wegen der dänischen Ka­per nicht anöznsegeln wagen. Auch die Bewohner der kleinen, um Rügen liegenden Inseln und Halbinseln sind ein meerkundiges, stnrmtrotzendeö Volk, bad, jetzt lässig feiernd, gern jeden Dienst gegen den tückischen Feind annehmen würde. Als nach dem Dars Militär zum Küstenschutz geschickt werden sollte, verweigerten die Einwohner dessen Annahme: sie könnten ihr Land gegen die Dänen selbst vertheidigen, denn ihre Söhne waren müßig zu Hause wolle man ihnen aber Hilfe gewähren, so möge es gegen den Feind geschehen der ihre Saaten verwüste und dieser Feind wären dreihundert aus Mecklenburg gekommene Hirsche. (D. Z.)

Tilsit, 25. April. Die Vass. Z. berichtet von hier: So eben erhalten wir von der russischen Grenze die verbürgte Nachricht, daß das Armeekorps für Szameiten im Anmarsch ist. Das Hauptquartier ist Mictan; Di­visionsstab Polangen und Schauten ober Rossein. Sämmtliche russische Soldaten in Lithauen, sowohl in den Garnisonen, als auf den Grenzwachen haben strenge Ordre, niemals einzeln, sondern nur in Trupps von 12 Mann bei Kommandos sowie bei Patrouillen zu inarschiren. Diese Maßregel unterstützt unsern Schmug­gelhandel, da die Schmuggler den größeren Trupps viel leichter auSzuweichen vermögen, als den kleineren häu­figen PiketS und Patrouillen.

Wien, 26. April. DerFreimüthige" enthält fol­gende Notiz: Preßburger Juden sind in Schaaren hier eingetroffen. Mord und Todtschlag wüthete gegen sie, Kranke wurden ans den Belten gerissen und aus die Straße geworfen, Greise und Kinder gemordet! GotteS Fluch treffe die Mörder!

Triest, 16. April. Mebrere übereinstimmende Briefe auS Görz und Cormons enthalten die Nachricht, daß Palma nuova sich auf Vermittlung des Erzbischofs und einiger Deputaten von Udine gestern Nachmittag um 3 Uhr ergeben hat und die österreichischen Truppen bereits daselbst eingerückt sind. (Nach einem Bericht von Nu­gent, in der neuesten Wiener Zeitung , hatte sich auch Civivale unterworfen, Codroipo sollte am 24. besetzt werden, in Ponteba war ein siegreiches Treffen gelie- fert worden.) (D. Z )

Schweiz.

Liestal, 28. April. Hecker ist heute mit seinem treuen Adjutanten Schöning er (einem Stuttgarter) hier angekommen. Er wandte sich an den Regierungs­rath um Gewährung des Asyls und erhielt die besten Zusicherungen.

I r a n k r e i ch.

Paris. Heine's französische Zustande haben eine merkwürdige Ergänzung erhalten durch das 3. Heft der Revue rètrospective. Er empfing hiernach aus den geheimen Geldern deS französischen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten vom Anfang des Mini­steriums (29. Oktober 1840) bis Ende 1847 in jedem . Jahre eine Unterstützung von 4800 Franken.

Aus b ein Elsaß, 1. Mai. DaS gestern in Col­mar stattgefundene republikanische Fest war sehr großartig. Deputationen ans allen Städten des Elsasses nahmen Theil daran. Man bemerkte auch viele Deut­sche, namentlich solche, welche den letzten Kampf im Ober­lande mitgemacht hatten. Herwegh befand sich unter ihnen. Der heutige Tag, welcher während 17 Jahren stets so feierlich begangen wurde (das Königs-oder Phi­lippsfest) zeigt gar keine Erinnerung an den verschollenen Thron. Die deutschen Republikaner verlassen all- mählig unsere Provinz und begeben sich nach den ihnen angewiesenen Departcmenteu. Heinzen und Struve haben einen Aufruf erlassen, in welchem sie anzeigen, daß sich in Straßburg ein provisorischer Centralausschuß gebildet habe, dessen Aufgabe fei, die vereinzelten Be-