Einzelbild herunterladen
 

c-

In einer Volksversammlung zu Hadamar wurde ein­stimmig beschlossen, eine Verwahrung gegen das Neichs- grundgesetz Inr 17 Vertrauensmänner einzulegen.

In Diez haben einige junge Brausekopse ein Gesuch um Zurückberufung der nassauischen Truppen in Anre­gung gebracht, haben aber damit wenig Anklang ge­funden.

s Höchst, den 30. April. In der gestrigen Ver­sammlung des hiesigen Bürgervereins wurde folgende Adresse an den Funfzigerausschuß Peschlossen:

Hohe Versammlung! Die Zeit nahet heran, in wel­cher sich die Mitglieder deS deutschen Parlaments in Frankfurt vereinigen werden. Vielfältig hat sich daS Gerücht verbreitet, daß zu ihrem Schutze vielleicht auch zu ihrer Ueberwachung, wir wissen eS nicht Bundestruppen in der Nachvarschaft zusammen gezogen werden sollten Wir hegen die Ueberzeugung, die ge­wiß jeder redliche Deutsche mit uns theilt, daß jene Versammlung weder eine Militärmacht zu ihrem Schutze bedarf, noch unter Bedrohung von Bajonetten kräftig und frei aufzutreten, und daS Wohl des Volks im Auge haltend, zu berathen vermöge. Der redliche Sinn Ler Bürger verbürge ihr den nöthigen Schutz; reicht die Macht der Frankfurter nicht hin, denselben zu gewäh­ren, so erbieten wir uns zu treuer, brüderlicher Hilfe. Nur protestiren wir gegen jegliche Einmischung irgend einer Militärmacht und verwahren uns hiermit gegen die allensallsige Zumuthung, Truppen zu diesem Zweck, ins Quartier zu nehmen und zu verpflegen.

Wir hoffen und erwarten von dem verehrlichen Fünf­zigerausschuß, daß derselbe diese unsere Erklärung ge­bührender Maßen beachte und würdige."

Auch eine Eingabe an Herzogliche Landesregierung um demnächstige Verwendung bei der Taunus-Eisenbahn- Direktion, daß die Preise der vierten Wagenklasse um die Hälfte ermäßigt würden, wurde gleichzeitig abgefaßt.

t Ufingen, 30. April. Ich beeile mich. Ihnen zu melden, daß die Kommissäre des Grafen v. Basfenheim im Verein mit den Abgeordneten des Sicheiheitöcomile's zu Wiesbaden, Georg Thon, Dr. Leisler sen. und Dietrich aus die ehrenvollste Weise daS Rettungswerk der sieben bassenheimischen Ortschaften vollendet und be­reits mit Wernborn, Cransberg, Pfaffenwiesbach ihre Verträge abgeschlossen haben. Der 1. Mai, wo die Wahl der Landtags - Abgeordneten dahier statt­findet, wird diese segensreichen Arbeiten unterbrechen, aber alsdann werden die Verträge mit den Gebirgsor- ten Reifenberg, Schmitten, Arnolbshain, Seelenberg ab­geschlossen, resp, die Forderungen dieser Gemeinden ge­nehmigt werden. Sachverständige behaupten, daß diese armen Gemeinden in Folge dieser Verträge ein Capital von wenigstens 200,000 Gulden gewinnen. Nie­mandem unserm ganzen Amte hat je geglaubt, diesen Tag zu erleben und Jedermann lobt den 4 März und die Thätigkeit deS SlcherheilScomite's zu Wiesbaden

Aus Baden. Die deutsche Ztg berichtet Folgen­des über den Zusammenstoß der würtembergischen Trup­pen mit der Herwegh'schen Freischaar, der am 28. April bei Dossenbach stattfand, und wo die 6. Kompagnie des 6 Regiments allein nach einem zweistündigen Gefecht die Frrischaarcn sprengte.Dreimal soll die Freischaar aus einem Walde hervor zum Angriffe auf die am Ab­hange des Berges tiefer gestellten Truppen vorgedrun­gen , jedesmal aber durch die wohlgeziellen Schüsse der würtembergischen Scharfschützen zum Rückzug gezwungen worden sein, bis endlich von Seite der Soldaten eine förmliche Jagd auf die Fliehenden gemacht wurde. Gleich im Beginne des Gefechtes verschwand Herwegh, der vor Schreck fast ohnmächtig geworden und ward feldflüchtig Die Entschlossenheit seiner Frau allein rettete ihn in einem Wägelein, dessen Spritzleder sein Versteck ward, so oft Die Flucht mitten duich Züge von Reitern ging, denen nicht in den Sinn kam, ein fahrendes Weib an­zuhalten, und so entkam er über Die Brücke bei Rhcin- UlDen. Einen mannhafteren Führer aber hatten Die

Freischaaren an Schimmelpfennig, genannt Rheinhard.

Dieser drang, als er feine Sache verloren sah, mit dem Säbel in Der Hand auf Hauptmann - Lipp ein Es ent­spann sich zwischen Beiden ein Zweikampf, in welchem Hauptmann Lipp einen Hieb in Die Hauv, Scbimmel- pfening einen solchen über den Kopf erhielt Soldaten sprangen nun ihrem Hauptmann zu Hilfe und einer Derselben stieß sein Basonctt dem Schimmelpfennig in den Mund, daß es durch Den Kopf drang und den Ge­troffenen niederstreckle, worauf noch Schüsse und Kol- benstoße seinem Leben ein Ende machten Die Reste der Freischaar, die noch vereint den Rückzug nach Rhein­felden fortsetzten, hatten Den Nachmittag bei Schwör- stälten noch ein unbedeutendes Gefecht, in welchem sie völlig zerfprengt wurden, zu bestehen. Gegen 4W Ge­fangene fielen Den Truppen bei Dossenbach und Schwör- stälien in die Hände Ein Zug von kam nach Lör­rach in Gewahrsam, darunter aber 20 Franzosen vom liederlichsten Gesindel Auch ward von den eidgenössischen Truppen ein Hause von 50 Flüchtlingen (worunter 9 Franzosen) mit ihrem Führer Börnstein durch Basel über Die französische Grenze abgeführt. Es ist ein Jam­mer, die irrgeführten Leute zu sehen und ihre Klagen zu hören, wie man sie auf das Frevelhafteste hinter­gangen , betrogen und belogen.

2ßien, 25. April. Der heutige Tag, an wel­chem unsere neue Slaatsverfassunq öffentlich verkündet worden, i|t sehr freudig gewesen. Die vereinigten Schaa- ren Der Truppen und der Bürgerwehr sind unter ju­belndem Volkszudrange vor Sr. Maj. und der k. k. Fa­milie feierlich durch Die Burg gezogen.

Wien. Der Allg. Z. wird von hier berichtet: Man darf jeden Tag darauf gefaßt sein, die Nachricht einer Revolution aus Den Donaufürstenthümern zu hören. Das Gerücht der Verjagung der Hospodare in Jassy und Bucharest hat sich zwar bis jetzt nicht bestätigt, aber der Wille dazu ist im Volke vorhanden, die Aufregung ist groß, und mit jedem Tage wächst der Sturm auf dem flachen Land, wo der Bauer, wie in Galizien, auch das Joch der Edelleute abschütteln oder sie todtschlagcn will. Die liberale Partei der gebildeten Städter verlangt aus­gedehnte Reformen, Volksvertretung, Preßfreiheit. In Bulgarien, am ganzen Donauufer von Belgrad bis zu den Sulinamünbungcn spukt ebenso der revolutionäre Geist, der das türkische Joch und die russische Schutz­herrschaft sich zu gleicher Zeil vom Halse schaffen will. In Galizien sind Die Edelleute und alle Polenfreunde in Verzweiflung; Denn alle Versuche, selbst mit gänz­lichem Nachlaß Der Frohnden, Die Bauern für die pol- uische ^ad)e zu gewinnen, sind gescheitert. Von Tar­now bis Lemberg stehen hunderttausend Dreschflegel, Mistgabeln und Sensen erhoben, nicht um die polnischen Flüchtlinge aus Frankreich zur Wiederherstellung des alten Polens zu unterstützen, sondern vielmehr sie beim ersten Versuch dazu sammt den Edelleuten und die ganze in Schnürröcke gekleidete fashionable polnische Gesellschaft zu spießen und todtzudreschen. Wahrlich schlimme, sehr schlimme Aussichten für Polens Wiedergeburt! Furcht­bar rächt sich Die Sünde deS Lehnunwcseus, welche der polnische Adel heute wieder gut zu machen sucht aber nun erheben auch Die polnischen Bauern den großen Volkerschrei unserer Tage: Es ist zu spät!

Posen, 25 April. Der Oberpräsident hat eine Bekanntmachung erlassen, in welcher er die Wahl der Abgeordneten nach Frankfurt für Die deutschen Kreise anorbnet Am Schluffe heißt es Darin:Die eigentliche Grenzlinie deS dem deutschen Bunde einzuverleibenden Theiles der Provinz jetzt schon zu ziehen, ist unmöglich I gewesen, und Deßhalb werden Die Wahlen nur von Den Bewohnern der Netzdistrikte und der Kreise Birnbaum, i Meseritz, Bomst und Fraustadt vorgenommen werden."

Holen.

Krakau, 27 April Wir haben einen blutigen Kampf gehabt. Der Aufstand begann gestern um