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Montag Spithead verlassen, um die ihm ertheilten Befehle zur Ausführung zu bringen. Admiral Sir Parker, der die Flotte km mittelländischen Meere kommandirt, wird wegen der Zustande Italiens an den Küsten dieser Halbinsel per» bleiben.

Rußland.

Es geht das Gerücht in den Gränzkreisen des Großher- zogthumS Posen und in den gegenüber liegenden russischen Bezirken, das Cabinet von Petersburg beabsichtige, den der Reorganisation unterworfenen Theil von Posen, das Hcrzog- thum Gncsen, gegen Kurland und Sem galten an Preu­ßen auszutauschen. Dieses Tauschproject wird aber in dem eonstitutionellen Preußen jedenfalls erst den Volksrepräsen­tanten zur Genehmigung vorgelegt werden müssen.

Die Truppensendungen gegen die preußisch-polnische Grenze dauern ununterbrochen fort; von Osten her rücken immer frische Colonnen nach.

Zur Unterhaltung.

Civilifatisn und Wildniß.

Skizze aus dem amerikanischen Leben, von Fr. Gerstärker (Fortsetzung.)

Stellten die Leidenden den wahrscheinlichen Thäter zu Rede so machten sie die Sache dadurch nur noch schlimmer, und das ganze Städtchen begann schon den "bekehrten Wli- len", wie er im Anfang hieß, als eine Plage zu betrachten die man sich herzlich freuen würde, so bald als möglich wie­der los zu werden.

Merkwürdig war cs dabei, daß John an Tom Fairfield

so rcMltch gesinnt er ikbm sonst aniH immer sein mochte, nie

einen ähnlichen Muthwillen versuchte; ja im Gegentheil ret­tete er ihm sogar eines Tages als er ihn zufällig auf der Jagd traf, oder auch vielleicht durch seinen Schuß Herbeige- lockt war, auf die aufopferndste Art das Reben.

Tom hatte nämlich nicht weit von Boonville einen alten Bären beim Lappen (Lappen der Bären heißt, wenn sie im Herbst nach den reifen Früchten und Beeren naschen gehen.) getroffen, aber, durch eine rasche Bewegung desselben verlei­tet, einen übereilten Schuß gethan, was ihm das angeschos­sene und gereizte Thier mit Blitzesschnelle auf den Hals brachte. Sein Hund war zu schwach, ihm wirksamen Bei­stand zu leisten: sein Messer brach beim ersten, einen Kno­chen treffenden Stoß, und wer weiß, ob er nicht von der Bestie, wenn auch nicht getödtet, doch gar arg verwundet worden wäre, hätte sich nicht John in dem Augenblicke, da er aus Furcht, den Mann zu treffen, nicht wagen durfte, zu schießen, mit keckem Muth auf den zottigen Feind geworfen und diesem sein Messer so sicher ins Herz gestoßen, daß er sich wohl noch gegen seinen neuen Gegner wenden konnte, gleich-darauf aber, auch von früheren Blutverlust schon er­schöpft, todt zusammenbrach.

Tom wollte dem jungen Manne danken und streckte ihm mit herzlichen Worten die Rechte entgegender aber wandte sich knurrend ab und verschwand, sich nicht weiter mehr um Jäger und Beute kümmernd, rasch im nahen Dickicht. Zu Hause sprach er auch kein Wort davon, nur als Tom heim­kam und den Hergang erzählte, und Rosy unter Thränen seine Haud nahm und ihn ihren lieben, lieben Bruder nannte, da wurde er weich, wie er seit lange nicht gewesen, und an dem Tage wäre vielleicht selbst Vater Billigoat ungestraft bei einem neuen Angriff weggekommen, hätte sich dieser wür­dige Mann nicht schon seil längerer. Zeit fest vorgenommen

gehabt, den heidnischen Wilden, der eigenen Schweine we­gen, seinem Schicksale zu überlassen.

Sv standen die Sachen, als sich die Kranke eines Ta­ges recht schwach und unwohl fühlte ihre Kinder wichen nicht mehr von ihrer Seite, und John besonders saß neben dem Lager und hielt der Mutter Hand fest, fest in der sei­nen. Aber der Sand war abgelaufen, welcher der Reiben« den auf dieser Erde zugemessen die Kräfte ebbten, die bis dahin das mürbe Gebäu ihres Körpers zusammen gehalten,

Rosy, flüsterte sie, als die Abendsonne ihrem Lager ge­genüber stand und der rothe schimmernde Glanz den todten- bleichen Zügen noch einmal ein, ach! trügerisches Leben zu verleihen schien Rosy Tom mir wird so wunderleicht und wohl die Glieder fühle ich gar nicht mehr, die mich sonst so bleiern an mein Lager bannten ich glaube der, Tod naht ach! bann ist es schön, zu sterben aber Euch lasse ich noch unvereinigt hier zurück, und mein Kind meinen John, in Eurem Schutze versprecht mir versprecht mir, ihn stets als Euren Bruder zu lieben.

Mutter! schluchzte Rosy und barg das Antlitz an der Schulter der Sterbenden.

Er soll mir wie mein liebster Bruder sein, sagte Tom mit tiefer Rührung ja nicht theurer konnten ihn diese Worte meinem Herzen machen, als er es jetzt schon ist John soll nie einen anderen Freund brauchen, so lange noch ein Tropfen Lebenssaft in diesen Adern quillt.

Und, John, sagte mit leiser Stimme die Mutter, wird dir das Grab der Mutter so theuer sein, als cs die Le­bende war?

John hatte augenscheinlich einen harten Kampf mit sich gekämpft er schämte sich, in der Gegenwart eines ande­ren Mannes zu weinen oder irgend eine Schwäche zu zei­gen, und saß starr und rMinMos, die Blicke ffEMärwi' in eine Zimmerecke gerichtet; jetzt aber, bei der direclen An­rede an ihn, wo ihm, der sooft den Tod gesehen, sein Auge sagte, daß das theure Leben nur noch wenige Minuten in der alten lieben Hülle weilen werde jetzt konnte er sich nicht länger halten am Bett fiel er nieder auf die Kniee, den Kopf barg er in der überhangenden Decke, und sein gan­zer Körper zitterte von der Allgewalt des Schmerzes der in ihm tobte.

Guter John, flüsterte die Mutter, und ihre Hand ruhte segnend auf dem Haupte des Sohnes guter lieber John!

Mutter! rief Tom Fairfield plötzlich, denn ein eigenes Zucken im Gesichte der Kranken ein eigenes Erstarren der Züge erschreckte ihn. John fuhr schnell empor und hef­tete seinen Blick nur secündenlang auf das liebe Antlitz.

Meine Mutter ! schluchzte er, und die hellen Thränen netzten seine sonngebräunten Wangen! meine liebe Mutter: und du gehst?

Die Sterbende antwortete nicht mehr der letzte Druck der Hände galt noch dem Kinde der Tochter ihr bre­chendes Auge hing an dem sinkenden Tagesgestirn, und mit dessen Verschwinden hinter dem goldglänzenden Lckubnetz des Waldes schloffen sich auch die treuen Augen auf immer.

Schluß folgt.

Schul - Chronik.

Am 14. Dezember ist der Direktor des Schullehrer-Se­minars in Idstein, Schulrath Schellenberg, mit Tode abgegangen.

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich Redaction unter Verantwortlichkeit des Herausgebers Wilhelm Friedrich.