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Dieses Blatt erscheint, Montags aus­genommen, täglich, und kostet jährlich 6 fl. Bei allen Postämtern so wie in der Stein'sch-n Buchdruckern zu Wiesbaden werden Bestellungen hierauf angenommen.

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Anzeigen aller Art werden in diesem Blatte ausgenommen und kostet die Zeile (Petitschrift) 4 kr. Grö­ßere Schrift wird nach dem Verhält­nisse des einzunchmenden Raumes berechnet.

Der Velksfreund.

Sobald wir Deutschen eine Nation sind, sind wir die erste.

Seume.

WieèbadkN. Denstag, den 14. März 1848.

Unter obigem Titel und in geenwärtigem Format, stets einen ganzen Bogen stark, er­scheint von heute an täglich, mitNsnahme des Montags, einBlatt, welches hervorgegan­gen aus der jetzigen Volksbewegung und gegründet von Männern aus dem Volke sich zum Ziel gesetzt hat, die Interessen diese Volkes, soviel in seinen Kräften sieht, zu vertreten und zu fördern. Die Herausgeber werden dies in klarer, jedem verständlicher Sprache thun, und fordern hiermit Jeden auf, der Antheil an den jetzigen Zeitereignissen sowie an dem Wohl und Wehe unsers Vaterlandes nimmt, sich buch passende Einsendungen, Vorschläge und Wünsche an unserm volksthümlichen Unternehmen zu beteiligen.

Eine vollständige Geschichte See Volksbewegung in Wiesbaden vom 1. bis 4. März wird in unserm Blatte, sobald die Matern, lien hierzu gesammelt sind, den Lesern mitgetheilt werden.

Die Unterzeichner auf uMe Zeitung erhalten, sobald dies nur immer möglich ist, ein

Bildnitz unseres Volksmersmes Hergenhahrr

als unentgeldliche Beigabe.

Der Preis unsers Blattes ist für Wiesbaden und die Umgegend, soweit dasselbe durch Boten befördert werden kann, bs zum 1. Juli dieses Jahres 1 fl. 45 kr. Entferntere Abneh­mer wollen bei der ihnen zunäöst gelegenen Poststelle unterzeichnen.

Alle Einsendungen an bis Herausgeber des Volksfreundes werden frei erbeten und müssen mit Vamensunterfchrift versehet sein, widrigenfalls sie keine Berücksichtigung finden können.

Deutschland.

Wiesbaden, 12. März 1848 DaS Sicherheits­Comite erließ heute folgenden Aufruf:

Nassauer!

In unserm Aufruf vom 10. d. M. haben wir euch gesagt, was in den wenigen Tazen seit dem denk­würdigen 4. März zur Verwirklichung der uns von unserem hochherzigen Fürsten gewährten Forderun­gen des Volkes bereits geschehen ist. Ihr könnt ver­trauen auf die Erfüllung: aber :s ist auch an euch, ehrenhaft das Eure zu leisten, damit das Wohl des Staats in der bewegten Zeit geordneten Fortgang habe.

Wie ihr aus dem Verordnurgsblatte wißt, ist aus den 15. März die Erhebung eines im vorigen Jahre von den Landständen verwilligün Steuersimpels ange­ordnet.

Ohne Steuern kann der Staatshaushalt nicht be­stehen^ am wenigsten in schwieriger Lage, wie sie jetzt ist, wo die Aufrechthaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit die rasche Ausführung so vieler noth­

wendig gewordner Verbesserungen in größerem Maße die Staats-Casse in Anspruch nimmt.

Es ist daher jetzt mehr als je die Pflicht eines Jeden, der es ehrlich und wohlmeint mit dem Vater­lande, daß er seine Abgaben pünktlich ent­richtet. Wir erwarten deshalb von Allen Bewohnern unseres Landes, daß sie bei der bevorstehenden Steuer­erhebung ihrer Verpflichtung nachkommen und fordern dringend dazu auf, daß die mit der Erhebung beauf­tragten Steuererheber in der Vollziehung ihres schwierigen Dienstes kräftig unterstützt, daß Unwissende, die viel­leicht glauben möchten, sei eine Abgabefreiheit einge- treten, belehrt und übelwollenden Aufreizungen zu Steuer­verweigerungen durch Wort und That allenthalben be­gegnet werde.

Nassauer, wir vertrauen auf euern guten Sinn, daß ihr in der jetzigen schwierigen Lage das Vaterland nicht der Unordnung preisgebt, daß ihr nicht zulassen wer­det, daß der große Sieg der Freiheit durch Eigennutz