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sche Provinz zunächst auch ein Erwerb Ungarns sein würden. (Brest. Z.)

Italien.

Bei Desenzano (am Gardasee) haben die Patrioten den größten Theil des österreichischen Gencralstaabes, 1 General, 3 Obersten und eine Menge Offiziere und Truppen mit vielem Geld, gefangen genommen; es scheint, daß die Oestereicher den Kopf ganz verloren haben.

Radctzki ist noch in Crema mit circa 20,000 Mann und 60 Kanonen. In Verona ist der Vicekönig mit seiner ganzen Familie gefangen. Todte sind hier in Mailand etwa 500600, die fechtend fielen und viel­leicht das doppelte an unschuldigen Opfern, Weiber und Kinder; verwundet sind sehr Viele. Die Truppen glaubt man, haben 2000 Todte.

Genua, 26. März. Die Stadt ist voll ungeheu­ren Jubels über die That der Mailänder. Es heißt, der König Carlo Alberto sei nach Mailand abgereist und die Vereinigung der Lombardei mit Piemont be­schlossene Sache. Gewiß ist, daß die mailändische pro­visorische Regierung den Marchese d'Adda und den Gra­fen Martini an ihn abgeseudet hat. DaS war der Traum seiner Jugend König von Italien zu sein Es ist bekannt, daß er als Prinz von Carignan mit den Carbonari im Bunde war, um Italien von der Fremd­herrschaft zu befreien, sie aber nachher verrathen und seine früheren Genossen der Strafe des Hochverraths überliefert hatte. Es ruht ein Dunkel über diesem Thun, das ihm von Vielen nie mehr verziehen wird, auch sagt man, eS sei der Wurm, der au seinem Leben nagt und ihn vor der Zeit zum Greise werden ließ. Auf einen Krieg mit Oesterreich ist er jetzt gerüstet, alle Truppen snld-einberufen. Hier ist doch noch ein Theil der Ma- rine zurückgeblieben: es wurde energisch erklärt, daß man die Schiffe nicht ohne alle Bewachung lassen könne, und somit das Volk zur Ruhe gebracht. (S. M.)

Mailand, 29. März. Eine ungeheure Menge junger Leute wird Soldat, um gegen den Feind zu zie­hen' Gestern publizirte man offiziell die Gefangenneh- mung des Generals Schönhals , des rechten Arms von Radetzky, 4 Obersten, 51 Offiziere, 800 Mann In­fanterie, 60 Dragoner, 3 Kanonen, 1600 Kilogramm Pulver, 63 Wagen; man fing sie wie Fische im Wasser und Sumps. Radetzky soll sich in verzweifelter Lage befinden, er kann weder vor- noch rückwärts; er glaubte in 3 Tagen nach Verona zu gelangen, nun steckt er seit 6 Tagen im Schlamm, umzingelt von Heerden von Bauern. Kann sich die piemontesische Armee kon- zentriren und ihn zu einer Schlacht zwingen, so ist er unwiederbringlich verloren und muß das Gewehr strecken.

Neapel, 23 März. DaSMinisterium macht heute bekannt, daß, nachdem es alle Mittel versucht habe, den Frieden mit Sicilien wieder herzustellen, nachdem nach den letzten Nachrichten man durchaus nicht hoffen darf, daß die Sicilianer irgend einen Punkt ihrer Forderun­gen modificiren wollen, und somit jede Unterhandlung unnütz sei, dasselbe sich nicht befugt halte, solche For­derungen einzugehen, die die Einigkeit der Monarchie zerstören, den Fortschritt Italiens hemmen und die Un­abhängigkeit und glorreiche Zukunft des gemeinsamen Vaterlandes kompromittiren. Die Regierung fühle sich daher verpflichtet, dem Lande und dem ganzen Italien feierlichst zu erklären, daß die Sicilianer Unmögliches verlangen und damit offenbar zeigen, es sei ihnen nur darum zu thun, jedes Mittel zur Versöhnung abzu- schuciden. Obschon dieser ausgesprochene Widerstand nicht im mindesten den lebhaften' Wunsch ändere, billi­gen und vernünftigen Anträgen Gehör zu geben, und man hofft, die Gemüther werden, nachdem die gegen­wärtige schmerzliche Aufregung sich gelegt haben wird, wieder zu dauerhafter Eintracht sich vereinigen, so be­trachte man doch für jetzt die angefangenen Unterhand­lungen für freundschaftliche Ausgleichung unterbrochen, und die Regierung verwahre sich und protestire aufs

Feierlichste gegen jede Verletzung der Einigkeit und In­tegrität der Monarchie. -

D an c m a r k.

Kopenhagen. Die Börsenhalle theilt folgenden Auszug aus einem Privatbriefe vom 24. März aus Kopenhagen mit. Die Deputation ist heute abgereift: wir erwarten jetzt, ob sich die Holsteiner mit der Ant­wort, welche sie vom König erhalten, zufriedengestellt finden. Sind sie cd nicht, und hören die Unruhen nicht auf, so wollen und können wir 3040,000 Mann regulärer Truppen in einigen Tagen hinüberschicken, " außer der Flotte und den Freiwilligen, die auch bedeu­tend ail Anzahl sind. Alles wird hier aufs Stärkste und Schleunigste gerüstet, und die Soldaten so wie die Freiwilligen hegen einen furchtbaren Haß gegen die Holsteiner und wünschen je eher je lieber loszugehen. Die Geschäfte liegen ganz darnieder, und Niemand will auf Etwas Angehen, ehe man die Antwort der Hol­steiner kennt. Es befinden sich hier eine Menge Rei­sender, die nicht wissen, ob sie bleiben oder nach Hause reisen sollen. Man glaubt, daß die Posten nicht sicher gehen werden.

Belgien.

Brüssel, 30. März Wie man hört, schickt Ge­neral Skrynecki sich an, dem Fürsten Czartoriski nach Posen zu folgen, es scheint, daß von dort auS der Plan zur Unabhängigkeitö-Erkämpfung Polens verwirk­licht werden wird.

F r a n 11* c i d>.

Paris, 3I. Mârz. Beranger, der greife FreiheitS- dichler, veröffentlicht heute einen äußerst heitern, liebens­würdigen Brief, in dem er die ihm zugedachte Ehre, Deputirter der Nationalversammlung zu werden, dankend ablehnt.Ihr wollt, sagt er, ans einem Dichter einen Gesetzgeber machen das kann ich nicht glauben. Be­denkt, ich bin 68 Jahre alt, mein Bischen Popu­larität danke ich meinen Liedern, nicht meinem Werthe als Bürger. So viele Leute glauben sich jetzt zu Allem fähig, eS muß auch welche geben, die zu gar Nichts zu taugen glauben. Laßt Euch nicht durch den Sieges­rausch des Triumphes Hinreißen, liebe Freunde, viel­leicht braucht ihr noch Einmal Jemanden, der Euern gesunkenen Muth, Eure Hoffnungen nèu belebt. Ihr würdet dann bedauern, daß Ihr das Bischen Stimme, das mir noch übrig ist, unter Ehren und Würden er­stickt habt. Laßt mich sterben, wie ich gelebt habe, und macht nicht aus Euerm Freunde, dem guten alten Lie­dersänger, einen unnützen Gesetzgeber." Wir geben mit obigen Zeilen nur einige Bruchstücke, aber der ganze Brief ist klassisch und eines der schönsten Werke deS alten Dichters (D. Z.)

Marseille, 28. März. In einer französischen Stadt einen ganzen Tag kein Journal! Gestern hatten wir das unglaubliche Ereigniß in unserer Stadt. Die Setzer verbunden sich und beschlossen, nicht eher zu drucken und zu setzen, bis sie eine bedeutende Lohnerhöhung er­preßt haben würden. Darauf beschlossen die Druckerei- eigenthümer im Verein mit den Zeilungsredaktoren, vor­derhand ein einziges gemeinschaftliches Journal heraus- zugeben, bis sie mit den Arbeitern die Angelegenheit ge­ordnet haben werden.

Schweiz.

Zürich, 1. April. Ein von Bergamo eingetroffener Privatbrief bringt die Nachricht, daß der SonderbundS- general Salis-Soglio daselbst erstochen worden.

Bern Nach dem Entwurf der Bnndesrcvisionskom- mission sollen die Bundesbehörden der Schweiz künftighin bestehen aus derBundesversammlung, dem B u n- desrath und dem Bundesgericht.

Die Bundesversammlung besteht aus dem Reprä­sentantenrath und der Tagsatzung.

Der Repräsentantenrath wird gebildet aus den Abgeordneten des schweizerischen Volks; auf je 20,000 Seelen wird ein Mitglied gewählt. Die Wah­len für den Repräsentantenrath finden in eidgenössischen