spricht. Die Berathung dieses Vorschlags findet in der heutigen Bormittagssitzung statt. (F. I.)
Elbing. Der hiesige Magistrat und die Stadtverordneten haben folgende Adresse in deutscher und polnischer Sprache an die Polen erlassen:
Polen! Einige unbesonnene oder boshafte Männer wollen euch einreden, daß Westpreußen ein polnisches Land sei, und daß ihr gerechte Ansprüche auf den Besitz selbst von Elbing und Danzig habet. Laßt euch durch so thörichte und lügnerische Vorspiegelungen nicht verführen! Auch wir wünschen, daß eS euch gelingen möge, einen freien polnischen Staat innerhalb derjenigen Gränzen zu erwerben, die unbestritten dem polnischen Volke angehören. Solltet ihr euch aber verleiten lassen, auch nur eine Hand breit Landes von Westpreußen an euch reißen oder die Bestimmung zwischen polnischen und deutschen Gränzen innerhalb des jetzigen Großherzog- thnms Posen auf irgend einem andern Wege als an; dem der gütlichen Vereinbarung mit den Vertretern des deutschen Volkes treffen zu wollen: alsdann werdet ihr an den Deutschen eben so entschiedene Feinde finden, wie ihr jetzt noch entschieden auf ihre Freundschaft rechnen dürft. Der Fluch eines Kriegs zwischen zwei Völkern , welche bestimmt sind, in inniger Verbrüderung den Barbaren deS Ostens zu widerstehen, wird nicht auf unsere, sondern auf eure Häupter fallen.
Schweiz.
Basel, 25. April. Es ist gestern Abend ein Kahn mit Bewaffneten durch die Stadt den Rhein hinuntergefahren. Daö Truppenkommando hat sich dadurch veranlaßt gesehen, den rheinauswärts stehenden Vorposten am rechten und linken Ufer Befehl zu gebest, solche Schiffe anzuhalten und, wenn dieser Weisung nicht gefolgt wird, auf sie zu feuern.
Däne m a r k.
Kopenhagen. Hier sind bereits am 19. die ersten preußischen Schiffe eingebracht worden, und Kriegsschiffe nördlich und südlich ausgeschickt worden. Hannoversche und mecklenburgische Schiffe sind noch nicht angchalten worden, indem man damit wohl zögert,bis auch die Truppen dieser Staaten sich auf schleswtgsichcm Grund und Boden zeigen. Das Commerz-Collegium hat sich heute das Gutachten der Kaufmannschaft erbeten, ob cs erwünscht sei, daß Hamburg und Lübeck als neutral betrachtet würden, wofür sich denn auch dieses ausgesprochen; doch ist die allgemeine Meinung für die Blokade der Elbe und der Trave.
Frankrei ch.
Straßburg, 23. April. Gestern in der Frühstunde verließ uns die große Masse der deutschen Zuzüger, welche seit einigen Tagen sich in der Stadt anhäuften, entweder, wie man glaubt, den Ausgang der Demonstration in Paris abzuwarten, von der Herwegh bestimmte „Ahnung" hatte, oder nach Andern einmal in großer Zahl den Einfall in Deutschland zu versuchen. Der Regierungskommissär, sowie die Bürgerschaft, dieser ewigen Bettelei von Polen und deutschen Republikanern, des Unfugs in den Bierhäusern und auf den Straßen herzlich satt, hatte zuletzt einigen Hunderten den Eintritt in die Stadt versagt. Der Anführer derselben war sogar insolent, aber der Kommissär ließ ihm ankündigen, daß, wenn er oder seine Begleiter es wagen würden, seinen Befehlen zuwider zu handeln, er sie durch die Truppen nicderschießen lassen würde. So trieben sie sich auf den nahen Dörfern umher, bis der Tag des allgemeinen Abzuges kam. Herwegh und seine Gattin sind mit fort, sowie die gesammelten Waffenvorräthe. Sic sehen, wie wichtig es war, die Hccker'sche Schaar von dem Rhein abzuschneiden. Das zwingt die Zuzüger weiter oben einen Uebergang zu suchen und nach Manchem zu schließen, werden sie wohl aus dem Gebiete von Basellandschast die Stadt Basel umgehen, wenn nicht die würtcmbergischen Truppen ihnen den Uebergang über
Verantwortlicher Redacteur : Lippe. —
den Rhein streitig machen. Sie zählen auf eine Schlacht, welche am 24. Vorfällen soll. Mitleiderregend war eS, diese Jugend so der Verführung hingegeben zu sehen: in Manchem erwachte der fromme Sinn, und sie bereiteten sich durch Theilnahme an der CharfreitagSkom- munion zu dem ungesetzlichen Kampfe vor. (D. Z.)
M u fi l a n i>.
Die letzte Nummer des „Warschauer Couriers" bringt die Nachricht, daß sich auf Veranlassung des Fürsten- StatthalterS eine Deputation der vier ersten Magnaten Polens, an deren Spitze Krasinski, nach Petersburg zum Kaiser begeben werde, um denselben zu bitten, daS ehemalige Königreich Polen in der Verfassung, wie eS vor der Revolution gewesen, wieder herzustellen und die gc- eigneten Schritte dahin zu thun, daß die jetzt dabei nicht befindlichen Theile desselben gleichfalls unter russischem Zepter vereinigt würden. Unter den letzten sind jedenfalls Galizien und Posen verstanden. Stimmt man nun an, daß der Fürst-Statthalter hierbei schwerlich aus sich selbst gehandelt' habe, so ist diese Nachricht sehr bedeutungsvoll für Deutschland.
Italien.
In Palermo hat hat daö Parlament am 13. April beschlossen: Ferdinand Bourbon und seine Dynastie sind für immer deS sicilischen Thrones verlustig. Sicilien wird sich konstutionell regieren und einen italienischen Fürsten auf den Thron rufen, sobald es seine Verfassung reformirt haben wird. DaS offizielle Mailänder Blatt bringt daS in Palermo diesfalls erlassene "Meret, das unterzeichnet ist: Der Präsident der Kammer der Gemeinen, Marchese di Torrearsa.
11 N g st V tt.
Kossuth ist am Blutbrechen gefährlich erkrankt. Der Verlust dieses Mannes wäre für Ungarn in diesem Augenblicke wahrhaft unersetzlich.
Wiesbaden. Die sechs nassauischen Abgeordneten zur Nationalversammlung sind nunmehr folgende: Prokurator Schenk von Dillenburg, Legationsrath^v.^G a - gern von Wiesbaden, Conrektor Schütz von Werl- bürg, Regierungsdirektor Schepp, Regierungsdirektor Hehner und Präsident Hergenhahn von Wiesbaden.
~ — Nach der Freien Ztg. ist eine Deputation der Stadt Limburg hier augekommen, um die Regierung um baldige Entfernung des Bischofs von dort zu ersuchen, da sonst leicht Unruhen entstehen könnten.
Frankfurt, 27. April. Nach einer lebhaften Diskussion, die sich bis 8 Uhr Abends verlängerte, und in welcher 28 von den anwesenden 38 Mitgliedern deS Fünfziger-Ausschusses daS Wort nahmen, ist heute der Vorschlag wegen der Erekutivgewalt des Bundes mit 23 gegen 15 Stimmen in der von der Kommission selbst amendirten Fassung angenommen worden, daß die drei dem Bundestage beizugebenden Mitglieder von letzterem den Regierungen nach vorgängiger Vereinbarung mit den Vertrauensmännern und dem Ausschusse vor- geschlagen werden sollen. Zugleich wurde auf Her- gen hahn's Antrag der Zusatz beschlossen, daß die Wahl des Bundes-Oberfeldherrn nicht bis zur Ernennung obiger drei Mitglieder ausgesetzt, sondern sofort vorgenommen werden solle. (F. I.)
Hamburg, 24. April, 9 Uhr Abends. Der heutige Abendzug aus Rendsburg meldet, daß die BundcS- truppen bereits zwei Stunden über Schleswig hinaus vorgerückt waren. Aus Schleswig wird nun von heute Mittag gemeldet, daß der Vortrab unter lautem Jubel der deutschgesinntcn Bevölkerung in Flensburg eingerückt sei. Die Dänen hatten sich in großer Verwirrung nach Angeln gezogen. Der Verlust war auf beiden Seiten sehr bedeutend; ein preußsches Regiment soll gegen 100 Mann verloren haben. (Hamb. C.)
Druck der I. A. S t e i n'schen Buchdruckerei zu Wiesbaden.