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Europa'S sich vertraut zu machen und sich gegenseitig durch Wort und Schrift zu belehren und aufzuklären und den Sinn für Recht, Wahrheit und Vaterland rege zu machen suche. Auch bieten solche Vereine, abgesehen von manchen andern Vortheilen, die beste Gelegenheit dar, unS in der freien Redekunst zu üben, deren hohe Wichtigkeit und Bedeutsamkeit zwar jetzt schon ersicht­lich, aber erst dann recht in die Augen springen wird, wenn daS öffentliche und mündliche Gerichtsverfahren in's Leben tritt. (Schluß folgt.)

Fürst Metternich.

Alle Sünden, Verbrechen und Greuel, die seit 30, ja seit 50 Jahren aus dem sogenannten gesetzlichen Wege gegen daS deutsche Volk, ja gegen Europa ver­übt worden sind, ungestraft verübt von Fürsten und Ministern, sammeln sich als in ihrem eigentlichen Ur­quell in einem einzigen Namen, in dem Namen des .gesetzlichen Würgers der heiligsten Menschen- ' unb Volksrechte, in dem NamenMetternich", den die Könige wegen seiner Mordverdienste um die Völker gefürstet, mit Glanz, Macht und Ansehen ausgestattet haben, wie noch keinen ihrer ergebenen Knechte.

Dieser Fürstenknecht, einer der schlauesten von den schlauen Knechten, die ihre hoch- und höchststehenden Herren mit Taschenspielertalent und dem Schein der unterwürfigsten Höflichkeit zu blosen Lakaien und Puppen zu erniedrigen verstehen, während sie selbst den Herren­sitz besteigen, dieser schlaueste Fürstenknecht sitzt noch heute (im Augenblicke nicht mehr) auf dem alten Kai­serthron in Oesterreich als wirklicher Kaiser, und ne­ben ihm, oder vielmehr weit unter ihm, bad kaiser­liche Schattenbild, Ferdinand IL

Metternich hat die Drähte dieser kaiserlichen Puppe in seinen Händen, und läßt sie auf- und abmarschi- ren, sprechen und handeln, schlafen und wachen: Alles nach Metternich's Belieben, Alles nach Metternich's Kommando!

Als Kaiser Joseph II., ein Menschen- und Volks- sreund, wie noch wenige auf einem Fürstenthron ge­sessen, den hochherzigen Plan gefaßt, die Völker seines Zepters aus ihrem Pflanzen- und Thierlebcn zu einem menschlichen und geistigen, sie auS der Finsterniß zum Licht zu wecken, und ein früher Tod ihn nicht been­digen ließ, waS der innigste Wunsch seiner Seele war; wer hat das begonnene Werk des hochherzigen Kaisers mit wahrhaft teuflischer Zerstörungslust wieder in ein völliges Nichts zurückgeworfen?

ES war Metternich, der Fürst, so schwarz wie Mit­ternacht, der geschworene Menschen- und Volksfeind, der ganze Völkerschaaren wie Viehheerden vor sich her­treibt, bald zur Hungerweide in eine dürre, quell- und baumlose Wüste, bald zur Mästung in die Für­sten- und Königs stalle, und dann zur. Schafschur und Schlachtbank.

Als die Throne unserer Fürsten und Könige vor dem Donnergott Napoleon erbebten und krachten, daß

die gekrönten Menschen bleich und schlotternd von ihren goldenen Sitzen fuhren, und die hochnäsige, volkSver- achtende Schergen- und Henkersprache zu den aller- weichsten und mildesten Tonarten der Bitte und Liebe sich herabließ, wer hat damals die volksversühre- rische Flöte der Fürstengnaden und Verheißungen am meisterhaftesten geblasen und blasen lassen? ES war Metternich, der gefürstete Lügenweber und VolkStäu-- scher, der abgefeimte Vogelfänger aller glaubens- und vertrauensvollen deutschen Gimpel.

Die Völker nahmen das Lockwort ihrer Fürsten als wahr und vollgewichtig gleich einem heiligen Eidschwur in ihre offene Seele, schaarten sich als lebendige Mauer um die wankenden Throne, opferten Gut und Leben, trugen Schrecken und Tod in die Reihen der übermüthigen Feinde; und auf den blutigen Stufen von tausend und abertausend Leichen deutscher Männer und Jünglinge stiegen die Fürsten wieder auf ihre Thronsitze, aufs Neue festgeleimt in ihren erschütterten Fugen vom Herzblut ihrer Völker. Wie aber dank­ten die geretteten Fürsten dem vertrauenden Volke, das seine Liebe und Treue mit seinem wärmsten Herzblut besiegelt, das in Noth und Tod sich gestürzt für die Ehre des Vaterlandes, für die Macht und den Ruhm der Fürsten?

Metternich, der große Puppenspieler, der Blinden­führer und Ohrenbläser der Könige und Fürsten, dem Meineide gegen Menschen- und Volksrechte nicht schwerer wiegen, als Luftblasen, Metternich und seine ge­krönten Puppen lohnten dem Volke mit giftiger Täu­schung , mit Lüge und Verrath. DaS deutsche Volk hatte Einen Tyrannen erschlagen, und etliche dreißig rief Metternich, der volkShenkerische Taschenspieler, wieder in's Leben! Ihm floß der Meineid gegen Menschen« und Völkerrechte wie schwarze Bluttinte auS der schwar­zen Seele in die Feder, womit er niedergeschrieben hat seine diplomatischen Akten- und Gaunerstücke, die da heilig sprechen den leiblichen und geistigen VolkS- mord; Schergengewalt, Laune und Willkür eines Ein­zelnen, türkisches Pascha- und russisches Knutenregi­ment zum Gesetze stempelnd für Millionen freige- bor ner Menschen, durch Metternich's Künste hinab­gestoßen zum Vieh, ja unter das Vieh, zum blu­tigen Spielball der Pfaffen- und Herrentyrannei. Wird ein Esel oder Ochs von seinem Treiber und Quä­ler überladen und mißhandelt, so setzt sich der Esel und Ochs in seinem Kopfe endlich ein Ziel, wird eigen­sinnig und störrig, und rückt nicht einen Schritt wei­ter vom Platze, und wenn er todtgeschlagen würde. Der Deutsche, in der Metternichschule dressiert, steht aber tiefer als Esel und Ochs; er läßt sich geduldig auch noch die Haut abziehen, als geschundenes Gerippe sich an den Fürstenwagcn spannen, und zieht und zieht, unter Knall und Hieb der Metternichpeitsche, bis er niedersinkt, und sürst- und gottergeben verendet. O Schmach, über Schmach!

(Schluß folgt.)