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t Das war.der Löwe von Nassau.

Gefährlich iftâben Leu zu weck«»." Schiller.

Unserm Vaterlande hat zu seiner Größe nichts gefehlt, als Einheit und Freiheit und ein Blick in die moderne Völkerlage beweist, daß die Vorsehung das deutsche Volk vor allen andern zur Einheit und Frei­heit bestimmt hat, denn auf der festgeschlossenen Ein­heit Deutschlands beruht der Friede Europa's, und die Freiheit ist die unerläßliche Bedingung der Entwickelung unserer geistigen Kraft und unseres materiellen Ge­deihens. Diesem hohen Zweck der Vorsehung mit allen Kräften, mit allen Künsten der Hölle, mit Spionen, Pfaffen, Censur, geheimer Inquisition, Cabinetsjustiz rc. sein ganzes Leben lang entgegengewirkt zu haben, daS ist das vielgepriesene Verdienst deS furchtbaren Metter­nich, welchen das Schicksal wahrscheinlich so lange am Leben erhalten hat, damit ihm in seinen letzten Tagen noch die Schmach zu Theil werde, unter dem Jubel freier Völker sterben zu müssen. Dieses Höllensystem lag auf Europa wie ein furchtbares Netz, dessen einer Zipfel in Paris von Ludwig Philipp, der andere in Petersburg von Kaiser Nicolaus und der dritte in Wien von dem großen Höllcnkünstler selbst gehalten wurde. Dieses System kümmerte sich nicht um den Hunger und die Verzweiflung des Volks, nicht um das Sterberöcheln crinorderler Gefangenen, nicht um die Zurücksetzung ver­dienter Männer, nicht um die Verachtung Deutschlands bei andern Völkern, denn dieses System hatte keinen Funken Menschlichkeit. Wahrlich, Metternich mag ein großer Teufel sein, ein großer Mann ist er nie gewesen, denn das Herz macht den großen Menschen! Vor allen Ländern der Weiß hatten Polen, Italien und Deutsch­land am meisten unter einem Zustande zu leiden, welchen der geniale Herwegh in folgender Mise poetisirt:

Ich sah im Hohenxriesterkleide

Die Unvernunft

Gleich Rohr zerbrechen ihre Eide

Die Henkerzunft

Ich sah von schnöden Hunden,

Der Freiheit Edelwild gesagt

Und wusch ihm still die Wunden,

Ich hab'A gewagt

Ein gutes Stück dieses furchtbaren Systems lag auch auf unserem Lande. Aber der 4. März hat der Welt gezeigt, daß der Sinn für Recht und Gerechtigkeit in uns noch lebt, daß der Freiheitsmuth unseres Volkes größer ist, als die Demuth einiger Knechte, daß ^wir Gefühl haben für die Einheit und Freiheit des ganzen Deutschlands von einem Ende zum andern. Mit Recht führt unser Land einen Löwen im Wappen WaS wir an jenem ewig denkwürdigen vierten März gesehen haben, das war der Löwe von Nassau, aber sein Er- schewcn war noch kein Beißen und Zerreißen, noch kein Packen mit den Krallen, es war nur ein erschütterndes Brüllen, ein Fletschen der Zähne, ein stolzeS königliches Schütteln der Mähne. Wahrlich der Löwe von Nassau hat denen die ihn verachten, gezeigt, daß er ein wirk­

licher königlicher, kampfmuthiger Löwe ist und kein ewig geduldiger Esel in einer Löwenhaut. Deshalb bedenke man die Worte unsers Dichters, die wir als Motto dieser Betrachtung gewählt haben.

Das deutsche Reichs-Wappen.

Der Adler war schon in der frühesten Zeit daS Abzeichen des deutschen Reichs, wie denn eine alte Sage geht, daß in der Teutoburger Schlacht zwei römische Adler erobert worden , von denen die ^Deutschen den schwarzen zum Sieges- und Denkzeichen behalten, den weißen aber ihren slavischen Dundesgenossen gegeben, weshalb Polen noch heutzutage einen weißen Adler führe. Da die Kaiser gewählt wurden, stellte sich kein allgemeines Hauswappen fest, dafür fehlten aber nim­mer die Wappen der sieben Kurlandc auf der Brust des mächtigen Adlers, der mit der Zeit zwei Häupter und zwei Kronen, wegen Deutschlands und Italiens, erhalten hatte Drei der Zeichen gehörten den geistlichen, vier den weltlichen Kurfürstenthümern. Die Banner deS Reiches waren dreifarbig: schwarz, rolh und gol­den. Auch diese Farbenwahl hängt mit der Geschichte des Volkes inniger zusammen, als Mancher glauben sollte. Das rothe Feld in der Fahne ward nämlich schon durch die Karolinger (Nachfolger Karls des Gro­ßen) angenommen, deren Leibwache ganz in Rolh ge­kleidet ging, woher der Name Scharlach (Scharlaken) kommen soll. Das schwarze Feld ist eine Zugabe des sächsischen Kaisergeschlechts, dessen Hansfarbe schwarz und weiß war, und das Golv -j«k^--bit^wbv*-*er Hohenstauffen, der schwäbischen Kaiser, weist auf die glänzendste Zeit des deutschen Reiches hin. Der Adler führt in einer Kralle den Reichsapfel, das Zeichen der Weltherrschaft, über welchem daS Kreuz thront, in der andern den Herrscherstab, daS Zeichen des Geiichts, ein Slab, an dessen Spitze die Franzika (die Kleve) ange­bracht, die Angnffswaffe der Franken, die als Zierrath und Sinnbild, besonders in der deutschen Baukunst, eine große Rolle spielt und ziemlich den römischen Ru- thenbündeln gleichkommt. (Gubitz Volkskalender 1843.)

Der VoLksfreund erscheint seit dem 10. März täglich, mit Aus­nahme des Montags, und wird hiermit Jeher, der Antheil an den jetzigen Zeitereignissen, so­wie an dem Wohl unb Wehe unsers Vaterlan­des nimmt, aufgefordert, sich durch passende Ein­sendungen, Vorschläge und Wünsche an unserm volksthümlichen Unternehmen zu betheiligen.

Der Preis des Volksfreundes bis 1. Juli d. I. ist in Wiesbaden sl. 1. 45 kr. Für Aus­wärtige kommt hierzu noch der Postaufschlag.

Die Abnehmer des Volksfreunds erhalten un- sehlbar vor dem 1. Juli ein wohlgetroffenes Bildniß unsers Volksmannes Her gen Hahn als unentgeltliche Beigabe.

Verantwortlicher Redacteur : Lippe. Druck der J. A. S t e i n'schen Buchdruckerei zu Wiesbaden.