Einzelbild herunterladen
 

als Wunsch inS Protokoll zu legen, die man bei der künftigen Verfassung Deuischlands als unumstößliche Grundlagen berücksichtigt wünschte War zwar nach den bisherigen Beschlüssen eine Berathung über einen Ver- fassungSentwurf in dies.r Versammlung nicht zulässig, so konnte man doch über die Fundamente sich anSspre- chen und eine Art bill of rigths erlassen. Unter den Anträgen war der, den Jaup mitlheilte und den 70 Mitglieder unterzeichnet hatten, der hervorragendste; er verlangte als geringstes Maß unserer deutschen Rechte: volle Glaubens- und Religionsfreiheit mit Gleichstellung aller Konfessionen in bürgerlichen Rechten, volle Preß­freiheit, Vereinsfreiheit, freie volksvertreteiide Landes­verfassungen, Gleichheit der Steuerpflicht, der Wehrpflicht und deS Wehrrechts, gleiche Zulassung zu allen Staatö- ämtern, abzugsfreie Auswanderung, allgemeines deutsches Heimaihrecht, Freiheit der Bildung mit Lehr- und Lern- freiheit, Schutz der persönlichen Freiheit (Habeas-Cor- pu8-Acte), Schutz gegen JuUiwerweigerung, Unabhän­gigkeit, Mündlichkeit und Oeffentlichkeit der Justiz mit Schwurgerichten u. s. w. Ein anderer Antrag Vene­deys berücksichtigte noch besonders die Lage der arbeiten­den Klaffen und die Verbesserung bet selben; Andere wichen nur in Einzelnhciten oder in der- Fassung von dem Jauffschen Anträge ab. Eine Berathung des Ein­zelnen war natürlich hier nicht denkbar; es genügte, diese Erklärungen deutscher Volkörechte der künftigen deutschen Nationalversammlung zur Berücksichtigung drin­gend zu überweisen. Während der Debatte kehrte auch die ausgetretene Minorität in die Versammlung zurück und wurde freundlich begrüßt; an den Wahlen haben nun Alle Theil genommen.

In der Sitzung vom 3. April wurde ferner noch ein Antrag Venedey's auf Schutz der Arbeit gegen Noth und Elend, -und ein anderer von Biedermann auf allgemeines deutsches Staatsbürgerrecht, der konstituiren- den Versammlung zur Prüfung und geeigneten Berück­sichtigung dringend empfohlen. Folgende Anträge wur­den von der Versammlung angenommen: v. Wuttke, daß die Regierungen aufgcfördert wurden , alle zurDek- kung der östlichen Gränzen Deutschlands erforderlichen Maßregeln zu treffen, und namentlich die allgemeine Volksbewaffnung einzuführcn; v. C l o s e n: daß der Ausschuß ermächtigt werde, sich mit 6 Mitgliedern aus Oesterreich zu verstärken; von Jordan: die Auswan­derung zur Nationalsache zu erheben, und die Anlegung von Kolonien unter dem beständigen Schutze des deut­schen Volks anzurcgcn; von Venedey: daß die Ver­handlungen deS Ausschusses mit dem Bundestag durch die Presse veröffentlicht werden; von R. Blum: daß den in das Vaterland heimkehrcndcn Polen von Seite der deutschen Regierungen freier Durchzug und Unter­stützung werde. Die Anträge auf Zuziehung der Deut­schen in Posen und der russischen Ostseeprovinzen zu dem Nationalparlament fand dagegen nicht die gehörige Unterstützung. Nachdem der Präsident eine Anzahl an die Versammlung gerichteter Adressen angezeigt, wurde der Siebnerkommission für ihre verdienstlichen Vorar­beiten, dann den Einwohnern Frankfurts, der Stadt­wehr und den Turnern für den der Versammlung zu Theil gewordenen gastlichen Empfang und kräftigen Schutz der Dank votiit Mit einer Abschiedsrcde und einem Hoch auf Deutschland schloß der Präsident die Versammlung.

Das Resultat der Wahlen, welches am 4. ver­öffentlicht wurde, ist Folgendes:

Wiesner und Bissingen aus Oesterreich. Jakobi, Abegg, Simon, Raveaur, Stadmann, Venedey, Cetto, Pachenstecher, Wilhelnii, Meyer und Wedemeyer aus Preußen. Kolb, Spatz, Eisenmann, v. Closen und Paur aus Vaiern Schott, Murschel, Mack und Wächter aus Würtemberg. R. Blum und Bieder­mann aus Sachsen. Freudentheil, Siemens und Zachariä aus Hannover. Wippermann, Schwarzen­berg und Blachiöre aus Kurhcssen. Lehne, Brunk

und Reh aus Hessen - Darmstadt. System, Soiron Mathy und Buhl aus Baden. Schleiden und Gülick aus Schleswig-Holstein. Kicrulf und Schnelle auc Mecklenburg. Jürgens aus Braunschweig. Rüdei aus Oldenburg. Hergenhahn aus Nassau. Nonne aus Hildburghausen. Briegleb aus Koburg. Heck­scher aus Hamburg. Duckwitz aus Bremen.Behn aus Lübeck. Mappcs aus Frankfurt.

Von 468 Stimmenden erhielten die meisten Stimmen Wiesner (457), v. Jtzstein (443), Robert Blum (435)

Zum Präsidenten wurde von dem Fünfzigerausschuß erwählt: v. Soiron; zu Vizepräsidenten: Robert Blum unb Abegg

Schleswig, 30. März. In Hadersleben sind die Dänen bereits 1400 Mann stark eingerückt. Unsere Truppen stehen, die Vorhut bei Apenrave, daS Haupt- heer in und bei FlenSburg. Es wird in den näch­sten Tagen zum Kampfe kommen müssen. _ßu wünschen wäre eS gewesen, daß die Unsrigen die Gränze früher erreicht hätten, weil jetzt die Dänen sich durch ei­nen großen Theil der Bewohner des Amtes Haversle­ben verstärken dürften. Auf das Erscheinen eines dänische» Kriegsschiffes bei Sonderburg, von welchem einige Offisiere an's Land gingen und eine dänische Proelamation auötheiltcn, hat die Insel Alsen, der"schon bisher vorherrschenden Gesinnung gemäß, sich für nisch erklärt. Die Danebrogfahne ist auf dem Schloff- des Herzogs von Augustenburg von den Bauern aufge steckt worven. Dänische Truppen sind indeß nicht auf Alse», und das Kriegsschiff vermittelt nur die Neberfahrt von solchen, die als Kämpfer sich der dänischen Sache von dorther anschließen wollen.

Der bekannte Advokat der dänischen Sache, Ad vokat B l a u n f e l d in Flensburg, hatte sich mit seiner Familie auf ein Schiff geflüchtet und wollte so eben nach Kopenhagen abgehen, als man Beweise deS Landes- verrathes von ihm gefunden haben soll. Es wur­den sogleich Dragoner abgeschickt längS dem Hafen, um ihn wo möglich einzuholen. Die Windstille hatte âs __ Schiff bei Holiils sestgehalten. Hier waiw derselbe ver­haftet und ist sogleich nach Rendsburg gefangen abge­führt. Man sieht, daß wir gegen innere und äußere Feinde alle unsere Kräfte nöthig haben. Die Dänen haben sich vorbereiten können, wir nicht. Wir müssen mit Massenaufstand ersetzen, was uns fehlt. Schande über Jeden, der auch nur einen Augenblick daran denkt, zu weichen wo es gilt! (Börjenh.)

Die Seeräuberei der Dänen beginnt. Eine KriegS- brigg hat sich vor Apenrade gelegt und verlangt ^^ der Bürgermeister Schow mit zwei bekannten deutsch­gesinnten Einwohnern an Bord komme; die letzteren sind nicht zu finden gewesen, und der Bürgermeister hat natürlich sich geweigert, zu kommen; da wird die Stadt mit Bombardement bedroht, wenn er sich län­ger weigere. Der Bürgermeister geht an Bord und die Dänen fahren mit ihm davon!

Ein dänisches Kriegsschiff soll auf die in Apen- rade eingezogenen Studenten und Turner mit Kärtätschen geschossen haben, ohne aber Jemand zu treffen.

Hamburg, 31. März. Heute sind hundert braun­schweigische Freiwillige, ähnlich uniformirt wie die schwar­zen Jäger unter den braunschweigischen Truppen, hier durchmarschirt. Es ist eine sehr, rüstige und entschlossene Schaar, mit welcher die Schleswig - Holsteiner einen jedenfalls willkommenen Zuwachs ihrer Streitkräfte er­halten werden. (.W.-Z)

Bremen, 1. April. Hier sind die oldenburgischen Truppen auf ihrem Durchmärsche nach Schleswig-Hol­stein angemeldct: wir erwarten sie täglich; durch Altona soll in der Nacht auf den 31. März hannoversche Ar­tillerie gekommen sein.

Vom Rhein, 31. März. Wir haben gestern einer Versammlung der deutschen Demokraten zu Straßburg beigewohnt. Sie mag leicht aus einigen Tausenden von Mitgliedern bestanden haben, unter welchen sich Depu-