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heit der Stadt nur von der ihnen größtenteils gewon­nenen Bürgerwehr anvertraut würde, nicht ungeneigt sei, einen Versuch zur Proklamirung der Republik und ei­nen Handstreich zu Gunsten der Hecker'schen Sache zu machen.

Baden. Die aus dem Elsaß hcrübergebrochcnen Hausen, welche von Straßburgern mit Waffen versehen wurden, haben sich am Oberrhein zwischen Basel und Schliengen gesammelt. Die Truppen haben sich sofort dorthin in Bewegung gesetzt.

F r a n k fu rt, 27. April. In der heutigen Sitzung der Bundesversammlung hatten sich die VertrauenSinän- ner eingesunden, um den von ihnen ausgcarbciteten Entwurf einer Verfassung für Deutsch­land zu überreichen und das hierzu von Professor Dahlmann gefertigte Vorwort zu verlesen. Sie er­klärten hierbei, daß sie beabsichtigten, jenen Entwurf nebst diesem Vorwort als ihr der Bundesversammlting übergebenes Gutachten baldigst durch den Druck zu ver­öffentlichen, welches Vorhaben die Bundesversammlung nicht beanstandet. Jedoch behielt sich die Bundesversamm­lung vor, nunmehr den Entwurf selbst erst zu prüfen und weitere Beschlüsse dem Resultate dieser Prüfung gemäß zu fassen. Die Bundesversammlung eröffnete zugleich -ton Vertrauensmännern, daß sie wünsche, es möchten dieselben sernerhin hier anwesend bleiben, um der Bun­desversammlung in den geeigneten Fällen, insbesondere bei der Verhandlung über den von ihnen eingereichten Verfassungsentwurf, bciräthig sein zu können.

Frankfurt, 27. April. Der Fünfzigerausschuß hat am 26. folgenden Aufruf an die Tyroler erlassen: Tyroler! Brüder! Ihr steht wieder gewappnet auf Deutschlands herrlicher Felsenburg. Haus und Hof habt Ihr voll edler Begeisterung für Eure, für Deutschlands Freiheit verlassen. Ihr schirmt mit dem alten Helden­muth unsere Südgränze, Hofer's Geist schwebt über Euch, kämpft mit Euch! Nehmt unsere freudige dank­bare Anerkennung Eurer Hingebung zum Heile des ge­meinsamen deutschen Vaterlandes! Deutschland ist einö! ^Krc ân Scheidewände, welche die deutschen Stämme trennten, sind zusammengestürzt unter der Siegeskrast des erwachten Nationalgeistes. Euere Sache ist unsere Sache! Sendet sichere Botschaft über Euere Lage, den Feinden gegenüber. Deutschland ist bereit, Euch beizu­stehen mit Gut und Blut, sobald Euere erprobte Kraft nicht ausreicht, sobald Ihr unserer Hülfe bedürft. Wir kennen unsere Pflicht! Keine Spanne der heiligen deutschen Erde darf aufgegeben werden! Hört es, wackere Brüder auf dem Hochwarten Tyrols, hört es, ihr Feinde Tyrols! Die Deutschen stehen für ihre Freiheit und Unabhängigkeit, Einer für Alle, Alle für Einen!"

Botzen. Zufolge neuer Nachrichten sind die wäl- schen Freischaaren in Tyrol an mehreren Orten zurück­geworfen worden, und soll, mit Ausnahme Einzelner, im Augenblick kein Italiener mehr aus tirolischem Bo­den weilen.

t Usingen, 26. April. Ehre und Dank dem Sicher- heitskomite zu Wiesbaden, dessen vier Abgeordnete sich so wacker der sieben ausgeplünderten baffenheimischen Ortschaften angenommen haben. Der betreffende Be­richt an den Grafen Hugo zu München athmet den Geist dieser jungen Freiheit und Se. Erlaucht, welche diese armen Ortschaften aus alle unterthänigften Bitten nie und niemals einer Antwort gewürdigt hat, hat in Folge jenes famosen Berichts sogleich zwei Abgeordnete hierher geschickt, welche mit den Gemeinden unterhan­deln. Die großen Ereignisse dieser Tage finden hier den lebhaftesten Wiederhall; mit Schmerz vernimmt man die Ereignisse in Baden; mit Wuth und Entrüstung spricht man über das unerklärliche Zaudern der Preu­ßen in Schleswig-Holstein. Obgleich es viele Republi­kaner in unserm Amte gibt, so haben wir doch keine organisirte republikanische Partei, denn da bei uns ftü- her, d. h. vor dem 4. März, dem Volke alle politischen

Rechte entzogen waren, so wissen sich die Leute noch gar keine klare Vorstellung von einer Republik zu machen. Ein großer Theil des Landvolks verweigert die Steuern und will sie auch ferner verweigern, so lange bis die neun garantirten Forderungen alle gewährt d. h. ins Leben eingeführt sind. Tag für Tag ererzirt unsere Bürgergarve, und wenn es in ganz Deutschland so kampf­lustig ist wie bei uns, so haben wir weder Frankreich noch Rußland zu fürchten. Auch spricht man lebhaft davon, bei der ersten Wahrscheinlichkeit eines auswär­tigen Kriegs im Amt Usingen ein Regiment Sensen­männer zu bilden. Am 1. Mai wird hier die Wahl der Abgeordneten zur Ständekammer stattfinden. Man nennt als Kandidaten die Herren Preiß, Philipp Philippi, von Eck, Eckher und in den Dörfern der alleinseligmachenden Kirche den Herrn Lossen von der Emmershäuserhütte. Zu der Aufregung kommt auch hier, wie allerwärts, der Stillstand der größeren Ge­werbe. Unsere Eifensteingruben im Amt Weilburg, die Emmershäuserhütte, die Audenschmiede, ein Theil unserer Wollspinnereien stehen still und Hunderte von Hand zu Mund lebender Menschen sind brodlos. Daß der Prozeß des Geheimenraths Herber, der wegen seiner Schrift über die nassauische Domänenfrage 1833 zu drei Jahren Zuchthausstrafe von dem hiesigen Hosge- richt verurtheilt wurde, revidirt werden soll, findet beim Volke vielen Anklang. Wie im Hofgerichte zu Gießen Weidig's zürnender Geist, so fordert der Geist Her- ber's bei uns Gerechtigkeit und Sühnung. So eben vernehme ich von Butzbach die Nachricht, daß der edle Karl Zeuner, jener Johannes des göttlichen Weidig in der Kürze ins freie Vaterland zurückkehren wird. Kein deutscher Verbannter wird herzlicher willkommen sein. Die Theilnahme an der Verloosung von Waa­ren aus der nassauischen Jndustrichalle ist so groß, daß 300 Loose a l Gulden abgesetzt werden. Möchten bei dieser Verloosung auch die Meister unseres Amtes be­rücksichtigt werden!

Posen. In Betreff der Reorganisation Polens er­fahren wir, daß derjenige Theil der Provinz Posen, wel­cher sich von Rawicz, rechts bei Posen vorbei nach Nor­den auf die Stadt Thorn zu erstreckt und gleichsam den Weg nach Warschau bildet, künftig als eine polnische Provinz betrachtet werden soll, wo dann die Stadt Gne- sen den Sitz der polnischen Regierung bilden wird. Alles, was aus der linken Seite von der Stadt Posen liegt, will man als deutsche Provinz betrachten und nach der Stadt Posen den Sitz der deutschen Regierung ver­legen. Reisende, die aus Polen kommen, versichern, daß dort überall die tiefste Ruhe herrsche, worüber schein­bar auch nur eine unbedeutend verstärkte Militärmacht streng wache. In jedem polnisch-russischen Dorfe, be- fonders aber an der preußischen Grenze, sind Kanonen ausgestellt, um damit jede Unruhe sofort im Keime zu ersticken. (Berl. N.)

Posen. In Gostyn und Kozmyn hat die verräthc- rische Gesinnung der Polen zu blutigem Zusammenstoß mit den preußischen Truppen geführt. Die Truppen n friedlich ein plötzlich stürzten die bewaffneten Aufruhrer hervor und ans den Fenstern wurde eben­falls meuchelmörderisch auf die Deutschen geschossen. An beiden Orten mußten sich die Truppen erst zurückziehen, nahmen dtestlben aber dann im Sturm trotz der errich­teten Barrikaden.

, . Italien.

Das österreichische Geschwader in Pola hatte Befehl erhalten, nach Venedig auszulaufen. Alle italienischen

*irL6 entlassen und dafür englische, slavische, guechlfche Seeleute geworben worden. Sämmtliche Llopd lchc Sampfichiffe sind mit Kanonen bewaffnet und l^nen die Operationen des Geschwaders unterstützen. Oberstlieutenant v. Kudriassky, ein höchst tüchtiger Offi- iier, welcher früher die levantinisch/ Station befehligte, übernimmt das Eommando des Dampfbootgeschwaders. Auch von der Armee ist der Angriff gegenwärtig einzig