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hier die blutigen Vorfälle in Berlin die allgemeinste Entrüstung erregt, und der Haß- gegen den König von Preußen machte sich heute durch dessen Verbrennung im Bildniß Luft. Gegen 3 Uhr Nachmittags bewegte sich unter Vortritt von Trommlern ein mit zwei Eseln be­spannter und mit einer Kuhhaut belegter Karren, aus dem die von zwei Männern vermittelst Mistgabeln auf- recht erhaltene Figur stand, durch die Straßen der Alt- nnd Neustadt. Eine große Volksmenge folgte dem Zuge und eine noch größere harrte auf dem Markte, wo end­lich unter Absingung eines Liedes der Strohmann den Flammen übergeben wurde. _ (Han. Ztg.)

Wien. Im Personal der StaalSkanzlci ist mit dem Rücktritt deS Fürsten Metternich, von dem bereits kaum mehr gesprochen wird sein gegenwärtiger Aufenthalt scheint geheim gehalten zu werden keine wesentliche Veränderung vorgegangen. I a r ck e, Clemens v. H ü- gel, Hurter k. verblieben in ihren Aem- lern. Ul!) Die kläglichsten Gesichter über die unge­heure, vor wenigen Wochen selbst von den scharfsinnig­sten Beobachtern nicht gcahnete Aenderung der Dinge, schneiden die Flüchtlinge deS Sonderbundes, der Er- Verhörrichter A m m a n n, die Herren Arnold, Bern­hard Meyer auS Luzern 2C., welche jeden Abend in einem hiesigen Bierhause mit den conservalivsten Schwei­zern sich versammeln.

I- r st n f r e i ch.

Paris. DerCentralklub der Frauen" hat be­schlossen, eine Adresse an die provisorische Regierung zu richten , n in f ü r d i e F r a n e n das Wahlrecht

Ä n sp r u ch z u n e h m e n.

Eine große Anzahl Departemente hat bei der provi­sorischen Regierung um die Errichtung von National­werkstätten nachgesucht.

Paris. Die hiesige deutsche Legion soll, wie es heute heißt, am 28. beschlossen haben, den Schleswig-Hol­steinern gegen die Dänen zu Hilfe zu eilen. Wenn die- ssr Entschluß ausgeführt wird,, so kann er von schnellem Erfolge sein. Die 2000 Mann können auf der Eisen­bahn in 8 Stunden in Havre sein, von hier mit einem Dampfschiffe in 40 Stunden nach Hamburg gebracht werden und hier sogleich auf dänischem Gebiete landen.

DerNational" zeigt als verbürgt an, daß Hr. Guizot an die provisorische Regierung geschrieben und die Auszahlung seines Ministergehaltes vom 1. bis 24. Februar verlangt habe. Demselben Blatte zufolge hatte Louis Philipp die Summe von 600,000 Fr. Renten (12 Millionen Kapital) unter falschem Namen auf das große Buch der Staatsschuld einschreiben lassen. A. Marrast hatte während seiner provisorischen Führung der Civilliste diesen Posten entdeckt und derselbe ist nun ebenfalls unter Sequester gestellt.

Paris. Zum Beweise, wie scharf die besitzenden und die besitzlosen Klassen sich bereits einander gegenüber­stehen, theilen wir folgende, von dem Präsidenten sämmt­licher radikalen Klubs unterzeichnete Proklamation mit: Die Republick wäre eine Lüge, wenn sie nur eine Re­gierungsform durch eine andere ersetzte. Es ist nicht genug, die Worte zu ändern, es gilt auch die Sachen anders zu machen. Die Republik ist die Emancipation der Arbeiter, sie ist das Ende ihrer Ausbeutung; sie ist der Triumph einer neuen Ordnung der Dinge, durch welche die Arbeit von dem Kapital befreit wird. Frei­heit, Gleichheit, Bruderliebe dieser Wahlspruch, die­ser Schmuck unseres neuen Staatssystems soll zu kei­ner Operndekoration werden. " Keine Spielereien denn wir sind keine Kinder. Es gibt keine Freiheit für den, welchem eS an Brod mangelt! Es gibt keine Gleichheit, wenn sich der Reichthum neben dem Elende spreizt. Es gibt keine Bruderliebe, so lange sich der Arbeiter mit Weib und Kind hungernd und mit schlot­ternden Gliedern an die Thüren der Reichen schleppt Also Arbeit und Brod! Die Eriftenz deS Volkes darf nicht länger von dem Schrecken abhängen, der die Ka­

pitalisten überkömmt, so wenig als von der Tücke, mit der sie ihre Schätze verbergen!"

Die sämmtlichen Schneider von Paris, Meister und Gesellen, haben die Anfertigung von 100,000 Tu­niken für die unbemittelten Nationalgatden, die der Staat stellt, auf folgende von ihnen selbst gestellte Ba­sts übernommen: Alle zusammen bilden zu dieser Ar­beit eine große Verbindung; alle Erträgnisse der Arbeit werden zu gleichen Theilen unter Alle vertheilt; ist für Alle nicht Arbeit genug da, so wird die vorhandene Arbeit in der Art an Alle vertheilt, daß Jeder weniger Stunden arbeitet. Es ist auf diese Art Niemand von der Arbeit und von dem daraus entspringenden Erwerbe ausgeschlossen. Die Seiler, die Sattler und mehrere andere Gewerke haben bereits ähnliche Assoziationen ge­bildet, und die Regierung stellt ihnen große Lokale zur Disposition.

Eine Deputation des italienischen Komites, welche um die Unterstützung Frankreichs nachsuchte, erhielt von Lamartine ungefähr die gleiche Antwort wie die polnische Deputation.

Der Abgang der polnischen Emigranten auS Paris wird in Abtheilungen von je 20 stattfinden. Straß­burg ist zum Hauptsammelplatz für d i e Po­len, welche aus Frankreich nach ihrem Heimathlauve zurückkehren wollen, bestimmt.

Italien.

Italienische Gränze, 27. März. Nach den neuesten Nachrichten aus Mailand strebt man dort nach einem einheitlichen Italien unter Vorsitz deS Papstes. Dieitalienische Armee" theilt sich in mehrere Legionen, deren erstedas Heer der Alpen" heißt. In Venedig wird die Republik von San Marco wieder hergestellt. Die Grafen PaM und Zichy haben mit der provisori­schen Regierung eine Kapitulation geschlossen, wonach alles Militär mit Ausnahme der italienischen Regimen­ter abzieht, Munition und Kassen der Republik verblei­ben, diese den Beamten 3 Monat Gehalt zahlt, für Einschiffung, Schutz des. Eigenthums 2C. sorgt. Platz­kommandant Zichy bleibt bis zur Vollziehung des Trak­tats. Auch die Marine ging über; der Vizeadmiral wurde erstochen. Treviso soll sich der Republik ange­schlossen haben. Der Großherzog von Toskana hat in einer Proklamation, die mit den Worten schließt: es lebe das konstitutionelle Italien!" der italienischen Erhebung. kräftigen Schutz zugesagt. Zwei Truppenkorps sind an die Nordgränze beordert. 800 Freiwillige schlie­ßen sich ihnen an. Stack Befehl des Papstes wird die weiß-gelbe Fahne des Kirchenstaats mit den italienischen Farben grün-weiß-roth umsäumt. (F. I.)

Laut Nachrichten aus Modena vom 21. März war der Herzog von seinen eignen Ministern zur Flucht bewogen worden, indem sie ihn glauben machten, 6000 Bologneser seien vor den Thoren. Der Herzog hat sie bei der Abreise verwünscht, jetzt, sagt er, wo es zu spät sei, sehe er ein, daß man ihn betrogen. Er er­nannte eine Regentschaft, die aber sogleich abdankte und einer neuen Regierung Platz machte. Die estensischen Truppen kapituliren, Gleiches erwartet man auch von den österreichischen. Die österreichische Besatzung in Piacenza hat mit den Bürgern fraternisirt. Die Par- menser schicken eine Deputation an Karl Albert. In Modena schwankt man noch zwischen Karl Albert und Pius IX. (N. C.)

Mailand, 25. März. Stündlich rücken Piemon- tefer Freischaaren ein. Mehrere Tausende, Mailänder und Piemonteser (1012,000 Mann) sind bereits dem Feinde nach. Ebenso hat man hier die offizielle Kunde, daß die piemontesische Armee die Grenze überschreiten wird, und man erwartet täglich 2030,000 Mann re­guläre Truppen. Man glaubt hier, es werde nicht ein Oesterreicher mehr nach Deutschland kommen, wenn cS nicht durch Kapitulation geschieht, die vielleicht aus Rück­sicht für die Geiseln abgeschlossen wird. Mantua