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der als Bundestagsgesandter nach Frankfurt geht, war gestern eine Versammlung von Deputirten und theilneh- menden Einwohnern Münchens im Gasthaus zum Bairischen Hof, an der auch die Minister Thon-Dittmer, Haintz und Lerchenfeld Theil nahmen. Es fehlte nicht an Trinksprüchen freisinniger politischer Art, und mit allseitigstem Beifalle wurden die Worte eines Redners ausgenommen:Daß eine deutsche Kaiserkrone nicht in mit Bürgerblut bespritzte Hände kommen könne."

Kassel, 2D März. I o r d a n ist zum Bundestags­gesandten ernannt! Er hat sich indessen vorbehalten, vorerst seine Sendung als Landtagsdeputirter bei der Versammlung in Frankfurt zu vollführen.

Frankfurt. Der hiesige Gasthof zum König von Preußen hat seinen seitherigen Namen abgelegt und nennt sich jetzt zum deutschen Hof.

Heidelberg Die Deutsche Z .vom 29. enthält fol­gende zuverlässig sein sollende Nachrichten:In der Schweiz, sowie in Frankreich stehen Polen und Deutsche unter leitenden Komites, welche bis nach Rußland hin Verzweigungen und Korrespondenzen haben. DaS Pa­riser Konnte hat die ganze provisorische Regierung für sich, Lamartine ausgenommen, welcher aber ein Auge zuvrücken wird. Die ersten 500 Marschrouten werden Donnerstags vom Komite ausgestellt. Freitag früh geht das erste Bataillon ab.

Bis jetzt rechnet man, daß in 14 Tagen gegen 10 bis ^2,000 Deutsche und ein paar Tausend Polen am Rhein sein werden. Emissäre sind vorausgegangen. Einer nach dem Rheinkreise, einer nach Mannheim. Die föderative Republik soll in den beiden Lokalitäten, in Zweibrücken und Mannheim zugleich ausgerufen werden. Für Waffen ist an der Grenze gesorgt. Alle Fürsten sollen fortge­jagt werden. Das Pariser Volk wird die gemeinschaft­liche Manifestation der Polen und Deutschen, welche in wenigen Tagen stattfinden wird, mit Energie unter­stützen. Die Regierung wird Nichts gegen den Zug machen können. Sie wird ihn unterstützen müssen. Morgen wird ein Kriegskomite eingesetzt. Der Ober­befehl wird einem erfahrenen polnischen General über­tragen werden. Franzosen und Schweizer werden sich dem Zuge anschließen. In dem zunächst abgehenden Bataillon ist ein Detaschement, aus intelligenten und sogar hinreichend bemittelten Leuten bestehend, welches zur besondern Aufgabe hat, einige Tage vor Ankunft deS Gros der Armee auf daS rechte Rheinufer überzu­gehen und die dortige Bevölkerung zum Aufruhr zu stimmen. Man kann darauf rechnen, daß es diesen Leuten nicht an Energie fehlt. Die Kommunisten sind vor der Hand von dem demokratischen Komite getrennt, viele von ihnen werden aber gemeinschaftliche Sache machen, wenn es zum-Abmarsche geht."

Hieran knüpft genanntes Blatt folgende Betrachtun­gen : Wir zweifeln nicht, daß dieser Freischaarenzug, den ms Volk nicht will, sich selber keinen besseren Ausgang bereiten wird, als ihn bis jetzt noch alle Emigranten- unternehmungen gefunden haben; denn selbst einzelne republikanische Schilderhebungen im deutschen Westen vürden nur eine geringe Stütze sein. Es fehlt uns der Mittelpunkt, der mit einem einzigen Schlag der Stimmung der ganzen Nation so rasch eine Richtung gäbe, wie dies Paris für Frankreich thut ; es fehlt uns Unterlage und Material zu dem Bau, den man unS aufzwingen will, cs fehlt der Rückhalt einer großen Par­tei in der Nation, denn diese will keine Republik. Was die Freischaaren auS Westen in sträflichem Leichtsinn un­ternehmen wollen, kann daher im besten Falle für sie nur zu einem augenblicklich gelungenen Handstreich an einfluß­loser Stätte führen, nimmer zu einem dauernden Siege: die Kosten dieses Handstreichs wird aber Deutschland theuer bezahlen müssen durch Unruhen und Verwirrung, deren letzte Konsequenz uns ein Zusammenstoß mit der französischen Republik zu sein scheint. Und das in einem Augenblick, wo unsre Nationalität im Norden bedroht wird, wo die Verhältnisse mit Dänemark zum Bruch

gekommen sind, wo ein drohender Kampf mit Rußland die ganze Einigkeit und Energie des Vaterlandes for­dert. Statt in diesem kostbaren Momente die breiten Grundlagen unserer Volkssreiheit rasch und einmüthig zu legen und der nun unvermeidlichen deutschen Natio­nalversammlung die Wege zu ebnen, damit wir stark und einträchtig gerüstet seien nach Innen und Außen, sucht man durch faktiöses Treiben die große National- angelegenheit zu verwirren, mit brutaler Drohung und Gewalt daS schwierige Werk zu stören, bringt man uns in Gefahr, in einem chaotischen Kampfe auf allen Flanken die kaum erst errungenen Gü­ter für immer zu verlieren. Die deutsche Na­tion indessen wird sich nicht untreu werden, sie wird jede unberufene Einmischung energisch zurückweisen; für alles DaS, was daraus entstehen mag für unsere jetzige und künslige Wohlfahrt, wird sie aber von denen strenge Rechenschaft fordern, die aus Leichtsinn oder Verblen­dung zu unverantwortlichem Unheil die Hände boten.

Schweiz.

Aus der Westschweiz, 26. März. Aus zu­verlässiger Quelle erfahren wir über die Plane der repu­blikanischen Propaganda unter den deutschen Arbeitern der Schweiz, daß Morgen eine Versammlung der Aus­schüsse in Biel gehalten werden wird. Es soll die sofor­tige Bewaffnung beschlossen werden, um küuftige Woche vereint mit den Arbeitern aus Frankreich in Deutschland einzubrechen, sobald die erwartete Aufforderung aus Ba­den erfolgt. Die Republik soll erst in Baden proklamirt werden, dann will man sich auf Würtemberg werfen. Die Vereine in Frankreich sind bereit, und viele fran­zösische Arbeiter wollen sich anschließcn An der Spitze des Treibens steht ein Flüchtling aus Kurhessen Namens Pohl, bisher Redakteur des in Bern erscheinenden Freisinnigen." Neben ihm soll eine wichtige Rolle spielen ein würtembergischer Literat in Bern, den man für einen fleißigen Mitarbeiter gewisser Mannheimer Zeitschriften hält. (D. Ztg.)

Italien.

Von Ch iasso heißt es im Republikano unterm 23. d.: Triumph in Mailand; der Rest der Truppen ist mit Radetzki geflohen. Diesen Morgen um 7 Uhr zog das Volk ins Kastell ein. Die Nachricht ist officiell und läßt keinen Zweifel zu. Das Generalkomite deS Krieges hat folgende Proklamation erlassen:An die Pfarrherren und an alle Gemeindebehörden! Der Feind flieht aus Mailand. In zwei Kolonnen getheilt, zieht er sich gegen Bergamo und Lodi. Es werde demnach durch jedes Mittel für die eigene Vertheidigung und baldige Vernichtung der Ueberbleibsel dieser wilden Hor­den gesorgt. Der Präsident des Kriegskomites: Pom­peo L i t t a.

Die Familie Litta ist eine der angesehensten und reichsten Mailands.

Reisende, die gestern den 25 d. in Zürich anlangten und den 23. frühe Monza verließen, berichten Folgen­des: Am 23. d. gegen 10 Uhr wurden die Thore Mai­lands , welche seit dem 18. geschlossen geblieben waren, wieder geöffnet. In Lecco sahen diese Reisende um die Mittagsstunde einen Anschlagzettel, der dieses Ereigniß verkündete. Dieser Anschlagzettel ging vom Sicherheits- komite in Lecco aus. Es heißt in demselben, daß laut ganz zuverlässiger Berichte, alle Thore Mailands wie­der geöffnet seien. Darauf stand: es lebe die lombardisch venetianische Republik! Zn dem Schreiben eines Post- offizianten von Mailand heißt es:Der Sieg des Vol­kes ist vollständig. Letzte Nacht nahm der Feind, aufs Aeußerste gebracht durch den Widerstand der Mailänder, eine eilige Flucht. Unser Postdirektor ist geflohen, seine Fa­milie wurde als Geisel zurückbehalten, sowie alle Fami­lien der deutschen Beamten, deren man habhaft werden konnte, besonders derjenigen der Polizei. In diesem Augenblick geht das Gerücht durch die Stadt, daß der Tyrann Radetzky gefangen sei, und ganz Mailand, daö