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unter Gottes Schutz bald zur definitiven Eoustituirmig ihrer CeutralMvalt gelange. Der Entwurf über die ReichsMwalt soll sich übrigens in wesentlichen Punkten von der früher indiskreter Weise veröffentlichten Arbeit der Dorkommission unterscheiden, während in dein Ab­schnitt über Ms Reich namentlich die Bestinnnungen, welche er über die Verbindung deutscher und nicht deut­scher Länder enthält, «nfmerksamkeit erregen möchten. Für die künftige Stellung Oesterreichs zum Reich ist diese Frage von entscheidender Wichtigkeit; ihre Lösung macht es überhaupt erst möglich, den Bau der deut­schen Verfassung zu vollenden. (F--O.-P.-Z.)

Frankfurt, 30. Sept. Nach bei dem ReichSkricgS- ministerium ans dem Hauptquartier der deutschen Reichs­truppen Angegangenen Depeschen ist ein von den Frei- schaaren von der Schusterinsel versuchter Einfall in das Großherzogthum Baden gänzlich gescheitert.

Frankfurt, 31. Sept. Wie man vernimmt, ist es am 24. dem Militär gelungen, ein Weib zur Haft zu bringen, das dem verstümmelten General v. Auerswald noch mit dem Regenschirm auf den Kopf schlug. Sie ist in Bornheim verhaftet worden und sagte vor dem Kriegs­gerichte die Namen aller derjenigen aus, die bei dem gräßlichen Morde beteiligt waren. Hoffentlich wird eS nun bald den Behörden gelingen, die Thäter ausfindig zu machen. Auch den Mörder eines österreichischen Soldaten hat man verhaftet, er ist ein sonst sehr berüch­tigter Bandit, der schon wegen Kirchenraubs und anderer Verbrechen bereits condemnüt war.

Als der Theilnahme am Morde deö Fürsten Lichnoweky und des Obersten,v. AuerSwald werden steckbrieflich ver­folgt: 1) Daniel Georg aus Ginheim; 2) Konrad Hof­mann, Schneidergesell mrs Ginheim: 3) Kaspar Schäfer, Zimmermann aus Ginheim; 1) Wilhelm Bühn, Schuh­macher ans Ginheim; 5) Heinrich Giesset, Schriftgießer aus Ginhcim: 6) Jakob HeuSler, Zimmergesell aus Bocken- heim; 7) Adam Traut, Schriftgießer von Bockcnhcim: 8) Georg Jakob Knöll von Bockcnheim, Lithograph; 9) Seligmann Kaufmann von Schotten, Buchhändlercommis; 10) Wilhelm Rümpler von Bockcnhcim, Maler; 11) Ludwig Rein von Bockcnheim, Metzgcrgcselle.

Frankfurt, 2. Okt. Von allen Seiten Deutschlands mehren sich die Stimmen, welche eine raschere Berathung der deutschen Verfassung, ein entschiedeneres Abweisen alles nicht zu dem VcrfassuugSwcrke Gehörigen verlangen. Die Ungeduld des Volkes steigert sich, und daß des Ab­geordneten Bassermann Vorschlag nicht angenommen wor­den, wird jetzt vielfach beklagt. In einer heute der Reichs-Versammlung übergebenen Eingabe aus Kurhcsscn heißt es unter Anderm:Beruhen möge also für jetzt die zeitraubende Berathung der Grundrechte die haupt­sächlichsten besitzen wir fa bereits und werden sie auch zu bewahren wissen. Jetzt gilt es vor allen Dingen, den Bau der denilchen RetchSversoEux«^«, fimester HM un­ter Dach und Fach zu bringen. . ." Möge man diesen Rath befolgen!

Frankfurt, 2. Okt. Aus guter Quelle hören wir, daß die diplomatischen Verhältnisse zwischen Frankfurt und Paris nunmehr vollständig geregelt sind und an bei­den Orten ständige Gesandte die beiden Länder vertreten werden.

Baden. Aus dem Kanderthal, 26. September. Das war ein Schauspiel, wie ich es noch nie gesehen. Gestern wuree Struve nebst andern gefangenen Führern, unter welchen auch der rühmlichst bekannte Studiosus Blind, von Schopfheim her durch das Wiesenthal nach Schliengen geführt, um dort dem Militär übergeben zu werden. Der Zug nahm seinen Weg nicht über Lörrach, sondern durch Steinen über die rechts gelegenen Orte. Aber welche Aufregung in den Gemeinden bei seinem Erscheinen! Hier sah ich zum ersten Male, was eine wüthende Volkömassc ist. Die Erscheinungen der vorigen Tage waren Nichts dagegen. Wäre nicht eine so starke bewaffnete Bedeckung zum Schutz der Gefangenen dabei gewesen, cs wäre keiner derselben nur zehn Schritte weit gekommen. Sonst ruhige und vernünftige Männer schäum­ten vor Wuth; sanfte, schüchterne Frauen waren wie rasend; die Bedeckung hatte nur abzuwehren und mit

gespannten Hahnen zu drohen, sonst wäre Struve in Stücke zerrissen worden. Er mochte die Gefahr fühlen, in der cr schwebte; denn blaß, mit niedergeschlagenen Augen saß er da, seine Frau tief an seine Brust gelehnt in seinen Armen. Das Volk und cs war diesmal in Wahrheit das Volk in ungeheurer Maforitat ver­langte wüthend, er müsse zu Fuß durch die Ortschaften gehen; wenn einer von ihnen ein Verbrechen begehe, so führe man ihn gefesselt mit GenSd'armen fort, und Lieser, der sie Alle habe inS Unglück stürzen wollen und Hunderte habe hinschlachtcn lassen, dürfe in einer Kutsche fahren re. Natürlich konnte einem solchen Verlangen nicht entsprochen werden. Aber cS hat so kommen müssen, damit dem Volk einmal die Augen aufgingcn über seine

(Karlör. Ztg.)

Beglücker.

Aus dem Oberland, 29. September. Manscheint ziemlich allgemein zu glauben, daß das Struve'sche Unter­nehmen eine mit den republikanischen Führern Deutsch­lands verabredete Sache gewesen sei. Dem ist aber höchst wahrscheinlich nicht so. Leute, die von dem Bestände der Verhältnisse genau unterrichtet sein konnten, und cs ohne Zweifel auch waren, versichern auf das Bestimmteste, daß Struve auf eigne Rechnung gehandelt und sogar ge­gen den Rath seiner nächsten politischen Freunde das Wagniß unternommen habe. Die meisten derselben er­hielten von seinem Vorhaben kaum einen Tag vor dessen Ausführung Kenntniß, und machten den unsinnigen Zug mit, nicht weil sie ihn für zeitgemäß hielten, sondern um den Schein der Zaghaftigkeit oder Muthlosigkeit zu vermeiden. Daß fetzt, nach dem kläglichen Ende der kommunistischen Erhebung (denn eine solche war sie), eine große Erbitterung gegen Struve unter seinen frühern Anhängern herrscht, begreift sich leicht. (KarlSr. Ztg.)

Freiburg, 30. Sept. Die in Müllheim zusammen- gctrerene gemischte Militär- und Civilkommlssion hat sich, nach eingebrachter Nachricht, zur Konstitutrung eines Kriegsgerichtes mit 5 Stimmen gegen eine inkompent erklärt, wonach also Struve und Mitschuldige an daS ordentliche Untersuchungsgericht gewiesen sind.

7% Uhr Abends. So eben wurden Struve mit Frau, Blind, Trautmann und Dusar unter starker mili­tärischer Begleitung hier eingebracht und auf die Haupt­wache geführt. Im Laufe des Tages wurden abermals 34 gefangene Freischärler hier eingebracht. (Oberrh. Z.)

Mannheim, 30. Sept. Gestern hatten wir einen imposanten kriegerischen Anblick. Nachmittags 3 Uhr marschirte eine bedeutende Abtheilung Preußen hier ein, sie kamen über die Rheinbrücke und bestanden aus 2 Schwadronen Husaren, 2 Schwadronen Dragoner, 3 Bataillon Infanterie, 12 Kanonen und Haubitzen, und kamen bis aus die Reiterei hier ins Quartier. Eine Stunde später folgten 3 Kompagnien Nassauer und in der Nacht eine Abtheilung Würtemberger. Die Nassauer

marschirten heute Btorgen nach Weinheim, die Würtem- Rosenberg, eine Zuflucht finden.

berger nach Häuft.

Von der Schweizergrenze, 29. Sept. Gestern Abend ist die Leopoldshöhe, die Schusterinsel und das Dorf Weil mit badischem Fußvolk und Reiterei besetzt worden, was dem Freischaarenunwesen, das gestern und vorgestern noch von Großhuningen aus getrieben wurde, ein schnelles Ende machen wird. Die Angaben über diese Freischärler stellen sich übrigens als sehr übertrieben heraus; aus zuverlässiger Quelle erfahre ich, daß gestern Morgen um 1 Uhr nur etwa 15 bewaffnete Freischärler (unter denen sich Becker aus Biel befand) bei Großhü- ningen über den Rhein gingen und die Schusterinsel be­setzten. Unter großem Gelärm bewegte sich diese Hand voll Leute gegen die Leodoldshöhe hin, wagte fedoch nicht, dieselbe anzugreifen, da von dort auö Schüsse gegen die Freischärler sielen. Mit Tagesanbruch zogen Gardisten und bewaffnete Männer der Umgegend von der Leopolds­höhe gegen vie Schusterinsel, was die Freischärler zum Rückzüge nach dem französischen Ufer des Rheins bewog.

Würtcmberg. Stuttgart, 29. Sept. Die Ver­sammlung der Abgeordneten der vaterländischen Vereine in Kannstadt erhob zu Beschlüssen; die Bewirkung einer Reinigung der Nationalversammlung, die Unvereinbarkeit des Fortbestehens der gegenwärtigen Staatoeintheilung

des Vaterlandes mit des deutschen Volkes Größe und Wohlfahrt; die Einberufung einer konstituirenden Ver­sammlung in Würtcm berg,- welche die neue Verfassung ohne Vereinbarung mit der Regierung zu geben habe, Mit dem Recht, die Verfassung republikanisch oder monar­chisch zu ordnen. Nach den Oberamtsbezirken Hall, Balingen, Rottweil, Oberndorf, wo bewaffnete Frci- schaaren, zum Theil mit Zustimmung der Bürgerwehren, ganz ähnlich wie im badischen Oberlande, hausten und gegen Stuttgart aufbrechen wollten, wird jetzt zur Ent­waffnung der Bürgcrwehr Militär geschickt und die Ve- theiligten werden ihre Auflehnung schwer zu büßen haben. Die Führer des Aufstandes sind theils verhaftet, theils entflohen. Die Regierung entwickelt sehr energische Maß­regeln.

Baiern. München, 29. Sept. Auch der Redak­teur deSVorwärts", Franz SenSburg, wurde verhaftet: Heute verbreitet sich das Gerücht, daß Fürst Ludwig v. Wallerstein, der bei der Nördlinger Volksversammlung unter den Demokraten eine hervorragende Rolle spielte, gleichfalls gefänglich cingczogen und auf die Festung Oberhaus gebracht worden sei. (?)

Preußen. Berlin, 1. Oktober. Wenn wir uns die Gefahren vergegenwärtigen, welche aus dem Treiben der rothen Republik dem Vaterlande drohen, so ist die Partei ihres äußersten Gegensatzes schon deßhalb nicht minder gefährlich, weil sie als ihr Bundesgenosse erscheint und von dem vorläufigen Umsturz einen späteren Vortheil hofft. Wie jene nur falsche Republikaner sind, so sind diese die falschen Freunde der Monarchie. So entschieden wir mit jenenRepublikanern" brechen, ebenso entschieden müssen wir es auch mit diesen, wollen wir nicht das Opfer einer unheilvollen Reaction werden. Wenn wir mit ganzem, vollem Ernste recht eigentlich eine neue Ord­nung der Dinge gründen, dann müssen wir uns von den äußersten Parteien, welche beide, die Einen unmittelbar, die Andern mittelbar, zum Umsturz führen, trennen, und zunächst jede Brücke, die zu dem alten Zustande der Dinge zurückleiten könnte, zerstören. Die Masse des Volkes wird nur so die Beruhigung gewinnen, daß der Kampf gegen die Reaction, vor welcher sich jetzt Alles verwahrt, ein ehrlicher ist, und gelingt es, diese Ueberzeugung als eine wohlbegründete zu befestigen, dann wird, wie wir nicht zweifeln dürfen, sich sehr bald eine starke, erhaltende Partei bilden, und damit den wühlerischen Unternehmun­gen der falschen Demokraten ein Ziel gesetzt sein.

Posen, 29. Sept. Vorgestern Abend kamen die 5 Kinder des unglücklichen Herrn von Auerswald auf der Durchreise hier an. Die Mutter des Verstorbenen und der Bruder ihrer eigenen verstorbenen Mutter hatten sie von Breslau abgeholt, und gestern setzten die jetzt ganz verwaisten Kinder die Reise fort. Sie werden bei ihrem

Oheim, dem Laudrath von Bardeleben auf Faulen bei

Kiel, In der LandcsvcssamnnnNg ist

heute das Gesetz wegen Verlegung der Regierung nach Schleswig mit 62 gegen 21 Stimmen angenommen worden.

Erklärung.

Aus Schleswig-Holstein hier âugelangt, um unsern Marsch nach Mannheim fortzUsetzen, lesen wir in meh­reren Zeitungen zu unserem nicht geringen Erstannen, wir nassauischen Soldaten wären mit der uns dort gewordenen Behandlung höchst unzufrieden gewesen. Wir halten es daher für unsere Pflicht, diese aus der Kölner Zeitung in mehrere Zeitungen übergangene Nachricht für eine freche Lüge zn erklären und zu ver­sichern, daß wir in Schleswig-Holstein anf's freund­lichste behandelt und gnt verpflegt worden sind, dage­gen aber in Köln nur mit Widerwillen ausgenommen, schlecht verpflegt, aber mit aufregenden Flugschriften hinlänglich versehen, auch in den Gasthöfen arg geprellt worden sind. In höchst unangenehmer Erinnerung wird uns stets der Aufenthalt in Köln bleiben.

Biebri ch, 27. Sept.

Im Namen sämmtlicher Soldaten des herzoglich nassauischen leichten Bataillons: O Gödecke.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Edictalladung

Ueber das Vermögen des Georg Philipp Dauer und seiner Ehefrau Anna Margaretha, geb. Henrich von Ke­mel, ist der Concurs erkannt worden. Nach nunmehr emgetretener Rech Kraft des Urtheils vom 14. laufenden

werden alle diejenigen, welche dingliche oder per­sönliche Ansprüche an die Masse zu machen haben, aus­gefordert, dieselben

Dienstag den 24. Oktober Morgens 9 Uhr taxier unter dem Rechtsnachthell des Ausschlusses von der vorhandenen Masse, geltend zu machen.

Langen-Lwwalbach, 27. September 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt.

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