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um das Oberkommando der preußischen Truppen zu übernehmen. (H. C.)

Rendsburg, 19. April. Man schreibt der Vor- senhalle: Heule Morgen ist ein Scharmützel einestheils >es Rauhau'schen Freikorps mit einer Anzahl dänischer Dragoner im Dorfe Ascheffel, Amts Hütten, vorgesaUen. Der Wachtmeister der Dragoner, ein Deutscher, ward gelödtet, ein anderer Dragoner verwundet und mit sei­nen vierzehn Kameraden, nebst siebenzehn Pferden, hier eingebracht. Einer unserer Freiwilligen ist verwundet. Diesen Nachmittag drangen 800 Dänen mit zwei Ka- nonen gegen unsere schwach besetzten Vorposten bei Sorg- brück vor, tödteten und einen Mann, gingen indeß bal­digst wieder zurück.

In Rendsburg hat sich ein Ausschuß gebildet, um reiwillige Beiträge zur Bildung einer deutschen Flotte u sammeln, und hat in wenigen Stunden eine Summe von 325 Thalern zusammengebracht.

Königsberg, 17. April. Dem hiesigen russischen Generalkonsul Adelsoii ist von Petersburg der Befehl zugegangen, keine Pässe nach Rußland, selbst nicht m den dringendsten Fällen zu visiren. Seit dem 14. d. M. ist diese Maßregel zur Geltung gebracht, und so­mit eine russische Gränzsperre faktisch eingetreten. Reisende versichern, daß in Rußland große Besorgnisse vor dem Ausbruche einer Revolution herrschen, nament­lich geben sich solche unter den Reichen kund, die schon zetzt eifrig bemüht sind, ihre Schätze außer Landes in Sicherheit zu bringen. (Bresl. Z.)

Wien. Die Unglücksberichte aus Schleswig über die erste Niederlage der Deutschen haben auch unter den Patrioten Wiens Betrübniß, Entrüstung, Wuth hervor- gerusen, und der Schrei der Rache tönt hier so laut, wie im nördlichen Deutschland. Es hat sich sogleich eine Freischaar von 200 jungen Männern, die^ meist den bessern Ständen angehören, gebildet, um nach «Lchleö- wig-Holsteiu zu ziehen. Seit drei Tagen hält dieses Corps regelmäßige Versammlungen, und. sein ungestümer Kampfesmuth wünscht sich Flügel, um zum Kriegöschau- Kan NN Eider nickt zp svät ^zl chomuW. , Ueber- Haupt herrscht unter unserer Jugend ungeheure KriegS- lust, wozu 'außer der allgemein fieberhaften Gemüths- aufregung auch die furchtbar zunehmende NahrungSlo- sigkeit das Ihrige beiträgt. Die Werkstätten und Fa­briken entlassen täglich eine beträchtliche Anzahl Arbeiter, da eS den Besitzern mit aller Aufopferung nicht länger möglich wird, sie zu beschäftigen. Wollte unsere Re­gierung einen populären Krieg, z. B. gegen Rnßland führen ich glaube es würden Hunderttausende von kriegslustigen Freiwilligen unter die Fahnen eilen. (A.Z.)

Italien.

Lombardei. Das Korps des Grafen Nngent hat am 16. d. den Jsonzo überschritten, um seine Operatio­nen gegen die venetianischen Provinzen zu beginnen. Er will sich zu diesem Zwecke mit dem zweiten Armee­korps unter Baron dÄsprü verbinden. Das in den Bewegungen der picmontesischen Armee bemerkbare Zau­dern ist theilweise der Stellung Radetzky's, theilweise aber auch den Erklärungen zuzuschreiben, welche die englische Regierung dem sardinischen Hofe gegeben hat. England hat nämlich nicht nur sein Mißfallen über den feindlichen Einfall Karl Alberts in die Lombardei aus­gesprochen, sondern auch zu erkennen gegeben, daß, wenn in Folge der vertragswidrigen Schilderhebung des Kö­nigs Savoyen von den sardinischen Staaten loSge- rissen werden oder Genua sich unabhängig erklären sollte, er sich diese Verluste nur allein selbst zuzuschrei­ben haben würde, sowie er überhaupt für alle andern, noch nicht zu berechnenden Folgen, welche aus seinem Vertragsbrüche hervorgehen könnten, allein die Verant­wortung zu tragen habe.

Am 20. hat das in Olmütz zusammengetretene Kriegs­gericht über den schändlichen Verrath des Grafen Zichy, ehemaligen Kommandanten von Venedig, seine Verhand­lungen begonnen. Man nennt das schmachvolle Beneh­

men dieses österreichischen GeneralsVerrath", selbst wenn cS nur Feigheit wäre, denn eine solche Uebergabe ist in den Jahrbüchern der Geschichte fast unerhört. Zu­gleich werden noch die bei diesen Vorgängen ebenfalls mitverwickclten Generale Ludolf und Culloz gerichtet werben. DaS sind die Früchte der Protektionömänner, das ist der Lohn der bisherigen parteiischen Bevorzu­gung bei beit meisten höheren Militärstellen.

F r a n k r e i cb,

Par iS. Der provisorischen Regierung liegt dem Vernehmen nach ein Dekret für Erhebung einer Erb­schaftssteuer vor; bei direkter Erbfolge solle eine Steuer von 10 Procent von dem Nachlaß erhoben werden, bei Erbfolge von Seitenverwandlen eine Steuer von 25 Procent, bei Erbfolge von Seiten von Personen, die nicht zur Familie deS Erblassers gehören, mittels Do­nation oder Legaten, eine Steuer von 50 Procent.

U c r s ch i e d e u c s.

In Bamberg zirkulirt im Augenblick eine Liste zum Besten der über die Klinge gesprungenen Minister. Der Ertrag soll in östreichischen Staatspapieren verwechselt und nach London an Louis Philipp zum Vertheilen Übermacht werden.

In Berlin zirkulirt eine Petition an den vereinigten Landtag, zu welcher bereits tausende von Unterschriften erfolgt sind, daß die deutschen Frauen künftighin keine männlichen Personen zum Unterrichte ihrer Töchter, fer­ner keine Friseure, Schneider, Sticker, Köche u. s. w. mehr dulden, sondern in diesen Bedürfnissen bloö von weiblichen Personen bedient sein wollen, da sich hierzu Fähige genug unter dem weiblichen Theile der Gesell­schaft befänden und, die Billigkeit ganz außer Acht ge­lassen, es zum Theil gegen gute deutsche Sitte gehan­delt sei, den Männern hierin einen Platz einzuräumen.

Kürzlich traf mit dem Bahnzuge von Stettin ein Rei­sender in Berlin ein, der allein in einem Coupe erster Klasse saß. Da er nicht ausstieg, sondern cingeschlafeu zu sein schien, näherte sich ihm einer der Beamten und fand ihn todt. Es entdeckte sich waleich, daß das ganze Coupe mit Kassenanweisangen und Bankscheinen, die aus dem Boden zerstreut lagen, bedeckt war, eine Summe von über 2000 Thlr., die sogleich aufgesammelt wurde. Außerdem ergab sich, daß der gedachte Reisende (wie sich später ermittelte, Kammerherr v. W.....) Papiere und Briefschaften bei sich trug, die ein sehr ansehnliches Vermögen bekunden. Anderes Reisegepäck trug er nicht bei sich.

Die durch die Nationalgarde in Wien empfangenen Diebe. Brandleger und Räuber, deren Anzahl sich ge­gen 1300 belaufen soll, und die unterdessen in den Ca- fernen und Casematten eingesperrt sind, sollen nach der Bukowina gebracht werden, woselbst eine Verbrecherco- lvnte angelegt werden soll.

In Straßburg wurde am 20. April, in einer Sitzung des republikanischen Vereins, der abwesende Dr. Rau- schenplatt, alsdeS Monarchismus überfuhrt," aus der Liste der Mitglieder gestrichen.

Fürst Metternich und der nassauische Steuerkommissär. Der PariserCharivari" bringt in der Gestalt eines langen Hagern Menschen ein Bild mit Metternichs Physiognomie. Flüchtigen Schritts enteilt jener, aber ein nassauischer Steuerkommissär er­hascht den einen Frackflügel und ruft:Halt! erst zahle 90,000 fl. rückständige Steuern vom Johannisberg."

Urtheile berühmter Männer über Vic Deutsche».

Betrachten wir den deutschen Charakter in seiner An­lage, in seinen tiefern Keimen, so giebt eS gewiß nichts Irrigeres, als jenes wegwerfende Urtheil (A. Ruge's, daS deutsche Volk sei durchaus niederträchtig.) Aber läugnen läßt sich allerdings nicht, daß diese große sitt­liche, ich möchte sagen, welterlösende Anlage, biS jetzt nur in vereinzelten Individuen zum Durchbruch getönt