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leibliche." Es ist au wünschen, daß dieser Gedanke, I dieser Gesichtspunkt festgehalten und von den Zeitungen selbst recht entschieden verfolgt werde, da nicht zu zwei­feln ist, daß er durchdringen werde, zumal wenn die neuerlich von der Mannheimer Abendzeitung gegebene Nachricht auf Wahrheit beruhen sollte, daß die laris'sche Postbehörde beabsichtige, die Postgebühr für den Zei- tüngstranSport aufzuhebcn. Wenn gute Zeitungen das beste Mittel für die politische Bildung deS Volks sind, und wenn dem Staate die Verpflichtung, für dieselbe zu sorgen, obliegt, so wird sich der portofreie ZeitungS- transport sogar als ein Forderungsrecht betrachten lassen, dessen Gewährung keine Postanstalt, auch nicht die taris'sche versagen kann. Bei unS muß dieselbe z. B. Schulbücher portofrei befördern lassen, warum nicht auch Zeitungen, welche Schulbücher für das erwachsene Volk sind.

Posen, 21. März. Ein Ausruf des National-Ko» mites lautet dahin: daß die Polen mit Rücksicht auf ihre Geschichte und ihre gesonderte Nationalität sich dem deutschen Reiche nicht einverleiben wollen und können, vielmehr die gänzliche Unabhängigkeit ihres Vaterlandes erstreben müssen, und zwar vorerst mit friedlichen Mit­teln. Eine Deputation geht heute nach Berlin ab; sie soll schleunigst zurückkommen, um, wenn ihre Vorstellun­gen in Berlin so ausgenommen werden, wie die Ver­hältnisse verlangen, dann sofort die Reorganisa­tion des GroßherzogthumS zu beginnen.

Ein Darmstädter Bürger richtet in der Didaskalia in Betracht der allgemeinen Stockung der Geschäfte und der hieraus für die junge Pflanze deutscher Freiheit ent­stehenden Gefahr einen Aufruf an feine Mitbürger, in welchem er besonders die Reichen und Vornehmen warnt, der eignen Selbfterhaltung willen, denen kein Gehör zu Wen, welche in kurzsichtiger Klugheit anrathen:Wir wollen sparen; wir wollen Nichts kaufen, wir wollen Nichts arbeiten lassen in diesen schlechten Zeiten." Eine solche übel angebrachte Sparsamkeit würde die Vermö­gendem um ihre ganze Habe bringen. Besonders an die Frauen wendet er sich, damit sie auf folgende Weise für des Vaterlandes Wohl wirken möchten: Kauft! ruft er sucht Euch nichtzu behelfen",- sondern laßt in Euern Höfen, in Euern Gärten, in Euern Zimmern arbeiten, waS Ihr nöthig habt ja was Ihr nicht nöthig habt! Nehmt Verbesserungen und Aenderungen vor, nach welchen Ihr Euch vielleicht schon lange ge­sehnt, die Ihr aber unterließet, weil Ihr die Geldaus­gabe sür unverantwortlich hieltet. Diese Ausgabe ist nunmehr nöthig! Ihr seid cs Euerer eignen Erhaltung, Ihr seid es dein Vaterland schuldig, ein solch kleines Opfer zu bringen. Allen aber nützt der Kreuzer, wel­chen sie redlich verdienen, mehr, als der Gulden, den Ihr Ihnen schenkt. Da die Klagen über Arbeits­losigkeit auch bei uns täglich häufiger werden, so können wir diesen höchst wohlgemeinten Aufruf den Vermögen­deren nicht genug zur Beherzigung empfehlen, indem diese Arbeitslosigkeit der Gewerbtreibenden nothwendig alle die Übeln Folgen nach sich ziehen wird, welche der Ver- faffer deS Aufrufs angebeutet hat.

Bei den bekannten Gräuelthaten in Berlin, die man nicht oft genug zur Ehre des bürgerfreundlichen und intelligenten Königs, Friedrich Wilhelm IV., dem Volke zur Erhebung vor die Augen führen kann, er­eignete sich eine Scene, die dem Berliner Volkswitz Gelegenheit gab, seine königlich-freundlichen Gesinnungen an den Tag zu legen. Bei dem Beschießen einer Bar­rikade fuhr eine Kanonenkugel in den unteren Theil ei­nes Hauses." Den anderen Tag fand man folgende süße Worte um dieselbe:An meine lieben Berliner!"

Schweiz.

Bern, 22. März. Der Landrath von Uri hat die Herausgabe der vom Vorort verlangten sonderbündischen Akten verweigert. Unter diesen befindet sich ein Theilungsprojekt der Schweiz, wonach z. B. Zürich einen Theil seines Gebietes an Luzern hätte abtreten müssen. Der Vorort beschloß hierauf, wenn die frag­

lichen Protokolle und Akten nicht binnen 48 Stunden an die eidgenössischen Kommissarien ausgeliefert werden, so sei der Kanton Uri sofort mit 4 Batail­lonen Infanterie, einer Batterie Artillerie und einer Compagnie Scharfschützen (beide von Luzern) zu besetzen.

Frankreich.

Paris. Die provis. Regierung hat beschlossen: 1) Es sollen in Paris und in allen andern Städten, wo sich das Bedürfniß zeigen wird, allgemeine Magazine errichtet werden, wo die Kaufleute und Fabrikanten ihre Waaren und Produkte, sowie ihre Rohstoffe niederlegen können. 2) Auf den Wunsch der Handelskammern ober der Gcmeindcräthe können diese Magazine von den Kom­missären der provis. Regierung augenblicklich errichtet werden. 3) Es wird den Eigenthümern ein Empfang» schein mit dem Siegel der Republik und dem Siegel deS betreffenden Magazins auSgefertigt werden. 4) Diese Empfangscheine beglaubigen das Eigenthum des Inha­bers und sind durch bloßeS Indossament übertragbar, und es wird eine Abgabe dafür gezahlt, die 1 Fr. 10 C. nicht überschreitet. 5) Die Magazine stehen unter dem Schutz des StaateS.

Paris. Auf dem Vendomcplatze fand am 23. ein durch Mißverständniß herbeigeführter tragikomischer Aus­tritt statt. Ein junger Mann , Namens Podulak, hatte alle österreichischen Demokraten aufgefordert, auf dem Vendomeplatze zusammenzukommen und dann auf daS Stadthaus zur provisorischen Regierung zu ziehen. Der Anschlag des Herrn Podulak verkündigte ferner, man möge sich nicht täuschen lassen, in Wien habe es keine Revolution gegeben, eine Emeute sei wohl glücklich aus­gefallen , aber die Reaktion sei schon wieder siegreich und Alles wie zuvor. Zu der beabsichtigten Demonstration war eine große schwarz und gelbe Fahne gemacht wor­den, auf der die Inschrift stand: Es lebe der Kaiser! Es lebe Oesterreich! Nun steht auf dem Vendomc­platze die Bildsäule Napoleons , und er ist daher der Schauplatz aller bonapartistischcn Demonstrationen. Kaum sahen daher die Leute die Versammlung und die unbe­kannte Fahne mit der Inschrift: Es lebe der Kaiser! als sie daS Ganze für einen bonapartistischen Streich hielten, und sogleich die gegen alle Prätendenten herr­schende Erbitterung ausbrach. In einem Nu gab eS einen Auflaus, man fiel über Podulak her, entriß ihm die Fahne, zerbrach sie, zündete ein Feuer an und ver­brannte sie. Podulak und die wenigen Getreuen, die er um sich hatte, flüchteten sich.

Italien.

Nach Berichten aus Como haben sich die Truppen beim Ausbruch der Revolution in Mailand nach einem kurzen, aber blutigen Gefecht theils ins Kastell zurück­gezogen , theils halten sie von Außen die befestigten Thore der Stadt besetzt. Eine starke Abtheilung tyroler Jäger hat die Terrassen des Doms erstiegen und von dort die umliegenden Straßen beschossen. Das Volk hat . die Treppen zerstört und so diese Truppen abgeschnitten. Von Außen wird die Stadt heftig beschossen; man hört fortwährend Kanonendonner. Der Stadtrath soll sich als provisorische Regierung für die ganze Lombardei er­klärt haben. Aus dem Veltlin, von Brescia und Ber­gamo ziehen bewaffnete Volkshaufen mit dreifarbigen Fahnen der bedrängten Hauptstadt zu Hilfe.

Neapel. Die Sicilianer haben alle Anerbietungen des Königs ausgeschlagen. Sie verlangen, daß er zu Gunsten seines Nachfolgers ab­danke.

Von Bergamo schreibt man vom 20.:Unsere Stadt ist sehr unruhig; in Mailand schlägt mân sich seit Samstag Mittag furchtbar. Von hier, Brescia und Como sucht man so viel Bewaffnete als möglich zu Hülfe zu fchicken; aber es fehlt an Waffen. Aus Kleven wird vom 22. geschrieben: Heute hat Mailand gesiegt; aber noch bleibt uns Verona zu bekämpfen, wohin sich die ganze