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wider Briiedig gerichtet'<?). Radetzky soll die Linie zwi­schen Verona und Mantua vertheidigen, ohne den Min- cio zu überschreiten. Nugent ist am 19. in Palma imova eingerückt.' Die Ortschaften Prevano, Valvasonc und Cotoiripo wurden von den österreichischen Truppen er­stürmt und gingen in Flammen auf. Die Infanterie- regimenter Prohaska und Hohenlohe standen am 18. vor Udine, dessen Bevölkerung, durch die Freischaaren verstärkt, sich vertheidigen zu wollen schien. Im freien Felde hielten die Freischaaren noch nirgends bis jetzt gegen die Truppen Stand. Die Herrschaft über die Lombardei unter günstigen und ehrenvollen Bedingun­gen aufzugeben, dafür spricht sich hier die öffentliche Stimmung ziemlich bestimmt aus, wiewohl Alle, auch die Friedlichen eine tüchtige Züchtigung dem treulosen König von Sardinien wünschen. Die Regierung wird sich wohl ihrerseits an den Gedanken gewöhnen müssen, das lombardische Gebiet mit seiner feindseligen Bevöl­kerung fahren zu lassen. Aber ebenso entschieden wünscht man wenigstens das ganze Gebiet der alten Republik bis zum Mincio zu behaupten. Vicenza, Padua und selbst Venedig werden wieder besetzt sein, bevor ein Mo­nat vergeht. Ohne kräftigen Beistand eines verbündeten Heeres kann sich Venedig nicht halten, und wenn die österreichische Armee am Mincio nur halbwegS ihre Schul­digkeit thut, so wird cS dem lombardisch -piemontcsischen Heere nicht möglich, daS starke Dreieck der Position zwi­schen Mantua, Verona und PeSchicra siegreich zu durch­brechen. (Allg. Z.)

Verschiedenes.

W i e n. In unserem jungen, noch ungewohnten kon­stitutionellen Leben macht sich in allen Verhältnissen, theils stärker, theils weniger augenfällig eine gewisse Taktlosigkeit bemerkbar. In der anfänglichen Verwir­rung der noch bestehenden Aufregung erhielt sich nur eine einzige Person in der großen Kaiserstadt ihren rennomirt guten und beliebten Takt, nämlich Vater Strauß!

Der Besitzer von Mivarts Hotel in London (in dessen Hause meist Fürsten und Regenten auch g e w e - sc n e, ^abzustcigcn pflegen) empfiehlt neuerdings sich und sein HauS den gekrönten Häuptern und den ver­schiedenen Zweigen des Königthums im Ausland; er zeigt ferner an, daß er noch immer bereit sei, Entthronte aufzunehmeu und betheuert. AlleS aufbieren zu wollen, um den Ruf seines geschichtlich gewordenen Hauses auf­recht zu erhalten. Die Empfehlung richtet sich dann namentlich an verschiedene Fürsten des Festlandes. .

Nach Privatbricfcn aus Algier herrscht dort did größte Gcldnoth; die Kolonie scheint von Frankreich ganz vergessen; eine englische Blokade könnte keine schlim­meren Folgen Habens sogar den Truppen werde kein Sold ausgczahlt^ die Ucbcrnehmer von Grundstücken fänden keine Arbeiter und der allgemeine Nothstand habe schon säst den höchsten Grad erreicht.

Mannheim, 28. April. Gestern rückten das dritte Hessen-kassebschc Infanterie - Regime»! v.on Hanan mit dem Stabe. ferner zwei Iägerkompaguicn und die erste Fußbatterie von Kassel hier ein und wurden bei den Bürgern einqimriiert. Diese Truppenmacht, wozu noch ein nassauisches Regiment kommt, bildet bereits eine ganz artige Besatzung. tMannh. I.)

Schleswig. Tic deutschen Bundestruppen machen rasche Fortschritte. Am 25. Morgens rückten sie bereits in Flensburg ein. Am gleichen Tage kam cs zwischen den beiden preußischen Garderegimentern und den Dänen bei Händewit und Bau zu einem Treffen, in wel­chem die letztem total geschlagen und ihnen 12 Kanonen abgenommen wurden. Die Braunschweiger Freiwilligen haben die dänische Kricgskasse erbeutet: sie war schlecht gespickt: 1215,000 Rthlr. Die Deutschen sollen im Ganzen gegen 800 Gefangene gemacht haben. Eine große Anzahl Dänen soll in die Schlei getrieben und

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ertrunken sein. In Eckernförde ließen die Dänen bei der Einschiffung ihre Pferde im Stich und bei Flensburg flüchteten sie mit Zurücklassung ihres Gepäcks so eilfertig auf die Schiffe, daß viele von ihnen ertranken.

P a r i s. DerMoniteur" veröffentlicht nachstehen­des Dekret der provisorischen Regierung:In Betracht, daß die in den östlichen Departementen gebildeten Ver­sammlungen von Deutschen sich trotz der cutgegenstehen­den Vorschriften der Behörde organisiren und bewaff­nen ; in Betracht, daß diese Versammlungen von Frem­den auf einem einzigen Punkte eine Last für die Be­völkerungen dieser Departemeute sind; in Betracht, daß die deutschen Regierungen ihre Gränze ihren Na­tionalen wieder geöffnet haben, welche einzeln und ohne Waffen über dieselbe zurückkehren ^wollen; in Betracht, daß diese Versammlungen ein Gegenstand der Beunruhigung und ein Vorwand zu Rüstungen für die Frankreich benachbarten Staaten und ein Anlaß zu Ir­rung zwischen Deutschland und der Republik sind; in Betracht endlich, daß Frieden besteht und sich fester schließen soll zwischen den deutschen Bundesstaaten und der Republik, und daß es nicht von dem Willen weni­ger bewaffneter Fremden abhängen kann, die Gesinnungen des republikanischen Frankreichs gegen Deutschland zu entstellen: beschließt die provisorische Regierung: Die Versammlungen in den östlichen Departe­ment e n sind aufgelößt."

Wiesbaden, 28. April. Gestern Abend war wie­der, wie gewöhnlich, an dem Brunnen vor der Kirch- hofSgasse eine lebhafte Gruppe von Dicnstmägden bei­sammen. ES beklagten sich mehrere derselben über daS jetzige einförmige Leben, was hauptsächlich daher rührt, daß seit acht Tagen ein sichtbarer Mangel an Soldaten eingetreten ist. Zuletzt redete mich meine Freundin an, ich möchte doch dahin wirken, daß auch hier, wie eS vor kurzem in Leipzig der Fall war, eine Versammlung der vereinigten Mägde zu Stande käme. Ich stellte so­gleich am Brunnen den Antrag, daß in der Kürze eine solche in einem hiesigen Lokale (nicht im Kursaal, denn dieser ist iflihnen verfâ^offetnanDernuniM

Antrag, den ich etwas zärtlich motivirte, wurde mit ei­nem stürmischen Applaus gekrönt, der die Nachbarschaft in Aufregung brachte.

Die in dieser Versammlung zn besprechenden Punkte dürften etwa folgende sein:

1 ) Abschaffung der Anredewörtersie," in der drit­ten Person der. Einheit und deSdu."

2) Allwöchentlich zweimal einen AuSgang an den Faulbrunnen.

3) Gleichstellung der Mägde mit den Haustöchtern und Kammerjungfern.

4) Neutrale Stellung der Frauen in häuslichen Angelegenheiten, bis der Mann thatsächliche Beweise von Schwäche an den Tag gelegt hat?«

5 ) Sofortige Entwerfung einer Adresse an Lola Mon­tez, als die Vorkämpferin der weiblichen'Mannbarkeit.

6) Schleunige Wahl einer tüchtigen Magd, die sich mit den auswärtigen Mägden in Korrespondenz zu setzen hat, damit ein Congreß sämmtlicher deutschen Mägde in Lalenburg abgehalten werden kann.

7) Beeidigung der Frauen auf die Punkte 1, 2, 3,4.

Den Tag und das Lokal der Versammlung werde ich näher bekannt machen. Vom männlichen Geschlechte sind nur die brunnenbesuchenden Kammerjunker als Ehren- mitglieder zum Eintritte in diese Versammlung berech­tigt, und so hoffe ich denn, daß sich recht viele dienst­bare Geister einfindcn werden.

Gedankenmörderin Censur! Würden wir noch in Deiner Sklaverei schmachten, Du wärest schnelle bereit, der freien Besprechung dieser vereinigten Mâgdeangele, genheit durch einen Maulkorb hindernd in den Weg zu treten. So aber steht mir ein mägdiger Anhang in Aussicht. 0

I. A. S t e i n'schcn Buchdruckerei zu Wiesbaden.