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Kurzem auch wieder Bundestruppen, namentlich badi­sche. Unter dem 23. hat die provisorische Neg ierung eine Verordnung erlassen, daß die deutschen Fahnen und Kokarden in den Hcrzogthümern verboten sind. Es ist allerdings wahr, daß der dänische Scckommanvcur v. Bille um die Herausgabe des Schooncro Elbe nach­gesucht hat, aber nur schriftlich.

Der Abgeordnete Stedtman n ist tu Rends­burg kingetroffen. _

Oesterreich. Wien, 25. Sept. Ich kann Ihnen die verbürgte Mittheilung machen, daß der Erzherzog Stephan gestern die Palatinalwürde in die Hände des Kaisers nicdergelcgt bat. Iellachich ist ohne Schwert­streich bis Stühlweissenburg vorgerückt. Die ungarische Nationalqarde hat sich bei VeSzprim zerstreut. Der ungarische Reichstag wird vertagt werden. Morgen wird das Ministerium in den magyarischen Angelegen­heiten eine vermittelnde Erklärung abgeben. Di^Kurse an der Börse heben sich. Morgen, heißt es, wollen die demokratischen Vereine den Reichstag sprengen. In und um Wien stehen die Soldaten schlagfertig.

Wien, 25. Sept. Es ist die Nachricht hier an- gefommen, daß in dieser Stunde wahrscheinlich amVe- ient|cr See, nordöstlich von Stühlweissenburg, 10 bis 12 Stunden von Ofen, der entscheidende Kampf ge- kämpst wird; wessen Sache die gerechte ist, für die möge sich der Kampf entscheiden!

Wien, 26. Sept. Gestern hieß es, von Hanau bis Thüringen sei die Republik proklamier worden, das Militär aus Frankfurt durch die vereinte Anstrengung der Turner und Sachsenhäuser vertrieben rc. w. Die Börse schenkte diesem Unsinn keinen Glauben und blieb ruhig. '

Wien, 27. September. Der Kaiser hat folgendes Manifest an meine Völker Ungarns" gerichtet:Vor wenig Tagen habe ich meinen treuen Völkern Ungarns eröffnet, wie sehr mir die schnelle und völlige Wieder­herstellung des Friedens und der gesetzlichen Ordnung am Herzen liegt. Leider hat sich nunmehr der Zustand noch verschlimmert, der Bürgerkrieg droht von allen Seiten in Ungarn sich auszubreiten. Bei dieser gefahr­vollen Lage und bei meinem sehnlichen Wunsche, Blut­vergießen zu verhindern und die Schrecknisse der Anar­chie fern zu halten, habe ich mich bewogen gefunden, meinen Fcldmarschallieutenant Grafen Franz Lamberg mit dem Oberbefehle sämmtlicher in Ungarn befindlichen Truppen und bewaffneten Korps von was immer für einer Benennung zu betrauen und denselben zu beauf­tragen, daß derselbe alsogleich diesen Oberbefehl in meinem Namen übernehme. Zur ersten Aufgabe habr ich demselben vorgezeichnet, daß er allenthalben Waffen­ruhe wieder Herstelle und ich hege das feste Venraurn zu allen Civil- und Militärbehörden, daß demselben schnell und vollständig Folge gegeben werde und ihm hierbei alle Unterstützung werde geboten werden. Ins­besondere habe ich bereits die erforderlichen Einrichtungen getroffen, daß die in Nordungarn ausgebrochenen Un­ruhen durch Einschreiten einer militärischen Macht aus Mähren unterdrückt werden. Ich erwarte von meinen Völkern Ungarns ein um so vertrauensvolleres Ent- gegenfommen zu meinen obgenannten außerordentlichen Kommissärs, als bereits die nöthigen Schritte eingeleitet worden sind, um eine alle Theile befriedigende Aus­gleichung der innern Zwistigkeiten zu bewirken und zwi­schen den ungarischen und nicht ungarischen Staaten meines Gesammtreichö jene volle Einigkeit wieder her­zustellen und zu sichern, wie sie durch Jahrhunderte zum gemeinsamen Wohle bestand und durch die pragmatische Sanktion gesichert war.Gegeben in meiner Haupt- und Residenzstadt Wien am 25. September 1848. Fer­dinand, in. p."

Preußen. Berlin, 27. Sept. Der Abgeordnete Rodbertus wird morgen folgende dringende Interpel­lation an den Minister des Auswärtigen richten:1) Hat Sr. Mas. Regierung Kunde von dem in öffent­lichen Blättern mitgelhciltcn Rundschreiben des däni­schen Gesandten im Auslande vom 17. Sept., betref­fend die in dem Schreiben des preußischen Ministers Camphausen an den Reichsminister Heckscher vom 9. Sept., und in dem §. 2 des Beschlusses der deutschen Nationalversammlung vom 18. Sept, bezeichneten Mo- dificationen des Waffenstillstandes vom 26. August d. I., oder ist der königl. Regierung deßhalb eine offi- cielle Mittheilung gemacht? 2) Ist die in diesem Rund­schreiben enthaltene Behauptung, daß zwischen den,

den Waffenstillstand abschließenden Theilen von solchen Modificanonendurchaus keine Rede gewesen sei we­der als Vorschlag von preußischer Seite, noch als Einwilligung von dänischer Seite," gegründet? 3) Was gedenkt Sr. Maj. Regierung in Beziehung auf jenes Rundschreiben und die seitdem dänischer Seils zur die# gierung der Herzogthümer Schleswig und Holstein er­nannte Immedialcommisfion zu thun, oder was ist bc. reits in dieser Beziehung von derselben gethan? 4) Ist Sr. Mas Regierung geneigt, die den Waffenstill­stand , resp, dessen oben bezeichnete Modifieationen be­treffenden Actenstücke auf das Bureau der hohen Na­tionalversammlung niederzulegen?" Herr v. Dönhoff wird somit, da die Dringlichkeit dieser Interpellation wahrscheinlich die Majorität erhält, Gelegenheit haben, sich der Kammer selbst vorzustellen und zugleich den Standpunkt seiner Politik, namentlich der großen deut­schen Frage gegenüber, darzulegen.

^Berlin, 28. Sept. Man scheint die Absicht zu haben, bei dem ersten hier vorkommenden erheblichen Volkserceß Berlin ebenfalls, wie Frankfurt und Köln, in Belagerungszustand zu erklären und dabei die Clubs, Volksversammlungen, mißliebigen Blätter, kurz Alles, was das Volk aufregen könnte, zu untersagen. Ei­ner Amnestie unserer politischen Gefangenen kann man mit Zuversicht entgegensetzen.

Berlin, 29. Sept. In der heutigen Sitzung der Versammlung zur Vereinbarung der preußischen Ver­fassung gaben die von dem Ministerium über die Vor­fälle tu Köln gemachten Mittheilungen Veranlaßung zu einem schleunigen Anträge der Abgeordneten d'Estre, Borchardt und Brill, dahin zielend, das Ministerium aufzufordern, den Belagerungszustand sofort auf­zuheben und den General Kaiser und Oberst Engel zur Verantwortung zu ziehen. Die Debatte war Seitens der Linken stürmisch, alle Minister sprachen. Vom Abgeordneten Parrichius wird am Schluß der Debatte der Antrag auf motivirte Tagesordnung ge- stellr. Nun erfolgt die Abstimmung durch Namens­aufruf und entscheidet mit 186 gegen 169 Stimmen für motivirte Tagesordnung.

Köln, 28. Sept. Die Stadt hat fast ganz ihr gewohntes Ansehen wieder gewonnen, nur wenige Spu­ren des so beklagenswerthen Treibens sind noch sicht­bar. Das Vertrauen ist zurückgekehrt, und seit gestern sieht man die Läden, welche in manchen Straßen ge­schloffen waren, wieder geöffnet. Während des Tages herrscht lebhafter Verkehr, Abends und Nachts die größte Ruhe. Daher wurden denn auch gestern die Soldaten zeitiger von fast allen öffentlichen Plätzen in die Casernen zurückgezogen und die im Laufe des Ta­ges wieder aufgefahrenen Geschütze abgefahren. Nur wenige außergewöhnliche Posten waren noch ausgestellt und die Patrouillen minder stark. Bemerkenswerth ist, wie für die auf den Plätzen lagernden Truppen vonoè^naocrivopneiiter^iir^^tmtt 'âfser Freund­lichkeit gesorgt wurde, und wie jene trotz ihres gewiß angestrengten Dienstes in muntersten Stimmung sind.

Breslau, 26. Sept. (Lith. Corr.) Die schles. Rusticalen haben am 22. und 23. Sept. Hier getagt. Ihr Verein soll den Bestrebungen des privilegirten größeren Grundbesitzes einen nicht zu durchbrechenden Damm entgegensetzen. Doch gibt es selbst unter den Gegnern dieser Privilegirten Manchen, der es beklagt, daß die Rusticalen bei Geltendmachung ihrer Interes­sen über die Schranken der Billigkeit nicht selten hi­nausgehen. Die Beiträge der Mitglieder zur Verfol­gung der Vereinszwecke belaufen sich auf 30,000 Rthlw jährlich. Die Hälfte davon fließt in die Hauptcasse, die andere Hälfte bleibt zur Disposition der Kreiscas- sen. Den Deputaten der Frankfurter und Berliner Nationalversammlungen, die nicht derentschiedenen" Linken angehören, sollen Mißtrauensvoten zu Theil werden. -Alle Mitglieder des Vereins versicherten ein­stimmig, daß, im Falle eines Gewaltstreiches der Krone gegen die Freiheiten des Volkes, es zum Kampf komme, die ganze ländl. Bevölkerung Schlesiens sich wie ein Mann erheben und Breslau zu Hülfe ziehen werde. Aus Liegnitz langt soeben folgende Nachricht an ; Die dortige Bürgerwehr hatte, wie die Breslauer, vom Magistrat Patronen verlangt. Sie wurden unter dem Vorgeben verweigert, es seien keine vorhanden, obwohl es bekannt war, daß im dortigen Negierungsgebäude; heute revidirte sie dasselbe, und fand und nahm nicht weniger als 150,000 Stück Patronen weg.

Danzig, 25. Sept. (Privatm.) Wie im gan­zen deutschen Vaterlande, treten nunmehr auch in un­serer Provinz die sogenannten Demokraten offener und entschiedener hervor; zum Theil durch Schuld der Cvn- stitutionellen, welche, männlicher Entschlossenheit erman­gelnd, die Dinge ihren Schlendrians-Gang unbeküm­mert gehen ließen und ruhig zusahen, wie sie täglich mehr an Terrain verloren. ' Der Mittelpunkt für die demokratischen Bestrebungen in Westpreußcn ist der hiesigedemokratische Verein", welcher hauptsächlich aus einer Fraction unseres constitutionellen Vereins hervorgegangen ist, der zwei Monate lang Ferien hielt. Aber während in anderen Städten die demokratischen Vereine wenigstens den Anschein bewahren, daß sie die constitutionelle Monarchie nur auf der breitesten Grund­lage hergestellt wissen wollen, hat der hiesige demokra­tische Verein, oder vielmehr seine Führer, denn die bei weitem größere Anzahl der Mitglieder dürfte daran unschuldig sein, gleich offen gesagt, was er will, näm­lich die rothe Republik. Hierfür bürgt, daß eine von Heinzen und Struve ausgehende, von diesen Ultra- Republikanern unterzeichnete, Erklärungan das deut­sche Volk" vom Vereine adoptier und zugleich als sein Programm erklärt worden ist. Diese Erklärung aber enthält die unverblümte Aufforderung zur "Errichtung der demokratischen Republik lediglich (oder vorzugs­weise) durch die nicht besitzenden Klaffen." Der Ver­ein hält seine Sitzungen ganz offen, und polizeilicher Seitö haben noch keine Maßnahmen dagegen ftalt- gefunden.

Posen, 27. Sept. Die gefürchtete Erneute ist bei uns glücklicherweise nicht zum Ausbruch gekommen: die feste Haltung der Nationalversammlung in Frank­furt, so wie die gestern Abend hier eingegangene Nachricht von dem friedlichen Ausgange der Kaminerdebatten in Berlin in Betreff des Schulze-Stein'schen Antrags hat unsere Demokraten, so wie die Polen, so stutzig gemacht, daß sie, in Voraussicht der Erfolglosigkeit, den Plan einer neuen Schilderhebung für den Augenblick sofort aufgegeben haben.

Ausland.

Frankreich.

Paris, 28. Sept. DerMoniteur" beeilt sich, das von Londoner Blättern gegebene Gerücht, die fran­zösische Republik negocire ein neues Anleihen von 12 Millionen Pf. St. in London, zu widerlegen.

Italien.

DieBasler Zeitung" theilt einen Brief aus Messina vom 10. Sept, folgenden Inhalts mit: Allem Anschein nach, ist der Krieg zu Ende; Pa­lermo soll nicht gesonnen sein, sich zu vertheidigen ; das Schicksal von Messina hat zu tiefen Eindruck ge­macht.

Schweiz.

Bern, 27. vevTaglatzung^e? fdrosselte Note an das österreichische Ministerium in den Angelegenheiten Tessins ist nach Wien abgegangen.

Basel, 28. Sept. Wir freuen uns zu verneh­men, sagt dieBasl. Ztg.", daß die beiden Negierun­gen von Baselland und Baselstadt (nachträglich) Maß­regeln gegen die Verletzung der Neutralität getroffen haben. Am 26. faßte der Negierungsrath von Basel­land folgende Beschlüsse: Führer des badischen Auf­standes und Flüchtlinge, die aus Baselland nach Ba­den gezogen sind, nach 24 Stunden polizeilich ins Innere der Schweiz oder nach Frankreich zu weisen. Gewöhnliche Flüchtlinge sind zu entwaffnen und 3 Stunden von der Gränze zu weisen. Zuzüge aus dem Innern der Schweiz sind zurückzuweisen (was bereits am Montag mit einem Trupp geschehen). Eine Scharfschützencompagnie ist auf's Piket gestellt. Von Birsfeld sind alle Flüchtlinge bereits weggewiesen. In Basel ist dafür gesorgt, daß die Flüchtlinge ent­waffnet und sofort durch unser Gebiet durchtranspor- tirt werden. Deutsche, die hier wohnhaft gewesen und am badischen Aufstand Theil genommen haben, werden sofort von hier weggewiesen. Gestern sind auch wieder etwa 50 Lombarden hierdurch nach Frankreich passirt. Laut ihren Aussagen kommen noch etliche hundert.

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