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Zum Schutz dieser höchsten Güter, und damit nie mehr der Einzelwille dem Gesammtwillen sich widersetzen könne, hat die Versammlung

Allgemeine Volksbewaffnung beschlossen."

Schießlich fordert der Fünfzigcrausschnß auf, in Ernst und Ordnung an das W a h l g e sch ä ft zu gehen, zu der Nationalversammlung Männer zu entsenden, schlicht und bieder, Männer, die vor den Augen des Volks bekundet haben, daß ihnen das Gesammtwohl höher steht als jedes Sonderinteresse, die Gerechtigkeit höher als Standesrücksichten und Vorurtheile, die Wahrheit höher als der Sieg der eigenen Meinung.

Karlsruhe. Ueber die Verhaftung des Dr. Fick­ler durch Mathy vernimmt man Folgendes: Am 8. d., Morgens, als der erste Bahnzug ins Oberland ab­gehen sollte, erschien der Abgeordnete Mathy in Beglei- Lung von einem Polizeicomniisfär und sechs Unteroffizie­ren an dem offenen Schlag eines Eisenbahn-Wagens und, auf einen tief im Hintergrund sitzenden, in eine Blouse gekleideten Mann zeigend, sagte er:Herr Fick­ler ! Im Namen des Gesetzes sind Sie verhaftet! Sie sind ein Vaterlandsverräther." Der Angeredete, wie eS schien, sehr verblüfft, erhob sich langsam und trat aus dem Wagen, indem er Mathy die Worte zuwarf: Ein rechter Polizeimann! Sie sind ein Volksverräther!" Die Unteroffiziere nahmen den Agitator vom See in ihre Mitte und mit schrillem Pfiff fuhr der Zug von dannen. Die Verhaftung Ficklers soll durch amtliche Mittheilung der Straßburger Behörden veranlaßt wor­den sein. Fickler ist nach Rastadt abgeführt worden.

Zur Besetzung der langen badischen Grenze gegen Frankreich hat die Regierung noch bairische und wür- tembergische Truppen verlangt Diese Maaßregel hat nun im Seekreis eine ungeheure Aufregung hervorge­rufen, da man sie vorzugsweise gegen die republikanische Gesinnung des SeekreiseS gerichtet glaubt. Deßhalb eine Verwahrung auf die andere gegen diese Maßregeln, die indessen die Zustimmung der Kammer haben. Von Do­naueschingen ist eine Gesandtschaft mit folgendem Auf­trag an den Großherzog abgegangen: Die militärischen Gewaltmaßregeln werden als Verrath vom Volke an­gesehen; dasselbe verlange daher die augenblickliche Ent­fernung der Minister des Innern, Bekk, deS Aeußern, v. Dusch, und des Kriegs, Hofmann, und an deren Stelle die Abgeordneten Peter, Hecker und Bren­tano. Auch soll alles nicht badische Militär von der Gränze entfernt werden. Für den Fall, daß der Groß­herzog sich zu dieser Maßregel nicht verstehen könnte, möchte er der Krone entsagen und es solle eine Volksregierung eingesetzt werden, weil man sonst nicht mehr im Stande sei, die Massen im Zaume zu halten.

Karlsruhe, 9. April. Als bei der heutigen außerordentlichen Sitzung der zweiten Kammer, zu wel­cher auch die in Frankfurt befindlichen Mitglieder be­rufen waren, der Abgeordnete Mathy in den Saal trat, erschallte ein donnerndes Hoch, das kaum enden wollte. Ebenso wurden die Abgeordneten v. Soiron, Basser­mann und Welcker begrüßt. Den Mitgliedern des Staatsministeriums wurde bei ihrem Eintritte der gleiche Empfang zu Theil. Dies war die Antwort auf die unverschämte Anmaßung sogenannter Deputationen, welche die Entfernung der Minister alsForderung des Vol­kes" begehrt hatten.

Verschiedenes.

Ein Brief aus IngelheimAn den Fürsten Metter­nich auf Rheineck" wurde von dort mit folgender auf den Umschlag geschriebenen Erklärung zurückgeschickt: Ist nicht hier, wird gar nicht erwartet, wird auch wohl nicht kommen."

Im ehemaligen Eichhorn'schen Ministerium in Berlin hat man 2 Druckerpreffen vorgefunden, die vermuthlich zu solchen geheimen Sachen benutzt wurden, welche man andern Druckereien nicht anvertrauen wollte.

Die in Rendsburg angekommenen preußischen Trup­pen sind gleich weiter marschirt und in jenseits Rends­burg gelegenen sch le swi g 'sch c n Dörfer einquartirt werden.

Die Dänen fahren fort mit Verhaftung und Weg- ichleppung deutschgesinnter Männer in den von ihnen besetzten Ortschaften. Die Verhaftungen geschehen zur Nachtzeit durch eine Abtheilung Dragoner.

Am 8. April kam die erste 40 Mann starke Polen- kolonne in Mannheim an, die aus Frankreich über Straßburg, Mannheim, Köln und Berlin nach ihrem Vaterland zurückkehren.

Die Provinzialstände von Ost- und Westpreußen sprachen in einer Eingabe den Wunsch aus, die Auf­nahme ihrer Provinz in den deutschen Bund zu veran- lassen. Hieraus wurden von dem Ministerium sogleich die zur Aufnahme erforderlichen Einleitungen getroffen.

Von vielen Seiten laufen in Berlin Protektionen ein gegen dieBefugniß des vereinigten Landtags, die Mitglieder zur Nationalversammlung zu wählen. Der Landtag vertrete nicht das preußische Volk, sondern nur einzelne Stände. Und selbst, wenn er wirklich der der Vertreter des Volks sei, stehe ihm nicht die Wahl der Abgeordneten zu, sondern nach den Bestimmungen der Vorversammlung nur dem Volke selbst. Man bringt daher auf schleunigste Zurücknahme des betreffenden Dekrets.

Metternich bezog vom Staat nicht weniger als 98,000 fl. Konventionsmünze (245,000 Franken), und zwar 72,000 fl. als bloßen Gehalt, 20,000 fl. seit 1829 als Personalzulage und 6000 fl. Tafelgclder.

Metternich kam am 4. April in Amsterdam an, um sich von da nach London zu begeben.

An den Straßenecken Wiens liest man einen Auf­rufan die freien Wiener", der zur Bildung von Frei- schaaren nach Polen auffordert.

Im böhmischen Erzgebirg ist die Hungerpest ausge­brochen.

. Die 24 Bataillone der Pariser Nationalgarde zählen bis jetzt 21,000 Mayn. Ein Drittel derselben geht im Falle eines Kriegs sogleich zur aktiven Armee ab.

Ein Dekret der provisorischen Regierung in Paris verfügt für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Dezbr einen Abzug auf sämmtliche Gehalte, Pensionen und Dotationen über 2000 Franken. Die Gehalte rc. sind deßhalb in 14 Klassen eingetheilt, und beträgt der Ab­zug vom Franken 4 Centimes in der ersten Klasse, 5 Cent, in der zweiten rc, 30 Centimes in der 14. Klaffe.

In Folge der französischen Revolution sind die Ueber- fahrtspreise von Havre nach Neuyork tc. auf 120 Fran­ken per Kopf, ohne die Lebensmittel gestiegen. Ueber 1000 deutsche Arbeiter, welche sich nach Amerika ein* schiffen wollten, liegen im Augenblick brodlos und im größten Elend in H a v r e. Alle Answandcrungslusti- gen mögen daher bis auf weiteres den Weg über Havre ganz vermeiden.

Der Kanton Solothurn verlangt von der Eidgenos- schaft dringend die Reklamirung des Veltlinö, eines Ge­birgsthales von circa 100,000 Seelen, welches durch den Wiener Frieden der Schweiz zugesprochen war, je­doch trotz dem Buchstaben des Vertrags von Oesterreich immer gewaltthätig allen Vorstellungen zum Trotz behal­ten wurde. Jetzt scheint die Zeit der Wiederoergeltung für diese und so manche andere Unbilden gekommen zu seyn. Die Veltiner verlangen dringend die Vereinigung mit Graubünden« Aber auch im Westen erhebt sich der Sturm. Genf verlangt die Besetzung der neutralen Sa­voyerdistrikte Chablais und Faucigny, welche ihm seiner Zeit Sardinien vorenthielt.

Im Meerbusen von Spezzia ist ein französisches Ge­schwader mit Truppen eingelaufen. Die Italiener fürchten Eroberungsgelüste der Franzofen.

Nach einem Kriegsbericht der provisorischen Regierung in Mailand hat der österreichische General Radetzky die Besatzungen von Padua und Vincenza an sich gezogen