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Bundestag um Auskunft über 'die eigentliche Bestim­mung der kurhessischen Truppen, sowie über den Grund oder Ungrund der Gerüchte von abgeschlossenen Kon­trakten und darüber, ob nicht die kurhessische Regierung eine Schuld treffe, weil sie die Truppen nicht, wie der Bund gewollt, nach dem Badischen, sondern in die Provinz Hanau rücken läßt, zu ersuchen.

Die heutige Abendsihuug deS FüuszigcrauSschusscS be­traf den Zusammentritt der konstitnirenden Versammlung. Nach einer lebhaften Debatte wurde der Reh'sche An­trag angenommen: da der Zusammentritt der konstitui- renden Versammlung vom Vorparlament auf den 1. Mai festgesetzt worden, die Eröffnung aber von der Anwe­senheit einer hinreichenden Anzahl Mitglieder abhänge, so möge der Bundestag von der Festsetzung eines Zeit­punktes sowohl für den Zusammentritt, alS die Kon- stituirung der Versammlung abstehen. Dazu kam auf Mathy's Antrag der Zusatz: der Ausschuß erwartet zu­versichtlich , daß eine hinreichende Anzahl Mitglieder sich einfinden werde, um spätestens am 18. Mai die Ver­sammlung eröffnen zu können. (D. 3 )

Frankfur r. Den neuesten amtlichen Nachrichten zufolge, ist General v.'Gagern dennoch meuchlings gefallen. Die am 22. stattgesundcne außerordentliche Sitzung deS 50r Ausschusses eröffnete der Vorsitzende Soiron mit folgender Mittheilung:

General Gagern, der Befehlshaber des 8. Armeekorps, war gegen Heckers Schaaren vorgerückt. AlS man sich gegenüberstaud, trat General Gagern mit Hecker in persönliche Verhandlung , die jedoch zu keiner Ver­einigung führte. Als beide sich trennten und Gagern sich zurückwandte, um sein Pferd zu besteigen, fielen Schüsse aus der Front der Hccker'schen Schaar und Segern fiel von drei Kugeln im Rücken getrof­fen todt zur Erde.

Diese Mittheilung wurde mit tiefem Schweigen von der Versammlung ausgenommen. Am Schluffe der Si­tzung ergriff indessen Sledtmann daS Wort, wies darauf hin, waö daS Vaterland an Friedrich v. Gagern verloren hat^ und forderte den 50r-AuSschuß ans, dieses Anerkenntniß, sowie den tiefen Abscheu vor der Rotte, von welcher ein so treuloser Frevel ausgegangen ist, aus­zusprechen.

Alle Mitglieder erhoben sich zum Zeichen der Bei- stimmung von ihren Sitzen.

In der Nachmittagssitzung des 50r Ausschusses vom 22. wurde folgender Antrag Blums einstimmig angenommen:

Der Ausschuß möge beschließen, dem Bundestage in Erinnerung zu bringen, daß dem Antrag und Beschluß des Vorparlaments:der Bundestag müsse auS sei­nem Schooße die Männer entfernen, welche zur Her­vorbringung und Ausführung der verfassungswidrigen Ausnahmebeschlüsse gewirkt," jetzt, nach drei Wochen, noch nicht entsprochen sei und man daher die Aus­führung von den betreffenden Regierungen dringend verlange.

Karlsruhe, 24. April. Gestern Nachmittag zwi­schen 3 und 4 Uhr, als die Truppen unter dem Kom­mando des Generals Hoffmann in die Stadt Freiburg einrücken wollten, kam der Zug der Aufrührer, der sich bei Todtnau gesammelt hatte, bei GünterSthal vom Ge­birge herab, worauf die Truppen sich gegen dieselben wendeten. Von 4 Uhr bis nach 7 Uhr wurde gefeuert. Die Rebellen zerstreuten sich fliehend, worauf die Trup­pen sich in die nahe liegenven Orte begaben und heute früh gegen die Stadt Freiburg rückten. Die Thore waren mit Barrikaden verrammelt. An den Eingängen der Stadt halte von 9 Uhr an ein Kleingewehrfeuer statt, und zugleich wurde die Stadt mit Kanonen be­schossen. Um 117, Uhr drangen die Truppen über die Barrikaden in die Stadt, die darin befindlichen Rebel­len flüchteten sich. Die Stadt ist jetzt im Besipe der Truppen und AlleS ist ganz ruhig.

(Amtliche Bekanntmachung.)

Karlsruhe, 24. April. In Karlsruhe kam eS heute Nachmittag, als ein badischer Artillerist, der dc- sertirt war, eingebracht wurde, um erschossen zu wer­den, zu einem Auflauf, bei welchem ein anderer Ar Menst, der ein Faschinenmesser gegen einen Offizier zog zusammcugehauen worden ist.

Rendsburg. DaS Generalkommando der Herzog- thümer Schleswig-Holstein hat am 21. folgende Be kanntmachnug erlassen:Die Begeisterung der deutschen Nation für den Kampf der Herzogthümer Schleswig- Holstein hat ein Herbeieilen Freiwilliger veranlaßt und in Aussicht gestellt, welches gegenwärtig nicht mehr mit den militärischen Verhältnissen in Uebereinstimmung steht. Es ist für jetzt eine Hülfe Freiwilliger unnöthig, und es ist daher die Pflicht deS Generalkommandos der Her­zogthümer Schleswig-Holstein, alle Deutsche, welche ih­ren Arm unserer Sache leihen wollen, und besonders die an vielen Orten gebildeten Comiteen aufzufordern, fortan keine Freiwillige mehr abzusenden. Zugleich spricht das Generalkommando den wärmsten Dank für eine Hin­gebung aus, welche für Deutschland eine ruhmvolle Zu­kunft verheißt. Sollten die Verhältnisse sich ändern, so hoffen wir, uns mit Vertrauen an die Vaterlandsliebe und die Tapferkeit der Deutschen wenden zu können."

Am 21. Vormittags hat ein mehr als flstündiges Vorpostengefecht bei Altenhof stattgesunden. Ein Corpö von 1500 Dänen ist von Eckernförde ausgerückt und hat daö dort postirte Freicorps unter der Führung des Major von Reichenbach, etwa 4500 Mann, mit Ar­tillerie und von Kriegsschiffen unterstützt, angegriffen. Der Sieg ist unser gewesen, wenn auch an eine Ver­folgung des Feindes, der sich, namentlich durch einen Bajonnetangriff in die Flucht geschlagen, nach Eckern­förde zurückgezogen hat, nicht zu denken gewesen ist, da weder Linien-Jnfanterie noch Artillerie unsere tapfern Freischärler begleitete. Auf unserer Seite sind, wenn wir recht berichtet, 11 gefallen (7 Berliner aus dem Szepuntzkischen Corps, 2 Rheinländer) und einige 20 verwundet worden.

Vom Niederrhein, 19. April. Äer^hSMio- versche General Halkett, der daö Kommando über den 10. deutschen Hccrtheil gegen die Dänen führen soll, ist nicht nur von Geburt ein Engländer mit toristischer Färbung, sondern auch von Haus ein englischer Ge­neral. Noch aus dem Feldzug von 1815 ist er in Bel­gien sehr gut bekannt, wo er vor der Schlacht von Waterloo Gouverneur von Antwerpen war. Diese Schlacht kämpfte General Halkett, durch seincu Freund Wellington herangezogen, in ausgezeichneter Weise mit. Ueber seine Tüchtigkeit herrschte damals nur eine Stimme Der Zufall wollte, daß bei jenem blutigen Waffentanz ihm eine Kugel ein Stück seiner Zunge raubte. Nach dem Pariser Friedensabschluß trat der General in han­noversche Dienste über, wo er in der Garde ein Kom­mando übernahm. Das Zaudern der Hannoveraner, nachdem die Preußen zuerst schon so kostbare Zeit ver­loren , macht hier den unangenehmsten Eindruck. (D. Z.)

Hamburg, 21. April, 9V, Uhr Abends. Mit dem heute Abend 87, Uhr eingetroffenen Bahnzuge aus Rends­burg erfahren wir, daß sich heute früh um 4 Uhr im Schnell markter Holze unweit Altenhof, dem Gute deS Grafen Eugen Reventlow, zwischen 2000 Mann däni­scher Infanterie nebst einer Abtheilung Dragonern und einigen Kanonen einerseits und dem Wasmer'schen und Ranzauer Freikorps, denen sich auch die Hamburger, Berliner und Kölner angeschlossen, andererseits zu einem blutigen Gefechte gekommen, welches bis gegen 11 Uhr währte. Die Freischaaren mußten der Ueber- macht weichen, und zogen sich in ziemlicher Ordnung zurück. Vier Wagen mit Verwundeten waren in Rends­burg eingetroffen. Die Preußen sollten morgen auS- rücken und durch Hannoveraner ersetzt werden Gene­ral v. Wrangel war in Begleitung eines der jün­geren preußischen Prinzen nach Rendsburg unterwegs,