rechts und links im Walde ausgestellt seien, empfangen werden würden. Mit Eiser ging das ganze Korps vor, oben am Berge gegen Schlechtenau zu ritt von Gagern und Major Kunz noch an der Spitze der Kolonne; da trat Hecker vor und meinte, man solle auf seine Leute nicht schießen lassen, v. Gagern erwiderte, daß Leute ohne Waffen geschont würden, andernfalls nicht. Hecker zog sich zurück, und in dem Augenblick begann der Kampf; der edle v. Gagern fiel sogleich, er ist todt, und wir führen Die Leiche in einem Wagen mit. Wir werden ihm in Freiburg die letzte Ehre erzeigen. Major Kunz ist ganz unbedeutend am Fuße verwundet. Beider Pferde blieben todt auf dem Platze; ein Dragonerpferd erloren wir durch einen Schuß in den Fuß. Ganz eicht ist noch ein hessischer Hauptmann Keim, von unsren Offizieren sind Dern und Sartori unbedeutend erwundet. Ein Offiziersbedienter blieb auf dem Platze. Kein Soldat ist geblieben, verwundet ungefähr 20 Hessen und 15 Badener Drei oder vier Pferde sah ich todt an der Straße; ein desertirter Soldat vom 2 und einer wm 4. Regiment wurden zusammengehauen. Von da nahmen wir ungefähr 8 gefangene Rebellen mit, die ich kaum vor der Wuth unserer Leute schützen konnte. Hier fanden wir ungefähr 800 — 1000 Mann in den Wald postirt unS gegenüber Sie wurden ganz zersprengt; eine Menge Flinten, Senfen, Mistgabeln lag ms dem Kampsplatze.
Von dort zogen wir nach Schlechtenau, wo leider ein Bauer, der eine Mistgabel trug und fortlief, erschossen worden ist. Unsere Soldaten waren in Wuth Von Schlechtenau verfolgten wir die Rebellen weiter über âgster Weitenau gegen Steinen. Am Ausgange des Thales (Ausmündung ins Wiesenthal) hatten sich Stritte und Weishaar aufgestellt; das Feuern begann von Neuem, aber mit Vorsicht, und auch diese Schaar von ungefähr 1000 Mann wurde zersprengt. Dieser Kampf kostete uns ungefähr 6 bis 10 Verwundete. In Steinen und allen andern Orten wurden wir mit Jubel empfangen, Alles bewirthet. Struve und Weishaar haben hier und in Steinen mit Mord und Braud gedroht, wenn nicht Alles,von 18 bis LOJahren mitzöge oder 200 bis 500 Gulden zahle; eS ging aus dem Wiesenthal kaum ein Mann mit. Unter unsern Gefangenen, vielleicht 15 an der Zahl, sind nur 4 oder 5 aus Schönau und Schopfheim, die Andern sind aus dem Seekreis. Soeben erfahre ich, daß die Zersprengten sich im Hintern Wiesenthal und in Wehr sammeln. Hier in Lörrach ist man sehr aufgebracht über Die Schimpfreden, welche die hiesigen Freunde Struve's und Weiöhaar's von ihnen erhielten. Unsere Truppen wetteifern mit den Hessen, die vorzüglich sind. Unsere Gefangenen hätte ich gerne hier abgeliefert, allein die Ortsverhältnisse Lörrachs und der Wunsch der Offiziere, jene noch aus dem Transport mitzumehmen, sowie Die Aeußerungen Der hiesigen Beamten veranlaßten mich, auf meinem Verlangen nickt zu beharren." —
Rach einem andern Bericht dauerte das erste Gefecht, in welchem v. Gagern fiel, etwa eine halbe Stunde. Der Oberst v. Hinkeldey hatte nach GagernS Fall den Oberbefehl übernommen. Den Aufrührern wurde auch eine Fahne abgenommen und dieselben theils in'S Gebirge, theils über Den Rhein zersprengt. Die Verfolgung dau-rte bis Einbruch der Nacht.
Die Baseler Ztg. vom 21 April bringt außerdem noch solgenve Nachrichten: „Die würtembcrgifchen Truppen rücken unaufhaltsam vor und werden heute bereits über Waldshut hinaus fein. Die heute angelangte Schaffhauserpost berichtet, daß sie dieselben bereits bei Dogern (hieher Waldshut) getroffen. Die Straße war voll flüchtiger Freischärler, die würtembergischen Trup- Ven entwaffnen sie und ließen sie laufen. — Hecke r ist soeben über Rheinselden in Basel e i n g e trosse n."
Wien. Da die Ungarn nun ein eigenes verantwortliches Ministerium haben und Diesem -Die Staats
einkünfte zur Verwaltung zugewiesen sind, so möchte Oesterreich auch jetzt einen Theil Der auf der Gesammt- monarchle lastenden Staatsschuld aus Ungarn übertragen, und zwar nicht weniger als den vierten Theil. Ob die ungarischen Reichsstände dieses Geschenk m t Dem gleich st Enthusiasmus aufnehmen, wie ihre selbstständige Verfassung, wird sehr bezweifelt.
Prag Die Czech e n (wie sich die Stockböhme u am liebsten. neunen) stehen jetzt Den Deutschen seindseliM als je entgegen und suchen Der für Oesterreich allein Hell bringenden Vereinigung mit Deutschland entgegen zu wirken. Das Streben Der Ezechen ist. sich wo möglich als ein slawisches Reich, gleich Ungarn, in sehr bedingter Abhängigkeit von Oesterreich zu isoliren. Zu welchem Ende wird diese unselige Spaltung führen, deren Keim durch das Wettern ich'sche Drucksystem gelegt und durch das seitherige Zögern Der Regierung so schädlich entwickelt worden ist? Die Deut- i sehen hier sind aber Den Czechen gegenüber nicht energisch, nicht willenskräftig genug; sie halten zurück und trauen ; sich kaum mit ihren Gesinnungen hervor. Die dcut- i scheu Farben sind hier wie verpönt; als einige Studen- : teil Die deutsche Kokarde ausgestellt hatten, wurden sie j iusultirt. In Wien weht Die deutsche Flagge von der ! Burg des Kaisers, und hier muß sie sich lichtscheu ver- ' stecken.
Sch merz.
N e u e u b u r g. Die alten Staatsräthe sind ihrer Haft entlassen , nachdem sie 42 Tage gefangen im Schlosse zugebracht hatten Dem alten Staatsrath sind 10 Tage ’ Frist vergönnt, um über Neuenburgs finanziellen Zu- - stand Rechenschaft abzulegcn. Da Der König von Preußen Die Beamten ihres ihm geleisteten Eides entbunden hat, so haben sich 90 frühere Beamte der jetzigen Regierung zur Verfügung gestellt.
K r st n f v e i ch.
Paris. Die provisorische Regierung hat in Ueberein« stimmung mit Dem Oberbefehlshaber Der Nationalgarde, General Courtais, den Beschluß gefaßt, daß wieder eine Anzahl Linienregimenler für beständig nach Paris verlegt werden soll. ©eiterns Changarnier ist zum Oberbefehlshaber derselben ernannt worden. — Dem Kriegsminister ist ein außerordentlicher Kredit von 9,659,000 Franken für Den Ankauf von 15,165 Pferden eröffnet worden.
Ein Dekret der provisorischen Regierung verordnet die Aufhebung Der Zollabgaben von Schlachtvieh in Paris. Dieselben sollen ersetzt werden durch eine Besteuerung Der großen Grundeigenthümer und Pächter und durch eine Lurussteuer von theuern Wohnungen, Wagen, Pferden, Hunden und Livreedienern. Dieselbe Maaßregel soll auch in den andern Städten deS Landes zur Anwendung gebracht werden.
Die nunmehr genau ermittelten Schulden Louis Philipps belaufen sich aus 40 Millionen Franken. Die mit Beschlag belegten Privatdomänen desselben werden auf einen Werth von 200 Millionen geschätzt.
Wiesbaden, 23. April. Eine Der schönsten Blüthen, welche der Völkerfrühling dieses Jahres in unserem Vaterlande hervorgeruscu hat, ist unstreitig Die vollkommene Glaubensfreiheit und Die Gleichstellung Der verschiedenen Konfessionen
Schon lange war die Brust eines jeden toleranten und aufgeklärten Christen von dem Wunsche, daß solches geschehen möge, beseelt. Daß auch in den Bewohnern unseres Landes dieses Verlangen wurzelte, dafür spricht Die freudige Begeisterung, mit der die große Mehrzahl die Gewährleistung desselben begrüßte, und daß auch in Der hiesigen Kirchengemeinde dieser Wunsch lebte, beweist Die Bereitwilligkeit mit welcher Dieselbe dem Ersuchen Der hiesigen Heulschkatholiken um Einräumung ihrer Kirche Folge leistete.
Mit dem wärmsten Danke hat auch Der Prediger derselben Gemeinde, Herr Pfarrer Graf, Diese Handlungs-