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No. 18.
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Der Velksfreunb.
Sobald wir Deutschen eine Nation sind, sind wir die erste.
S e u m e.
Wiesbaden.
Donnerstag, den 30. März
1848.
An die in Frankfurt zusammentretende Versammlung zur Berathung der Grundzüge der Nationalvertretung der deutschen Staaten.
Die unterzeichneten nassauischen Staatsbürger erlauben sich, der Versammlung zur Berathung der deutschen Bundesorganisation und Nationalvertretung im Interesse deS gemeinsamen deutschen Vaterlandes in Folgendem ihre Ansichten und Wünsche vorzutragen:
Wir halten eine Sonderung der deutschen Nationalvertretung in Zwei Kammern für nicht nöthig und für nicht zweckmäßig. Der Nationalcongreß soll den Willen des deutschen Volkes vertreten, nicht wie bisher aus- chließlich den der deutschen Fürsten und Regierungen. LS ist daher allein dem Zweck entsprechend, daß der Kongreß inj Einer Kammer zusammentrete, in Einer Kammer berathe und beschließe. Gegen Uebereilunzen und dgl. andere Mißstände, welche man sonst ge- yèhnlich gegen daS Ein-Kammer-System anführt, wird die große Zahl der Repräsentanten die gehörige Bürgschaft bieten.
Wollte man aber Zwei Kammern bilden, so würde die erste jedenfalls aus denselben Elementen gebildet werden, welche bisher den deutschen Bundestag consti- tuirten. Daß aber diese Bestandtheile keine Bürgschaften für die gedeihliche Entwickelung der deutschen Nation bieten, dafür spricht zu laut die Vergangenheit, als daß wir aus allgemeinen Gründen deS Staatsrech- teè und der Politik Bestätigungen unserer Erfahrungen herholen müßten.
Wir wollen die Vertretung deutscher Regierungen nicht ausschließen, erkennen vielmehr an, daß Commissäre derselben zur Vorbereitung der Berathung, Ertheilung von Auskunft über die territorialen (örtlichen) Verhâltnisfe und Ueberbringung der Wünsche der einzelnen Staaten zulässig und sogar manchmal nothwendig sind, und geben daher den deutschen Regierungen anheim, ihr deßfallsi- geS Interesse zu wahren. Wir halten aber dafür, daß diese Commissäre der deutschen Regierungen, welche natürlich dem Volk eben so gut, als den Fürsten verantwortlich sind, und Männer sein müssen, welche das öffentliche Vertrauen genießen, nur den Charakter eines responsabeln (verantwortlichen) deutschen Gesammtmini- steriums annehmen können, daß ihnen aber in keiner Weise eine entscheidende Stimme in irgend einer Angelegenheit zustehen darf, sondern daß die Entscheidung der nationalen Angelegenheiten lediglich der Einen deutschen Abgeordnetenversammlung zustehe.
Ebenso glauben wir, daß der Vorsitz nicht einem deutschen Fürstenhause erblich zu übertragen, sondern daß der Präsident, nach dem Muster der Gesammtverfassung
der Vereinigten Staaten Nordamerika's, nach einem gewissen festzusetzenden Turnus jedesmal frei zu wählen ist.
Obige Punkte sind es, in welchen wir von dem Commissionsberichte, welchen der Herr Deputirtc Welcker in der badischen Kammer erstattet hat, entschieden abweichen. Wir haben dieselben im Drange der Zeit berathen und rasch entworfen, ohne daß es uns möglich war, die näheren wissenschaftlichen und praktischen Begründungen beizufügen, wenn wir nicht über dem Streben nach Gründlichkeit den nächsten Zweck und Erfolg aus den Augen verlieren wollten.
Wir sind der Ueberzeugung, die öffentliche Meinung unsers Landes ausgesprochen zu haben und vertrauen der verehelichen Versammlung deutscher Männer, welche sich das hohe Ziel der Berathung unserer wichtigsten Nationalangelegenheit vorgesetzt hat, daß unsere Wünsche diejenige Berücksichtigung finden werden, welche sie, als der Ausspruch eines Theils der deutschen Nation, verdienen. Wiesbaden, 28. März 1848.
(Nachschrift.) Obige Adresse, welche in einer am 28. Abends im N e r o t h a l e abgehaltenen Versammlung hiesiger Bürger und Einwohner entworfen und einstimmig angenommen wurde, wird durch eine besondere Deputation der vorberathenden Versammlung in Frankfurt am 31. d. überreicht werden.
Nusiland wie cs wirklich ist! (Fortsetzung.)
Ich weiß, man glaubt in der Regel in Europa, daß wir mit unserer Regierung ein untrennbares Ganze bilden, daß wir uns unter Nicola's Herrschaft sehr glücklich fühlen, daß er und sein System, das System der Unterdrückung im Innern und der gewaltsamen Eroberung nach Außen, der vollkommene Ausdruck unseres Volksgeistes sind.
So ist es nicht.
9iein, meine Herren, das russische Volk fühlt sich nicht glücklich! Ich sage es mit Freude, mit Stolz. Könnte es glücklich sein in dem Zustande der Erniedrigung, in den es versenkt ist, dann wäre es das feigherzigste und verächtlichste Volk von der Welt. Auch über uns herrscht ein fremder Arm, ein Fürst deutschen Ursprungs, der nie die Bedürfnisse und den Charakter des russischen Volks verstehen wird, und dessen Herrschaft, ein seltsames Gemisch von Mongolischer Rohheit und Preußischem Zopfthum, das nationale Element vollständig ausschließt, so daß wir, aller politischen Rechte beraubt, selbst nicht einmal jene natürliche, oder, um mich so auszudrücken , patriarchalische Freiheit haben, deren die uncivilisirtesten Völker genießen, jene Freiheit, die dem Menschen wenigstens gestattet, mit seinem Herzen in der Heimath zu ruhen und sich ganz